Lexikon des gesamten Buchwesens Online

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Subject: History

Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

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V

(85 words)

Author(s): W. Milde
Einundzwanzigster Buchstabe des lat. Alphabets (zweiundzwanzigster im dt. Alphabet). Die Formen V (unten spitz zulaufend) und U (unten gerundet) in der lat. Schrift haben eine gemeinsame Herkunft. Das V wird (wie das U) konsonantisch sowohl für den Lautwert f als auch für den Lautwert w benutzt («Vater/Valentin»), aber auch vokalisch für den Lautwert u («vokalisches» V in lat. «vniversale», in frühneuhochdt. «vnd»). Erst seit Beginn der Neuzeit wird die Form V nur noch konsonantisch, die Form U nur noch vokalisch benutzt. W. Milde

Vacat

(151 words)

Author(s): I. Hlaváček
vakat (* 23. 9. 1884 in Milavče, 10. 5. 1969 in Studeňany, beides in Böhmen). Gehört zu den universal-sten und originellsten Künstlern Böhmens des 20. Jahrhunderts, da er sich sowohl als Literat und Philosoph, jedoch bes. als Graphiker, Holzschnitzer sowie Maler etabliert hat. In der (Buch)Graphik hat er mit Schrift und Bild experimentiert (u. a. mehrfarbiger Druck aus einer Platte), was vor allem in seinen Büchern, in denen er auch als Autor vorkommt (u. a. Krvavý román [Der blutige Roman], 1. A…

Vademecum

(285 words)

Author(s): G. Pflug
(auch Vademekum; lat. vade mecum = «geh mit mir»), ist ein kleines Buch, das sich dazu eignet, auf Spaziergängen oder Reisen in der Tasche mitgenommen zu werden. Es bildet den Ursprung für den heute vielgebrauchten Terminus a «Taschenbuch», obwohl sich dieser von der urspr. Wortbedeutung entfernt hat. Das V. enthält sowohl praktische Ratschläge wie Unterhaltungsliteratur, oft auch Auszüge aus verschiedenen Büchern. Als Gattung ist es spätestens seit dem 12. Jh. als medizinisches Kurzlehrbuch bekannt (Archimatthaeus «De instructione medici»).…

Vadiana

(5 words)

Siehe Sankt Gallen

Vadstena

(143 words)

Author(s): S. Corsten
(Östergötland / Südschweden), Mutterkloster der von der Mystikerin Birgitta gegr. Birgittiner. Nach Einsetzung der ersten Priester und Nonnen (1374/ 1384) wurde das in einem ehemaligen Schloß untergebrachte Kloster zu einem religiösen und kulturellen Mittelpunkt des Landes. Nach Einführung der Reformation wurden der Priesterkonvent 1545, die Gemeinschaft der Nonnen 1595 aufgelöst. Buchdruck. Die Buchdruckerkunst fand nur kurzzeitig in V. ein Unterkommen. Um 1495 wurde hier ein «Officium beatae Mariae virginis ad usum monasterii s.Birgittae in Vadstena» gedruckt. Bibliog…

Vaduz

(4 words)

Bibliotheken Liechtenstein

Vafflard, Pierre-Louis

(103 words)

Author(s): G. Pflug
(auch: Vaflard, Wafflard, Waflard) (18.–19. Jh.). Franz. Typenschneider aus dem Kreis der Druckerfamilie Didot, der vor allem für François-Ambroise Didot drei Formen der neuklassischen Antiqua geschnitten hat. Er hatte bei Joseph Gallé gelernt, stieß 1779 / 1780 zu F. A. Didot und erwarb von der Witwe des Typenschneiders Vincent Cappon 1795 dessen Werkstatt, die er unter eigenem Namen weiterführte. Pierre-Louis Vafflard. Seine Schrift «Caractères Anglais». 1811. G. Pflug Bibliography Veyrin-Forrer, J.: Les caractères de Pierre François Didot (1785 bis 1790). In: G…

Vahlen, Franz

(366 words)

Author(s): H. Buske
(* 12. 12. 1833 in Bonn, 18. 5. 1898 in Honnef am Rhein), erlernte den Buchhandel bei Eduard Weber ( Marcus, A. und E. Weber) in Bonn und blieb dort nach beendigter vierjähriger Lehrzeit als erster Gehilfe bis 1859. Nach Wanderjahren übernahm er 1862 die Geschäftsführung der bedeutenden Immanuel Guttentag Verlagsbuchhandlung und wurde am 1. 1. 1865 Mitbesitzer bis November 1869. V. gründete am 1. 1. 1870 unter eigenem Namen einen Verlag durch Übernahme der von J. A. Gruchot hrsg. «Beiträge zur E…

VAI-Schrift

(76 words)

Author(s): G. Pflug
(auch VEI-Schrift), eine in Liberia 1833 entwickelte Silbenschrift mit 212 Zeichen, welche die rund hundert Jahre später entworfenen Schriften der Mende, Loma und Kipelle in Westafrika beeinflußt hat. Sie soll, nach einem Bericht des Missionars Sigismund Wilhelm Kölle, von Doalu Bukere erfunden worden sein. VAI-Schrift. Ausschnitt. G. Pflug Bibliography Kölle, S. W.: Outlines of a grammar of the VAI language. London 1854 Faulmann, C.: Das Buch der Schrift. Wien 1880 (ND Hildesheim 1986), S. 43–44.

