Der Neue Pauly

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Subject: Classical Studies

Edited by: Hubert Cancik and Helmuth Schneider (Antiquity) and Manfred Landfester (Classical Tradition).

Der Neue Pauly – published in print by Metzler Verlag – is the most complete and most authoritative modern encyclopedia of the ancient world currently available. In nearly 20,000 entries it covers two thousand years of history and culture of Greco-Roman Antiquity and the reception of this in the two thousand years that followed. This unique reference work is also available in print and online as Brill’s New Pauly.

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Waage

(210 words)

Author(s): M.PU.
[English version] In der Ant. war nur die Hebel- (oder Balken-)W. (σταθμός/ stathmós, τάλαντον/ tálanton; lat. libra, auch statera, trutina) bekannt; sie ist zuerst für Äg. (AR, 5. Dyn.) belegt und wurde in archa. Zeit in Griechenland verwendet. Sf. Vasenbilder (Arkesilas-Schale, Paris, CM; Amphora des Taleides-Malers, New York, MMA, vgl. Beazley, ABV, 174,1) zeigen eine gleicharmige Hebel-W. mit zwei Schalen für das Wägegut und für abgestufte Gewichte. In den Epen Homers dient die W. bereits als Symbol (Schicksal…

Wacholder

(227 words)

Author(s): Hünemörder, Christian
[English version] Der Name κέδρος/ kédros ( cedrus ) bezeichnete bei den Griechen u. a. verschiedene W.-Arten wie den Stech-W. (auch ὀξύκεδρος/ oxýkedros: Iuniperus oxycedrus L.) und den in höheren Gebirgslagen Griechenlands wachsenden Gemeinen oder Heide-W. (I. communis L.). Letzterer hieß auch κεδρίς/ kedrís (Theophr. h. plant. 1,9,4; 1,10,6; 1,12,1), während mit ἄρκευθος/ árkeuthos der Zypressen-W. (I. phoenicea) mit erst im zweiten Jahr reifenden Beeren gemeint sein soll (ebd. 1,9,3; 3,12,3 f.). In Griechenland kommen h. sechs Arten vor, u. a…

Wachs

(276 words)

Author(s): Hünemörder, Christian
[English version] (κηρός/ kērós, lat. cera ). Die Waben der Bienen lieferten bei Einschmelzung (Plin. nat. 21,83) das billige (Colum. 9,16,1) W., das man durch Kochen in Seewasser unter Zusatz von Natron und durch anschließendes Trocknen an der Luft bleichte (Plin. nat. 21,84; vgl. Dioskurides 2,83 Wellmann = 2,105 Berendes). In der Medizin diente es zur Herstellung von Salben und Pflastern (Plin. nat. 22,117 und 30,70) sowie Zäpfchen (Pharmakologie). Aus W. formte man Kleinplastiken (κηροπλαστική/ kēroplastikḗ: Poll. 7,165) als Kinderspielzeug (Aristoph. Nub. 878), Sp…

Wachstafel

(5 words)

s. Cera; Schreibtafel

Wachtel

(483 words)

Author(s): Hünemörder, Christian
[English version] (griech. ὁ, ἡ ὄρτυξ/ órtyx, lat. coturnix). Der sehr kleine, schlecht gegen den Wind fliegende und dabei angeblich klagende (vgl. Aristot. hist. an. 8(9),12,597b 14; Plin. nat. 10,66) Hühnervogel W. (Coturnix coturnix) schließt sich, wie man glaubte, auf seinem Frühjahrs- und Herbstdurchzug (Aristot. ebd. 597a 22-27) im nördl. Mittelmeergebiet der Führung des Wachtelkönigs (ὀρτυγομήτρα/ ortygomḗtra; Plin. nat. 10,66), eines Rallenvogels (Crex crex), an. Dabei wurde er mit Netzen (Diod. 1,60) gefangen, in die er mit Vogelscheuchen (D…

Waffen

(2,208 words)

