Religion in Geschichte und Gegenwart

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Subject: Religious Studies

Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

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Saadja Gaon

(364 words)

Author(s): Leicht, Reimund
[English Version] Saadja Gaon, S. ben Josef (Akronym RaSaG; 882 Fajjum, Oberägypten – 942 Sura, Babylonien), seit 928 erstes nicht aus Babylonien stammendes Schuloberhaupt (Gaon) der rabb. Akademie in Sura, war als Philologe, Exeget, Polemiker und Philosoph eine der herausragenden Gestalten des Judentums im 10.Jh., ließ sich 915 in Palästina nieder und vf. dort sein erstes sprachwiss. Werk, das Sefer ha-Agron. Spätestens ab dem Jahre 921 lebte S., der sein Leben lang ein streitbarer Charakter gewe…

Sabäer

(391 words)

Author(s): Müller, Walter W.
[English Version] Sabäer, sem. Volk im Gebiet des heutigen Jemen, das in der Antike Träger einer Hochkultur war. Zentrum des Reiches von Saba war die in einer Flußoase gelegene Stadt Mārib. Von hier aus errang der sabäische (sab.) Herrscher Karibʾil Watar zu Beginn des 7.Jh. v.Chr. die Vormachtstellung gegenüber den rivalisierenden Reichen Qatabān im Süden, Ḥaḍramaut im Osten und dem Städtebund der Minäer im Nordwesten. Seit dem 3.Jh. v.Chr. weitete sich das sab. Reich in das jemenitische Hochla…

Sabas

(170 words)

Author(s): Goehring, James E.
[English Version] (439 Kappadozien – 2.12.532 Palästina), Gründer der Großen Laura (Mar Saba). Im Alter von 17 Jahren zog S. als Asket nach Palästina, wo er von Euthymius in ein Kloster geschickt wurde. Er entschloß sich letztlich für ein anachoretisches Leben und wanderte einige Jahre durch die Wüste, bevor er sich in einer Höhle im Kidrontal niederließ. Dort sammelte er Schüler um sich; dies gilt als der Beginn der Großen Laura. Ihr Erfolg führte zur Gründung von ähnlichen asketischen Gemeinscha…

Sabas-Kloster

(260 words)

Author(s): Plank, Peter
[English Version] . 483/490 vom hl. Sabas in einem Ausläufer des Kidrontals 9 km südöstlich von Jerusalem gegründet als Laura, bestehend aus Einzelhöhlen im Fels mit einem Gemeinschaftskloster als Zentrum, erlebte das S. bis zur pers. Invasion 614 trotz seiner starken Involvierung in die origenistischen Streitigkeiten eine erste geistige Blüte (Cyrill von Skythopolis) und war maßgeblich an jener Ausformung des kirchl. Stundengebets beteiligt (Sabas-Typikon), die später in der gesamten chalcedonisc…

Sabatier

(248 words)

Author(s): Kracht, Klaus Große
[English Version] Sabatier, Paul (3.8.1858 Saint-Michel-de-Chabrillanoux – 4.3.1928 Straßburg), prot. Theologe und Historiker. Der Sohn eines ref. Pfarrers studierte ab 1880 in Paris ev. Theol. Angeregt durch die Arbeiten seines Lehrers E. Renan widmete er sich ab 1884 der Erforschung des Lebens und Wirkens des Franziskus von Assisi. Von 1885 bis 1889 bekleidete S. eine Vikarsstelle in Straßburg; als die dt. Behörden ihn aufforderten, die dt. Staatsangehörigkeit anzunehmen oder das Elsaß zu verlass…

Sabazios

(195 words)

Author(s): Bonnet, Corinne
[English Version] (Sebazios, Sabadios, Sabos), thrakisch-phrygischer Gott (5.Jh. v.Chr.), im gesamten Mittelmeerraum belegt. In Anatolien Attis, Men und Kybele nahestehend, wird er im griech. Milieu wegen seines orgiastischen Kultes Dionysos zugeordnet. Von seinen urspr. Wesensmerkmalen ist wenig bekannt, es gibt aber verschiedene Hinweise (z.B. ikonographische), nach denen ihm Macht über Natur und Tiere zukommt, daher dann auch seine »kosmische« Macht, die dem Menschen und seinem leiblichen und g…

Sabbat

(2,564 words)

