Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Rabbiner

(979 words)

Author(s): Kosman, Admiel
1. Begriff und Entwicklung bis zur Frühen Neuzeit Der hebr. Begriff rabbi (›mein Meister‹) leitet sich von der Wurzel rav (›groß, viel, bedeutend‹) ab. Während der Begriff als Titel und Anrede in der Hebr. Bibel nicht vorkommt, erscheint er in griech. Transliteration in den Evangelien des NT sowie in der rabbinischen Literatur (u. a. Mischna, Talmud; Jüdisches Recht). Die R. übernahmen nach der Zerstörung des Tempels (70 n. d. Z.) als Tora-Lehrer und Richter die geistige Führerschaft im Judentum. Palästinische Gelehrte erhielten den Titel Rabbi, babylonische Gelehrte wurden rav

Rache

(10 words)

s. Strafzweck

Radierung

(10 words)

s. Druckgraphik

Ramismus

(754 words)

Author(s): Mährle, Wolfgang
Die Bezeichnung R. leitet sich von dem franz. Philosophen Petrus Ramus (Pierre de la Ramée, 1515–1572) her. R. war ursprünglich ein Kampfbegriff der zeitgenössischen Gegner Ramus' und diente der Herabwürdigung von dessen wiss. Anhängern. Der Begriff wird im heutigen philosophischen Sprachgebrauch wertneutral verwendet. Zuweilen bezeichnet man frühnzl. Gelehrte, die sich sowohl auf Ramus als auch auf andere wiss. Traditionen beriefen, als Semiramisten. Petrus Ramus war einer der einflussreichsten Logiker des 16. Jh.s. Der franz. Philosoph verstand die Logik…

Randgruppen

(16 words)

s. Ausgrenzung | Minderheiten | Sozialstruktur | Unterschichten

Raritätenkabinett

(10 words)

s. Kuriositätenkabinett

Räsonnement

(874 words)

Author(s): Requate, Jörg
1. Allgemein Der Ausdruck R. oder Räsonnieren ist im Deutschen unmittelbar mit der Aufklärung verbunden. Aus dem Französischen entlehnt, ist er seit dem ausgehenden 17. Jh. im dt. Sprachraum nachweisbar. Das Wörterbuch Trésor de la langue française (zuerst 1606 erschienen) erfasst bereits für das ausgehende 14. Jh. das Verb raisonner mit der Bedeutung › se servir de sa raison pour connaître, juger› (‹sich seiner Vernunft bedienen, um zu erkennen bzw. zu beurteilen‹) und verzeichnet seit dem ausgehenden 16. Jh. die Bedeutungsvariante › chercher à convaincre quelqu'un par des arguments, des raisons› (‹jemanden durch Argumente bzw. Begründungen zu überzeugen suchen‹) [3]. Die Bedeutung der Urteilsbildung und des Überzeugungswillens ist auch in der dt. Verwendung gegeben. Kants Schrift Was ist Aufklärung? (1784) verbreitete den Begriff des ›Räsonnierens‹ nicht nur, sondern verlieh ihm eine theoretische Überhöhung. Gegen die Forderung nach dem öffentlichen Gebrauch der Vernunft erhob Kant dort rhetorisch folgende Einwände: ›Nun höre ich von allen Seiten rufen: räson…

Rasse

(880 words)

Author(s): Müller-Wille, Staffan
Die Wurzeln des Begriffs R. reichen in das späte MA zurück, wobei die Etymologie umstritten ist. Die frühesten Belegstellen finden sich in ital. ( razza), franz. ( race) und span. ( raza) Texten des frühen 15. Jh.s und beziehen sich zunächst auf domestizierte Tiere (Tierzucht), später auch auf agnatische (nur eheliche, männliche Nachkommen berücksichtigende) Abstammungsfolgen des Adels. Während das Wort zuweilen aus dem lat. ratio (›Rechnung‹, ›Ursache‹) abgeleitet wird, führen andere es auf das mhdt. reiƺ für ›Linie‹ oder auf das arab. râz (›Herkunft‹, ›Führung‹, ›Kopf‹) zurück [1]. In der Nz., v. a. aber zur Zeit der Aufklärung, gewann der Ausdruck zunehmend wiss. sowie polit. Bedeutung und geriet im 19. Jh. zu einem der wirkungsmächtigsten Ideologeme zur Rechtfertigung nationaler Autonomie- und kolonialer Expansionsbestrebungen (Nation, Nationalismus; Rassismus) [4]; [2]. Es lassen sich in der Nz. drei diskursive Stränge unterscheiden, die im modernen R.-Begriff zusammenlaufen: Tier- und Pflanzenzucht, Anthropologie und polit. Geschichtsschreibung.…

Rassismus

(4,510 words)

