Der Neue Pauly

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Subject: Classical Studies

Edited by: Hubert Cancik and Helmuth Schneider (Antiquity) and Manfred Landfester (Classical Tradition).

Der Neue Pauly – published in print by Metzler Verlag – is the most complete and most authoritative modern encyclopedia of the ancient world currently available. In nearly 20,000 entries it covers two thousand years of history and culture of Greco-Roman Antiquity and the reception of this in the two thousand years that followed. This unique reference work is also available in print and online as Brill’s New Pauly.

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Fames

(99 words)

Author(s): Schaffner, Brigitte (Basel)
[English version] (griech. λιμός). Personifikation des Hungers (Limos); auch mächtigste der Furien (Furiae) genannt (Serv. Aen. 6,605), die nicht zu stillenden Heißhunger hervorruft (bei Plaut. Stich. 155-170 bezeichnet der nimmersatte Parasit die F. als seine Mutter). Sie wird häufig im Kat. der großen Übel aufgeführt, die den Eingang zur Unterwelt bevölkern (Verg. Aen. 6,273-281; Sen. Herc. f. 650ff.; Claud. carm. 3,30ff.). Ovid (met. 8,796-822) läßt die F. - meisterhaft als abgemergelte, selbst dem Hungertod nahe Gestalt dargestellt - in der öden Gegend des Kaukasus wohnen. S…

Familie

(6 words)

s. Ehe; Verwandtschaft

Familie

(6,726 words)

Author(s): Renger, Johannes (Berlin) | Feucht, Erika (Heidelberg) | Macuch, Maria (Berlin) | Gehrke, Hans-Joachim (Freiburg) | Deißmann-Merten, Marie-Luise (Freiburg) | Et al.
[English version] I. Alter Orient Die F. in Mesopot. war patrilinear organisiert; Reste von matrilinearen F.-Strukturen finden sich in hethit. Mythen, bei den amoritischen Nomaden des frühen 2. Jt. v.Chr. sowie den arab. Stämmen des 7. Jh. v.Chr. In der Regel herrschte Monogamie; Heirat mit Nebenfrauen minderen Rechts war möglich, Polygamie ist v.a. in den Herrscher-F. bezeugt. Die F. bestand aus dem Elternpaar und seinen Kindern, über deren Zahl keine verläßlichen Angaben möglich sind. Unverheiratete Brüder des F.-Oberhauptes konnten Teil der F. sein. Die Funktion der F. al…

Familiendarstellungen

(6 words)

s. Familie IV. C.

Familienplanung

(555 words)

Author(s): Wiesehöfer, Josef (Kiel)
[English version] Obgleich in der ant. Gynäkologie zwischen Abtreibung und Empfängnisverhütung unterschieden wurde (Soran. 1,60), sind die entsprechenden Mittel und Praktiken nicht exakt voneinander zu trennen, weil einerseits die Unterbrechung der als Prozeß angesehenen Konzeption in einem frühen Stadium der Schwangerschaft durchaus als kontrazeptiv bewertet wurde und andererseits angesichts fehlender Kenntnisse über den Zeitpunkt der Empfängnis ein kontrazeptiv eingesetztes Mittel auch als Abort…

Fannia

(134 words)

Author(s): Elvers, Karl-Ludwig (Bochum) | Eck, Werner (Köln)
[English version] [1] Helferin des C. Marius 88 v.Chr. in Minturnae F. versteckte 88 v.Chr. den geächteten C. Marius in ihrem Haus in Minturnae, nachdem sie im J. 100 durch seine Hilfe in einem Scheidungsverfahren gegen C. Titinius ihre Mitgift zurückerhalten hatte (Val. Max. 8,2,3; Plut. Marius 38,3-9). Elvers, Karl-Ludwig (Bochum) [English version] [2] Tochter Clodius' [II 15] Vielleicht ist Clodia F. der volle Name. Tochter des Senators und Stoikers Clodius [II 15] Thrasea Paetus und der Arria [2]. Frau von Helvidius Priscus, den sie unter Nero und …

Fannius

(709 words)

Author(s): Elvers, Karl-Ludwig (Bochum) | Kierdorf, Wilhelm (Köln) | Eck, Werner (Köln)
Plebeischer Gentilname (Schulze 266; 424), seit dem Beginn des 2. Jh. v.Chr. histor. bezeugt. Elvers, Karl-Ludwig (Bochum) I. Republikanische Zeit [English version] [I 1] F.M. f., C. röm. Senator und Historiker, 2. Jh. v. Chr. Röm. Senator und Historiker (in Cic. Brut. 99 falsch von einem Verwandten abgegrenzt). F. zeichnete sich 146 v.Chr. mit Ti. Gracchus bei der Erstürmung Karthagos aus (Plut. Gracchi 4,6), kämpfte 141 als tribunus militum in Spanien (App. Ib. 287), war Schwiegersohn des C. Laelius und hörte Panaitios (Cic. Brut. 100f.). 122 erreichte er, u…

