Lexikon des gesamten Buchwesens Online

Purchase Access
Subject: History

Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

More information brill.com

D

(223 words)

Author(s): B. Bischoff
vierter Buchstabe des lat. Alphabets. Das griech. Delta, das im Etruskischen keine Entsprechung hat, übernahmen die Römer aus einem westgriech. Alphabet in abgerundeter Form. In der klassischen Gestaltung der Inschriften traf der rechte, voll ausholende Bogen oben und unten in rechtem Winkel den linken Schaft. Die kalligraphische Schreibschrift (Capitalis) verlangte eine Ausführung in drei Strichen, dem Schaft, einer Basis in rechtem Winkel dazu und dem Rest des Bogens. Bei kursivem Schreiben wu…

Da Bologna, Nicolò

(8 words)

Siehe Nicolò da Bologna

DaCarpi, Ugo

(7 words)

Siehe Carpi, Ugo da

Dachstriche

(14 words)

Author(s): Red.
sind die schrägen Anstriche bei Antiquabuchstaben wie m, n, 1 usw. Red.

Dacia, Bernardus de

(259 words)

Author(s): P. Amelung
wohl eher aus Dänemark (= Dacia) als aus Siebenbürgen stammender Frühdrucker in Neapel. Es ist nur ein einziger Druck bekannt, an dessen Herstellung er beteiligt war: die am 28. 4. 1478 vollendete ital. Ausg. des «Libro della divina dottrina» (GW 6224) der Katharina von Siena. Die Schlußschrift dieses Drucks liegt in vier verschiedenen Fassungen vor, wobei jeweils ein anderer Drucker angegeben ist. Es ist anzunehmen, daß die vier Drucker (wahrscheinlich ehemalige Werkleute aus der Druckerei des …

Dacier, André

(222 words)

Author(s): A. Labarre
* 6. 4. 1651 in Castres, † 18. 9. 1722 in Paris, franz. Philologe. D. studierte die Belletristik in der evangelischen Akademie von Saumur, wo er Schüler von Tanneguy Lefebvre war und dessen Tochter er 1683 heiratete. Die beiden traten 1685 zum Katholizismus über; dies sicherte ihnen den kgl. Beistand für ihre gelehrte Arbeit. D. arbeitete mit an der Slg. «ad usum Delphini» und übersetzte u. a. Horaz, Aristoteles, Platon, Epiktet und Plutarch. Er wurde zum Kustos der Bücher des Kabinetts des Louv…

Dada-Typographie

(150 words)

Author(s): F. A. Janssen
Die 1916 in Zürich gegründete Dada-Bewegung verfolgte als Anti-Kunst eine völlige Absage an alle bisherigen Regeln und Konzeptionen des «Schönen». Ihr Kunst-Anarchismus und ihre Idee des Unsinns der Welt treten auch in ihrer Typographie hervor (z. B. in den Zeitschriften «Dada» und «Cabaret Voltaire»), die durch Anti-Logik, Auflösung des geordneten Satzbildes (Aufhebung der Kolumnenordnung), Montage völlig verschiedener Schriftarten und -großen (meist serifenlosen), collagenartigen Aufbau von gr…

Daentler

(42 words)

Author(s): Red.
Brönner & Daentler GmbH & Co. KG, Druckerei in Eichstätt. Gegr. 1683 als fürstbischöfliche Druckerei von den Buchdruckern Franz Xaver Strauß und Michael Schmid. Heute (1987) zählt Brönner & D. zu den leistungsfähigsten Druckereiunternehmen Mittelbayerns für Rollen- und Bogenoffsetdruck. Red.

Dagaeus

(16 words)

Author(s): Red.
irischer Mönch des 6. Jh.s (f 587), einer der frühesten namentlich bekannten Buchbinder. Red.