Vakat

(55 words)

Author(s): R. Busch
(lat. vacatio = das Freisein) heißt jede leere, unbedruckte Seite eines Buches. Vakatseiten sind immer linke Seiten, z. B. vor dem Haupttitelblatt oder einem Kapitelanfang. Im Buchdruckverfahren mußte der Setzer vakate Seiten aus Blindmaterial bauen, damit die Druckform beim Schließen vollständig war. Vakatseiten wurden daher wie gesetzte Seiten dem Verlag berechnet. R. Busch

Vakuumdruck

(83 words)

Author(s): Red.
wurde ein Ende der 1930er Jahre neues Druckverfahren «benannt», daß von Ph. Schneider in Kaiserslautern erfunden worden sein soll. Über eine Hochdruckform, Klischee-, Typensatz oder ähnliches wird ein Gummituch gespannt und mittels einer Vakuumpumpe so straff angepreßt, daß alle Feinheiten der Druckform scharf nachgebildet werden. Vorteile: Zum einen die Möglichkeit, ohne großen technischen Auf-wand aus einer Originaldruckform eine brauchbare Druckform herzustellen (oder auch mehrere), zum ander…

Valbeck, Johann

(20 words)

Walbeck Valck. Kupferstich «Pyramus und Thisbe» nach P. Tiedemann von Gerard Valck zu Ovid: Metamorphosen, Buch IV.

Valck

(110 words)

Author(s): P. H. Meurer
Amsterdamer Graphik- und Landkartenverlag in der Kalverstraat «op den Dam». Der Kupferstecher Gerard V. (um 1650–1726) gründete den eigenen Verlag 1683 in enger Zusammenarbeit mit seinem Schwager Petrus I Schenk. V. publizierte vor allem Einzel- und Wandkarten sowie Globen, die Atlasproduktion ist unbedeutend. Das Unternehmen wurde weitergeführt von dem Sohn Leonardus V. (1675–um 1750, verheiratet mit einer Tochter von P. Schenk), dann nach dessen Tod in den Verlag Schenk integriert. P. H. Meurer Bibliography De Vries, D. in Lexikon zur Gesch. der Kartographie. Wien 198…

Valckenburg, Johann von

(7 words)

Siehe Köln, Buchmalerei

Valdarfer, Christoph

(265 words)

Author(s): D. Groß
Drucker aus Regensburg, wohl der Deutsche, der 1470 Prototypograph in Mailand werden wollte, jedoch kein Privileg erhielt. So gründete er in Venedig eine Druckerei; bis 1471 entstanden dort u. a. Ciceros «De oratore» [GW 6746] und Boccaccios «Decamerone» [GW 4441]. Wohl auf Veranlassung des Verlegers Filippo da Lavagna sowie auf Grund wirtschaftlicher Schwierigkeiten siedelte V. nach Mailand über. Dort druckte er zwischen 1473 und 1478 sowie 1481–1488 unter eigener Ägide, aber auch für seine Ver…

Val de Lagat

(125 words)

Author(s): G. Gabel
An den Ufern des Flüßchens Laga(t), etwa 5 km östlich der Gemeinde Ambert im franz. Département Puy-de-Dôme gelegen, wurden seit dem späten 14. Jh. wasserbetriebene Papiermühlen errichtet, die zu den®© ersten Papiermühlen Frankreichs zählen. Vom 15. bis zur Mitte des 19. Jh.s sollen an den beiden Ufern des V. rund zwei Dutzend Papiermühlen in Betrieb gewesen sein, die für ihre qualitätvollen Produkte bekannt waren. Heute ist dort nur noch die 1326 erstmals erwähnte Papiermühle «Richard-de-Bas» aktiv, die als Papiermuseum betrieben wird. G. Gabel Bibliography Schwieger, H. G. Die …

Valdezoccho, Bartholomaeus de

(8 words)

Siehe Septem Arboribus Prutenus

Valence

(263 words)

Author(s): G. Gabel
Hauptstadt des Départements Dôme. 65 Tsd. Einwohner. Buchdruck. Als Erstdruck in V. brachte Jean Belon 1496 die von Guy Pape verfaßten «Commentaria super Statuto Dalphinali» (Hain 12377) heraus. Als nächster Druck folgte 1504 ein «Breviarium Lausanense». Belon war bis 1522 in V. als Drucker aktiv und hat dort noch weitere zehn Druckwerke herausgebracht. Neben ihm waren im 16. Jh. zwei weitere Drucker in V. tätig. Im Verlauf des 17. Jh.s gab es acht Druckereien in Valence, aus denen insgesamt 57 Werke hervorgingen.…

Valencia

(353 words)

Author(s): S. Corsten | G. Pflug
Hauptstadt der gleichnamigen span. Provinz an der Mündung des Guadalaviar in das Mittelmeer. Buchdruck. V. ist der älteste Druckort Spaniens. Die Frühzeit des Buchdrucks in V. wurde von dt. Typographen bestimmt. Die erste Offizin auf span. Boden wurde von dem Mitglied der Großen Ravensburgischen Handelsges. Jakob Vizlant aus Isny begründet. Seit 1474 ließ er eine Druckerei durch eine Gesellschaft von Druckern betreiben. Aus diese…

Valenciennes

(420 words)

Author(s): G. Gabel
Hauptstadt des Départements Nord, 43 Tsd. Einwohner. Buchdruck. Als Erstdrucker gilt Jean de Liège, der dort um 1500 seinen ersten Druck anfertigte (Jean Molinet, La trèsdésirée et profitable naissance de très illustre enfant Charles d’Autriche). Insgesamt sind von ihm fünf in V. produzierte Drucke nachweisbar. Zwischen 1519 und 1532 gab der Buchhändler Antoine Membru dort drei Drucke in Auftrag, und Ende des 15. Jh.s ließ noch der Buchhändler Pierre Moustarde einen Druck anfertigen. Im 17. Jh. wa…
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