Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Die Perspektive ist europäisch. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Sicht auf den Rest der Welt versperrt ist. Im Gegenteil, die Wechselbeziehung von europäischen und anderen Kulturen wird ausführlich betrachtet.

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Macartney-Mission

(1,008 words)

Author(s): Mittag, Achim
1. Hintergrund und Verlauf »Wie Euer Gesandter mit eigenen Augen sehen kann, besitzen wir alles. Ich lege keinen Wert auf merkwürdige oder raffiniert ersonnene Gegenstände und habe keine Verwendung für die Erzeugnisse Eures Landes« [3. 340] – diese schroffe Zurückweisung des brit. Wunsches nach Handelserleichterungen durch den betagten Qianlong-Kaiser steht im Zentrum des Briefs, der Lord George Macartney bei Beendigung seiner Mission am chines. Hof 1793 an den engl. König George III. mitgegeben wurde. Weitere – ebenso abschlägig…

Machiavellismus

(2,366 words)

Author(s): Zwierlein, Cornel | Meyer, Annette
1. Begriff und Überblick Der Begriff M. ist vom Namen des Florentiners Niccolò Machiavelli (= Mc.) abgeleitet und bezeichnet generell als amoralisch bzw. tyrannisch eingeschätzte Politik [7. 92]. Er bezieht sich auf die politischen Schriften Mc.s – insbes. Il Principe (1532; »Der Fürst«) und Discorsi sopra la prima deca di Tito Livio (1531; »Betrachtungen über die ersten zehn Bücher des Titus Livius«) –, darin v. a. auf die Passagen, in denen dem Herrscher Verstellung (Lüge), Betrug und Grausamkeit als Mittel zur Durchsetzung des eigenen Interes…

Machtspruch

(10 words)

s. Kabinettsjustiz

Mädchenerziehung

(18 words)

s. Erziehung | Geschlechterrollen | Kindheit | Mädchenschule | Weiblichkeit

Mädchenhandel

(794 words)

Author(s): Schuster, Peter
1. Begriff und rechtliche Regelung Für die Zeit vor 1800 fehlt bisher eine übergreifende wiss. Darstellung zum Thema M. Dies liegt u. a. daran, dass M. als eine besondere Form des Menschenhandels erst seit dem späten 18. Jh. zunehmend als gesellschaftliches Problem im Umfeld der Prostitution wahrgenommen wurde. Die im philanthropischen und aufklärerischen Diskurs entwickelte begriffliche Abgrenzung des M. (franz. traite des blanches, 1762 erstmals nachgewiesen) vom Sklavenhandel ( traite des noirs) ist rein analytisch, da es zahlreiche Überschneidungen gab: Afrik…

Mädchenschule

(1,772 words)

Author(s): Rutz, Andreas
1. Allgemein Bis ins 20. Jh. war Mädchen und Frauen in Europa der Zugang zu höherer Bildung (Gymnasium und Universität) versagt. Elementare Fertigkeiten, religiöse Kenntnisse und Handarbeitstechniken konnten sie jedoch seit dem SpätMA in Elementarschulen erwerben; in der Regel waren dies koedukative Bildungseinrichtungen. V. a. sittlich-religiöse Vorstellungen ließen jedoch schon im ma. pädagogischen Diskurs Forderungen nach separater Unterweisung der Geschlechter aufkommen. Nicht zuletzt aufgrund…

Madrasa

(10 words)

s. Schule

Madrigal

(1,588 words)

Author(s): Mautner, Hendrikje
1. Vorformen/Anfänge In der ersten Hälfte des 14. Jh.s bezeichnete M. eine poetische Gattung in ital. Sprache, zu deren bedeutendsten Repräsentanten Petrarca zählte. War der Terminus zunächst nur in Traktaten über lit. Formen aufgetreten (Lyrik), so fand das M. als musikalische Form in der zweiten Hälfte des 14. Jh.s auch Eingang in Musiktraktate. Zu Beginn des 15. Jh.s verschwand das Trecento-M., das auf streng definierten Form- und Versregeln basierte, aus den musikalischen Quellen. Mautner, Hendrikje 2. Zentren in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts 2.1. Florenz Um 1530…

Magazin

(750 words)

Author(s): Kroener, Bernhard
Der Begriff M. entstammt dem Arabischen, wo makhâzin Lagerhäuser bezeichnet. Vermutlich im Zusammenhang mit den Handelsbeziehungen der ital. Stadtstaaten gelangte er seit 1400 – zunächst in seiner allgemeinen Bedeutung – in den roman. Sprachraum (ital. maggazzino; span. magacén; franz. magasin). Die zahlenmäßige Vergrößerung der Heere führte seit dem Beginn des 16. Jh.s zunächst nur sporadisch zur Errichtung von M. zur Verpflegung der Truppen im Feld (Karl V. 1522). Eine regulierte M.-Verpflegung erfolgte in Frankreich seit der zweite…

Magd

(1,397 words)

Author(s): Flüchter, Antje | Ulbrich, Claudia
1. Allgemein Der Begriff M. (ahdt. magat, mhdt. maget, magt, niederl. maagd, friesisch megith) bezeichnete zunächst eine erwachsene, noch unverheiratete Frau, v. a. aber das ländliche, weibliche Gesinde. Die M. als saisonunabhängige ländliche Arbeitskraft war wie der Knecht in den Regionen verbreitet, in denen das europ. Heiratsmuster und die um ein Gattenpaar zentrierte Kernfamilie üblich waren. Entsprechend bildete der Dienst als M. in der ländlichen Gesellschaft eine Phase im Lebenslauf. Der Gesinde-Dienst, dem ein ver…

