Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Gabe

(723 words)

Author(s): Gareis, Iris
Der Begriff G. umfasst zwei Bedeutungsebenen: Im figurativen Sinn bezeichnet G. eine Fähigkeit, die auf Veranlagung beruht, wie z. B. die G. der Redegewandtheit. Im Wortsinn bedeutet G. etwas, das gegeben wird. In dieser Bedeutung ist die G. ein kulturübergreifendes Phänomen. Im religiösen Bereich richtet sich die G. als Opfer an die göttliche Sphäre und wird i. Allg. als Erwiderung einer G. verstanden, die den Gläubigen bereits zuteil wurde. Im Unterschied zum Geschenk, das keine Gegenleistung …

Gaffeln

(10 words)

s. Rat

Galante Literatur

(1,302 words)

Author(s): Niefanger, Dirk
1. Galanterie als europäisches Konzept Innerhalb der Kulturgeschichte der Frühen Nz. bezeichnet der Begriff G. L. eine wichtige europ. Literatur-Strömung im 17. Jh. und zu Beginn des 18. Jh.s; in Deutschland dominierte die G. L. die Dichtung zwischen Barock und Aufklärung. Sie reduzierte die barocke Rhetorizität der Texte, verminderte gelehrte Anspielungen und setzte so auf eine bessere Verständlichkeit der dichterischen Sprache; zur Musik vgl. Galanter Stil. Konstitutiv für G. L. ist die Galanterie, ein Verhaltens- und Kommunikations-Ideal, das – auf der …

Galanter Stil

(733 words)

Author(s): Waczkat, Andreas
Mit dem Begriff G. S. verbindet die Musikgeschichtsschreibung Kompositionen der Übergangszeit vom Barock zur Klassik (Klassiken, europäische). Wesentlich für den G. S. ist die Abkehr vom gelehrten Barockstil mit seinen strengen kontrapunktischen Formen (Kontrapunkt), verdeutlicht etwa durch Christian Friedrich Hunolds Ausspruch, ein ausgekünsteltes Wesen verderbe alle Galanterie [1. 157]. Äußerliches Merkmal ist eine zierliche und elegante Gefälligkeit; es lässt sich damit eine Beziehung zwischen dem G. S. und dem Rokoko (1720–1780) herstel…

Galerie

(973 words)

Author(s): Hoppe, Stephan
1. Einleitung Die G. als nzl. Raumtypus im europ. Schloss-Bau ist ein langgestreckter Promenier- und Schauraum. Im Gegensatz zur typologisch und funktional verwandten Loggia in Italien (vgl. die Vatikanischen Loggien, um 1518) ist die G. geschlossen. Sie ist mindestens an einer Langseite stark durchfenstert und kann inszenierte Ausblicke in die Landschaft gewähren. Obwohl die G. wie ein Korridor zwei Schlossbereiche verbinden kann, besteht ihre Hauptfunktion darin, die Besucher durch den Ausblick …

Galgen

(10 words)

s. Todesstrafe

Gallikanismus

(739 words)

Author(s): Wassilowsky, Günther
1. Begriff Der erst vom Ultramontanismus des 19. Jh.s geprägte Terminus G. (von mlat. gallicanus, davon franz. gallicanisme) fasst eine Vielzahl von Theorien und Praktiken zusammen, welche die Freiheit und Eigenständigkeit der franz. Kirche gegenüber dem universalen Jurisdiktionsanspruch des Papsttums begründen und durchsetzen wollten. Unterschieden werden können stärker theologisch argumentierende »episkopale Gallikanismen« (Episkopalismus), welche die territorialkirchliche Unabhängigkeit von der Würde des Bis…

Galvanismus

(820 words)

Author(s): Hochadel, Oliver
G. bezeichnet ein Feld von Erscheinungen, Experimenten und Erklärungsversuchen, das um 1780 entstand und sich ab ca. 1800 in die Felder Elektrochemie und Elektrophysiologie differenzierte. Schon seit den 1740er Jahren fragten sich die Naturforscher nach der Bedeutung der Elektrizität (= El.) für Organismen. In der Elektromedizin versuchte man dieses eigenartige »Fluidum« therapeutisch einzusetzen. Ob El. so etwas wie ein »Lebensprinzip« war, blieb bei Versuchen mit Menschen und Tieren aber zunäc…

Gant

(10 words)

s. Konkurs

Ganzes Haus

(14 words)

s. Haus, ganzes

Garn

(10 words)

s. Textilien

Garnisonsstadt

(777 words)