Author(s): Hausleiter, Arnulf | Hiesel, Gerhard | Niemeyer, Hans Georg | Blech, Michael | Kohler, Christoph | Et al.
[English version] I. Alter Orient und Ägypten Waffen gehören zu den frühesten vom Menschen und seinen Vorfahren gefertigten Geräten. Pfeilspitzen und Klingen aus Stein bildeten bis zum Neolithikum (ca. 10000 v. Chr.) die ersten faßbaren W. im Alten Orient. Seit dem 4. Jt. v. Chr. wurden W. z. B. auf Rollsiegeln und Stelen im kriegerischen Konflikt oder bei der Jagd abgebildet. Von nahkampfgeeigneten Keulen sind zumeist allein die Köpfe aus Stein oder Metall erh.; eine Ausnahme bildet das Depot des chal…

Wagen

(469 words)

Author(s): Hausleiter, Arnulf
[English version] I. Alter Orient und Ägypten Als ein- oder zweiachsiges Gefährt diente der W. im Alten Orient als Transportmittel für Menschen, Götter und Gegenstände, deren Gewicht oder Größe das Tragen durch Mensch und Tier ausschlossen. W. wurden im Kampf, in Kult und Ritual, für Repräsentation, Reise und Gütertransport sowie Vergnügen (z. B. manchen Formen der Jagd) genutzt. Zeichen der frühen Schrift (archa. Texte aus Uruk, Ende des 4. Jt. v. Chr.; Keilschrift) zeigen die ersten gezogenen Gefährt…

Wagenlenker

(5 words)

s. Agitator; Factiones II.

Wagenrennen

(13 words)

s. Circus II.; Factiones II.; Hippodromos [1]; Pferd IV. C.; Sport; Sportfeste IV.; Zirkusparteien

Wagnerismus

(2,079 words)

Author(s): Hartwich, Wolf-Daniel
Hartwich, Wolf-Daniel [English version] A. Das Antikebild in Wagners Werk und seine Rezeption im europäischen Wagnerismus (RWG) Die Bewegung des W. seit der Mitte des 19.Jh. ist ein internationales Phänomen. Neben der musikgeschichtlichen Wirkung der Wagnerschen Opern, deren Thematik auch von der bildenden Kunst reflektiert wurde, zeigt sich der W. v. a. als lit. Rezeption der theoretisch-weltanschaulichen Schriften des Komponisten. Diese nahm auch Einfluß auf den philos., philol. und histor. Bereich, zumal bei populärwiss. Autoren. Der wagnerisme in Frankreich spielt…

Wahlen

(1,359 words)

Author(s): Eder, Walter
[English version] Im staatlich-polit. Bereich dient die W. der Bestellung von Organen (Einzelpersonen oder Gremien), die meist auf Zeit von der Mehrheit der Wahlberechtigten mit der Vorbereitung und Durchführung gemeinschaftlicher Aufgaben betraut werden; in monarchischen Systemen hat die polit. W. keine Bed. Über den Bestellungsmodus von Funktionsträgern (für mil. Aufgaben oder in der Rechtssprechung) in frühen Aristokratien liegen keine Nachrichten vor, doch dürfte die Auswahl eher in Konsensver…

Wahlkampf

(6 words)

s. Ambitus; Partei(en); Wahlen

Wahram

(450 words)

Author(s): Schottky, Martin
(Vararanes). [English version] [1] W. I. Sohn Sapors [1] I., persischer Großkönig 273-276 n. Chr. In seine Zeit fallen Gefängnis und Tod Manis. PLRE 1, 945. Schottky, Martin [English version] [2] W. II. Sohn von W. [1], pers. Großkönig 276-293. W. hatte 283 mit Carus [3] zu kämpfen, der bis Ktesiphon vordrang. Der plötzliche Tod des Kaisers und der Rückzug der Römer verschafften dem König wieder Luft. PLRE 1, 945. Schottky, Martin Bibliography A. Sh. Shabazi, s. v. Bahrâm I-II, EncIr 3, 515-517. [English version] [3] W. III. Sohn von W. [2], wurde nach viermonatiger Herrschaft …

Wahrheit

(1,154 words)

Author(s): Sauer, Werner | Büchli, Jörg
(ἀλήθεια/ alḗtheia; lat. veritas). [English version] I. Philosophie Aus der Umgangssprache in den Rang eines zentralen philos. Terminus rückte alḗtheia im Lehrgedicht des Parmenides (= P.; um 500 v. Chr.) auf. Die W. (ἀληθείη/ alētheíē) lehrte die Göttin den Dichter vom bloßen Schein der menschlichen Meinungen (δόξαι/ dóxai) zu unterscheiden (28 B 1 und 8 DK). Nur was ist (d. h. das Seiende) ist wahr, denn was nicht ist, kann weder gedacht noch ausgesprochen werden (28 B 2, 3 und 8 DK), und was ist (das Seiende), ist ein einziges. P. hinter…

