Der Neue Pauly

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Subject: Classical Studies

Edited by: Hubert Cancik and Helmuth Schneider (Antiquity) and Manfred Landfester (Classical Tradition).

Der Neue Pauly – published in print by Metzler Verlag – is the most complete and most authoritative modern encyclopedia of the ancient world currently available. In nearly 20,000 entries it covers two thousand years of history and culture of Greco-Roman Antiquity and the reception of this in the two thousand years that followed. This unique reference work is also available in print and online as Brill’s New Pauly.

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Favorinus

(489 words)

Author(s): Schmidt, Ernst-Günther (Leipzig)
[English version] Rhetor mit philos. Interessen, Autor der Buntschriftstellerei, Vertreter der Zweiten Sophistik, geb. um 80-90 n.Chr. in Arelate. Sein Leben schildern Philostr. soph. 1,8 und die Suda (s.a. Gell. 16,3,1 u.ö.). Er wurde als Hermaphrodit beschrieben (Philostr.: ἀνδρόθηλυς, εὐνοῦχος; Polemon bei Förster Scriptores physiognomonici 1,160,10: sine testiculis natus, vgl. [6]). Ausgebildet wohl in Massalia, hörte er in Rom (?) Dion Chrysostomos und wurde gefeierter Redner. In Ephesos geriet er in einen langwierigen Streit mit Polemon…

Fayence

(607 words)

Author(s): Briese, Christoph (Randers)
[English version] Der Begriff F. bezeichnet eine Irdenware mit deckender Zinnglasur porzellanähnlichen Aussehens, die im 13. Jh. n.Chr. erstmals in Spanien produziert und über Mallorca verhandelt wurde ( Majolica), ihren Namen jedoch von einer seit dem 16. Jh. in Anlehnung an chinesisches Porzellan im nordit. Faenza hergestellten Irdenware bekam. In der arch. Lit. ist F. ein gebräuchlicher, aber unkorrekter Begriff für ein glasähnliches, silikatisches, glasiertes oder unglasiertes Produkt kreidiger bis sandiger Konsistenz (daher zutreffender…

Febris

(177 words)

Author(s): Schaffner, Brigitte (Basel)
[English version] Personifikation des Malariafiebers. Rom, urspr. in sumpfigem und somit stark malariagefährdetem Gebiet gelegen, errichtete der F. schon früh Heiligtümer (Cic. leg. 2,28; Aug. civ. 3,25). Überl. sind ein Hauptheiligtum auf dem Palatin (Plin. nat. 2,16; Cic. nat. deor. 3,63; Ail. var. 12,11) und weitere Tempel auf dem Quirinal und bei den Mariana monumenta (Esquilin?) (Val. Max. 2,5,6). Vom Fieber Befallene weihten in ihrem Heiligtum auf dem Quirinal remedia, die an ihren kranken Körpern befestigt gewesen waren (Val. Max. 2,5,6). Nebst der F. sind…

Fechten

(4 words)

s. Sport

Fecunditas

(76 words)

Author(s): Schaffner, Brigitte (Basel)
[English version] Personifikation der Fruchtbarkeit, die erst im Zusammenhang mit dem Kaiserhaus geschaffen wurde. Als Poppaea Sabina 63 n.Chr. Nero eine Tochter gebar, wurde der F. auf Senatsbeschluß ein Tempel geweiht (Tac. ann. 15,23). Seit Antoninus Pius wurde F. auf die Rs. von Mz. gesetzt. Sie ist häufig mit Kindern auf den Armen oder an ihrer Seite, gelegentlich auch mit Füllhorn dargestellt [1]. Schaffner, Brigitte (Basel) Bibliography 1 T. Ganschow, s.v. F., LIMC 8.1 (Suppl.), 583ff.

Feder

(267 words)

Author(s): Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] (κάλαμος, calamus). Neben dem Griffel war die F. das zweite unentbehrliche Schreibgerät der Ant. Sie diente zum Beschreiben von Papyrus und Pergament, ferner der geweißten bzw. unbeschichteten Holztäfelchen mit roter oder schwarzer Tinte. Die aus den Stengeln von Schilfrohr (κάλαμος, calamus) angefertigten F. spitzte man mit einem F.-Messer (σμίλη, scalprum librarium) an und versah sie mit einem Spalt in der Mitte, so daß sie in ihrem Aussehen durchaus modernen Stahl-F. ähnelten und entsprechend funktionierten (Pers. 3,10-14). N…