Author(s): Kroll, Stefan
Der aus dem Französischen stammende Begriff Garnison bezeichnet nach der Definition bei Krünitz im 18. Jh. »die Mannschaft oder de(n)jenige(n) Haufen Soldaten, womit ein Ort besetzt wird, um ihn gegen Feinde zu vertheidigen, oder zu bewachen, zugleich auch, um die Einwohner in Gehorsam zu erhalten« [1. 143 f.]. Während des Dreißigjährigen Krieges hatten zahlreiche Staaten und Territorien in Europa mit der Aufstellung dauerhafter Truppenverbände begonnen, die nach dem Ende eines Feldzuges nicht mehr entlassen wurden (Stehendes Heer). Strate…

Garten

(5,318 words)

Author(s): Bischoff, Harald | Kalusok, Michaela | Wiener, Jürgen
1. Nutz- und Ziergärten 1.1. Allgemeine Entwicklung Der Ausdruck »G.« ist vom gotischen garda abgeleitet, das einen umfriedeten Hofraum bezeichnet [4]. G. bieten Pflegeräume für Nutzpflanzen und Zierpflanzen, die eines besonderen Schutzes bedürfen, z. B. weil sie als nicht einheimische Pflanzen oder als Zuchtformen konkurrenzschwach sind. G. können mehr oder weniger künstlerisch gestaltet sein. Im MA versorgte man sich in Stadt und Land weitgehend mit Gemüse und Obst aus dem eigenen G., teils wurden wild wachsende Pflanzen gesammelt. Mit dem Aufsc…

Gas

(2,723 words)

Author(s): Meinel, Christoph | Bleidick, Dietmar
1. Vom vitalen Chaos zum Gas der Chemiker Die Auffassung, dass Luft ein wägbarer Stoff ist und aus verschiedenen G. besteht, setzte sich erst im Laufe des 18. Jh.s durch. Bis dahin galt die Luft als eines der vier aristotelischen Elemente und war weder schwer noch leicht, solange sie sich an ihrem natürlichen Ort befand. In seinem Werk Ortus Medicinae (Amsterdam 1648; dt. Aufgang der Artzney-Kunst, Sulzbach 1683) entwarf der flämische Paracelsist Johann Baptista van Helmont eine alternative, vitalistische Materietheorie (Vitalismus). Dieser zufolge gehen all…

Gassenhauer

(743 words)

Author(s): Wenzel, Silke
Das Wort G., bereits um 1413 als Eigenname belegt und im 16. Jh. als abwertende Bezeichnung für »nutzlose Herumtreiber« üblich [2], wurde 1517 in der lat. Grammatik J. A. Turmairs erstmals im musikalischen Sinn verwendet. In der Frühen Nz. bezeichnete G. wertneutral ein schlichtes und populäres weltliches Lied der städtischen Bevölkerung. So erschien z. B. 1535 in Frankfurt am Main eine mehrstimmige weltliche Liedersammlung mit dem Titel Gassenhawerlin und Reutterliedlin, die sich im Wesentlichen an das frühnzl. Bürgertum wandte. Schon zu dieser Zeit war der G…

Gästehandel

(10 words)

s. Handel

Gastfreundschaft

(1,009 words)

Author(s): Jancke, Gabriele
1. Begriff G. ist ein moderner Oberbegriff (seit Ende des 18. Jh.s nach griech. proxenía gebildet) für Phänomene der Gastlichkeit, die meist in einer privaten Sphäre angesiedelt werden. In nzl. europ. Gesellschaften finden sich, v. a. in normativen Quellen (z. B. juristischen und theologischen Abhandlungen oder Predigten), unterschiedliche Bezeichnungen: neben lat. hospitalitas (vgl. engl. hospitality, franz. hospitalité und dt. Hospitalität), hospitium, hospitatio militaris (»militärische G.«, i. e. Einquartierung) und convivium (»Gastmahl«) und hebr. hakhnasat …

Gasthaus

(1,059 words)

Author(s): Fuchs, Antje
1. Definition G. bezeichnete in der Nz. ein öffentliches Haus (engl. public house, pub), in dem fremde Personen gegen Bezahlung übernachten sowie mit Speisen (Essen) und Getränken oder auch weiteren Dienstleistungen versorgt werden konnten. Die Verbreitung von kommerziellen G. stand in Zusammenhang mit der zunehmenden Mobilität und den strukturellen Veränderungen der Reise-Tätigkeit; als wichtige infrastrukturelle Knotenpunkte etablierten sie sich seit dem 11. Jh. zunächst entlang der Pilgerwege, in den Städten und an den wichtigsten Handelsstraßen. 2. Typen Bereits am …

Gastronomie

(10 words)

s. Gasthaus

Gattung

(7,909 words)