Wahrnehmungstheorie

(2,009 words)

Author(s): H.BA.; Ü:B.ST.
[English version] I. Definition Sinneswahrnehmung (= Sw.) kann als nichtkognitive Aufnahme von Sinnesreizen durch die Wahrnehmungsorgane definiert werden. W. versucht, Entstehung und Wesen der Sw. sowie ihre Rolle im Erkenntnisprozeß zu erklären. Bereits die ant. Theorien behandelten Kernfragen wie den Mechanismus der Sw., deren Zuverlässigkeit (bzw. Anfälligkeit für Illusion und Irrtum) oder ihr Verhältnis zu Denken, Wissen und Erinnerung, alles Fragen von unverminderter Relevanz. Jedoch unterschie…

Waid

(174 words)

Author(s): Hünemörder, Christian
[English version] (griech. ἰσάτις/ isátis, lat. vitrum und glastum: z. B. Plin. nat. 22,2), die Farbstoffpflanze Färber-W., Isatis tinctoria L. Diese Cruciferengattung gedeiht in Europa in mehreren Arten. Bis zur Erfindung des Indigofarbstoffs im 19. Jh. diente sie zur Blaufärbung von Textilien (Färberei). Die bis 1,4 m hohe perennierende Pflanze hat gelbe Blüten [1. 157, Farbfoto 326], die sich zu einsamigen, bei der Reife dunkelvioletten Schötchen entwickeln. Den Brei aus den zermahlenen dürren Blätte…

Waisen

(744 words)

Author(s): Krause, Jens-Uwe
(ὀρφανός/ orphanós; lat. orbus). [English version] I. Griechenland Hohe Sterblichkeit sowie ein großer Unterschied im Heiratsalter von Mann und Frau führten in der griech.-röm. Ant. dazu, daß viele Kinder ihren Vater noch vor Erreichen der Volljährigkeit verloren. Nach griech. Auffassung galt ein vaterloses Kind als W. (ὀρφανός/ orphanós). Für W. wurde ein Vormund (ἐπίτροπος/ epítropos [2] bzw. ὀρφανιστής/ orphanistḗs), zumeist ein agnatischer Verwandter, häufig ein Onkel väterlicherseits, bestellt; es war auch möglich, im Testament einen Vormund zu be…

Wal

(223 words)

Author(s): Hünemörder, Christian
[English version] Der größte, den Delphinen [1] verwandte Meeressäuger wurde - unter Einengung des ursprünglich allg. für große Meerestiere gebrauchten Wortes - τὸ κῆτος/ kḗtos genannt (zuerst Hom. Od. 12,97; lat. Lehnwort cetus, plur. cete(a): Ambrosius, exameron 5,10,28 und 5,11,32; Isid. orig. 12,6,8); daneben gibt es auch φάλαινα/ phálaina (Aristot. hist. an. 1,5,489b 4 f.), lat. ballaena (Plaut. Rud. 545; Ov. met. 2,9; Plin. nat. 9,4; 9,8 und 9,16) für das angeblich weibliche Tier und für das männliche ironisch musculus (“Mäuschen”, Isid. orig. 12,6,6). Außerdem komm…

Walagasch, Walakasch, Walasch

(6 words)

s. Vologaises

Wald

(296 words)

Author(s): Sonnabend, Holger
[English version] Sprachlich wird der W. im Lat. (Serv. Aen. 1,310) nach dem jeweiligen Grad der Kultivierung durch den Menschen ( silva, nemus, saltus ) und der mit ihm verbundenen rel. Sphäre ( lucus, “Hain”) differenziert. Der W. bereitete einerseits Furcht und Unbehagen (Cic. nat. deor. 2,6; Plin. nat. 12,3), andererseits wurde er als Ort der (auch produktiven) Ruhe und Erholung geschätzt (Plin. epist. 1,6,2; 9,10,2; Tac. dial. 9,6; 12,1). Eine extrem negative Konnotation erhielt der W. bei den Römern im Rahmen der mil. Ope…
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