Daguerre, Louis Jac ques Mandé

(140 words)

Author(s): O. M. Lilien
* 18. 11. 1787 in Cormeilles, † 10. 7. 1851 in Bry-sur-Marne, franz. Landschafts- und Dekorationsmaler, erbaute um 1820 in Paris das erste Diorama. 1829 verband er sich mit Joseph Nicéphore Nièpce zur Verbesserung von dessen Versuchen, in der Kamera auf lichtempfindlichen Asphaltschichten Bilder zu erzeugen, wofür stundenlange Belichtungen erforderlich waren. 1831 entdeckte er die weit höhere Lichtempfindlichkeit von Jodsilberschichten, auf denen nach nur minutenlanger Belichtung Bilder entstand…

Daguerréotypie

(83 words)

Author(s): O. M. Lilien
das erste brauchbare fotografische Aufnahmeverfahren. 1833 hatte Daguerre ein Verfahren entwickelt, auf polierten Silberplatten, die in einem geschlossenen Kasten durch Joddämpfe lichtempfindlich gemacht und dann in einer Kamera für einige Minuten belichtet wurden, mit Quecksilberdämpfen seitenverkehrte positive Bilder zu entwickeln, die dann fixiert, gewaschen und getrocknet wurden. Die auf den spiegelnden Metallplatten entstandenen Bilder sind nichtduplizierbare Unikate, die sich unter schräge…

Dagulf

(110 words)

Author(s): O. Mazal
Schreiber des sog. Goldenen Psalters Karls des Großen, auch Dagulf-Psalter genannt (Wien, Österr. NB, Cod. 1861), wohl identisch mit dem von Alkuin in einem Brief genannten «scriniarius» Dogwulf. Die D.-Minuskel ist eines der bedeutendsten Beispiele der frühen karolingischen Minuskel. Ob D. Mönch oder Weltgeistlicher war, ist unbekannt. Sein Name als «exiguus famulus» des Königs kommt in der Widmungsschrift des Goldenen Psalters an Karl den Großen vor. Der Name D.s erscheint auch in der Hs. der British Library, Harley 3685 und in Cod. 335 der Schloßbibl, in Pommersfelden. O. Mazal B…

Dagulf-Psalter

(217 words)

Author(s): O. Mazal
der Goldene Psalter Karls des Großen, nach seinem Schreiber auch D. genannt, und als Cod. 1861 in der Hss.- und Ink.slg. der Österr. NB verwahrt, ist in goldener Tinte in karolingischer Minuskel in der Hofschule Karls des Großen vor 789 begonnen und um 790–795 vollendet worden. Als Zierschriften kommen auch verschiedene Arten der Capitalis und der Unziale vor. Als kleinste Psalterhandschrift (192 X 120 mm) des ersten Jahrtausends ist der Cod. nur mit ornamentalem Schmuck ausgestattet: eine gerah…

Dahlberg, Ragnar

(90 words)

Author(s): T. Nielsen
* 8. 10. 1877 in Turku, † 7. 1. 1950 in Helsinki, finnischer Bibliothekar, 1900–1945 im Dienst der UB Helsinki. Mit dem Altbestand der UB war D. bes. vertraut; er schrieb eine Reihe uchgeschichtlicher Abhandlungen. Seine Privatslg. (ca. 7000 Bde.) wurde nach seinem Tod verkauft. D. war zugleich ein bekannter Pomologe. T. Nielsen Bibliography Castrén, L.: Bibliografi över R. D.s tryckta skrifter 1900 bis 1947. In: Miscellanea bibliographica 4. Helsinki 1947, S. 351 bis 359 Pipping, H. E. in: Historiska och litteraturhistoriska studier 38. Helsingfors 1963, S. 7–30.