Feige

(463 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] In Südeuropa ist die F. mindestens seit dem Neolithikum heimisch, wie Fruchtfunde aus Lerna, Argolis und aus der Bronzezeit am Mincio dokumentieren. Die ersten lit. Erwähnungen finden sich in der Odyssee (z.B. Hom. Od. 11,588; 12,103). Die F. wird durch zwei sommergrüne Arten der Gattung Ficus der Moraceae vertreten: (a) Ficus carica L. als ἐρινεός ( erineós), die Ziegen-F. als Wildform neben der συκῆ ( sykḗ), der kultivierten Eß-F., die durch eine männliche Pflanze ( caprificus) von (a) bestäubt wurde. (b) die Sykomore oder Maulbeer-F., Ficus sycomorus…

Feldmesser

(519 words)

Author(s): Burian, Jan (Prag)
[English version] Das Abstecken von Feldern bzw. ausgedehnten Flurgebieten, Städten, Tempelbezirken, mil. Lagern ebenso wie die Bestimmung der Richtung von Landstraßen, Wasserleitungen u.ä. setzte eine Reihe von Meßarbeiten voraus, die von technisch ausgebildeten F. durchgeführt wurden. Diese Arbeiter wurden in den röm. Quellen, aus denen uns die vielseitige Problematik dieser spezifischen Disziplin ausschließlich bekannt ist, u.a. als mensores ( agrorum), agrimensores, metatores, finitores und gromatici bezeichnet. Die letztgen. Bezeichnung wird vom groma

Feldzeichen

(800 words)

Author(s): Le Bohec, Yann (Lyon)
[English version] Die F. des röm. Heeres erfüllten eine wichtige taktische Funktion: die Übermittlung der Befehle des Feldherrn; in diesem Falle wurden sie vom Klang des cornu begleitet (Veg. mil. 2,22). Aufgrund ihrer Bed. erlangten sie eine geradezu rel. Geltung (vgl. etwa Tac. ann. 1,39,4). Der Überl. nach soll Romulus an die erste Legion Tierzeichen wie den Adler, den Wolf, das Pferd, das Wildschwein und den Minotaurus vergeben haben (Plin. nat. 10,16). Jeder der dreißig Manipel erhielt damals angeblich ein signum (Ov. fast. 3,115; Plut. Romulus 8). In der Republik wurden die hasta…

Felicissimus

(89 words)

Author(s): Franke, Thomas (Bochum)
[English version] Leiter des Fiskus unter Aurelianus [3] (SHA Aurelian. 38,3), stiftete 271 oder 274 n.Chr. die Arbeiter zur Münzfälschung an. Als dies bekannt wurde, organisierte er einen Aufstand auf dem mons Caelius, den die kaiserlichen Truppen nur unter großen Verlusten niederschlagen konnten. F. fand dabei den Tod (Eutr. 9,14; Aur. Vict. Caes. 35,6; [Aur. Vict.] epit. Caes. 35,4; Suda s.v. μονιτάριοι). Polemius Silvius (Chron. min. 1, 521f. Mommsen) zählt ihn zu den Usurpatoren. Franke, Thomas (Bochum) Bibliography PIR2 F 140 PLRE 1, 331f. 1 Kienast, 21996, 238.

Felicitas

(284 words)

Author(s): Schaffner, Brigitte (Basel)
[English version] Die röm. Göttin F., meist als bekränzte Gestalt mit Füllhorn und Heroldsstab ( caduceus) dargestellt [1], ist das personifizierte Glück oder gute Gelingen, das im Gegensatz zu Fortuna dauerhaft sein soll (Val. Max. 7,1). Ihren ersten Tempel in Rom, der aus der Beute der Spanienfeldzüge des L. Lucinius Lucullus erbaut wurde (Cass. Dio 43,21,1; 76,2) erhielt sie kurz nach 146 v.Chr. im Velabrum (Suet. Iul. 37). Einen weiteren (zusammen mit Venus Victrix, Honos und Virtus) errichtete Pompeius 55…

Felix

(582 words)

Author(s): Elvers, Karl-Ludwig (Bochum) | Michel, Simone (Hamburg) | Portmann, Werner (Berlin) | Leppin, Hartmut (Hannover) | Fröhlich, Roland (Tübingen) | Et al.
Röm. Cognomen (“der Glückliche”), in republikanischer Zeit zunächst Beiname des Dictators L. Cornelius [I 90] Sulla und seiner Nachfahren (Cornelius [II 59-61]); in der Kaiserzeit als glückverheißende Bezeichnung eines der häufigsten Cognomina überhaupt und häufigster Sklavenname. Elvers, Karl-Ludwig (Bochum) [English version] [1] Steinschneider der röm. Republik Steinschneider aus der Zeit der röm. Republik, wohl Zeitgenosse des Dioskurides [8], zusammen mit Anteros inschr. als gemari de sacra viam genannt [1. 44 u. Anm. 40]. Signierte den berühmten Sardonyx…