Fanum

(246 words)

Author(s): Siebert, Anne Viola (Hannover)
[English version] (Etym.: *dhh1s-no-; aber osk.-umbr. fēsnā < Vollstufe *dheh1s- [1]). Allg. Ausdruck für den hl., der Gottheit von den pontifices (Varro ling. 6,54; Fest. 78 L.) geweihten Ort ( locus sacer, Liv. 10,37,15). Zunächst Bezeichnung für die Örtlichkeit ohne Rücksicht auf die Form und Funktion der sich im hl. Bezirk befindlichen Kultstätte (z.B. Hain, Quelle, Höhle, Tempel, Altar o.ä.). Später bedeutet f. eigentlich nur noch das altertümliche Heiligtum im Gegensatz zum Tempel ( aedis) im architektonischen Sinne. Versuche einer Abgrenzung zu delubrum

Fanum Fortunae

(244 words)

Author(s): Uggeri, Giovanni (Florenz)
[English version] Dieser Ort ist auf folgenden Karten verzeichnet: Coloniae | Umbri, Umbria | Straßen Umbrische Stadt nördl. der Mündung des Metaurus ( regio VI) mit Hafen, wo die via Flaminia die Küste der Adria erreicht, h. Fano (Pesaro; Itin. Gaditanum 95; Itin. Anton. 126; Itin. Burdig. 615; Tab. Peut. 5,2). Der ON ist vom Fortuna-Kult abgeleitet. F. besaß den Status eines municipium, tribus Pollia. Von Caesar wurde die Stadt nach Überschreiten des Rubico besetzt (Caes. civ. 1,11,4); unter Augustus war sie Veteranenkolonie Iulia Fanestris (CIL XI 6232); mit basilica des Vitruviu…

Fan Ye.

(251 words)

Author(s): Wiesehöfer, Josef (Kiel)
[English version] Chinesischer Autor einer Dynastiegeschichte, die u.a. Informationen über die Geographie des Partherreichs und parthisch-chinesische Kontakte enthält. 398 n.Chr. in eine Familie von kaiserlichen Beamten Chinas hineingeboren, bekleidete F. selbst u.a. die Ämter eines Vorstehers eines Verwaltungsbezirkes und des Generals der Garde. Unter Kaiser Wen (Sung-Dyn.) in eine Verschwörung verwickelt, wurde er 446 n.Chr. hingerichtet, was die Fertigstellung der auf 100 Kapitel angelegten ‘Gesch. der Späteren Han-Dynastie (25-220 n.Chr.), Hou Hanshu, verhinder…

Far

(345 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Urspr. wohl “Korn” im Sinne von Getreide [1]. In gesch. Zeit zielte der Name aber speziell auf Speltweizen im Gegensatz zu Dreschweizen ( triticum). Synonyme sind ador und alicastrum, offenbar eine Abkürzung für f. adoreum. Plin. nat. 18,82 behauptet, daß sich die Anbaugebiete von far (Emmer) und ζειά/ zeiá (ζέα/ zéa) ausschließen. Nach Dion. Hal. ant. 2,25,2 sind jedoch beide Getreidearten ebenso wie die in Gallien, It. und anderswo angebaute arinca (ὄλυρα) identisch. Vom gegen Kälte sehr widerstandsfähigen (Plin. nat. 18,83, vgl. Colum. 2, 8,5) f. (= semen adoreu…

Farben

(616 words)

Author(s): Hoesch, Nicola (München)
[English version] Die in der Renaissance aufkommende Vorstellung einer “weißen Antike” erreichte mit J.J. Winkkelmanns Ästhetik im Klassizismus ihren Höhepunkt und änderte sich erst in der 1. H. des 19. Jh. langsam, z.B. durch Werke wie De l'Architecture polychrome chez les grecs des Architekten J. Hittorf von 1830 (Entdeckung der architektonischen Polychromie). Diese Auffassung war, neben der schlechten Erhaltung von Farbresten an Skulptur und Architektur und dem fast völligen Fehlen originaler griech. Malerei, mit ein Grund für die …

Färberei

(591 words)

Author(s): Pekridou-Gorecki, Anastasia (Frankfurt/Main)
[English version] (Textilien). Unter Färben (βάπτειν, tinguere) versteht man das Eintauchen des zu färbenden Materials in ein Farbbad (βάμμα). Die dadurch entstehende Färbung ist das Ergebnis einer chemisch-physikalischen Verbindung zwischen der molekularen Struktur der Textilien und der Färbemittel. Die F. (βαφική, tinctura) war in der Ant. hochentwickelt, wie die erh. originalen Stoffreste zeigen, die nicht nur in handwerklicher und künstlerischer Hinsicht, sondern auch wegen der Frische und der Leuchtkraft ihrer Farben immer wieder …

Farfarus

(46 words)

Author(s): Uggeri, Giovanni (Florenz)
[English version] Linker Nebenfluß des Tiberis im Gebiet der Sabini (Ov. met. 14,330; Sil. 4,182), latinisiert Fabaris (Verg. Aen. 7,715; Vibius Sequester 148), h. Farfa, fließt an Trebula Mutuesca vorbei. Uggeri, Giovanni (Florenz) Bibliography Nissen Bd. 2, 478 M.P. Muzzioli, s.v. Fabaris, EV 2, 451.

