Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Baal Schem

(13 words)

s. Heilige

Bäcker

(1,298 words)

Author(s): Göttmann, Frank
1. Beruf Im 15. Jh. waren bereits die wichtigsten Elemente des B.-Gewerbes ausgebildet: im berufsständischen und sozialen Korporationswesen (Korporation), in Betriebsform und Arbeitsorganisation, Berufszugang und Qualifikation, Produktionstechnik und obrigkeitlicher Qualitätskontrolle [5]. Aufgrund des Vorbildes der größeren Städte, der staatlichen Polizeigesetzgebung und der Gesellenwanderung verbreiteten sich diese z. T. bis in Ämter und Dörfer. Aus der entscheidenden Verteilerfunktion des B.-Gewerbes für das Hauptnahrungsmittel Brot resultierte sei…

Backstein

(10 words)

s. Baustoffe

Baden

(823 words)

Author(s): Naphy, William
B. in der Nz. ist im Zusammenhang mit Vorstellungen von Gesundheit zu sehen. Man ging ins Badehaus, um sich zu säubern, doch es war v. a. ein Ort für Sozialkontakte und manchmal ein praktischer Treffpunkt mit Prostituierten (Prostitution; Bader). Man schwamm auch; dies war aber selten und galt als leicht exzentrische Betätigung. In kontinentaleurop. Handbüchern über einen gepflegten Lebensstil (z. B. Faret’s Honnête homme und Castigliones Cortegiano, vgl. Anstandsliteratur) findet sich das Schwimmen zwar auf der Liste der akzeptablen Freizeitbeschäftigungen, wir…

Bader

(1,694 words)

Author(s): Sander, Sabine
1. Bader als Dienstleister einer frühen »Wellnesskultur« Unter dem Einfluss von Kulturbegegnungen (durch Kreuzzüge und Fernhandel) wurde das Baden im ma. Europa populär. Mit der Urbanisierung entstanden zunächst in den Städten (z. B. Fulda, Mitte 12. Jh.), dann auch auf dem Land (14. Jh.) Badestuben. Sie wurden von B. (Badstover, Badstübner; lat. balneator; franz. étuviste, baigneur; engl. bather, bathkeeper) [10], anfangs auch von Baderinnen, als Pächter oder Eigentümer betrieben. Die Badestube [2] als Teil eines Steinhauses (wegen der Brandgefahr) bestand aus …

Bäder, medizinische

(1,946 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Von der Badestube zu den Thermalquellen Für den Niedergang und das sinkende Ansehen der ma. städtischen Badekultur dürfte in erster Linie die schnelle Verbreitung der Syphilis seit dem Ende des 15. Jh.s verantwortlich gewesen sein, die vielerorts zu Schließungen der städtischen Badestuben führte (Bader), weil man in ihnen gefährliche Ansteckungsherde für diese Krankheit vermutete. Gleichzeitig hatten aber auch steigende Holzpreise, bedingt durch die vermehrte Bautätigkeit in den Städten sowie durch den zunehmenden Bergbau, der Unmengen von Brennhol…

Bäderstadt

(701 words)

Author(s): Keller, Katrin
Das Baden zu Heilzwecken hat eine lange Tradition, wobei die Nutzung von Mineralquellen nicht an eine Stadt gebunden war, wie etwa die zahlreichen ma. und nzl. Wild- und Bauernbäder erkennen lassen. Die B. stellt insofern einen Spezialfall des Kurortes dar. Nachdem bis ins ausgehende 17. Jh. v. a. Thermalbäder Zulauf hatten, kam es in der Folgezeit zu einer umfassenderen Nutzung von Wasser als Heilmittel in Form von Trinkkuren. Dieses Angebot wurde von breiten adligen wie bürgerlichen Schichten, die sowohl über die notwendige Fina…

Badhaus

(10 words)

s. Bader

Badisches Landrecht

(713 words)

Author(s): Neschwara, Christian
1. Entstehung und Geltung Die Rechtsordnung des 1806 mit Beitritt zum Rheinbund zum Großherzogtum erhobenen Baden war aufgrund sukzessiver Erweiterungen des alten territorialen Kerns seit 1803 (vgl. Reichsdeputationshauptschluss) überaus zersplittert. Der nun anlaufende Aufbau eines einheitlichen Staates verband sich mit der Zielsetzung, ein »allgemeines« B. L. zu schaffen, das als moderne Zusammenfassung des bestehenden Zivilrechts auch ein Träger des neuen Staatsbewusstseins werden sollte. B. L. bezeichnete zunächst die Reformationen des Landrechts für Baden-B…

Bahnhof

(14 words)

s. Tourismus | Verkehrsarchitektur | Verkehrsnetz

Bahnhof

(1,010 words)

Author(s): Beyrer, Klaus
1. Allgemein Gemeinsam mit der Einführung der Dampf-Eisenbahn zur Personenbeförderung (1830 in England, 1835 in Deutschland) entstanden entlang der Schienenstrecken und an ihren Enden B. als Haltestationen. Ihrem Hauptzweck, der Abfertigung von Reisenden, genügten in den Anfangsjahren schlichte Holzbauten. Noch im 19. Jh. entwickelten sich B. jedoch zu repräsentativen Empfangsgebäuden und zu Zentren der städt. Öffentlichkeit und Kommunikation. B. boten ein Musterbeispiel für Ordnung und Disziplin …

Balkentelegraph

(885 words)

Author(s): Beyrer, Klaus
Als B. wird eine im späten 18. und 19. Jh. der Nachrichtenübertragung auf Sichtweite ( Optische Telegraphie) dienende mechanische Vorrichtung bezeichnet, gewöhnlich ein Mastbaum mit daran montierten, über Hebel und Seilzüge gesteuerten, beweglichen (Quer-)Balken, deren Positionen eine spezifische Zeichenmenge umfassten. Die Aufstellung zu Relaisketten – vorzugsweise in Höhenlagen – ließ, unterstützt durch die Technik des Fernrohrs, die Überbrückung größerer Entfernungen annähernd ohne Zeitverlust zu. Die seit der Antike praktizierten Signaltechniken (Rauch,…

Ballade

(808 words)

Author(s): Laufhütte, Hartmut | Böhm, Elisabeth
Die B. ist eine Gattung relativ kurzer erzählender Texte in Versform, meist gereimt und oft strophisch gegliedert, wobei refrainartige Teile möglich sind. In teleologischer Darbietungsstruktur wird meist in einem Handlungsstrang eine merkwürdige Begebenheit präsentiert. Die Darstellungsart kann ernsthaft, humoristisch oder ironisch sein; diese vordergründig wirksame Behandlungsart kann mit dem impliziten Darstellungsziel kontrastieren. Zwar gibt es gattungsspezifische Deutungsschemata (z. B. mor…

Ballett

(2,376 words)

Author(s): Jacobshagen, Arnold
1. Begriff Als B. bezeichnet man allgemein die für die europ. Neuzeit seit dem späten 16. Jh. repräsentative Ausprägung des Schautanzes bzw. Bühnentanzes (im Unterschied zu nicht-theatralen Erscheinungsformen des Tanzes wie kultischem Tanz, Gesellschaftstanz oder Volkstanz). Die histor. Entwicklung des B. vollzog sich im Kontext der europ. Musiktheatergeschichte (primär höfischer Prägung); mit deren Hauptgattung Oper sowie mit deren Teilkünsten (Musik, Literatur, Szenographie, Bühnentechnik) steht es sowohl institutionell als auch stoff-,…

Ballistik

(1,022 words)

Author(s): Epple, Moritz
Die B. (Lehre von der Bewegung von Geschossen) gehört zu den Wissensgebieten, die bei der Herausbildung der neuen Wissenschaft des 16. und 17. Jh.s im Zentrum stand. Sie lieferte sowohl eine Motivation als auch eines der schwierigsten Anwendungsgebiete der Mechanik als einer mathematisierten Bewegungslehre. Zugleich stand sie in einer nicht immer einfachen Beziehung zu der Waffentechnik und Artillerie der Nz. In der Konzeptualisierung der Bewegung eines Geschosses konkurrierten zwei Vorstellungen: Die Bewegung des Geschosses war einerseits als Bewegung …

Ballonfahrt

(1,096 words)

Author(s): Riha, Karl
Die Erfindung der B. und ihre weltweit Aufsehen erregende Erprobung zum Ende des 18. Jh.s basierten nicht mehr auf der Imitation des Vogelflugs (Aviatik), sondern auf neuen naturwiss. Kenntnissen der Aeronautik nach dem Prinzip »leichter als Luft«. Das Außerordentliche des ersten Heißluft-Ballonaufstiegs der Brüder Joseph und Etienne Montgolfier am 5. 6. 1783 in Annonay bei Lyon lag neben der Vorführung des physikalischen Effekts in der Faszination dieser Schaustellung. Nur wenige Wochen später, am 27. 8. 1783, startete Jacques Alexandre César Charles seinen mit Wassers…

Ballspiel

(1,113 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Erziehungsideal Seit der Renaissance versuchten humanistische Pädagogen, die Liebe zu B. in antiken Traditionen zu begründen (z. B. bei Galen), doch ist die moderne Begrifflichkeit von german. ball (ital. palla), nicht von lat. pila abgeleitet. Humanistische Pädagogen und Prinzenerzieher des 15. Jh.s wie Vittorino da Feltre oder Guarino da Verona adelten die B., indem sie sie neben die ritterlichen Übungen stellten. Mit Baldassare Castigliones Hofmann (Cortegiano, 1528) wurden sie in den Olymp der Adelserziehung erhoben: B. zielten auf das Herz des Erziehungsid…

Bambergische Halsgerichtsordnung

(15 words)

s. Constitutio Criminalis Carolina

Bandmühle

(10 words)

s. Bandweberei

Bandweberei

(842 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
Bänder (Posamente) wurden seit dem späten MA und v. a. vom 17. bis 19. Jh. als Verzierung von Kleidungsstücken verwendet. Bänder wurden vorzugsweise aus Seide, aber auch aus Leinen, Wolle, Baumwolle und als Mischgewebe hergestellt. In der B. verbreitete sich v. a. im späteren 17. und frühen 18. Jh. die Bandmühle, die zunächst in der Form des Schubstuhles den eingängigen Webstuhl ablöste (Webtechnik). Obschon weiter von Hand angetrieben , ermöglichte sie die Produktion von zunächst acht, später bis zu vierzig Bändern im selben Arbeitsgang. Es handelt sich um …

Bank

(1,248 words)

Author(s): North, Michael
1. Frühe Neuzeit Der Begriff B. geht auf mittellat. bancus zurück, womit der Tisch der Geldwechsler ( bancherii) bezeichnet wurde. Als wesentliche Merkmale der Banktätigkeit gelten die Gewährung von Kredit (mit Hilfe von Eigen- und Anlagekapital), die Zahlung im Auftrag von Gläubigern sowie der Geldwechsel. Erst im Lauf des SpätMA bildeten sich in Italien verschiedene Kategorien des Bankbetriebes heraus: internationale Kaufleute-Bankiers, lokale Wechsler und Bankiers sowie Pfandleiher (Wirtschaftsbürgertum). Hieraus entwickelten sich Institutionen wie öffent…

Bänkelsang

(778 words)

Author(s): Tschopp, Silvia Serena
Der erstmals 1730 bei Johann Christoph Gottsched begegnende Begriff »Bänkelsänger« verweist auf eine sich seit dem frühen 17. Jh. in Europa ausbreitende, im 19. Jh. zur Blüte gelangende und in einigen europ. Ländern wie beispielsweise Italien [03] bis heute praktizierte Form des öffentlichen Liedvortrags. Der Begriff ist abgeleitet von der kleinen Bank, auf die sich die Straßensänger bei ihren Auftritten auf Jahrmärkten und Messen, in Wirtshäusern und vor Kirchen stellten, um vom Publikum besser gesehen und gehört zu werden. Als »populäres Gesamtkunstwerk« [01. 9] integriert…

Bankier

(12 words)

s. Bank | Wirtschaftsbürgertum

Banknote

(677 words)

Author(s): North, Michael
B. in Form von Zetteln oder Bankzetteln stellten in der Nz. kein Zahlungsmittel dar, sondern nur ein Zahlungsversprechen derjenigen Bank, die sie in Verkehr gebracht hatte. Sie wurden um die Mitte des 17. Jh.s populär, als die Londoner Goldschmiede erstmals ein breites Angebot moderner Bankdienstleistungen offerierten. Kaufleute und adlige Grundbesitzer unterhielten beim Goldschmied ein Konto, das sie sowohl für Überziehungskredite als auch für Überweisungen nutzten. Die sog. goldsmith bankers diskontierten Wechsel, Schuldscheine und Staatspapiere (Diskont), i…

Bankrott

(12 words)

s. Konkurs | Staatsbankrott

Bann

(966 words)

Author(s): Simon, Thomas
B. ist ein Wort mit zahlreichen kirchlichen und weltlichen Bedeutungsvarianten; hier werden diejenigen außerhalb des Kirchenbanns behandelt. Das Wort bedeutet im Kern ganz allgemein Befehl und Gebot. Der B. war ein bußenbewehrtes Gebot: Bei Nichtbefolgung wurde die B.-Buße – häufig gleichfalls nur als B. bezeichnet – fällig. 1. Mittelalter Der B. als herrschaftlicher Befehl tritt in den Quellen des frühen MA zunächst als Königs-B. in Erscheinung, auf den sich die ältere Forschung konzentrierte [4. 121]. Struktur und Gehalt feudaler Herrschaft unterhalb des Königtums w…

Bannmeile

(908 words)

Author(s): Kießling, Rolf
Unter B. wird ein Gebiet um eine Stadt verstanden, in dem Handel oder Gewerbe verboten bzw. durch Vorschrift geregelt waren. Gegenüber einem europaweit verbreiteten Stapelrecht bezog sich die B. in Frankreich und Deutschland v. a. auf die Sicherstellung der eigenen Versorgung; das Institut der B. erlebte seinen Höhepunkt vom 15. bis zum 17. Jh., um dann im Zuge des territorialen Merkantilismus an Bedeutung zu verlieren. Seit dem SpätMA bezog sich B. zunehmend auf die Ausübung der Markthoheit bzw. die Zulassung zu gewerblichen Tätigkeiten und die Einhaltung von Markt…

Baptisten

(1,215 words)

Author(s): Geldbach, Erich
1. England Der Baptismus entstand unter engl. Glaubensflüchtlingen, die sich dem kongregationalistischen Verfassungsmodell des Puritaners Robert Browne (1550–1633) angeschlossen hatten und aufgrund ihrer von der Kirche von England (Anglikanismus) abweichenden, »nonkonformistischen« Haltung 1607 nach Holland ausgewichen waren. Hier begegneten sie Mennoniten (Täufer), unter deren Einfluss sie die Glaubenstaufe einführten. 1609 taufte der Anführer John Smyth sich selbst (was er später bereute) und die ca. vierzig Mitglieder seiner Gemeinde. Durch R…

Barbar

(1,858 words)

Author(s): Grünberger, Hans | Walther, Gerrit
1. Begriff Der schon bei Homer verwendete Begriff wurde seit dem 14. Jh. zu einem zentralen Schlagwort europ. Kulturkritik. Polemisch bezeichnete er jeden, der die Werte, Forderungen und Vertreter humanistischer Bildung ignorierte oder gar aktiv bekämpfte (Humanismus), bzw. jeden, dessen soziale Machtansprüche nicht durch eine entsprechende Aufgeschlossenheit für nzl. Kultur und für urbane Formen gesellschaftlichen Umgangs legitimiert schienen. Besondere polemische Kraft erhielt der Vorwurf, ein B…

Barbier

(10 words)

s. Bader

Barchent

(1,056 words)

Author(s): Kießling, Rolf
B. (von arab. barrakàn: »mantelartiges Gewand«), auch Fustein (von mittellat. fustaneus/lat. fustis: »Stecken«; »Baum« oder von arab. fustan: »Gewand«) ist ein Mischgewebe aus Leinen (Kette) und Baumwolle (Durchschuss), das in verschiedenen Mustern und Feinheiten ausgefertigt und meist der Leinenweberei (Leinengewerbe) zugerechnet wurde. Spezielle Bezeichnungen für B. waren Sarrock, Sartuch (Köln); Schürlitz (Basel). Schwer abzugrenzen ist B. gegenüber dem Bom(b)asin, der vom 16. bis ins frühe 19. Jh. als gesonderte Textilsorte gefertigt wurde, währe…

Bardendichtung

(781 words)

Author(s): Kohl, Katrin
Die B. der Nz. versteht sich als Teil einer Tradition, die ihren Ursprung in der Dichtung keltischer Hofsänger (altirisch: baird; walisisch: bardd) hat. Der Begriff wird v. a. für dt. Dichtung um 1765–1775 verwendet, die in zumeist epischen und lyrischen Formen diese als »altgermanisch« verstandene Dichtung zu beleben suchte. In der B. verwirklichten sich kulturnationale Bestrebungen, die den großen Dichtern der Antike eine ebenbürtige nordische Kultur gegenüberzustellen suchten. Im dt.-sprachigen Raum wurden in dieser Zeit zwei Komplexe identit…

Barmherzigkeit

(12 words)

s. Diakonie | Nächstenliebe

Barock

(6,965 words)

Author(s): Pfisterer, Ulrich | Niefanger, Dirk | Küster, Konrad
1. Einleitung Der Begriff des B. dient zur Bezeichnung einer Teilepoche innerhalb der Nz., die in ihren spezifischen ästhetischen und kulturellen Merkmalen in den Bereichen Kunst, Literatur und Musik auf wiss. Vereinbarungen beruht. Der B.-Begriff ist folglich keine aus der Epoche gewonnene Bezeichnung (wie z. B. Renaissance, Aufklärung oder Romantik), sondern eine nachträglich im Bereich der Wissenschaft entstandene zeitliche und inhaltliche Konstruktion, um Werke der Kunst, Literatur und Musik und ihre spezifischen Gestaltungen im…

Barockarchitektur

(2,421 words)

Author(s): Hoppe, Stephan
1. Definition Die Bedeutung des Begriffes Barockarchitektur ist sowohl i. Allg. als auch im wiss. Gebrauch nicht eindeutig. Er kann sich zum einen auf die in der Epoche des Barock (etwa zwischen 1580/1600 und 1770) entstandene Architektur beziehen. In dieser Perspektive umfasst er stilistisch unterschiedliche Bauten, die neben dem Barock auch Phänomene der Nachgotik, Barockgotik, des Palladianismus (etwa bei Inigo Jones, Jakob van Campen), des franz. Klassizismus und Rokoko mit einbeziehen. Stärker stilgeschichtlich ausgerichtet bezieht sich der Begriff B. v. a. a…

Barockgelehrsamkeit

(10 words)

s. Polyhistor

Barockgotik

(861 words)

Author(s): Fürst, Ulrich
1. