Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Goi

(10 words)

s. Judentum

Gold

(1,062 words)

Author(s): Häberlein, Mark
1. Afrika Der hohe materielle und symbolische Wert, der G. in Europa beigemessen wurde, führte – begünstigt durch das allgemein niedrige Preisniveau – seit dem SpätMA zu einer steigenden Nachfrage, die durch die mittel- und osteurop. Vorkommen nicht mehr gedeckt werden konnte. Dieser Mangel ließ die Suche nach G.-Vorkommen außerhalb Europas lukrativ erscheinen: Ein wichtiges Motiv für die portug. Entdeckungsreisen (vgl. Expansionen) entlang der Westküste Afrikas war die Tatsache, dass afrikan. G. …

Goldenes Zeitalter

(1,029 words)

Author(s): Scholz-Hänsel, Michael
1. Begriff Die antike Periodeneinteilung der Weltalter nach Metallen wird zuerst bei Hesiod (um 700 v. Chr.) fassbar. Im G. Z. sollen die Menschen im Idealzustand ohne Krankheit, Kampf und Arbeit gelebt haben; danach kam es im Silbernen, Bronzenen und Eisernen Zeitalter zu einer ständigen Verschlechterung der sozialen und moralischen Verhältnisse. Vergil feierte im 1. Jh. v. Chr. in der 4. Ekloge seiner Hirtengedichte ( Bucolica) die Zeit des Kaisers Augustus als Wiederbeginn eines G. Z. Auf sein Vorbild bezogen sich die meisten späteren Versuche, die eig…

Goldschmied

(10 words)

s. Silberschmied

Goldstandard

(1,125 words)

Author(s): North, Michael
1. Begriffe G. und Goldwährung sind Begriffe der Geldgeschichte (vgl. Geldtheorie), die miteinander zusammenhängen, aber verschieden definiert werden. Eine Goldwährung liegt vor, wenn die Währungs-Einheit eines Landes (z. B. Pfund oder Mark) in einer festen Goldmenge ausgedrückt wird. Dabei unterscheidet man zwei Arten: die Goldumlaufswährung und die Goldkernwährung. Bei Ersterer dominieren Gold-Münzen als gesetzliche Zahlungsmittel den Geldumlauf, der außerdem durch silberne Scheidemünzen (mit ei…

Goldwährung

(15 words)

s. Dukat | Goldstandard | Gulden (Gold)

Göpel

(1,151 words)

Author(s): Bleidick, Dietmar
1. Allgemein G. sind Hebemaschinen, die in der Nz. bevorzugt im Erzbergbau eingesetzt wurden. Die Verwendung maschineller Förder- und Hebeeinrichtungen war bereits den antiken Hochkulturen bekannt. Zum Transport von Lasten wurden insbes. im Bauwesen, im Montanwesen und in der Schifffahrt Kräne, Flaschenzüge, Haspel und G. eingesetzt, die in der Regel durch menschliche und tierische Muskelkraft, mitunter aber auch durch Wasserkraft oder Windenergie angetrieben wurden. Bis ins MA änderte sich wenig an der grundlegenden technischen Konzeption dieser Anlagen [11]. Zu welchen …

Gossensche Gesetze

(830 words)

Author(s): Hesse, Jan-Otmar
Als G. G. werden zwei zentrale Leitsätze der modernen Ökonomie bezeichnet, die das Verhalten von Konsumenten zum Gegenstand haben. Das erste G. G. (Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen) beschreibt die zunehmende Befriedigung, die im Verlauf des Konsums eines Gutes eintritt. Das zweite G. G. (häufig als Grenznutzenausgleichsgesetz bezeichnet) behandelt den alternativen Konsum von mehreren Gütern: Wenn ein Konsument mehrere Güter konsumieren möchte, aber nur ein begrenztes Zeitbudget zur Verfügung h…

Gothic Novel

(15 words)

s. Roman | Schauerromantik

Gotizismus

(796 words)

Author(s): Schmidt-Voges, Inken
G. bezeichnet ein histor. Selbstbild, das das antike Volk der Goten in das Zentrum der eigenen Herkunftserzählungen stellte. Diese basierten in unterschiedlicher Gewichtung auf spätantiken lat. Ethnographien (Cassiodor, Jordanes, Isidor von Sevilla), spekulativen Etymologien und linguistischen Bibelinterpretationen, die sich mit antiken Traditionen positiver Barbaren-Bilder verbanden. Im 15. Jh. entstanden im Kontext der humanistischen Historiographie in einigen europ. Regionen ethno-historiographische Werke, die sich durch einen dezidiert…

Gott

(8,023 words)

Author(s): Laube, Martin | Reichmuth, Stefan | Kummels, Ingrid | Rüther, Kirsten
1. Christentum 1.1. Vorbemerkung Zur Eigenart des Christentums gehört, dass es von Anbeginn eine Theologie ausbildete und sich zur Auslegung des eigenen Glaubens der begrifflichen Mittel der zeitgenössischen, d. h. zunächst der griech. und röm. Philosophie bediente. In der G.-Lehre fand diese Verschränkung von theologischem und philosophischem Denken stets ihren exemplarischen Niederschlag. Dabei durchzog eine Reihe von Grundspannungen die ideengeschichtliche Entwicklung auch noch der Nz. Hierzu zäh…

Gottesbeweis

(3,220 words)

Author(s): Enders, Markus
1. Begriff, Typen und religiös kulturelle Bedeutung Unter einem G. versteht man einen rein rationalen Beweis der Existenz Gottes, ohne Rückgriff auf (etwa religiöse) Autoritäten als Erkenntnisquellen. Die Tradition der G., die im abendländischen Denken mit Platon und Aristoteles einsetzte, fand in der ma. Scholastik in den sog. quinque viae (»fünf Wegen«) des Thomas von Aquin einen ersten Höhepunkt. Auch in der (den christl. Theologen bekannten) ma. jüd. und in der frühen islam. Theologie wurde die antike Tradition fortentwickelt. Doch viel wi…

Gottesbilder

(1,448 words)

Author(s): Matthias, Markus
1. Christentum 1.1. Gottesbild und Symbol Weil schon das Wort Gott als Symbol (Paul Tillich) [10. 58–68], nicht als (verweisendes) Zeichen verstanden werden muss, entfaltet sich dieses Symbol in G.: sei es in Form persönlicher oder kollektiver Zuschreibung von Eigenschaften oder Handlungen (s. u. 1.2) oder in Form normativer (kirchlich-wiss.) Reflexion des Gottesgedankens zwischen Bibel und Metaphysik (s. u. 1.3). Diese G. kommen in figürlich verdichteter Form, außer in der Sprache, z. B. Gott als Vater oder Mu…

Gottesdienst

(4,876 words)

Author(s): Bärsch, Jürgen | Wendebourg, Dorothea | Felmy, Karl Christian | Loeser, Martin
1. Katholisch 1.1. Sachbestimmung und Bedeutung In kath. Perspektive ist G. bzw. Liturgie (griech. leitourgía, »Dienst für die Gemeinde«) ein Sammelbegriff für jene Feiern, in denen die Kirche mittels eines rituellen Geschehens des Heilshandelns Gottes in Jesus Christus gedenkt und ihm Lobpreis, Dank und Bitte darbringt. Dabei bildet die Messe (die sakramentale Vergegenwärtigung von Tod und Auferstehung Christi) Mitte und Höhepunkt. Während weitere als Sakrament bezeichnete G. Stationen im Lebenslauf begleite…

Gotteserkenntnis, natürliche

(14 words)

s. Natürliche Gotteserkenntnis

Gottesgnadentum

(805 words)

Author(s): Ruppert, Stefan
1. Einleitung Ganz allgemein bezeichnet G. die Legitimation von Herrschaft durch den Willen Gottes. Herrschaft oder Amtsgewalt gründet sich nach einem solchen Verständnis nicht auf eigene Rechte des Inhabers wie etwa Geburtsrechte, demokratische Wahl oder Einsetzung durch ein Gremium. Von Gottes Gnade eingesetzt, beruft sich der Herrscher auch nicht auf ein eigenes göttliches Wesen. Von zentraler Bedeutung für das Verständnis des G. ist seine zeremonielle Verwendung in zahlreichen Urkunden [3]. Variierende Formeln werden zum Beweis dafür verwendet, dass der Träge…

Gotteslästerung

(1,164 words)

Author(s): Schwerhoff, Gerd
1. Begriffsbestimmung Als G. (Blasphemie) definierten Theologen und Juristen seit dem 13. Jh. die Beleidigung Gottes. Dabei unterschieden sie analytisch zwischen verschiedenen Typen der Lästerung: Gott etwas zuzuschreiben, was ihm nicht zukomme (etwa einen Körper), ihm etwas von seiner Omnipotenz zu rauben oder den Geschöpfen etwas beizulegen, was allein Gott eigen sei [12. 21 ff.]. Zentral aber war in allen Fällen die öffentliche Entehrung des Schöpfers und seiner Heiligen. Das Delikt war, abgesehen vom herausgehobenen Ziel der Angriffe, ebenso …

Gottesnarrative

(14 words)

s. Gott | Religiöse Interaktion, globale

Göttliches Recht

(1,079 words)

Author(s): Link, Christoph
1. Begriff und Herkunft Der Begriff des G. R. (lat. ius divinum) beruht auf der in vielen Kulturen anzutreffenden Vorstellung, das Recht oder ein Teil des Rechts sei göttlichen Ursprungs. Es liegt auf der Hand, dass im Europa der Nz. das Christentum die Entwicklung der Lehre vom G. R. prägte. Die klassische röm. Jurisprudenz hatte Religion und Recht in zwei getrennte Regelungsbereiche aufgespalten. Folgenreich für die abendländische Geschichte wurde jedoch, dass die Juristen der röm. Kaiserzeit die Herrschaft des princeps wiederum auf G. R. gründeten. Damit wurde das ius divinum

Gouvernante

(988 words)

Author(s): Helbig, Annekathrin | Kolk, Caroline zum
1. Funktionen bei Hof Der aus dem Französischen stammende Begriff G. bezeichnet eine Frau, die dem Kinderhof eines Fürstenpaares vorstand oder die für die Betreuung eines einzelnen Fürstenkindes zuständig war. Im 15. Jh. erscheint in Frankreich eine G. auch im Hofstaat der Königin; sie trug in dieser Funktion die Verantwortung für die Gruppe der Hoffräulein. Als Leiterin des Kinderhofes hatte die G. für das leibliche Wohl und die Erziehung ihrer Zöglinge zu sorgen, das Personal zu verwalten und die Ausgaben zu kontrollieren. Waren die Kinder im Säu…
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