Author(s): Hering Torres, Max Sebastián | Bley, Helmut
1. Begriff Rasse ist in anthropologischer Hinsicht weit mehr eine sozial imaginierte Kategorie als eine biologische Wirklichkeit [12. 71]. ›Rassen sind Resultat, nicht Voraussetzungen rassistischer Argumentationen‹ [8. 10]; [12]. Sie entspringen somit menschlichen Vorstellungswelten und sind letztlich topische Sinnkonstruktionen. R. ist sowohl eine soziale Praxis als auch eine machtgeladene diskursive Konstruktion [18. 176]. Er ist derartig polymorph und flexibel, dass er in der Forschung unterschiedlich definiert wird – daher das Plädoyer, mit d…

Rat

(4,133 words)

Author(s): Isenmann, Eberhard
1. Stadtrat und andere Ratsgremien Der nzl. Stadt-R. war mit seiner gebündelten exekutiven, legislativen und jurisdiktionellen Gewalt die zentrale Institution der sich selbst regierenden großen Kommune. Wenn die Stadt zu keiner weitergehenden gemeindlichen Selbständigkeit gelangte, blieb sie her…

Räte

(11 words)

s. Gelehrte Räte

Rathaus

(2,015 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang | Albrecht, Stephan
1. Allgemein Das R. (lat. domus consulum, ital. palazzo pubblico, franz. hôtel de ville, engl. town hall) setzt die Entstehung einer städtischen Selbstverwaltung (lat. consules; Rat) in Abgrenzung vom königlichen, bischöflichen oder adligen Stadtherrn voraus, wie sie in Europa seit dem hohen MA zu beobachten ist. R. als Ausdruck städtischen republikanischen Selbstbewusstseins traten erstmals im 13. Jh. in Nord- und Mittelitalien auf und verbreiteten sich in der Zeit der Renaissance (ca. 1300–1600) nach Norden. Repräsentative R. waren insbes…

Rationalismus

(1,046 words)

Author(s): Miller, Jon
1. Begriff Der R. (von lat. ratio, ›Vernunft‹) bezeichnet eine nzl. Richtung der Erkenntnistheorie. Er geht davon aus, dass die reine Vernunft das wichtigste Mittel zur Erkenntnis von Fakten und von Normen sei und dass ihr Sinneseindrücke und Gefühle als Ausgangspunkt für Erkenntnis unterlegen seien. In seiner extremen Form postuliert …

Rationalismus, theologischer

(14 words)

s. Theologische Richtungen

Rationalität

(10 words)

s. Vernunft

Rätsel

(1,079 words)

Author(s): Wohlleben, Doren
1. Begriff und Begriffsgeschichte Das in fast allen Kulturkreisen verbreitete R. ist eine frühe, vermutlich aus dem Orient stammende Sprach- und Erkenntnisform, die sich durch Bildhaftigkeit und paradoxe Mehrdeutigkeit auszeichnet. Die Ursprünge des R. werden in modernen Kulturtheorien an dem Bedürfnis sowohl nach heiligem Ernst [7. 126–149] als auch nach unterhaltsamem Spiel [6. 119–132] festgemacht, wobei meist beide Elemente ineinandergreifen [10. 20–26]. Das Altgriechische kannte zwei Begriffe für R.; der eine betont den mystisch-relig. Gehalt ( aínigma; ›dunkle And…

Ratskonsulent

(10 words)

s. Stadtschreiber

Ratspensionär

(708 words)

Author(s): Mörke, Olaf
Raadpensionaris war im engeren Sinn der Titel des wichtigsten Funktionsträgers der Stände der Provinz Holland in der Republik der Vereinigten Niederlande seit 1618 bis zu deren Ende 1795. Vor 1618 trug er die Bezeichnung Landesadvokat ( advocaat van den lande). Seit dem späten 15. Jh. gewann er als Jurist, Sekretär, Sprecher und mitunter Abgesandter der holländ. Stände steigende Bedeutung v. a. in der Kommunikation mit fürstlich-landesherrlichen Institutionen. Vergleichbare Amtsträger unter anderen Namen (u. a. syndikus, secretaris) gab es auch in den anderen niederl…

Ratsprotokolle

(1,166 words)

Author(s): Rau, Susanne
1. Allgemein R. sind die schriftlichen Aufzeichnungen der mündlich geführten Sitzungen der Stadt-Räte. Sie stellen als Amtsbücher neben den Urkunden und Akten – im Idealfall einer guten Überlieferung – die dichteste, kontinuierlichste und umfangreichste Quelle zur städtischen Geschichte Europas vom SpätMA bis ins 19. Jh. dar (Archiv). Form und Inhalt können regional recht unterschiedlich sein, hängen jedoch von der Größe und den polit. Verhältnissen der Stadt ab. Selbst ein Produkt der städtischen…
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