Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Laboratorium

(1,686 words)

Author(s): Klein, Ursula
1. Allgemein L. gelten heute als die privilegierten Orte des Experimentierens in allen naturwiss. Disziplinen. In der Nz. wurde dagegen an verschiedenen Orten experimentiert: in öffentlichen Versammlungsräumen, Kaffeehäusern, privaten Salons, Küchen und nur in einem spezifischen Bereich auch in L. Einer der berühmtesten nzl. Experimentatoren, Robert Hooke, arbeitete im späten 17. Jh. nicht in einem L., sondern in seiner Privatwohnung und in den Versammlungsräumen der Royal Society, die kein eigenes L. besaß. Anders als Hooke standen dem zweiten berühmten engl…

Lachen

(1,263 words)

Author(s): Kern, Mareike
1. Begriff und moderne Theorie Abhängig von Gesellschaft und Zeit verändern sich die Einstellungen gegenüber dem L. sowie seine Formen. Es besitzt seine eigenen Codes, Rituale und Orte. Nach Jacques Le Goff folgte auf eine Phase des unterdrückten und unterbrochenen L. (vom 4. bis 10. Jh.) das Zeitalter der Befreiung und Kontrolle des L., parallel zur Entwicklung der Literatur in den Volkssprachen [14]. Michail Bachtin unterscheidet in seiner Theorie der Lachkultur zwischen einer vom L. dominierten volkstümlichen Tradition und einer offiziellen furchterre…

Ladino

(11 words)

s. Jüdische Sprachen

Ladung

(10 words)

s. Prozess

Lagerstätten

(3,014 words)

Author(s): Bartels, Christoph | Kirnbauer, Thomas
1. Begriff und Einteilung L. sind Anreicherungen mineralischer Rohstoffe (Gesteine, Mineralien), die wirtschaftlich verwertet werden können ( Ressourcennutzung). Der Begriff L. kam im 18. Jh. auf [4] und war im 19. Jh. allgemein verbreitet. Zuvor bezeichnete man alle aus dem Erdboden stammenden Mineralstoffe als Fossilien. Nach Inhalt und Verwendung können die L. wie folgt eingeteilt werden: in (1) Metallerz- bzw. Erz-L. als Basis der Metall-Erzeugung, (2) L. von Energie-Rohstoffen (z. B. Steinkohle, Braunkohle, Erdöl und Erdgas), (3) L. von wasserlöslichen …

Laien

(14 words)

s. Geistliche | Laizismus | Priestertum

Laienpredigt

(10 words)

s. Predigt

Laienrichter

(816 words)

Author(s): Pahlow, Louis
1. Allgemein Der L. wird vom gelehrten Richter v. a. dadurch unterschieden, dass er kein gelehrter Jurist ist. Zwar taucht der Begriff des L. weder in den Rechtsquellen noch in den Gesetzen der Nz. auf; in seiner Funktion als Urteilender, Schöffe oder Geschworener kam ihm aber wechselvolle Bedeutung zu. Ungleich größer als in Kontinentaleuropa ist und war dagegen in der Nz. die Bedeutung der L. als Mitglieder einer jury im angloamerikan. Rechtskreis (Common Law) [2]. 2. Bedeutungsverlust in der Frühen Neuzeit In Deutschland vollzog sich die Trennung von Berufs- und L. mit d…

Laisser-faire

(785 words)

Author(s): Köster, Roman
1. Begriff Die Maxime L.-F. geht vermutlich auf einen franz. Kaufmann namens Legendre zurück. Dieser soll auf die Frage Jean-Baptiste Colberts, des Finanzministers Ludwigs XIV., welche Wirtschaftspolitik der Staat am besten betreiben solle, geäußert haben: laissez-nous faire (»Lassen Sie uns einfach machen«) [3. 211]. 1734 verwendete der franz. Schriftsteller René d'Argenson in seinen unveröffentlichten Memoiren dieselbe Formulierung und wiederholte sie 1751 in einem Beitrag für das Journal œconomique. Populär wurde die Maxime jedoch v. a. im Umkreis der Physiokratie i…

Laizismus

(1,238 words)

Author(s): Wolff, Jens
1. Begriff Die nzl. Begriffe L. und Laizität gehen wie auch Laie auf griech. laós (»Volk«) zurück, gehören aber in den Kontext des spezifisch nzl. Prozesses der Säkularisierung. Das dt. Wort übersetzt den im 19. Jh. aufkommenden franz. Neologismus laïcité und dessen negative Variante laïcisme [1]. Während »Laizität« in roman. Ländern mit »Säkularisierung« synonym ist, bezeichnet L. im angelsächs., skand. und dt. Sprachgebiet i. Allg. deren politischen Teilaspekt, also die Unterscheidung zwischen weltlichem und religiösem Bereich. Diese ve…

