Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Die Perspektive ist europäisch. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Sicht auf den Rest der Welt versperrt ist. Im Gegenteil, die Wechselbeziehung von europäischen und anderen Kulturen wird ausführlich betrachtet.

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Cäcilianismus

(1,003 words)

Author(s): Körndle, Franz
C. bezeichnet eine von Regensburger Kirchenmusikern um die Mitte des 19. Jh.s ausgehende Bewegung, die eine Reform der kath. Kirchenmusik in der säkularisierten Welt und ihre liturgische Vertiefung zum Ziel hatte. 1868 kam es in einem zweiten Anlauf zur Gründung des »Allgemeinen Caecilienvereins«, 1870 erkannte Papst Pius IX. die neue Vereinigung an. Das von den Caecilianern vertretene Gedankengut wurzelte freilich nicht in neuen Ideen eines konservativen Regensburger Zirkels, sondern griff ganz…

Calvinismus

(2,753 words)

Author(s): Koch, Ernst | Pfister, Ulrich
1. Konfession 1.1. Begriff und Verbreitung Der durch den Hamburger Pastor und Lutherschüler J. Westphal ursprünglich in abwertendem Sinne geprägte Begriff C. bezeichnet neben Werk und Wirkung des Genfer Reformators Johannes Calvin (1509–1564) auch die Wirkungsgeschichte der von Ulrich Zwingli (1484–1531) und seinen Schülern getragenen Zürcher Reformationsbewegung. »Calvinistisch« kann also Synonym zu »reformiert« sein, so z. B. im reichsrechtlichen Sprachgebrauch seit dem Westfälischen Frieden (1648). Einfluss gewann der C. seit dem 16./17. Jh. außer in der …

Camerata

(950 words)

Author(s): Dubowy, Norbert
Der ital. Begriff C., »Versammlungsort« (abgeleitet von lat./ital. camera), ist für verschiedene Zusammenkünfte und akademieähnliche Vereinigungen um 1600 überliefert. Im engeren Sinn hat sich C. im Musikschrifttum als Bezeichnung für den Zirkel eingebürgert, der sich in den 1570er und 1580er Jahren im Florentiner Palast von Giovanni Maria de' Bardi Conte di Vernio traf. Der Kreis war vom gemeinsamen Interesse für Literatur, antike Musik und Musiktheorie getragen. Die theoretischen Erörterungen wie prak…

Cantus firmus

(750 words)

Author(s): Lindmayr-Brandl, Andrea
1. Bedeutungsfelder Mit dem Begriff C. F. (lat., auch: cantus prius factus; ital. canto fermo, dt. »festgefügter, dauerhafter oder ungezierter Gesang«) sind drei Bedeutungsfelder verbunden. Bereits seit dem MA versteht man darunter in der geistlichen einstimmigen Musik eine Melodie, die in gleichmäßigen Zeitwerten fortschreitet. Mit Entstehung der Mehrstimmigkeit wird C. F. auch als Bezeichnung für eine präexistente Melodie verwendet, die als Ausgangsbasis einer Komposition dient. Beide Bedeutungen vermengen…

Capriccio

(10 words)

s. Architekturphantasie

Caritas

(12 words)

s. Ethik | Nächstenliebe

Carolina

(12 words)

s. Constitutio Criminalis Carolina

Cartesianismus

(1,702 words)

Author(s): Lehmann-Brauns, Sicco
1. Definition Unter C. werden diejenigen philosophischen Richtungen des 17. und 18. Jh.s verstanden, die an die Philosophie René Descartes' (latinisiert: Cartesius; 1596–1650) anknüpften und die v. a. seine Methodologie und Physik fortführten. Der C. ist entsprechend durch drei Themenfelder bestimmt: (1) durch die Übernahme der cartesischen (= cartes.) Methodenlehre, die durch den methodischen Zweifel das selbstdenkende Ich (lat. cogito) zum Ausgangspunkt einer streng deduktiv verfahrenden Philosophie erklärt; (2) durch einen Substanzendualismus, der …

Casta

(10 words)

s. Kaste

Casta

(12 words)

s. Anthropologie | Ethnizität

Caudillismus

(2,081 words)

Author(s): Riekenberg, Michael
1. Begriffsgeschichte Der Begriff des C. bzw. des caudillo (span. für »(An)Führer«) geht auf lat. caput (»Haupt«) zurück [8. 237 ff.]. Anfänglich bezeichnete caudillo (= Co.) allgemein den Anführer eines Kriegshaufens, so in der Zeit der Rückeroberung der von den Mauren besetzten iber. Halbinsel (Reconquista); um 1500 wurde die Bezeichnung auf die span. Konquistadoren Amerikas übertragen (Eroberung). Starke Verbreitung fand der Begriff im Sprachgebrauch Lateinamerikas erst wieder im frühen 19. Jh. im Kontext der Late…