Urlinie
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Der Wiener Musiktheoretiker Heinrich Schenker (1868–1935) postulierte nach dem Ersten Weltkrieg eine von ihm als »Urlinie« bezeichnete imaginäre Melodielinie als die Grundsubstanz tonaler Musik. Schenkers Urlinientheorie ist Ausdruck eines Kulturkonservatismus, der mit dem Glauben an die Überlegenheit der Monarchie und der deutschen Kultur verknüpft war. Während des Nationalsozialismus wurde die Rezeption seiner Ideen unterdrückt. Viele seiner Adepten waren jüdischer Herkunft und flohen vor den …

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Karnes, Kevin C., “Urlinie”, in: Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur, Im Auftrag der Säschsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig herausgegeben von Dan Diner. © J.B. Metzler, Stuttgart/Springer-Verlag GmbH Deutschland 2011–2017. Consulted online on 18 August 2017 <http://dx.doi.org/10.1163/2468-2845_ejgk_COM_0960>
First published online: 2016



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