Enzyklopädie der Neuzeit Online

Purchase Access
Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

Subscriptions: Brill.com

Jacquard-Stuhl

(10 words)

s. Musterweberei

Jagd

(4,262 words)

Author(s): Selter, Bernward | Kohl, Gerald | Studberg, Joachim | Langenbruch, Anna
1. Landwirtschaft In der Nz. gehörte die J. zum Zwecke der Ernährung und zur Bekämpfung des Raubwildes (mit Ausnahme der J. auf Wölfe) meist der Vergangenheit an [5]; [7]. Der Wald geriet zusehends ins Spannungsfeld herrschaftlicher Aneignung und bäuerlicher Nutzung (s. u. 2.). Reste einer legitimen bäuerlichen J. fanden sich im Dt. Reich fast nur noch in Süddeutschland – wie in der sog. freien Pürsch am Rottenberg bei Tübingen, wo Adel, höhere Beamte sowie die berechtigten Untertanen einschließlich einiger Studenten das J.-Recht besaßen [5. 442]. Während die Wälder für die tra…

Jagdmusik

(10 words)

s. Jagd

Jahrhundertrechnung

(1,664 words)

Author(s): Dohrn-van Rossum, Gerhard
1. Definition und Vorgeschichte Das Jahrhundert (= Jh.) setzte sich ohne direkte Vorläufer in der antiken und der christl. Tradition als chronologische Konvention in der Frühen Nz. durch. Dieser Vorgang verlief in Schüben, die sich bes. an einigen Jh.-Wenden (1300, 1600, 1800, 1900) beobachten lassen. Ebenso lässt sich verfolgen, wie das Jh. von einer Zähleinheit zu einer qualifizierenden Epochen-Bezeichnung wurde. »Jh.« ist eine Übersetzung von Wortbildungen mit lat. centum (»hundert«) und centenarius/um (»hundert enthaltend«) sowie lat. saeculum [1]. Saeculum bezeichnete in der röm. Antike lange Zeiträume wie die äußerste Spanne des menschlichen Lebens oder auch die Abfolge dreier Generationen und ihres Erfahrungszeitraums, Regierungszeiten, allgemein Zeitalter, aber auch Geschichtszeit gliedernde Weltalter. Die Bedeutung von Generation oder Generationenfolge, unter der …

Jahrmarkt

(1,335 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
1. Allgemein Ein J. (auch Kirmes genannt) war eine Marktveranstaltung mit regionalem Einzugsbereich, die einmal oder mehrmals im Jahr stattfand und sich dadurch vom Wochenmarkt [9. 147, 149], aber auch von der überregional bis international ausgerichteten Messe unterschied. Der J., der auf einem festgelegten Marktplatz stattfand und z. T. auch über einen eigenen Marktbezirk, z. T. sogar über eine eigene Architektur verfügte, besaß (wie eine Messe) einen Bezug zu einem kirchlichen Fest – einem Christus-, Marien- oder Heiligen-Fest – und wurde in größeren zeitlichen Intervallen ausgerichtet, dauerte aber (anders als eine Messe) in der Regel nur wenige Tage und verfügte über keine innere zeitliche Unterteilung, da auf einem J. auch im überregionalen Zahlungsverkehr in der Regel bar bezahlt wurde und somit die Notwendigkeit für eine eigene »Zahlwoche« (zur Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs…

Jakobinerdrama

(10 words)

s. Revolutionsliteratur

Jakobinismus

(3,374 words)

Author(s): Reichardt, Rolf
1. Begrifflichkeit J. ist ein kontroverser, ideologisch belasteter politisch-histor. Begriff. Er entwickelte sich aus der Kurzbezeichnung der Pariser Société des Amis de la Constitution (»Gesellschaft der Freunde der Verfassung«) nach ihrem Sitzungssaal im aufgelösten Kloster der Dominikaner ( Jacobins) in der Rue Saint-Honoré. Engstens mit der »Jakobinerdiktatur« von 1793/94 in Frankreich verbunden, gilt der J. als ein Kernelement der Französischen Revolution. Ob Historiker den franz. J. kritisch als totalitäre »Maschinerie« [15], wertneutral als treibende Kraft …

Janitscharen

(1,476 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Siegert, Christine
1. Allgemein Die Expansionen des Osmanischen Reiches im 15. Jh., deren Höhepunkt die Eroberung Konstantinopels 1453 darstellte, waren eng mit dem Prozess der Heeresbildung verbunden. Eine der wichtigen Innovationen war dabei die Schaffung eines stehenden Heers. Während sich die meisten frühnzl. Staaten fast ausschließlich auf kurzfristig angeworbene Söldner stützten, schufen die Ottomanen eine ständige Armee. Eine der wichtigsten und meistgefürchteten Abteilungen waren die J. (türk. yeniçeri

Jansenismus

(2,207 words)

Author(s): Schneider, Hans
1. Allgemein Der J., benannt nach Cornelius Jansen d. J. (1585–1638), war die bedeutendste innerkath. Oppositions- und Reformbewegung des 17./18. Jh.s (Religiöse Reformbewegungen). Er war v. a. in Frankreich und den Niederlanden verbreitet, fand aber auch in Spanien, Portugal, Italien und Österreich Anhänger. Der J. zielte ursprünglich auf eine Reform der Theologie und Frömmigkeit unter Rückgriff auf den Kirchenvater Augustinus, doch entstanden in den einzelnen Ausbreitungsgebieten und Entwicklungsphasen verschiedene Ausprägungen. Inf…

Japan

(19 words)

s. Meiji-Reform | Ostasiatische Gesellschaften | Ostasiatische Religionen | Ostasiatische Wirtschaft

Japanhandel

(766 words)