Dahlgren, Erik Wilhelm

(98 words)

Author(s): T. Nielsen
* 7. 6. 1848 in Stockholm, † 10. 10. 1934 ebd., schwed. Bibliothekar, Kgl. Bibl. Stockholm 1870–1893, Direktor (ab 1910 Reichsbibliothekar) 1903–1916; zeitweise Bibliothekar bei verschiedenen wiss. Ges., für die er mehrere lit. Aufträge hatte. D. war u.a. Nordenskiöld bei der Veröffentlichung seiner Reiseberichte behilflich. Als Kenner der Gesch. der Geographie gewann er einen angesehenen Namen, besonders in bezug auf die Entdekkungsgesch. der Südsee. Unter seiner Leitung entwikkelte sich die Kgl. Bibl, zu einer modernen Forschungsinstitution. T. Nielsen Bibliography Colli…

Dahl, Johan

(67 words)

Author(s): T. Nielsen
* 1. 1. 1807 in Kopenhagen, † 16. 3. 1877 in Christiania, dän.-norw. Buchhändler, ging 1829 nach Christiania, wo er 1832 eine eigene Buchhandlung und Verlag gründete. Mit Dichtern wie Oehlenschläger und Welhaven stand der lebhafte D. in enger Beziehung, und sein Verlag war der bis dahin bedeutendste Norwegens. T. Nielsen Bibliography Tveterås, H. L.: Den norske bokhandels historie. Bd. 1. Oslo 1950, S. 262–303.

Dahlmann, Friedrich Christoph

(119 words)

Author(s): T. Frenz
* 13. 5. 1785 in Wismar, † 5. 12. 1860 in Bonn, Historiker und Politiker. Seit 1812 Professor in Kiel (im Konflikt um die Rechtsstellung Schleswig-Holsteins gestützt auf die ma. Privilegien antidänisch engagiert), seit 1829 Professor in Göttingen, 1837 als einer der «Göttinger Sieben» entlassen, seit 1842 Professor in Bonn. 1848/1849 Abgeordneter in der Paulskirchenversammlung, maßgebend an der Ausarbeitung der Verfassung beteiligt. Er initiierte die später von Georg Waitz fortgefiihrte «Quellen…

Dahlström, Carl Andreas

(66 words)

Author(s): T. Nielsen
*22. 9. 1806 in Stockholm, † 9. 9. 1869 ebd., schwed. Lithograph, urspr. Historienmaler. Seine beliebten Bildserien mit Motiven aus der Gesch. und dem täglichen Leben (z. B. «I Stockholm», 1855) sind zwar von wechselndem künstlerischen Wert, aber seine Zeit hat durch ihn einen treuen und humorvollen Ausdruck gefunden. T. Nielsen Bibliography Rönnow, S. in: Svenskt konstnärslexikon. Bd. 2. Malmö 1953, S. 27–28.

Dahl, Svend

(247 words)

Author(s): T. Nielsen
* 24. 9. 1887 in Frederiksberg bei Kopenhagen, † 15. 11. 1962 ebd., dan. Bibliothekar und Zoologe. Schon als Studentengehilfe in Kopenhagen (Kgl. Bibl. 1907–1909, UB 1909–1911) bewies er Talent für den Beruf des Bibliothekars, war 1911–1920 Bibl, rat an der Kgl. Bibl., siedelte aber zur neugegr. Staatlichen Bibl.aufsicht über, kehrte 1925 zur UB als Direktor zurück und war schließlich 1943–1952 Reichsbibliothekar. Er war Hrsg, des «Haandbog i Bibliotekskundskab» (1912, 2. Ausg. 1916, 3. Ausg. 19…

Dahnert, Johann Carl

(206 words)

Author(s): E. Zunker
10. 11. 1719 in Stralsund, † 5. 7. 1785 in Greifswald, Universitätsbibliothekar und Professor. Er studierte in Greifswald Theologie, Philosophic, Gesch. sowie Sprachen und wurde schon 1747 auf Veranlassung der schwed. Verwaltung als Univ.bibliothekar und Professor der Philosophischen Fakultät eingesetzt. D. wurde einer der bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit. Er war Reorganisator der UB Greifswald, die er gegen Widerstände mit Weitblick von ca. 5 Tsd. auf ca. 26 Tsd. Bde. ausbauen konnte. Ohne H…
▲   Back to top   ▲