Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Gegenaufklärung

(1,713 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und Problem Als Synonym für Romantik ist der Begriff G. erstmals 1877 in einer Notiz Friedrich Nietzsches nachweisbar (»Der Höhe der Aufklärung entspricht die Höhe der G. in Schopenhauer und Wagner«) [16. 26]. Seit den 1950er Jahren führte Isaiah Berlin ihn als counter-enlightenment in die internationale Diskussion ein, um mit ihm – nicht ohne weltanschauliche Wertung – Gegner der Aufklärung (=Aufkl.) bzw. »Feinde der Freiheit« zu bezeichnen [9]; [11]. Seither dient G. als Sammelbezeichnung für fundamentale Kritik an der Aufkl. bzw. für das Arsenal pole…

Gegenreformation

(11 words)

s. Katholische Reform

Gegenrevolution

(1,757 words)

Author(s): Wagner, Michael
1. Begrifflichkeit Unter G. versteht man die Gesamtheit der politischen Kräfte, die sich inner- und außerhalb Frankreichs gegen die durch die Französische Revolution bewirkten Veränderungen wandten und versuchten, diese zu verhindern bzw. rückgängig zu machen. Gruppen des revolutionären Lagers instrumentalisierten den Begriff der G. zur Diskreditierung rivalisierender pro-revolutionärer Strömungen; eine solche Verwendung ist jedoch wiss. nicht haltbar. Als wiss. ergiebig hat sich die seit den 1970er Jahren verbreitete Differenzierung zwischen einer ar…

Geheimbund

(10 words)

s. Geheimgesellschaft

Geheimer Rat

(1,770 words)

Author(s): Wieland, Christian
1. Definition Der G. R. war eine kollegial strukturierte Behörde mit Beratungs- und Regierungsfunktion v. a. in Monarchien, daneben auch in republikanisch verfassten Gemeinwesen wie den Niederlanden oder in Schweizer Städten [17]; [8]. Die Zuständigkeit eines G. R. im Verhältnis zu anderen bürokratischen Institutionen war selten genau abgegrenzt: Zu seinen Kompetenzbereichen zählten zumindest potentiell Regierungs- und Verwaltungs-Aufgaben sowie die Justiz; oft war seine konkrete Tätigkeit jedoch auf die »große Politik«, v. …

Geheimgesellschaft

(889 words)

Author(s): Agethen, Manfred
Im Gegensatz zu den Freimaurern hielten die nzl. G. ihre Tätigkeiten, Ziele und überhaupt ihre Existenz geheim. Diese Aufklärungs-Gesellschaften entstanden seit den 1760er Jahren in ganz Europa im Umfeld der Freimaurer und waren nach deren Muster organisiert. Über den Weg der Bildung, der Selbstvervollkommnung und eines anschließenden »Marsches durch die Institutionen« versuchten sie, unmittelbaren politischen Einfluss zu erlangen, und bedrohten damit das politische Machtmonopol des absolutistischen Staates (Absolutismus). Am »rechten« Rand solcher para- oder ps…

Geheimnis

(748 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
Das dt. Substantiv G. taucht erst seit dem 16. Jh. auf. Bis dahin waren lediglich mhdt. Vorläufer der adjektivischen Form »geheim« sowie des Substantivs »Heimlichkeit« in Gebrauch. Der Begriff G. verdankt seine Verbreitung der Bibelübersetzung Martin Luthers, der für das griech. mystḗrion und das lat. secretum ein substantivisches Äquivalent suchte. Von der religiösen Sphäre ausgehend, verbreitete sich das Wort rasch in der politischen Sprache, durchzog jedoch bald, wie sich an den zahlreichen Komposita ablesen lässt, auch andere Bereiche…

Geheimpolizei

(11 words)

s. Politische Polizei

Geheimschrift

(12 words)

s. Kryptographie | Schrift

Geheimsprache

(10 words)

s. Sondersprache

Gehör

(13 words)

s. Rechtliches Gehör | Tonlehre

Gehorsam

(16 words)

s. Disziplin | Elternrecht | Erlösung | Familie

Geisel

(705 words)

