Der Neue Pauly

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Subject: Classical Studies

Edited by: Hubert Cancik and Helmuth Schneider (Antiquity) and Manfred Landfester (Classical Tradition).

Der Neue Pauly – published in print by Metzler Verlag – is the most complete and most authoritative modern encyclopedia of the ancient world currently available. In nearly 20,000 entries it covers two thousand years of history and culture of Greco-Roman Antiquity and the reception of this in the two thousand years that followed. This unique reference work is also available in print and online as Brill’s New Pauly.

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Haarnadel

(4 words)

s. Nadel

Haarnetz

(4 words)

s. Phenake

Haaropfer

(4 words)

s. Opfer

Haarstrich

(4 words)

s. Schriftstile

Haartracht

(2,237 words)

Author(s): Colbow, Gudrun (Lüttich) | Hurschmann, Rolf (Hamburg)
[English version] I. Alter Orient Unterschiede bestanden im Alten Orient nicht nur zw. männlichen und weiblichen, sondern auch zw. Menschen- und Götterfrisuren. Die altoriental. H. basierten gewöhnlich auf langem Haar. Mit Ausnahme von Göttinnen, die en face mit langen Locken abgebildet werden konnten, trug man bis zum 1.Jt. meist Flechtfrisuren. Männer bevorzugten Knoten-, Frauen Kranzfrisuren. Form und Größe der Knoten bzw. Kränze bildeten ein Unterscheidungsmerkmal zw. Götter- und Menschenfiguren. Kahlköpfigkeit ist als bes. Fo…

Habicht

(615 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Es ist fast unmöglich, genau zu unterscheiden, ob ἱέραξ/ hiérax, homer. ἴρηξ, im speziellen Fall den H. (Accipiter gentilis), den Sperber (A. nisus) oder eine Falkenart bezeichnet. Synonym wurde κίρκος/ kírkos verwendet (z.B. Hom. Il. 22,139). Bei Hom. Il. 15,237 ist mit dem Taubentöter φασσοφόνος/ phassophónos offenbar der H., mit írēx jedoch der Sperber gemeint. Der lat. Name accipiter ( acceptor bei Lucil. 1130) leitete sich volksetym. von accipere her (Isid. orig. 12,7,55, vgl. Plaut. Persa 406f.). Aristot. hist.an. 8(9),3,592b 2f. unterscheidet nach …

Habitancum

(113 words)

Author(s): Todd, Malcolm (Exeter)
[English version] Römisches Lager beim h. Risingham (Northumberland), einer der Vorposten nördl. des Hadrianswalls im Tal des Rede. Die frühen Phasen der Besetzung liegen im Dunkeln; es gibt keinen Beweis dafür, daß das Fort zur selben Zeit wie der hadrianische Grenzwall gebaut wurde. Ein Lager existierte sicher in den 140er J.; in severischer Zeit war es ein Hauptstützpunkt der Besetzung des Nordens. Die Garnison von H. war im 2. Jh. die cohors IIII Gallorum, im 3. Jh. die cohors I Vangionum, begleitet von einem numerus exploratorum und einer vexillatio Raetorum Gaesatorum. Im Inn…

Habitatio

(200 words)

Author(s): Schanbacher, Dietmar (Dresden)
[English version] bedeutet zunächst Wohnung, z.B. als Gegenstand von Kauf und Verkauf ( locatio conductio ; Dig. 2,14,4; 19,2,5) oder Schutzobjekt der lex Cornelia de iniuriis (Dig. 47,10,5,5). Weiter bedeutet h. das Wohnrecht, welches u.a. durch Vermächtnis ( legatum ) begründet wird (Dig. 7,8,10 pr.). Das Verhältnis der h. zum usus und zum usus fructus (Nießbrauch) war zweifelhaft. In der Wirkung ( effectu quidem) deckte sich die h. legata “beinahe” ( paene) mit dem usus legatus (Papin./Ulp. Dig. 7,8,10 pr.). Die röm. Juristen beschäftigten sich mit Fragen wie: Wie i…

Habitus

(17 words)

Author(s): Elvers, Karl-Ludwig (Bochum)
[English version] Röm. Cognomen in der Familie der Cluentii (Cluentius [2]) u.a. Elvers, Karl-Ludwig (Bochum)

Habron

(303 words)