Felix Arbor

(6 words)

s. Infelix Arbor

Felskammergrab

(4 words)

s. Grabbauten

Fel-Temp-Reparatio-Typ

(4 words)

s. Maiorina

Fenchel

(182 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] ( feniculum zuerst bei Plaut. Pseud. 814, mlat. feniculum oder fenuclum, μάραθ(ρ)ον). Ein Doldengewächs (Umbelliferae), das aus dem östl. Mittelmeergebiet eingeführt wurde. Vom nahe verwandten Dill ( anethum ) unterscheidet er sich bes. durch seine Größe und die Mehrjährigkeit. Als Gemüse und als stark und scharf riechendes Gewürz (vgl. u.a. Plin. nat. 19,186) wurde er bes. auch in Weinbaugebieten Deutschlands angebaut [1. 26] (Aussaat in It. nach Pall. agr. 3,24,9 im Februar). Der bekann…

Fenestella

(242 words)

Author(s): Kierdorf, Wilhelm (Köln)
[English version] Röm. Historiker der frühen Kaiserzeit; die genauen Lebensdaten sind unsicher: Nach Hieronymus starb er siebzigjährig 19 n.Chr. (chron. p. 172 Helm), nach Plinius erst ‘am Ende der Herrschaft des Tiberius’ ( novissimo Tiberii Caesaris principatu; nat. 33,146). F. schrieb ein annalistisches Geschichtswerk in mehr als 22 Büchern (fr. 21 Peter aus B. 22 [= HRR 2, 85f.] betrifft 57 v.Chr.), das von der röm. Frühzeit bis zur späten Republik reichte oder sogar die augusteische Zeit einschloß (fr. 24 Peter [= HRR 2, 86])…

Fenni

(122 words)

Author(s): Dietz, Karlheinz (Würzburg)
[English version] Ein für Tacitus ‘unzivilisiertes und sehr armes’ ( mira feritas, foeda paupertas), aber ‘glückliches’ ( beatius arbitrantur) Jägervolk im Norden, dessen Zuordnung zu den Germanen oder Sarmaten offen bleibt (Tac. Germ. 46). Sie waren gewiß mit den als “Nachbarn” der Goten angesehenen Phínnoi (Φίννοι) in Nordskandinavien identisch (Ptol. 2,11,16: Hs. X; 3,5,8; vgl. Iord. Get. 3,22: mitissimi), nicht aber mit den Suomi-Finnen, die erst in der 2. H. des 12. Jh. so benannt wurden. Aufgrund der bei Tac. Germ. 46 geschilderten Lebensgewohnhe…

Fenster

(901 words)

Author(s): Sievertsen, Uwe (Tübingen) | Höcker, Christoph (Kissing)
[English version] I. Alter Orient und Ägypten An altoriental. Wohnhäusern gab es zumeist nur kleine hochgelegene F.-Schlitze. Innere Räume größerer Architekturkomplexe erforderten bes. Beleuchtung durch Obergaden oder verschließbare Oberlichter in den Decken. Der Befund in Ägypten ist prinzipiell ähnlich. Weite F.-Öffnungen besaßen dort teilweise reich verzierte F.-Gitter. Sievertsen, Uwe (Tübingen) Bibliography D. Arnold, s.v. F., Lex. der ägypt. Baukunst, 80-82 G. Leick, A Dictionary of Near Eastern Architecture, 1988, 242-244. [English version] II. Griechenland u…

Fenus nauticum

(703 words)

Author(s): Krampe, Christoph (Bochum)
[English version] Das röm.-hell. Seedarlehen (vgl. die Titel de nautico fenore Dig. 22,2 und Cod. Iust. 4,33); der Name begegnet erstmals gegen Ende des 3. Jh. n.Chr. in einem Reskript Diocletians und Maximians (Cod. Iust. 4,33,4) und meint hier soviel wie Darlehenskapital zu Seezinsen. Bei den klass. Juristen heißt der Darlehensgegenstand etwa mutua pecunia nautica (Cerv. Scaevola Dig. 45,1,122,1) oder pecunia traiecticia. Diese wird von Modestinus definiert als pecunia quae trans mare vehit (Dig. 22,2,1). Indessen dient der Kredit zur Finanzierung von Warenexport…
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