Magdeburger Centurien

(716 words)

Author(s): Pohlig, Matthias
1. Begriff und Entstehung Die M. C. sind das berühmteste Werk der Kirchengeschichtsschreibung des frühnzl. Protestantismus. Diese (unabgeschlossene) Gesamtdarstellung der Kirchengeschichte entstand 1553–1574 in Magdeburg, Jena und Wismar. Die elf Bände erschienen zwischen 1559 und 1574 in Basel und reichten vom 1. bis ins 13. Jh.; daneben existiert eine handschriftliche Geschichte der Reformation. Der ursprüngliche Titel Historia Ecclesiastica (»Kirchengeschichte«) wurde schon früh vom Beinamen M. C. verdrängt, der anzeigt, dass das Werk nach Jahrhunderten (lat. cen…

Magellanstraße

(10 words)

s. Seehandelsrouten

Magie

(3,252 words)

Author(s): Labouvie, Eva | Neugebauer-Wölk, Monika
1. Volkskultur und Lebenspraxis 1.1. Begriff und zeitgenössische Wertungen M. beinhaltete bis in die Zeit der europ. Aufklärung den Glauben an die Existenz außer- wie innerhalb der eigenen Gruppe auftretender übernatürlicher Kräfte, die man sowohl Dämonen (Dämonologie) und Menschen als auch der Natur sowie Gegenständen oder Substanzen zusprach. Handelte es sich um negative Kräfte, musste durch kollektive oder individuelle Maßnahmen Einhalt geboten werden. M.-Vorstellungen beinhalteten die Annahme, man kö…

Magistrat

(10 words)

s. Rat

Magnaten

(1,052 words)

Author(s): Asch, Ronald G.
1. Definition Unter M. (neulat. von magnus, »groß«) werden hier diejenigen Mitglieder einer nzl. europ. Adels-Gruppierung verstanden, die durch Status, Macht und Reichtum eine herausragende Führungsposition innerhalb des Adels einnahmen, oft mit privilegiertem Zugang zu staatlichen Ressourcen und Ämtern und mit der Fähigkeit, auch als Einzelne maßgeblichen politischen Einfluss auszuüben. Ein klassisches Beispiel für adlige M. in diesem Sinne sind etwa die Granden Spaniens – um 1700 rund 100 Personen i…

Magnetismus

(3,021 words)

Author(s): Jonkers, Art Roeland Theo | Steinle, Friedrich | Prankel, Dieter
1. Begriff Über die anziehende Wirkung des Magnetsteins (lat. magnes; engl. magnet oder lodestone; franz. aimant; ital. magnete) wurde schon in der Antike berichtet. Als im 12. Jh. auch die Nord-Süd-Ausrichtung von magnetisierten Eisennadeln in Europa bekannt wurde, erhielt der M. in Form des Kompasses erstmals eminente praktische Bedeutung. In der Antike häufig in einem Atemzug genannt, wurden in der Nz. M. und Elektrizität deutlich unterschieden. Erst durch die Entdeckung des Elektromagnetismus im 19. Jh. rück…

Mahdi-Bewegungen

(839 words)

Author(s): Reichmuth, Stefan
1. Frühislam »Der Rechtgeleitete« (arab. al-mahdī) ist im Islam ein Attribut für den Propheten und seine ersten Nachfolger, die Kalifen, deren »rechte Leitung« (arab. al-hudā) durch Gott unter den frühen Muslimen weithin anerkannt war. Dieser Konsens zerbrach in der rapiden Expansion des Kalifates und in den tiefen Interessenkonflikten, die mit dem Aufbau staatlicher Institutionen und mit der Verteilung der Einkünfte aus den Eroberungen verbunden waren. Sie führten vorübergehend zur Spaltung des Kalifates und zu zwei f…

Mahlzeit

(991 words)

Author(s): Krug-Richter, Barbara
1. Begriff Der Begriff M. bezeichnet im eigentlichen Wortsinn die Zeit, zu der ein Mahl eingenommen wird (Morgen-, Mittags-, Abend-M.); historisch leitet er sich von der festgesetzten Zeit eines Gastmahles ab [1]. Heute jedoch wird er gemeinhin auch als Synonym für »Mahl« verwandt. In der kulturwiss.-histor. Ernährungs-Forschung stellt die M. eine der zentralen Grundeinheiten dar, in der »Speise und Trank realisiert und Werthaltungen und Kommunikation institutionalisiert sind« [9. 173]. 2. Entwicklung der drei Hauptmahlzeiten Die heutige Praxis der drei täglichen Haup…

Mainzer Republik

(1,209 words)

Author(s): Reichardt, Rolf
1. Verlauf Anders als die späteren Schwesterrepubliken des revolutionären Frankreich stand die M. R. [6] noch im Zeichen der Befreiungsideologie der jungen franz. Republik und ihrer Devise »Friede den Hütten, Krieg den Palästen« (Französische Revolution). Obgleich sie der Direktive einer Besatzung unterstand, entwickelte sie, soweit in sechs Monaten möglich, ein bemerkenswertes politisches Eigenleben. Wenige Tage nachdem der Mainzer Kurfürst Friedrich Karl Joseph von Erthal vor der anrückenden Rheinarmee gef…
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