Farn

(245 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Felix, dryopteris und polypodium sind die Namen der drei F.-Gattungen bei Plinius, welche alle durch das Fehlen von Blüten und Samen gekennzeichnet sind. Von felix kennt Plin. nat. 27,78-80 zwei Arten, von denen die eine bei den Griechen wegen ihrer Fiederblätter als πτέρις ( ptéris) bzw. βλάχνον ( bláchnon) und als männlich bezeichnet wird (vielleicht Aspidium filix mas L., der Gemeine Wurmfarn, vgl. Dioskurides 4,184 p. 2,332f. Wellmann = 4,183 p. 471f. Berendes), die andere aber als Frauen-F. θηλυπτερίς ( thēlypterís) bzw. νυμφαία πτέρις ( nymphaía ptéris; Dios…

Farnus

(4 words)

s. Esche

Farrago

(222 words)

Author(s): Christmann, Eckhard (Heidelberg)
[English version] war eine Mischsaat (Mengkorn, Mischel, méteil, mistura), die für die Ernährung bis in das 20. Jh. n.Chr. verwendet wurde, doch bereits in der Ant. weitgehend zu Viehfutter abgesunken war; so diente f. als Grün- oder Trockenfutter sowie zum Abweiden für Zug- (Fest. 81 L.) und Kleintiere. Sie bestand aus dem Dreschabfall des Emmers ( ex recrementis farris, Plin. nat. 18,142) und Unkrautsamen, wovon dieser Spelzweizen viel mitführt; f. konnte auch mit Wickensamen vermischt gesät werden (Varro rust. 1,31,5; Plin. nat. 18,142). Columella schätzte f. hordeacea (2,7,1…

Fas

(287 words)

Author(s): Prescendi, Francesca (Genf)
[English version] ist als “das göttl. Erlaubtsein” zu begreifen; sein Gegensatz ist nefas. Abgeleitet davon ist das Adj. fastus. Zuerst erscheinen f. und nefas in Verbindung mit Verben (z.B. f. est), später auch als Subst. in Ausdrücken wie contra fas. Umstritten ist die Abstammung: 1. aus * fēs-/ * fas- <* dh(e)h1s- wie festus, feriae, fanum; 2. aus * - <* bheh2 - wie fari, fama, fabula, fatum [1]. Die Verwandtschaft zw. fari und dem Adj. fastus wurde schon von Varro (ling. 6, 29-30; 53) anerkannt. Nach [2] bezeichnet fari die vom Sprecher und von der Bed. losgelöste Existenz der…

Fasan

(371 words)

Author(s): Hünemörder, Christian (Hamburg)
[English version] Der als Hahn farbenprächtige F. (Phasianus colchicus, φασιανός sc. ὄρνις, phasianus bzw. phasiana sc. avis) stammt urspr. aus dem Gebiet um den namengebenden Fluß Phasis (h. Rioni, südl. des Kaukasus) in Kolchis (Agatharchides fr. 15 Jacoby FGrH 86 bei Athen. 9,387c, vgl. Mart. 13,72). Seit dem 5. Jh. v.Chr. wurde er - als einziger Hühnervogel erfolgreich - in die Wildbahn des griech.-röm. Kulturraums eingeführt. Aristophanes, der ihn als erster erwähnt (Nub. 108), verspottet den Fasanenzüchte…

Fasces

(444 words)

Author(s): de Libero, Loretana
[English version] Rutenbündel aus Ulmen- oder Birkenholz, die von roten Riemen zusammengehalten wurden. Die f., wohl etr. Ursprungs, wurden den röm. Obermagistraten ( consul , praetor ) als ein Zeichen ihrer Amtsgewalt ( imperium ) von Amtsdienern ( lictores; lictor ) vorangetragen. Außerhalb Roms (vgl. pomerium ) war ein Beil in den f. befestigt als Symbol der uneingeschränkten feldherrlichen Macht über röm. wie bundesgenössische Soldaten und Provinzialen [1. 196 f.; 2. 119 f.]. Der dictator verfügte über 24 f., die beiden Consuln über je 12, die Praetoren über je 6 …
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