Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Die Perspektive ist europäisch. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Sicht auf den Rest der Welt versperrt ist. Im Gegenteil, die Wechselbeziehung von europäischen und anderen Kulturen wird ausführlich betrachtet.

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Iatroastrologie

(1,155 words)

Author(s): Müller-Jahncke, Wolf-Dieter
1. Begriff und Grundlagen Die Mediziner der Frühen Nz., die die Konstellationen der Gestirne zu Diagnose, Prognose und Therapie nutzten, bezeichneten sich selbst als iatromathematici (von griech. iatrós, »Arzt«, und lat. mathematicus, »Astronom«, »Astrologe«; daher auch »Astromediziner«). Bis zum 17. Jh. erfolgte keine Differenzierung zwischen Vertretern der Astronomie und Astrologie, da beiden die Beobachtung der Gestirne oblag. Der astronomus übernahm die Berechnung ihrer Umlaufzeiten und Stellungen zueinander; der astrologus (häufig dieselbe Person) interpre…

Iatrochemie

(984 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Müller-Jahncke, Wolf-Dieter
1. Begriff und Grundlagen Während die Iatroastrologie ebenso wie die Iatromagie ab dem 17. Jh. an Einfluss verlor, verstärkte sich nach dem Erscheinen von Paracelsus' Schriften ab 1560 die Bedeutung der Chemie als tragender Säule des neuen Lebenskonzeptes (Paracelsismus; Chemische Wissenschaften). Die Kernaussage, dass alle Lebensvorgänge essentiell chemisch determiniert seien, verfestigte sich zum Denksystem der I. (von griech. iatrós, »Arzt« und neulat. ( al) chemía, »Chemie«; auch Chemiatrie, Chymiatrie) [7]; [3]; [6]. Die I. des 16. und 17. Jh.s ist Ausdruck ei…

Iatrophysik

(821 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Grundlagen I. (von griech. iatrós, »Arzt«; phýsis, »unbelebte Natur«) war eine medizinische Theorie und Praxis des 17. und 18. Jh.s, die alle Phänomene von Gesundheit und Krankheit in Abhängigkeit von der inneren physikalischen Struktur des Körpers, seiner äußeren Form sowie der mechanischen (= mech.) Veränderlichkeit interpretierte [5]. In reduktionistischer Vereinfachung sollten so die Erkenntnisse der jungen experimentellen Naturwissenschaften auf den Bereich des Lebendigen übertragen werden. Auch dort sollte alles physikalisch erklär…

Idea

(811 words)

Author(s): Kanz, Roland
Der lat. Begriff I. durchzieht die Geschichte des philosophischen Denkens seit Platon [2]; [4] (vgl. Idealismus). Innerhalb der nzl. Kunsttheorie wurde das Konzept der I. im Sinne einer Selbstreflexion der künstlerischen Kreativität diskutiert, um sich des intellektuellen Rangs der Künste – und damit auch des Künstlers – zu versichern. In diesem Zusammenhang bezog sich I. (dt. Idee, franz. idée, engl. idea) auf alle Kunst-Gattungen und bezeichnete im Schaffensprozess eines künstlerischen Werks die im Geist formierte Idee des Schönen, die sich der Natur ü…

Idealismus

(961 words)

Author(s): Lehmann-Brauns, Sicco
1. Begriff Seit dem 18. Jh. wird I. zur Charakterisierung philosophischer Lehren verwandt, die den Primat einer geistigen Wirklichkeit gegenüber der materiellen Außenwelt vertreten. In den unterschiedlichen nationalsprachlichen Kontexten besitzt der Terminus jedoch durchaus verschiedene Konnotationen, die aus dem unterschiedlichen Verständnis des Begriffs »Idee« resultieren: Im dt.-sprachigen Raum steht Idee in platonischer Tradition (Platonismus) zumeist im Sinne eines Allgemeinbegriffs für etwas…

Idealstadt

(830 words)

Author(s): Winter, Sascha
1. Definition Eine I. ist eine textliche, bildliche oder städtebauliche Projektion, in der sich die formal-ästhetischen und gesellschaftspolitischen Idealvorstellungen einer Epoche spiegeln (vgl. Utopie). Entwürfe von I. finden sich vom Altertum bis in die Gegenwart in nahezu allen Kulturen. Die Planungen sind meist einer strengen Geometrie verpflichtet. Die Umrisse der Stadtanlagen orientieren sich an den Grundformen des Kreises und des Quadrats, die Stadtraumgliederung an Raster- und Radialsyste…

Identität

(3,918 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia | Schmale, Wolfgang | Leppin, Volker
1. Allgemein Eine allgemeingültige Definition von I. kann es für die Nz. ebenso wenig geben wie für die Moderne. Der Begriff I. stammt aus zwei unterschiedlichen Forschungstraditionen. Die angelsächs. Sozialpsychologie charakterisiert I. als ein Merkmal des modernen Individuums [6]; die Volkskunde favorisiert den Begriff I. in deutlicher Abgrenzung zu dem älteren und ideologisch stark aufgeladenen Begriff Volksgeist [2]. In der geschichtswiss. Forschung ist der Begriff I. umstritten [14]. Insbes. aus einer akteurszentrierten Perspektive werden Zweifel an der ze…

Idylle

(1,108 words)

Author(s): Böhm, Elisabeth
1. Definition und Ursprung Im weiteren Sinn versteht man unter I. die künstlerische Darstellung einer »heilen Welt«, im engeren Sinn fasst man kurze epische oder lyrische, meist in Hexametern gestaltete Texte darunter, die der Schäferdichtung verwandt sind. Die Genese der Textsorte lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen; sie konnte von jeher als ursprünglichste und einfachste Dichtform gelten [1. 582]. Traditionsbildend wirkten die Eidýllia des hellenistischen Dichters Theokrit und Vergils Eklogen, an die spätere Autoren inhaltlich und formal anknüpften. Eidýllion be…