Author(s): Otto, Eckart | Doering, Lutz | Hollender, Elisabeth | Henten, Jan Willem van | Volp, Ulrich | Et al.
[English Version] I. Altes TestamentS. (שַׁבָּת, »šabbāt«) bez. vorexil. den Vollmondstag, seit dem Exil den wöchentlichen Ruhetag. Der Ursprung dieses Ruhetags geht auf die Frühzeit Israels zurück. Die ältesten Ruhetagsgesetze der vorexil. Zeit sind im Bundesbuch in Ex 23,10 und in der Kultordnung Ex 34,18–23.25f. (Gesetz: II.) in Ex 34,21 belegt. Im Bundesbuch ist das Ruhetagsgebot Teil des Privilegrechts der Aussonderungen von Erstlingen und Erstgeburten (Ex 22,28f.) sowie des Brachejahres (Ex 23,1…

Sabbatai Zevi/Sabbatianismus

(422 words)

Author(s): Carlebach, Elisheva
[English Version] . Die 1665 im Umfeld von S.Z. (23.7.1626 Smyrna – vermutlich 30.9.1676 Dulcigno, Albanien) hervorbrechende messianische Bewegung (Messias/Messianismus: III.,2.) hat sich im Vergleich zu allen anderen Bewegungen des ma. und modernen Judentums (: II., III.) am weitesten verbreitet. S.Z.s charismatische Persönlichkeit fand auch über die jüd. Welt hinaus ein großes Echo. – Nachdem sich S.Z. als Messias offenbart hatte (1648), verhängten rabb. Autoritäten über ihn den Bann. Erst die B…

Sabbatarier

(597 words)

Author(s): Kirn, Hans-Martin | Solberg, Winton U.
[English Version] I. Europa Sabbatarier (S., auch Sabbatisten, Sabbatarianer genannt) ist eine Sammelbez. für unterschiedliche christl. Gruppen im Kontext bibelorientierter Reform- und Erweckungsbewegungen, deren gemeinsames Kennzeichen die Feier des Sabbats als des siebten Wochentags ist (»Samstags-S.«). Im engl. Puritanismus konnten auch die Vertreter einer strikten Sonntagsheiligung als S. bez. werden (»Sonntags-S.«). Zu den S. im ersteren Sinn zählen neben kleineren ma. Gruppen wie den oberital…

Sabbatjahr

(240 words)

Author(s): Morgenstern, Matthias
[English Version] . Das S. ist seit der zionistischen (Zionismus) Besiedlung Palästinas für die jüd. Orthodoxie (: III.) neu relevant geworden, wenn auch seine praktische Ausgestaltung, die heilsgesch. Bedeutung seiner Einhaltung sowie die Frage umstritten ist, inwieweit die Erörterung des S. rechtshist. die Materie bereitstellt, anhand derer geographische Ansprüche auf das Land Israel präzise definiert werden können. Unabhängig von diesen Entwicklungen im Judentum und mit direktem Rückgriff auf d…

Sabbatlieder

(357 words)

Author(s): Newsom, Carol A.
[English Version] (ShirShabb). Die Lieder des Sabbat-Opferdienstes bilden einen liturgischen Zyklus von dreizehn aufeinander bezogenen Kompositionen. Jede einzelne ist einem der ersten dreizehn Sabbate des Jahres im Sonnenkalender zugeordnet. In Qumran wurden dazu neun Hsn. (4Q400–407, 11Q17), auf Masada eine (Mas 1k) gefunden. In den Liedern werden die Lobpreisungen der Priesterengel im himmlischen Tempel beschworen und beschrieben. Am Anfang jedes Liedes steht eine Überschrift, »für den Maskil« (»Lehrer«), und die Datumsangabe. Das Lie…

Sabbatweg

(10 words)

[English Version] Sabbat: II. Judentum

Sabellius/Sabellianer

(292 words)

Author(s): Bienert, Wolfgang A.
[English Version] . In den theol. Streitigkeiten des 4.Jh. war »Sabellianismus« häufig Bez. für den als Häresie verurteilten modalistischen Monarchianismus. V.a. Markell von Ancyra und seine Anhänger galten als »Sabellianer«, weil sie die Lehre von den drei göttlichen Hypostasen (vgl. Origenes) als Tritheismus verwarfen und statt dessen die Einheit Gottes unter Berufung auf Joh 10,30 als μοn̆α´ς/monás betonten. Eusebius von Caesarea sah in Markell einen »neuen S.«, teilte jedoch nichts näheres über den Urheber dieser Häresie mit, so daß in späterer …

Saboräer

(8 words)

