Enzyklopädie der Neuzeit Online

Purchase Access
Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

Subscriptions: Brill.com

Haar

(870 words)

Author(s): Gareis, Iris
Menschliches H., bes. das Haupt-H., spielt epochen- und kulturübergreifend im sozialen und im religiös-kultischen Bereich eine wichtige Rolle. Als tastempfindliche, fadenförmige Haut-Derivate sind H. mit ihrem Träger verbunden, können aber auf vielfältige Weise manipuliert, frisiert, gefärbt oder geschnitten werden. Vom Körper getrennt, konserviert sich H. über Jahrhunderte und lässt sich u. a. zu Perücken oder Schmuck verarbeiten. Als äußerlich sichtbares Zeichen kann H. seine Träger durch den …

Habeas corpus

(931 words)

Author(s): Demmer, Margarete | Klippel, Diethelm
1. Begriff und Definition Unter lat. H. C. (»du mögest/sollst den Körper haben«, im Sinne von »des Körpers habhaft werden«) versteht man im engeren Sinn die verfassungsmäßige Garantie gegen unrechtmäßige Inhaftierung als justizielles Grundrecht. Im weiteren Sinn hat sich H. C. zum Schutzrecht gegen willkürliche Strafverfolgung, Verhaftung und Bestrafung entwickelt. Doch finden sich noch umfassendere Definitionen: So wird H. C. gelegentlich als great writ of liberty (»große Freiheitsverfügung«) [3] oder »klassisches Grundrecht der…

Habilitation

(10 words)

s. Privatdozent

Hacienda

(1,974 words)

Author(s): Liehr, Reinhard
1. Allgemein Im span. Nord-, Zentral- und Südamerika in den landwirtschaftlich nutzbaren Hochtälern und Plateaus war H. (span. ursprgl. »Vermögen«, von lat. facienda, »was zu tun ist«) seit der Mitte des 16. Jh.s über 400 Jahre bis zum Beginn der Agrarreformen die Bezeichnung der Gutswirtschaft (Gut), die marktorientiert v. a. Getreide und/oder Vieh produzierte (Viehzucht). Die H. existierte als Gutswirtschaft spanischer Landwirte und Agrarunternehmer in der Nachbarschaft der indian. Bauerngemeinden, deren Ursprung i…

Hackfrüchte

(805 words)

Author(s): Konersmann, Frank
Als H. (engl. root crops, franz. plantes sarclées) werden Nutzpflanzen bezeichnet, die während des Wachstums mehrmaliges Bearbeiten (Behacken) des Bodens benötigen, damit dieser nicht verkrustet und möglichst wenig Unkraut wächst. Seit der griech.-röm. Antike ist der Anbau von H. wie Rüben, Kohl und Raps im Garten zur Bereicherung der menschlichen Ernährung bekannt [8. 161]. Zwar wurden bereits im HochMA in Gebieten mit hoher Bevölkerungsdichte wie z. B. in den Niederlanden, in Nordfrankreich und am Niederrhein H. auch auf dem Acker angepflanzt, u…

Hafen

(3,319 words)

Author(s): Ellmers, Detlev
1. Forschungsstand In der Nz. erscheint der H. in so vielen verschiedenen Typen, von denen die größeren eine solche Fülle unterschiedlicher Funktionen erfüllten, dass noch keine wiss. Darstellung alle relevanten Aspekte erfasst hat (erster Überblick: [13]). Ein zusammenfassender Überblick über die Entwicklung der H. in Europa und Übersee fehlt bislang auch ansatzweise. Zahlreiche Untersuchungen beschränken sich auf die Entwicklung einzelner H.(-Gruppen), auf Einzelaspekte oder archäologische Befunde [1]. Selbst vielversprechende Titel [19] vermitteln kein zusammen…

Hafenkran

(1,093 words)

