Der Neue Pauly Supplemente II Online - Band 9 : Renaissance-Humanismus

Get access Subject: Classical Studies

The period of the Renaissance (late 14th to early 17th centuries) saw the most intensive reception of Antiquity in European history. The rediscovery, appropriation and further development of the accomplishments of the ancients had a crucial influence in all spheres of early modern culture. This lexicon of Renaissance Humanism traces these processes from the career of Petrarch to the period of the Reformation and confessionalization, in 130 comprehensive articles covering topics, personalities and places of importance in the history of the Humanist movement.

Information: Brill.com

Epigramm

(2,878 words)

Author(s): Federica Ciccolella
A. Begriff und antike Voraussetzungen Das Wort E. (griech. epígramma) bezeichnet seinem Ursprung nach eine »Inschrift« oder »Aufschrift« auf einem festen Material (etwa Vasen, Bechern, Grabstelen oder Hermen). Das E. war in Griechenland von Anfang an metrisch gebunden; häufigstes Metrum war der Hexameter, seit dem 6. Jh. v. Chr. meist mit einem daktylischen Pentameter zu einem Distichon verbunden, gelegentlich auch mit einem iambischen Trimeter kombiniert. Bevorzugt wurde es für Grab- und Weihinschriften…
Date: 2017-04-01

Epikureismus

(4,456 words)

Author(s): Michael Weichenhan
A. Begriff und allgemeine Charakteristik Der Terminus E. bezeichnet Auffassungen, die an der Lehre des griech. Philosophen Epikur orientiert sind. Dabei ist zu unterscheiden zwischen der Bezeichnung von Denkweisen, die in häufig pejorativem Sinne als atheistisch, hedonistisch und materialistisch qualifiziert werden, und unterschiedlichen Rezeptionsformen von Lehren Epikurs in der Erkenntnistheorie, Naturphilosophie und Ethik. Das Lexikon philosophicum des Johannes Micraelius (1653) sieht als die charakteristischen Lehren des E. an: (1) die Bestimmun…
Date: 2017-04-01

Epistolographie

(3,179 words)

Author(s): Gábor Almási
A. Allgemeines Der hum. Brief ist vielleicht die ureigenste lit. Gattung und sicherlich eine der wichtigsten Quellen des Ren.-Hum. Wie in der Ren. wurde schon in der Antike der Brief als eine Form des »Gesprächs mit abwesenden Freunden« definiert ( cum absentibus sermo, Ambrosius epist. 7,48,1) [7]; [10]; [18]; [24]; [26]; [29]; [33]. Allerdings nahmen es die Griechen und Römer mit dieser Bestimmung genauer als spätere Kulturen. Grundlegend sind die Abschnitte über den Briefstil ( týpoi epistolikoí, Kap. 223–235) in der bedeutenden griech. lit.theoretischen Schrift Perì hermene…
Date: 2017-04-01

Epos

(4,556 words)

Author(s): Federica Ciccolella
A. Antike Grundlagen Während im MA die Dichtungen Homers ( Ilias, Odyssee) im westlichen Europa fast gänzlich unbeachtet blieben, gerieten die lat. E. von Vergil ( Aeneis), Lucan ( Bellum civile/ Pharsalia) und Statius ( Thebais, Achilleis) zu keinem Zeitpunkt in Vergessenheit. Daneben florierte die epische Dichtung auch in der ma. Volkskultur. Wie die homerische Dichtung wurden Volks-E. meist erst nach einem langen Stadium der mündlichen Überlieferung in schriftliche Form gefasst. In Legenden, Berichten von histor. Ereignissen und heroischen Taten, wie sie etwa in Beowulf, im Ni…
Date: 2017-04-01

Erasmus von Rotterdam

(2,367 words)

Author(s): Peter Schenk
A. Leben Desiderius (ab 1496) (H)Erasmus Roterodamus; niederl. Humanist, Theologe und Philologe. Geb. am 27./28. 10. 1466 (bzw. 1467 oder 1469) in Rotterdam als unehelicher Sohn eines Priesters; gest. am 11./12. 7. 1536 in Basel. Berührung mit dem Hum. auf der Lateinschule in Deventer (Alexander Hegius), mit der devotio moderna im Kloster Steyn; am 25. 4. 1492 Priesterweihe (erstes sicheres Datum). Nach dem Theologiestudium (1495–1499 in Paris) viele Ortswechsel: 1499/1500 England, 1500/01 Paris und Orléans, 1501–1504 Niederlande, 1505/06 …
Date: 2017-04-01

Erfurt

(1,522 words)

Author(s): Gerlinde Huber-Rebenich
A. Universität und humanistische Zirkel Schon seit dem 13. Jh. war E. ein Bildungs- und Wiss.-Zentrum von überregionaler Bedeutung [13]. Mit der Gründung der Universität Prag (1348) zog es zunächst viele Magister und Studenten aus Thüringen nach Böhmen, bis nach der Eröffnung der Univ. E. im Jahr 1392 (zu deren Geschichte: [3]; [11]; [14]) ein Strom in die umgekehrte Richtung einsetzte, zumal sich E. schnell zu einer Hochburg der via moderna entwickelte. Nach der Mitte des 15. Jh.s gingen wichtige Impulse von sog. Wanderhumanisten aus. Der Erste unter ihnen, Peter …
Date: 2017-04-01

Ethnographie

(2,428 words)

Author(s): Iris Gareis
A. Begriff und antike Grundlagen Der aus den griech. Vokabeln éthnos (»Volk«, »Nation«) und gráphein (»schreiben«) abgeleitete Begriff E. meint eine Völker- oder Kulturbeschreibung. Die Neuschöpfung geht auf die Göttinger Gelehrten Johann Christoph Gatterer (Ordinarius für Geschichte an der Göttinger Univ.) und August Ludwig Schlözer zurück. 1772 nannte Schlözer den Begriff E. erstmals, 1775 erklärte Gatterer die E. in der Bedeutung »Völkerkunde« zu einem der vier Teilbereiche der Erdbeschreibung. 1783 schuf …
Date: 2017-04-01