Author(s): Fornaro, Sotera (Sassari)
[English version] (Ἅβρων). Griech. Grammatiker, Sklave phrygischen Ursprungs, lehrte (und studierte vielleicht auch) zuerst auf Rhodos, dann in Rom in der 1. H. des 1. Jh. n.Chr (Suda α 97 Adler). Er war Schüler des Aristarcheers Tryphon und behandelte die gleichen Themen wie dieser, bezog dabei jedoch eine andere Position und kritisierte die Lehre des Aristarchos [4] von Samothrake auch im Hinblick auf die Pronomina (vgl. [1. 1520; 7. 91]). Neun Zitate aus seinem Werk Περὶ ἀντωνυμίας (‘Über das P…

Habronichos

(100 words)

Author(s): Beck, Hans (Köln)
[English version] (Ἁβρώνιχος, auch Ἀβρώνιχος). Sohn des Lysikles, Athener aus dem Demos Lamptrai (zur Namensform [1]). Er überbrachte der griech. Flotte bei Artemision im J. 480 v.Chr. die Nachricht von der Niederlage des Leonidas bei den Thermopylen (Hdt. 8,21). Im J. 479 wurde er mit Aristeides [1] nach Sparta geschickt, um dort den Themistokles über den Fortgang des Mauerbaus zu unterrichten (Thuk. 1,91,3). Später war H. ein potentieller Kandidat für den Ostrakismos, sein Name (mit Demotikon) begegnet auf einigen Ostraka (ML 21). Beck, Hans (Köln) Bibliography 1 A.E. Raubitsch…

Ḫabur

(417 words)

Author(s): Kühne, Hartmut (Berlin)
[English version] (akkad. Ḫābūr, griech. Χαβώρας; nicht identisch mit Araxes [1. 43]). Linksseitiger größter Nebenfluß des Euphrates in NO-Syrien. Wird aus Karstquellen gespeist, die in 13 Töpfen bei Rās al-Ain (Rēšainā) an die Oberfläche treten. Zunächst verläuft der Ḫ. südöstl. bis Hassaka (Oberlauf), dann wird die Fließrichtung nach Süden durch den Vulkan Kaukab (Unterlauf) abgedrängt, die Mündung liegt nahe dem Ort Buṣaira (Kirkesion). Das Ḫ.-Einzugsgebiet (“Ḫ.-Dreieck”) entwässert das südl.…

Hacke

(367 words)

Author(s): Christmann, Eckhard (Heidelberg)
[English version] Selbst wenn Getreide wie gewöhnlich in Pflugkultur angebaut wurde, machte das Hacken einen beträchtlichen Teil der gesamten Jahresarbeit aus (Colum. 2,11; 2,12,1ff.); es war oft Aufgabe von gefesselten Sklaven ( servi vincti) und wurde im Getreidebau im Winter und ein zweites Mal im Frühjahr durchgeführt. Die H. wurde dabei in verschiedenen Funktionen verwendet: Anstelle des Pfluges wurde sie zum Umbrechen (κατεργασία, subigere) im Garten, in Obst- und Weinkulturen, auf stadtnahem Feld, im Feldbau der Kleinbauern (“Pflug des armen Mannes”;…

Hadad

(501 words)

Author(s): Köckert, Matthias (Berlin)
[English version] (der Name ist etym. vielleicht mit arab. hadda “brechen, schlagen”, haddat, “Donner”, zu verbinden). Belegstellen: Ios. ant. Iud. 9,93 (Ἄδαδος); Phil. Bybl. FGH 3, 569, 24 (Ἄδωδος); Plin. nat. 37,186 ( Adadu); Macr. Sat. 1,23,17 ( Adad). Westsemit. Name des Wettergottes, der akkad. als Adad, keilschriftlich-luw. und hethit. als Tarhu(a)n(t) seit der Mitte des 3.Jt. in zahlreichen lokalen Ausprägungen (bes. als Ḫadda von Ḫalab/Aleppo [1]) kult. Verehrung genoß. Ikonographisch erscheint er als Stier oder in Verbindu…

Hades

(872 words)

Author(s): Bremmer, Jan N. (Groningen)
[English version] (ᾍδης). Griech. Bezeichnung für die Unterwelt und deren Herrscher. Verschiedene Schreibweisen sind belegt: Aides, Ais und Aidoneus bei Homer, H. (aspiriert) nur in Attika. Die Etym. ist unklar; der neueste Vorschlag ist, H. auf *a-wid “unsichtbar” zurückzuführen [1. 575f.], vgl. aber [2. 302]. Außerhalb von Attika, etwa bei Homer (Il. 23,244; Od. 11,623), kann das Wort auch die Unterwelt bezeichnen, deren Tore vom Höllenhund Kerberos bewacht werden (Il. 5,646; 8,368). Bei Homer l…

Hadramaut

(183 words)

Author(s): Müller, Walter W. (Marburg/Lahn)
[English version] (arab. Ḥaḍramaut, Ḥaḍramōt, Ḥaḍramūt; Ἁδραμύτα, Theophr. h. plant. 9,4). Altsüdarab. Reich mit der im Westen gelegenen Hauptstadt Sabota, d.i. Šabwa(t); seine Bewohner sind das östlichste Volk von Arabia Felix, die sog. Chadramōtítai (Strab. 16,4) bzw. Atramitae (Plin. nat. 6,155). In der Ant. war H. nicht nur das gleichnamige Tal mit seinen Einzugsgebieten, sondern umfaßte die gesamte Region bis zum Arab. Meer. Das Königreich H. ist seit dem 7. Jh. v.Chr. in altsüdarab. Inschr. bezeugt, zuerst als Vasall von Saba…

Ḥâḍra-Vasen

(267 words)

Author(s): Docter, Roald Fritjof (Amsterdam)
[English version] Moderner t.t., der die hell. bemalten Hydrien bezeichnet, die hauptsächlich zw. 270 und 180 v.Chr. hergestellt wurden; benannt nach dem ägyptischen Fundort Ḥâḍra bei Alexandreia, wo die Mehrheit der etwa 300 bekannten Exemplare zutage kam. H. leiten sich von den weißgrundigen Hydrien ab, die früher ebenfalls zu dieser Gattung gerechnet wurden. Ihre Herkunft aus Zentral-Kreta gilt heute aufgrund naturwiss. Analysen als gesichert. Mit unbemalten Exemplaren setzt die Produktion sich hier bis ins 1. Jh. v.Chr. fort. Aufgrund der Bemalung werden vier Hauptgr…

Hadria

(229 words)

Author(s): Uggeri, Giovanni (Florenz)
[English version] Dieser Ort ist auf folgenden Karten verzeichnet: Coloniae | Coloniae | Regio, regiones | Tribus | Straßen (h. Atri). Erst Hatria, später H., Stadt 7 km westl. der Adria-Küste im Süden des Picenum ( regio V) zw. dem Vomanus (h. Vomano; Sil. 8,438) und dem Matrinus (h. Piomba). Von Siculi und Liburni gegr., von Piceni eingenommen. Nach deren Unterwerfung wurde hier eine colonia Latina gegr. (289 v.Chr.; Liv. per. 11), die Mz. mit der Legende HAT(ria) prägte (vgl. Steph. Byz. s.v. Ἁτρία). Municipium, tribus Maecia [1. 64], von Sulla oder Augustus rekolonisiert. Be…

Hadrianis

(112 words)

Author(s): Lohmann, Hans (Bochum)
[English version] (Ἁδριανίς). Letzte der fünf nachkleisthenischen Phylen Attikas, 127/8 n.Chr. zu Ehren des Kaisers Hadrianus eingerichtet. Jede der damals 12 Phylen (10 kleisthenische sowie Ptolemais und Attalis) gab einen Demos an die H. ab, zu denen als 13. nach dem Tod des Antinoos [2] 130 n.Chr. der neue Demos Antinoeis trat. Die Trittyes spielen bei der Formierung der nachkleisthenischen Phylen keine Rolle. Die proportionale Repräsentation der Demen in den Phylen war schon 201/200 v.Chr. auf…

Hadrianopolis

(573 words)

Author(s): Strobel, Karl (Klagenfurt) | Belke, Klaus (Wien) | Wirbelauer, Eckhard (Freiburg)
(Ἁδριανόπολις). [English version] [1] Stadt in Paphlagonia Kaisareia (Καισάρεια). Stadt in Paphlagonia im Becken von Eskipazar (früher Viranşehir), nahe der Burg von Semail, dem Mittelpunkt der paphlagon. Landschaft Sanisene [2]. Diese wurde mit Potamia und Marmolitis 6/5 v.Chr. als regio attributa [1. 116ff.] ein Teil der paphlagon. eparchía der Prov. Galatia, der bald als pólis H. (urspr. Καισαρεῖς Προσειλημμενεῖται [1. Nr. 1]) organisiert wurde. Vor 305/6 n.Chr. wurde H. zur Prov. Paphlagonia, 384/387 zur Honorias ([1. Nr. 10], 6. Jh.) geschlag…
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