Author(s): Ellmers, Detlev
1. Allgemein Mit dem H. löste ein hölzerner Apparat beim Güterumschlag zwischen Schiff und Land das Tragen schwerer Güter durch Menschen ab. Schiffseigenes Ladegeschirr gilt zwar nicht als H., wurde aber in der gesamten Nz. genutzt, um die großen Frachtschiffe vor den zu flachen Hafen-Zufahrten zu leichtern. In der Antike wurden mobile Krane bei Bedarf auch im Hafen eingesetzt. Den ortsfesten H. baute man erstmals in der ersten Hälfte des 13. Jh.s in den Häfen von Norwegen bis Flandern in drei ver…

Hafenstadt

(735 words)

Author(s): Eckert, Andreas
Bevor der Bau von Eisenbahn-Linien im 19. Jh. die Transportkosten für längere Distanzen über Land beträchtlich minderte, konnten die Warenbedürfnisse von größeren städtischen Agglomerationen in der Regel nur durch den Transport über Wasser befriedigt werden (Transport und Verkehr; Binnenschifffahrt). Jede Stadt mit direktem Zugang zu schiffbaren Wasserstraßen verfügte daher über ein beträchtliches Wachstumspotential. London hatte bereits Ende des 16. Jh.s rund 300 000 Einwohner, um 1800 lebten bereits 800 000 Menschen in dieser Stadt. Die großen ital. H. wie Vened…

Haft

(12 words)

s. Gefängnis | Strafvollzug

Hagel

(1,247 words)

Author(s): Oberholzner, Frank
1. Allgemein H.-Körner stellen eine atmosphärisch bedingte Niederschlagsform dar und bestehen aus meist körnigen Eisbrocken, die i. Allg. einen Durchmesser von 10–15 mm aufweisen. Für deren noch nicht endgültig geklärte Entstehung sind zum einen Vereisungsprozesse, zum anderen starke Aufwinde in den Cumulonimbus- oder Gewitterwolken verantwortlich. Durch das Anfrieren von Wassertröpfchen an sog. Gefrierkerne (z. B. in der Wolke vorhandene Staubteilchen) bilden sich kleine Eisgebilde, die durch Auf…

Hagestolz

(857 words)

Author(s): Törpsch, Silke
1. Begriff Die Etymologie des Wortes H. ist nicht geklärt; zwar lassen sich die Bestandteile hag (ahdt., mhdt.: »umzäuntes Grundstück«) und staldan (gotisch: »besitzen«) rekonstruieren, darüber hinausgehende Aussagen über eine histor.-kontextuelle Bedeutung des Wortes sind jedoch spekulativ. Als H. (Hagestolzin) wurden im SpätMA und in der Frühen Nz. unverheiratete Männer und Frauen, aber auch Kinder bezeichnet, von denen Leib-, Gerichts-, Grund- oder Territorialherrschaften im Todesfall den Nachlass oder Teile des Nachlasses einfo…

Haggada

(11 words)

s. Theologie (Judentum)

Hagiographie

(2,372 words)

Author(s): Bergengruen, Maximilian
1. Zur Begrifflichkeit H. (von griech. hágios, »heilig«, und graphḗ, »Schrift«) bedeutet die Darstellung von Heiligen, meist in Form einer Lebensbeschreibung (Biographie), die einen christl. und für die Leser erbaulichen Charakter besitzt [19. 1]. Im weiteren Sinne wird unter H. (besser: Hagiologie) auch die wiss. Beschäftigung mit der Heiligengeschichtsschreibung verstanden. Beide Bedeutungen entwickelten sich erst im 19. Jh. In der Spätantike war hagiographa eine Bezeichnung für die dritte Abteilung der Bücher des AT (hebr. ketubim), bisweilen auch für die biblisch…

Haitianische Revolution

(2,032 words)

Author(s): König, Hans-Joachim
1. Begriffsdefinition Als H. R. bezeichnet man den Sklavenaufstand in der franz. Kolonie Saint-Domingue von 1791 und die nachfolgenden Ereignisse (Sklaverei). Sie war nach der Nordamerikanischen Revolution von 1776 die zweite in der Neuen Welt und führte 1804 zur Gründung des ersten unabhängigen Staates in Lateinamerika [6]. Die Konstituierung des Staates Haiti durch ehemalige Sklaven hatte folgenschwere Auswirkungen auf die Ausrichtung der Lateinamerikanischen Unabhängigkeitsrevolutionen. 2. Rassenkonflikte Seit dem Frieden von Rijswijk (1697), mit dem die A…