Lamaismus

(763 words)

Author(s): Theobald, Ulrich
Als Verbindung von urbuddhistischen Idealen mit Riten aus der Tantra-Lehre und Praktiken der alttibetischen Bön-Religion gilt der L. – neben dem Mahāyāna (dem »Großen Fahrzeug«) und dem Theravada ( Hinayāna, dem »Kleinen Fahrzeug«) – als drittes »Fahrzeug« des Buddhismus. Der Begriff L. geht auf die herausragende Stellung des Klosterabtes oder Lehrers, des Lama, zurück. Außer in seinem Ursprungsland Tibet findet sich der L. auch heute noch in den südl. und westl. Gebirgstälern des Himalaya, in der Mongolei und von dort bis nach Ostsibirien hinein. Durch die Aktivitäten des …

Lampe

(10 words)

s. Beleuchtung

Landadel

(1,279 words)

Author(s): Gersmann, Gudrun
1. Begriff und Forschung Der Begriff L. beschreibt eine traditionelle, vom MA bis in die Gegenwart hinein überall in Europa verbreitete Existenzform des auf seinen Ländereien und Gütern inmitten einer agrarischen Umgebung lebenden Adels [7]; [1]; [6]. Literatur und Forschung zeichneten in der Vergangenheit häufig ein ambivalentes Porträt des nzl. L.: Der »Herr Baron« sei einer der einflussreichsten Edelleute Westfalens gewesen, denn sein Schloss habe Tür und Fenster und sogar Wandteppiche gehabt: Mit dieser Beschreibung des – imag…

Landarbeiter/in

(840 words)

Author(s): Ehmer, Josef
Der Begriff des L. (engl. agricultural labourer, franz. ouvrier agricole, ital. lavoratore agricolo) entstand als spezifische soziale Kategorie in sozialpolitischen und sozialwiss. Debatten des ausgehenden 19. Jh.s [3]; [6]. Er bezeichnet Angehörige einer sozialen Gruppe, die ihren Lebensunterhalt ausschließlich oder vorwiegend durch Lohnarbeit in der Landwirtschaft verdienten, häufig das ganze Jahr und das gesamte Arbeitsleben hindurch. L. wurden kurzfristig beschäftigt, als Tagelöhner oder in wöchentlichen oder monatlichen Arbeitsverträgen, und hatte…

Landbesitz

(10 words)

s. Grundbesitz

Länderkauf

(713 words)

Author(s): Simon, Thomas
Der Kauf von Ländern bzw. einzelnen Herrschafts-Rechten und hoheitlichen Befugnissen innerhalb bestimmter Gebiete war eine in der Frühen Nz. verbreitete Praxis zur räumlichen Erweiterung wie auch zur inneren Festigung der Landeshoheit. Angesprochen ist hier nicht der Ankauf von Grundbesitz, sondern die territoriale Gebietserweiterung eines Herrschaftsträgers, insbes. solcher mit reichsständischem Status (Reichsstände). Hintergrund dieser Praxis war die intensive räumliche Verschränkung und gegenseitige Überlagerung von Her…

Ländertausch

(10 words)

s. Länderkauf

Landesausbau

(787 words)

Author(s): Gudermann, Rita
Der Begriff L. steht für den Prozess der Urbarmachung von Feuchtgebieten und der Besiedlung nicht oder wenig genutzter Landstriche, der ab dem 17. Jh. in weiten Teilen Europas einsetzte. Auch die Wiederbesiedlung von im Verlauf des Dreißigjährigen Kriegs wüst gefallenen Bauernstellen und Dörfern (Wüstung) ist zum L. zu rechnen. Es handelte sich um eine Art Entwicklungspolitik im eigenen Lande, die eng mit dem Staats-Bildungsprozess verbunden war. Den Anschauungen des Merkantilismus bzw. Kameralismus gemäß betrieben die absolutistischen Fürsten Europas eine Wir…

Landesbehörden

(2,012 words)

Author(s): Buchmann, Bertrand Michael
1. Definition Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ergänzten die Reichsverwaltung (Kaiser, Kurfürsten, Reichstag, Reichshofrat, Reichshofkanzlei, Reichskammergericht) und die Verwaltung der Territorien einander [11]. V. a. mit dem Ausbau der Landesherrschaft zu nahezu staatlicher Qualität erreichten die L. eine Bedeutung, wie sie außerhalb des Reiches königlichen Behörden zukam. L. waren damit ein Spezifikum dt. Staatlichkeit, ein Element des dt. Föderalismus. In Territorien mit einem Dualismus von Landesfürst und Landständen konnten sich L. …
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