Enzyklopädie der Neuzeit Online

Purchase Access
Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

Subscriptions: Brill.com

Saat

(979 words)

Author(s): Troßbach, Werner
Der S.-Vorgang gliedert sich in die Auswahl des Saatguts (= Sg.), dessen Behandlung und dessen Ausbringung. Die Sg.-Auswahl hat als Kernelement landwirtschaftlicher Praxis seit dem Neolithikum zur Entstehung domestizierter Pflanzenarten beigetragen (vgl. Pflanzenzucht). Bei Getreide erfolgte sie in der Frühen Nz. vorwiegend innerbetrieblich, d. h. es wurden die jeweils kultivierten Sorten »nachgebaut«. In der Hausväterliteratur wurde z. T. empfohlen, die »schönsten« Körner für die S. zu selektieren [2. 38–42]. Für Buchweizen schlug ein schlesischer Ratgeber 15…

Sabbat, Schabbat

(13 words)

s. Feiertage

Sache

(966 words)

Author(s): Friedrich, Wolfgang
In seiner mhdt. Bedeutung war S. ein Rechtsbegriff und meinte »Gerichts-S.«, »Streit« oder »Ursache« [1]. In der dt. Wissenschaftssprache der Nz. verallgemeinerte sich dies; S. ersetzte nun in Philosophie und Recht zunehmend die lat. Begriffe res bzw. causa. 1. Philosophie Die Grundfragen des nzl. philosophischen S.-Begriffs waren seine Substanz und ontologische Bedeutung. Ebenso wie bei dem mehrdeutigen lat. Begriff res im MA ist das Verständnis des Begriffs S. schwierig; er wurde weitgehend untechnisch verwendet und nur selten terminologisch präzisier…

Sächsisches Recht

(880 words)

Author(s): Lück, Heiner
1. Begriff Das S. R. (auch das sächs.-magdeburgische R.) stellt einen relativ einheitlichen Normenkomplex des sächs. R.-Gebiets (Sachsen, Erzstift Magdeburg, Thüringen, Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg, welfische Territorien, Teile Holsteins und Schlesiens) dar ( Partikularrecht), der sich im SpätMA auf der Grundlage des Sachsenspiegels und des Magdeburger Stadtrechts herausbildete und neben dem (infolge der Rezeption der fremden R. entstandenen) Gemeinen Recht relativ eigenständige Gestalt annahm [19]. In der Frühen Nz. wurde S. R. als neben dem Gemeinen …

Sadismus

(801 words)

Author(s): Burschel, Peter
Erstmals 1890 von Richard von Krafft-Ebing in der 6. Auflage seiner Psychopathia sexualis als »Verbindung von aktiver Grausamkeit und Gewalttätigkeit mit Wollust« in die Sexualwissenschaft eingeführt [4], geht die Bezeichnung S. auf den franz. Schriftsteller Donatien Alphonse François Marquis de Sade zurück, der in seinem 1791 anonym erschienenen Hauptwerk Justine ou les malheurs de la vertu (»Justine oder das Unglück der Tugend«) die tugendhafte Protagonistin zum Opfer sexueller Gewalt hemmungsloser Libertins werden lässt, um auf diese Weise ein li…

Safawiden

(24 words)

s. Indischer Ozean | Islam | Islamische Kunst und Architektur | Muslimische Gesellschaften | Staatenbildung, außereuropäische

Safran (Hinzugefügt 2017)

(953 words)

Author(s): Häberlein, Mark
1. Anwendung und Anbau Die roten Blütenfäden der im Herbst blühenden Krokusart Crocus sativus erfreuten sich in der Frühen Nz. als exklusive, teure Speisezutat der besonderen Wertschätzung der höfischen und städt. Eliten. Neben seiner Funktion als Gewürz kam S. beim Färben von Speisen und Textilien sowie bei der Herstellung von Kosmetika zum Einsatz. In Kräuterbüchern des 16. bis 18. Jh.s wurden ihm heilende Wirkung bei verschiedenen Beschwerden (u. a. Gicht, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme; vgl. dazu auch Heilpflanzen; Pharmazie)…

Säftelehre

(10 words)

s. Humorallehre

Sage

(779 words)

Author(s): Seidenspinner, Wolfgang
Der Terminus S. entstand als wiss. Kategorie um 1800 durch Zusammenfassung heterogener, meist schriftlicher Traditionen. Bis dahin bezeichnete das Wort keine lit. Gattung, sondern Erzählungen, deren Wahrheitsgehalt angezweifelt wurde. Nun sollte der Begriff einen Teil der in der Romantik hoch geschätzten, angeblich mündlichen sog. Volkspoesie benennen. Noch um 1800 synonym mit dem Märchen verwendet, wurde die S. durch die 1816/18 erschienene Sammlung Dt. Sagen der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm von diesem abgehoben: »Das Märchen ist poetischer, die S. historis…

Sahara [Hinzugefügt 2017]

(6,323 words)

Author(s): Ralph A. Austen | Herausgeber: Kirsten Rüther | Herausgeber: Stefan Rinke
1. Forschungskontroversen Als eine physische Einheit ist die S. ein unverwechselbarer und etwa seit der Mitte des 1. Jt.s v.Chr. weitgehend stabiler Teil der afrikan. Landschaft. Mit ungefähr 3,5 Mio. km2 ist sie die größte Wüste der Welt. Sie besteht primär aus trockenem Sand (25%) und felsigen oder kiesigen Ebenen, dazwischen gelegentlich grüne Oasen und Berge oder Hochebenen. In der histor. Geographie jedoch ist die S. Gegenstand einer Reihe von andauernden wiss. Debatten [19]; [22]. Die grundlegende Frage lautet, ob der Kontinent Afrika als eine Einheit oder aber a…
Date: 2016-11-01