[English Version] Talmud

Sacharja/Sacharjabuch

(1,169 words)

Author(s): Reventlow, Henning Graf
[English Version] I. Protosacharja 1.Person und Zeit des Propheten.Der Name Sacharja (S.; hebr. זְכַרְיָה/z ekarjāh, »JHWH hat gedacht«) ist im AT mehrfach belegt: Sach 1,1.7 nennt Berechja, den Sohn Iddos, als Vater des Propheten (: II.). Esr 5,1; 6,14 bez. ihn dagegen als einen Sohn Iddos. Nach Neh 12,16 war z.Z. des Hohepriesters Jojakim, des Nachfolgers Josuas und Zeitgenossen S.s, ein – kaum mit dem Propheten identischer – S. Haupt der Priestersippe Iddo. S. wirkte wenig später als Haggai, mit dessen …

Sachs

(253 words)

Author(s): Hahn, Reinhard
[English Version] Sachs, Hans (5.11.1494 Nürnberg – 19.1.1576 ebd.), Sohn eines Schneiders, erlernte das Schuhmacherhandwerk; zugleich wurde er in den Meistergesang eingeführt. Nach der Gesellenwanderung (1511–1516), während der erste Lieder und Reimpaardichtungen (Spruchgedichte) entstanden, ließ S. sich in Nürnberg als Handwerker nieder. Zunehmender Wohlstand erlaubte ihm später, seinen Beruf zugunsten der dichterischen Produktion aufzugeben. Prägendes Erlebnis wurde die Reformation. 1523 trat S.…

Sachs

(169 words)

Author(s): Christophersen, Claudia
[English Version] Sachs, Nelly (eigentlich Leonie; 10.12.1891 Berlin – 12.5.1970 Stockholm), bedeutende Schriftstellerin. S. vf. erste Gedichte und Sonette ab 1910. Vor der Bedrohung durch den Nationalsozialismus floh sie 1940 nach Stockholm. In ihren Texten spiegelt sich die Auseinandersetzung mit jüd. Identität, kabbalistischer Mystik und Shoa (Holocaust). S.' Sprache ist metaphernreich und freirhythmisch. Mit ihren Übers. moderner schwedischer Lyrik knüpfte S. Kontakte zu Literatenkreisen um Wal…

Sachsen

(391 words)

Author(s): Padberg, Lutz E. v.
[English Version] Sachsen, Stamm. Entstehung wie Verfassung der S. liegen im dunkeln und werden daher kontrovers diskutiert. Ihre angeblich erste Erwähnung durch den Geographen Ptolemaios um 150, der sie dem linkselbischen Norddeutschland zuwies, ist wohl Folge einer Textverderbnis. Sichere Nennung bei Julian Apostata 356, der von einem räuberischen, die Küsten unsicher machenden Volk sprach. Anzunehmen ist ein spätestens seit dem 3.Jh. aktiver Stammesbund, der sich kriegerisch und durch Bündnisse …

Sachsen

(1,947 words)

Author(s): Wartenberg, Günther
[English Version] Sachsen, Land. I. Der Freistaat S. wurde unter Anknüpfung an die Namensgebung von 1920 am 3.10.1990 neu begründet. Die einschneidende Grenzziehung von 1815 (Verlust von zwei Dritteln des Gebietes und einem Drittel der Bevölkerung) veränderte sich 1945 durch Angliederung der westlich von Oder/Neiße gelegenen Gebiete der ehem. preußischen Provinz Niederschlesien (Hoyerswerda, Weißwasser, Niesky, Görlitz) und 1990 mit der Erweiterung durch die Kreise Delitzsch, Eilenburg und Torgau, so daß 2003 auf 17 713 km 2 4 334 300 Einwohner lebten. In einem his…

Sachsenspiegel

(250 words)

Author(s): Olechowski, Thomas
[English Version] Sachsenspiegel, bedeutendstes dt. Rechtsbuch des MA, vf. zw. 1220 und 1235 von Eike von Repgow (gest. nach 1233), zunächst in Latein, dann von Eike selbst ins Niederdt. übertragen (ältestes deutschsprachiges Prosawerk); gegliedert in eine (gereimte) Vorrede, einen Land- und einen Lehnrechtsteil (Lehnswesen). Der S. fand weit über Sachsen hinaus Verbreitung (Baltikum, Siebenbürgen) und, obwohl Privatarbeit, z.T. gesetzesgleiche Bedeutung; in den sächsischen Herzogtümern fand er bi…
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