Author(s): Schorkopf, Frank
Die G. ist eine physische Person, die mit Leib und Leben für eine eigene oder fremde Verpflichtung gegenüber dem G.-Herrn einsteht. Das Rechtsinstitut der G.-schaft ist seit der Antike allen Kulturkreisen bekannt [6]. Es gibt dem Gedanken der Haftung Gestalt und tritt als weiteres Sicherungsmittel neben das Versprechen, den Eid, das Ehrenwort sowie das Pfand. Ihrem Wesen nach ist die G.schaft die Pfandnahme einer Person, d. h. die G. ist in ihrer persönlichen Freiheit beschränkt, solange ein bestimmter Sicherungszweck, so v. a. Darlehensrückzahlung,…

Geist

(2,368 words)

Author(s): Salatowsky, Sascha
1. Wurzeln des Begriffs Der Begriff des G. ist einer der schillerndsten der Wissenschaftsgeschichte, geht doch seine Herkunft auf zwei unterschiedliche antike griech. Begriffe zurück: pneúma (lat. spiritus, »Hauch, Atem, G.«) und nus/nous (lat. intellectus, mens, »Vernunft, G.«). Pneúma bezeichnet in der antiken Medizin die Lebensgeister (lat. spiritus vitalis et animalis), die als luftartige, materielle Instrumente der Seele die physiologischen Tätigkeiten der Lebewesen hervorbringen. Im AT steht es dagegen für den Odem Gottes (hebr. rûah Jahve), der als die absolute …

Geister

(1,274 words)

Author(s): Naphy, William
Die »Geographie« des Lebens nach dem Tod stellte einen der großen theologischen Streitpunkte der Reformation dar; insbes. ging es darum, was mit den Seelen der Toten geschehen würde und welche Beziehung die Toten mit den Lebenden verband (vgl. Eschatologie). Der Glaube an G. war ein Merkmal, das Protestanten von Katholiken fast ebenso klar unterschied wie der Glaube an die Heilige Messe oder die Vormachtstellung des Papstes. In den Jahrzehnten vor der Reformation gab es weitgehenden Konsens über Verstorbene und »ihre« G. Obwohl die Toten nicht körperlich ins L…

Geisteskrankheit

(14 words)

s. Melancholie | Psychiatrie | Wahnsinn

Geisteswissenschaften

(1,992 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Idee und Begriff Idee und Begriff der G. entstanden im Deutschland des späten 19. Jh.s. Sie erwuchsen aus der Überzeugung des Historismus, dass menschliches Wollen, Denken und Handeln nicht mit den induktiven Verfahren der Naturwissenschaften gemessen und auf allgemeine Regeln zurückgeführt werden könnten, sondern als Äußerungen einer je einzigartigen Individualität in ihren konkreten Erscheinungsformen um ihrer selbst willen studiert werden müssten. Seither versteht man unter G. die Summe jener …

Geistige Arbeit

(1,092 words)

Author(s): Ehmer, Josef
1. Begriff Im christl. Denken des MA galten geistige Tätigkeit und Erwerbsarbeit als unvereinbar. Der Verkauf von »Worten und Wissen« [10. 211] war verpönt, da das Wissen (wie auch die Zeit, mit der Händler und Geldleiher spekulierten) Gott gehöre. Erst in den Städten des hohen und späten MA verbreitete sich die Auffassung, dass auch Juristen, Mediziner, Lehrer an Schulen und Universitäten und andere Intellektuelle eine G. A. ausübten und dafür einen Lohn verdienten [9]. Mit der seit dem späten MA zu beobachtenden Aufwertung der Arbeit war sowohl eine Ausdehnung wie…

Geistiges Eigentum

(2,188 words)

Author(s): Pahlow, Louis
1. Definition Unter G. E. versteht man eine seit dem Ende des 18. Jh.s vorwiegend in Naturrecht und Rechtsphilosophie vertretene Auffassung, nach der v. a. Autoren- und Erfinderrechte wie Eigentums-Rechte geschützt sind. Die Lehre vom G. E. stieß im 19. Jh. in Deutschland auf erheblichen Widerstand, der noch heute in weiten Teilen der Rechtswissenschaft fortbesteht. In Frankreich und im angelsächsischen Rechtskreis hat sich die Auffassung, dass es sich um eigentumsähnliche Rechte handelt, dagegen durchgesetzt (franz. propriété intellectuelle, engl. intellectual prope…
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