Saint-Simonismus

(12 words)

s. Frühsozialismus | Sozialismus

Saisonarbeit

(838 words)

Author(s): Ehmer, Josef
1. Begriff und Theorie Im dt. Sprachraum verbreitete sich S. als juridischer und sozialwiss. Begriff erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh.s. Dies stand in Zusammenhang mit dem Wandel der ländlichen Arbeitsverfassung auf der einen und mit der zunehmenden Verrechtlichung von Arbeitsverhältnissen, der Abschließung nationaler Arbeitsmärkte und der Kontrolle transnationaler Arbeitsmigration auf der anderen Seite. Die Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion bes. auf den großen Gütern östl. der Elbe führte zu starken jahreszeitlichen Schwankungen des B…

Sakrament

(6,696 words)

Author(s): Sparn, Walter | Walter, Peter | Nüssel, Friederike | Wasmuth, Jennifer
1. Einleitung 1.1. Allgemein In der Nz. gehören S. zur relig. Praxis aller christl. Kirchen, wenngleich mit unterschiedlichem Gewicht und in unterschiedlichem Verständnis. Gemeinsam ist jedoch der Glaube, dass die Feier der S., wie die Verkündigung des Wortes Gottes, zum Wesen der christl. Kirche gehört und dass S., obwohl von Menschen vollzogen, der Verheißung Jesu Christi Raum geben, seiner Gemeinde nicht nur geistig, sondern auch leibhaft erfahrbar gegenwärtig zu sein und sie an dem ewigen Heilsg…

Sakramentalien

(856 words)

Author(s): Walter, Peter
Sacramentale (mlat., von lat. sacramentum; »zu einem Sakrament gehörig«) ist ein im 12. Jh. erstmals fassbarer Begriff zur Bezeichnung von Handlungen, die mit einem Sakrament in engem Zusammenhang stehen, z. B. die Katechese (Katechismus) und der Exorzismus (Gebet zur Vertreibung des Bösen) bei der Taufe, so schon Petrus Lombardus ( Liber Sententiarum, Buch 4, dist. 6, cap. 7, um 1150), und die man zuvor selber als Sakrament bezeichnet hatte. Da dessen Sentenzenwerk bis ins 16. Jh. das maßgebliche theologische Lehrbuch blieb, etablierte sich der Begriff. Zugleich bildete sich…

Säkularisation (rechtlich)

(1,041 words)

Author(s): Hufeld, Ulrich
1. Allgemein Abgelöst vom kirchenrechtlichen Ursprung – hier bedeutete neulat. saecularisatio (von lat. saecularis, »weltlich«, »heidnisch«) den Übergang vom Ordenskleriker zum Weltpriester [5. 15] – umfasst der juristische Begriff der S. die Einziehung von kirchl. Rechten durch eine weltliche Gewalt. Er erfasst zumindest die Entwidmung und Enteignung von Kirchengut, vom Zugriff der Karolinger auf den Besitz der fränk. Kirche im 8./9. Jh. [7. 990] bis hin zur Vermögens-S. im zu Ende gehenden Heiligen Röm. Reich 1803 [6. 148 f.] im Zeichen einer tiefgreifenden »Verstaatlich…

Säkularisierung

(6,235 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
1. Problemanzeige 1.1. Begriff Der Begriff S. (»Verweltlichung«, von lat. saeculum, »Zeit«, »Zeitalter«; kirchenlat. »Welt«) ist jünger und weniger eindeutig als der kirchen- und der staatsrechtliche Begriff der Säkularisation. Seit seinem Auftauchen in der dt. aufklärungskritischen Publizistik des frühen 19. Jh.s (Gegenaufklärung), d. h. im Streit um die Deutung der relig.-kulturellen Gesamtlage nach der Französischen Revolution, handelt es sich stets um eine »Interpretationskategorie« [53]; [43]; [8], um einen strittigen »ideenpolit. Begriff« [30]. Sein Verstän…

Salbung

(10 words)

s. Krönung

Salinenarbeiter

(12 words)

s. Bergmannsstand | Salz

Salinentechnik

(2,215 words)

Author(s): Piasecki, Peter
1. Salzgewinnung in Europa Das Salinenwesen war ein bedeutender Wirtschaftszweig der Nz., der sich vom frühen 16. bis zum Ausgang des 19. Jh.s innovativ entwickelte [9]; [3]. Deutlich wird dies u. a. daran, dass seit dem 16. Jh. kaiserliche und landesherrliche Patente zur S. häufig vertreten waren (s. u. 2.4.) [5]. Während im dt. Sprachraum die Siedesalzgewinnung aus natürlicher Quellsole dominierte, fand die Meersalzgewinnung in den Salz-Gärten rund um das Mittelmeer sowie an der span. und franz. Atlantikküste in morphologisch geeigneten fl…

Salon

(4,144 words)

Author(s): Zimmermann, Margarete | Rode-Breymann, Susanne | Körner, Hans
1. Begriffsdefinition Der S. ist ein europ. Gedächtnis-Ort par excellence und ein soziokulturelles Phänomen der longue durée, dessen Anfänge im 16. Jh. liegen. Die Konnotationen des semantisch vieldeutigen Begriffs variieren je nach Epoche und Kulturbereich; im Deutschen sind diese häufig pejorativ (»S.-Literat«, »S.-Kommunist«). Er bezeichnet sowohl einen Empfangsraum als auch die dort in periodischen Abständen an jeweils »festem Tag« ( jour fixe) stattfindenden Zusammenkünfte sowie jene Gruppe von Männern und Frauen (franz. habitués), die dort spezifische Formen …
▲   Back to top   ▲