Author(s): Huber, Martin | Kirchner, Thomas | Edler, Arnfried
1. Definition G.-Termini sind abstrakte Begriffsfiktionen, also vom einzelnen Phänomen hergeleitete Vorstellungen, die der Organisation und Kommunikation von Wissen dienen. In der naturwiss. Wissensorganisation ist G. (lat. genus, griech. génos) der Sammelbegriff für individuelle Naturkörper, die durch gemeinschaftliche Merkmale zu einer Art gehören. In Zoologie, Botanik und Mineralogie werden G. in der Nomenklatur der Systematik wiederum in Gruppen, Familien, Ordnungen und Klassen weiter gegliedert. Das dt. Wort G., zunäch…

Gaunersprache

(10 words)

s. Sondersprache

Gebäranstalt

(1,321 words)

Author(s): Keunecke, Susanne
1. Allgemein Die G. war eine klinische Einrichtung zur Entbindung vorwiegend lediger Mütter (Ledige), in Deutschland schwerpunktmäßig mit praktischer Lehr- und Ausbildungsfunktion für Hebammen, Chirurgen und Mediziner (Medizinalpersonen), die sich in weiten Teilen Europas seit Mitte des 18. Jh.s verbreitete. Andere Bezeichnungen dafür waren dt. »Accouchieranstalt« bzw. »Accouchier-Hospital« (franz. accoucher, »entbinden«), Entbindungsanstalt bzw. -klinik, franz. maternité, engl. lying-in hospital. Die Gründung von G. stand im Zusammenhang mit der Herau…

Gebärmutter

(1,041 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia
1. Allgemein Die G. (Uterus) galt den medizinischen Gelehrten vor 1500, vor der Zeit der großen Sektionen (Anatomie) als ein zentraler und metaphorisch aufgeladener Ort in weiblichen und – manchmal – männlichen Körpern. Der schwangere Mann bildete in den gelehrten Vorstellungen zwar die Ausnahme, war aber denkbar, denn die G. wurde bis ca. 1600 in aristotelischer Tradition vorwiegend als nach innen gewendeter Penis verstanden, erst danach stärker als anatomisch bestimmtes, geschlechtsspezifisches …

Gebet

(2,645 words)

Author(s): Grethlein, Christian | Fischer, Michael | Felmy, Karl Christian
1. Einleitung Das G. (lat. oratio, preces), religionswissenschaftlich gesehen die »dialogische Zuwendung eines Menschen zu seinem Gott, um ihm das eigene Dasein in seiner Bedürftigkeit oder Zufriedenheit als den Wirkungsbereich ›dieses‹ Gottes darzustellen« [3. 32], ist eine grundlegende Kommunikationsform des Menschen. Das G. ist sowohl Ausdruck persönlich-individueller (privates G.) als auch institutionell organisierter Praxis (liturgisches G.; vgl. Gottesdienst), wobei beide Bereiche einander in den verschiedenen Religionen a…

Gebetbuch

(2,074 words)

Author(s): Fischer, Michael | Matthias, Markus
1. Allgemeine Charakteristika G. (ältere dt. Form: Betbuch) bezeichnet eine handschriftlich oder gedruckt in Buchform vorliegende Sammlung von Gebeten. Es gehört wie das Gesangbuch, mit dem es häufig kombiniert wurde, zur Erbauungsliteratur. G. entstanden bereits seit dem frühen MA. Während das Judentum nachweislich seit dem 9. Jh. handschriftliche G. (Siddur) für das gemeinsame Synagogen-Gebet oder das private Gebet kannte, sind seit dem 8. Jh. christl. G. für den Klerus und andere Personen des geweihten (z. B. monastischen) …

Gebirge

(1,181 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
1. Allgemein G. sind tektonische Erhebungen, die sich durch ihr landwirtschaftliches Nutzungssystem, ihre Agrarverfassung sowie ihre soziale Organisation deutlich von ihrem tiefer gelegenen Umland unterscheiden. Zudem stellte und stellt ihre Erschließung und Überquerung vielfach eine verkehrstechnische Herausforderung dar (Alpenübergänge). Seit F. Braudel seine Geschichte des Mittelmeers antithetisch mit dem Kapitel »Zuerst die Berge« beginnen ließ [1], wurde deutlich, dass die engen Austauschbeziehungen von Hochländern mit Tiefländern einen wichtig…

Geblüt

(1,467 words)