Haken

(861 words)

Author(s): Münch, Ernst
Der Begriff H. hatte vom MA bis in die Nz. dreierlei Bedeutung, als Pflug-Gerät, als Hufen-Größe sowie als bäuerliche Abgabeneinheit. Spätestens seit dem 3. Jh. v. Chr. [2. 157] existierte bereits der Dualismus von H.- und Beetpflügen in Europa, wobei der symmetrisch arbeitende, größtenteils aus Holz bestehende H.-Pflug, der den Boden nur mehr oder weniger tief und breit aufritzte oder aufwühlte (daher auch die Bezeichnung Wühlpflug) – im Unterschied zum asymmetrisch arbeitenden, den Boden wendenden und daher intensiver …

Halacha

(11 words)

s. Jüdisches Recht

Halbpacht

(910 words)

Author(s): Sanz Lafuente, Gloria
1. System Bei der H. (franz. métayage, ital. mezzadria, span. aparcería) handelte es sich um einen Vertrag, bei dem der Pächter ( métayeur, mezzadro, aparcero) ein Stück Boden eines Eigentümers bewirtschaftete; die dazu nötigen Geräte sowie die Erträge wurden zwischen den Partnern je zur Hälfte geteilt. Die H. war seit dem SpätMA in verschiedenen Ländern Europas stark verbreitet und nahm sehr unterschiedliche Formen an [4]: In Italien [10] war sie bes. in der Toskana, in Umbrien, den Marken und der Emilia Romagna verbreitet, in Spanien im nördlichen Landesteil,…

Halsgerichtsordnung

(625 words)

Author(s): Kesper-Biermann, Sylvia
Unter H. versteht man die seit dem SpätMA in Deutschland aufkommenden Zusammenstellungen rechtlicher Regeln für den Strafprozess an denjenigen Gerichten, die über schwere Straftaten urteilten und Strafen an »Hals und Hand«, also Todesstrafen und Leibesstrafen, verhängen konnten. Teilweise enthielten die Ordnungen auch Bestimmungen über das materielle Strafrecht, d. h. sie zählten einzelne Delikte (Straftaten) und die dafür angedrohten Strafen auf. In der Regel versteht die rechtshistor. Forschung unter der Bezeichnung H. die Nürnberger H. von 1314 und 1485, die Ellwanger …

Hambacher Fest

(753 words)

Author(s): Brandt, Hartwig
Das H. F. von 1832 war die erste politische Großdemonstration der dt. Geschichte; es war zugleich der Zenit des politischen Protestes im Gefolge der franz. Julirevolution von 1830. Nach den ruhigen 1820er Jahren hatte sich in Deutschland ein neuer Aggregatzustand des Politischen herausgebildet. Die Landtage der Mittelstaaten nahmen die liberale Substanz der Verfassungen beim Wort. Presse, Versammlungen und Vereine schufen eine bis dahin unbekannte Form politischer Öffentlichkeit. Höhepunkt, aber…

Hammer

(1,093 words)

Author(s): Pichol, Karl
1. Begriff Mit dem Wort H. wird vorrangig der Hand-H. assoziiert, bestehend aus Kopf mit Bahn (Flachseite), Finne (Schmalseite) sowie Auge (Loch für den Stiel) und Stiel; er wurde aus hammerartigen Werkzeugen der Vorzeit (vor rund 350 000 Jahren) entwickelt. Der H. war zugleich ein effektives Werkzeug und eine wirksame Waffe, auch mit ritueller und mythologischer Bedeutung. So dient er als Instrument zum Aufrufen zur Ordnung bei Gericht und bei Versteigerungen und als heiliges Gerät bei Weihen und…
▲   Back to top   ▲