Author(s): Häberlein, Mark
Nach der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama 1497/98 bauten die Portugiesen im Indischen Ozean binnen weniger Jahre ein weit gespanntes Netz von Stützpunkten auf, das im Osten bis zur Straße von Malakka reichte. Obwohl Nachrichten über den Reichtum Chinas und Japans bereits seit den Berichten Marco Polos die Phantasie der Europäer beflügelt hatten, erwies sich die Anknüpfung von Handelsbeziehungen zu diesen Großreichen zunächst als schwierig. Als die ersten Portugiesen 1543 nach Japan kamen, war das Land von kriegerischen Auseinandersetzungen z…

Jenseits

(1,958 words)

Author(s): Hölscher, Lucian | Sparn, Walter
1. Begriff Vorstellungen vom jenseitigen Leben finden sich bei fast allen Völkern und zu fast allen Zeiten. Doch der Begriff J. existiert im Deutschen, ebenso wie sein Gegenstück, das »Diesseits«, erst seit der Wende zum 19. Jh. Das Substantiv J. findet sich erst seit Ende des 18. Jh.s vereinzelt in den Quellen – so etwa 1781 in Schillers Räubern der Ausruf: »Sei wie du willst, namenloses Jenseits, wenn ich nur mich selbst mit hinübernehme« [12. 4. Akt, 5. Szene] – bevor der Ausdruck seit den frühen 1830er Jah…

Jenseitskontakt

(785 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff Der Begriff J. basiert auf einer binären Opposition zwischen dem Diesseits als der Welt der Lebenden und dem Jenseits als der Welt der Verstorbenen, aber auch der Geister und Götter bzw. in monotheistischen Religionen des einen Gottes. Die Grenzlinie zwischen diesen Welten wird durch den Tod bestimmt. Seit der Aufklärung wurde die Existenz der »anderen Welt« (engl. otherworld) in den Bereich der Phantasie verwiesen. In der christl. Vorstellung ruhen die Toten bis zum Tag des Jüngsten Gerichts, ihre Seelen gehen in die Hölle oder in das Paradies ein (vgl. Himmel). Nicht in allen Kulturen ist die Grenzziehung jedoch so eindeutig wie im Christentum oder im Islam, wo Engel, Dämonen, Heilige oder Kleriker als Mittler zum Jenseits auftreten können. In vielen Kulturen gilt prinzipiell jeder Mensch zum J. befähigt oder man geht – wie im austral. Konzept der »Traumzeit« – vo…

Jesuiten

(3,069 words)

Author(s): Walter, Peter | Wald, Melanie
1. Gründung und Verfassung J. ist die Kurzbezeichnung der Mitglieder der Societas Iesu (lat.; »Gesellschaft Jesu«), des in der Nz. größten, bedeutendsten und zugleich umstrittensten Männerordens der Römisch-katholischen Kirche. Gegründet wurden die J. von dem baskischen Adligen Iñigo López de Loyola, der sich später lat. Ignatius nannte. Ursprünglich Soldat, orientierte er 1521 nach einer schweren Verwundung sein Leben neu und begann ein Studium, das er in Paris mit dem Grad eines Magister Artium abschloss. Da er bereits während dieser Zeit Anhänger um sich scharte und mit seinen geistlichen Übungen ungewöhnliche Wege der Seelsorge ging, geriet er mehrfach in den Verdacht der Häresie, zumal er bes. Frauen ansprach. Als…

Jesuitenbericht

(10 words)

s. Missionsbericht

Jesuitendrama

(1,306 words)

Author(s): Schnabel, Werner Wilhelm
1. Stellenwert und Funktion Als J. bezeichnet man eine spezifische Spielart des nzl., vorwiegend lat. Dramas im kath. Europa, die inhaltlich und funktional aufs Engste mit dem volksmissionarischen Wirken der Jesuiten verbunden ist. In kämpferischer Konkurrenz zum sich ausbreitenden Protestantismus und dessen seit ca. 1530 nachweisbarem Einsatz des Schuldramas setzte die Gesellschaft Jesu zwischen 1555/60 und 1773 (Auflösung des Ordens) ebenfalls auf die Wirksamkeit theatraler Präsentationen. Die Auf…

Jesuitenschule

(12 words)

s. Klosterschule | Kolleg

Jesuitenstaat

(2,302 words)

Author(s): Rinke, Stefan
1. Allgemein Missionierung war von Beginn an ein zentraler Bestandteil der Legitimation von Entdeckung und Eroberung der Neuen Welt (Mission). Mit den Jesuiten kam um die Mitte des 16. Jh.s ein neues, dynamisches Element hinzu, das nicht nur das religiöse Leben, sondern auch Politik, Wirtschaft und Kultur v. a. in den abgelegenen, unattraktiven Grenzregionen (Frontier) rund zwei Jahrhunderte lang stark prägte. Insbes. mit Blick auf die Ordensprovinz Paraguay und darin die Guaraní-Missionsdörfer am Oberlauf der Flüsse Paraná und Uruguay sprach man im 18. Jh. von einer

Jesus Christus

(4,466 words)

Author(s): Sparn, Walter
1. Allgemein »J. Ch.« ist ursprünglich kein Name, sondern das Bekenntnis, dass J. von Nazareth der Christós (griech. »Gesalbter«, Messias) Gottes sei. Als solcher war J. Ch. in der europ. Nz. eine maßgebliche Figur religiöser und kultureller Orientierung. Sie erfuhr jedoch tiefgreifende Veränderungen, die zugleich Indikatoren einer Ablösung von der fraglosen Autorität der christl. Tradition zugunsten der eigenständigen, kritisch modifizierenden Rezeption waren. Der Glaube, dass ein irdischer Mensch in seinem L…