Author(s): Wrede, Martin
1. Definition Das Wilhelmuslied, die niederl. Nationalhymne, feiert nicht nur das »deutsche«, sondern, oft übersehen, auch das »edle Blut« des Statthalters aus dem Hause Nassau und Führers des Niederländischen Aufstands (1568–1648), Wilhelm von Oranien. Gemeint ist damit seine Abkunft von »kaiserlichem Stamm«, welche die eminenten persönlichen Qualitäten des Fürsten gleichsam begründet. Dies war nicht nur das Verständnis des Dichters Marnix van Sint Adelgonde, sondern weithin auch das der gesamten …

Gebrauchtwarenhandel

(12 words)

s. Trödel | Wiederverwertung

Geburt

(1,076 words)

Author(s): Labouvie, Eva
1. Schwangerschaft und Geburt Die G. bildet den Abschluss der von Regeln, Pflichten und Imaginationen begleiteten Phase der Schwangerschaft. Neben der von Hebammen und seit dem 18. Jh. auch von männlichen G.-Helfern in den Städten und Gebäranstalten geleisteten G.-Hilfe (Obstetrik) sowie den von der helfenden Frauengemeinschaft durchgeführten Geburtsritualen wurde die G. als »Arbeit« der gebärenden Frau, als »Geburtsarbeit« angesehen – so bezeichnete man das Gebären nachweislich seit dem 15. Jh. [4. 109–129]. Bislang hat sich die europ. und außereurop. Forschung …

Geburtenkontrolle

(10 words)

s. Empfängnisverhütung

Geburtshilfe

(16 words)

s. Geburt | Gynäkologie | Hebamme | Obstetrik

Geburtsritual

(931 words)

Author(s): Labouvie, Eva
1. Rituale während der Geburt Die Geburt eines Kindes war ein körperliches, emotionales und symbolhaftes Ereignis und zugleich eine sinnstiftende Interaktion unter Frauen. Im frühnzl. und nzl. Europa gab sie nicht nur Anlass zur praktischen Hilfe, sondern stets auch zur Identifikation, Selbstthematisierung und kulturellen Modellierung von Bedeutungen – etwa von Leben und Tod, Glück und Not, Freude und Schmerz, Menschsein und Menschwerdung. Kaum ein anderes Ereignis, nicht einmal die Heirat, kannte bis ins beginnende 20. Jh. mehr Feste, Rituale und Zusammenkünfte. Die sich u…

Geburtstag

(10 words)

s. Jubiläum

Gedächtnis

(3,234 words)

Author(s): Andres, Jan | Leppin, Volker
1. Definition Unter G. (lat. memoria, Ort aller G.-Inhalte) versteht man allgemein einen Vorrat (Inhalte) und Speicher (Medien) von Wissen über die Vergangenheit, der durch den Prozess der Erinnerung (Anamnese) abgerufen bzw. aktualisiert werden kann. Fast alle G.-Theorien suchen nach den Verbindungen des Thesaurus-Modells mit dem eigentlichen Akt des Erinnerns. Seit Aristoteles sind G. und Erinnerung ein Bestandteil der Rhetorik unter dem Stichwort der ars memorativa (»G.-Kunst«). Die Mnemonik gehört zur Redekunst, weil sie als Technik Voraussetzung für den …

Gedenktag

(10 words)

s. Jubiläum

Gefängnis

(773 words)

Author(s): Henze, Martina
Der Begriff G. wird im modernen Sprachgebrauch synonym mit dem der Justiz- bzw. Strafvollzugs-Anstalt verwendet. Er entwickelte sich sprachgeschichtlich aus dem Verb »fangen« und bezeichnete zunächst den Vorgang des Einfangens und Gefangenhaltens, seit dem ausgehenden MA auch den Ort, an dem Gefangene durch physischen Zwang, etwa durch Mauern und Ketten, festgehalten wurden. Mit dem Aufkommen der Freiheitsstrafe ab dem ausgehenden 15. Jh. in Europa erweiterte sich die Wortbedeutung hin zu einem …

Gefängniskunde

(691 words)

Author(s): Henze, Martina
Der Begriff G. wurde in den 1820er Jahren von dem Hamburger Arzt Nikolaus Heinrich Julius geprägt [2]. Es handelt sich um die dt. Bezeichnung für den Gefängnisreformdiskurs des ausgehenden 18. und 19. Jh.s in Europa und Nordamerika, der in der neueren Forschung einige Beachtung gefunden hat [5]; [3]; [6]. Die Zeit von ca. 1770 bis 1810 lässt sich als Vorbereitungsphase charakterisieren, in der die Frage nach dem Zustand der Gefängnisse erstmals in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit rückte. Vor dem Hintergrund der sich verändernde…

Geflügel

(12 words)

s. Viehwirtschaft | Vogelhaltung

Gefühl

(2,596 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang | Leppin, Volker
1. Allgemein 1.1. Probleme der Definition Unter »Fühlen, Gefühl« verstand noch Zedlers Universallexikon in der Mitte des 18. Jh.s »einen der fünf äußerlichen Sinne, der sich über den ganzen Leib ausbreitet« [1], also den Tastsinn (lat. tactus). Emotionen wie Liebe, Eifersucht, Neid, Melancholie oder Traurigkeit, die man heute unter dem Begriff G. subsumieren würde, werden hingegen als »Gemüths-Neigung«, als »Gemüths-Beschaffenheit« oder als »Gemüths-Bewegung« beschrieben. G. sind tief in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit verankert. Sie sind als Grun…

Gegenaufklärung

(1,713 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und Problem Als Synonym für Romantik ist der Begriff G. erstmals 1877 in einer Notiz Friedrich Nietzsches nachweisbar (»Der Höhe der Aufklärung entspricht die Höhe der G. in Schopenhauer und Wagner«) [16. 26]. Seit den 1950er Jahren führte Isaiah Berlin ihn als counter-enlightenment in die internationale Diskussion ein, um mit ihm – nicht ohne weltanschauliche Wertung – Gegner der Aufklärung (=Aufkl.) bzw. »Feinde der Freiheit« zu bezeichnen [9]; [11]. Seither dient G. als Sammelbezeichnung für fundamentale Kritik an der Aufkl. bzw. für das Arsenal pole…

Gegenreformation

(11 words)

s. Katholische Reform

Gegenrevolution

(1,757 words)

Author(s): Wagner, Michael
1. Begrifflichkeit Unter G. versteht man die Gesamtheit der politischen Kräfte, die sich inner- und außerhalb Frankreichs gegen die durch die Französische Revolution bewirkten Veränderungen wandten und versuchten, diese zu verhindern bzw. rückgängig zu machen. Gruppen des revolutionären Lagers instrumentalisierten den Begriff der G. zur Diskreditierung rivalisierender pro-revolutionärer Strömungen; eine solche Verwendung ist jedoch wiss. nicht haltbar. Als wiss. ergiebig hat sich die seit den 1970er Jahren verbreitete Differenzierung zwischen einer ar…

Geheimbund

(10 words)

s. Geheimgesellschaft

Geheimer Rat

(1,770 words)

Author(s): Wieland, Christian
1. Definition Der G. R. war eine kollegial strukturierte Behörde mit Beratungs- und Regierungsfunktion v. a. in Monarchien, daneben auch in republikanisch verfassten Gemeinwesen wie den Niederlanden oder in Schweizer Städten [17]; [8]. Die Zuständigkeit eines G. R. im Verhältnis zu anderen bürokratischen Institutionen war selten genau abgegrenzt: Zu seinen Kompetenzbereichen zählten zumindest potentiell Regierungs- und Verwaltungs-Aufgaben sowie die Justiz; oft war seine konkrete Tätigkeit jedoch auf die »große Politik«, v. …

Geheimgesellschaft

(889 words)

Author(s): Agethen, Manfred
Im Gegensatz zu den Freimaurern hielten die nzl. G. ihre Tätigkeiten, Ziele und überhaupt ihre Existenz geheim. Diese Aufklärungs-Gesellschaften entstanden seit den 1760er Jahren in ganz Europa im Umfeld der Freimaurer und waren nach deren Muster organisiert. Über den Weg der Bildung, der Selbstvervollkommnung und eines anschließenden »Marsches durch die Institutionen« versuchten sie, unmittelbaren politischen Einfluss zu erlangen, und bedrohten damit das politische Machtmonopol des absolutistischen Staates (Absolutismus). Am »rechten« Rand solcher para- oder ps…

Geheimnis

(748 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
Das dt. Substantiv G. taucht erst seit dem 16. Jh. auf. Bis dahin waren lediglich mhdt. Vorläufer der adjektivischen Form »geheim« sowie des Substantivs »Heimlichkeit« in Gebrauch. Der Begriff G. verdankt seine Verbreitung der Bibelübersetzung Martin Luthers, der für das griech. mystḗrion und das lat. secretum ein substantivisches Äquivalent suchte. Von der religiösen Sphäre ausgehend, verbreitete sich das Wort rasch in der politischen Sprache, durchzog jedoch bald, wie sich an den zahlreichen Komposita ablesen lässt, auch andere Bereiche…

Geheimpolizei

(11 words)

s. Politische Polizei

Geheimschrift

(12 words)

s. Kryptographie | Schrift

Geheimsprache

(10 words)

s. Sondersprache
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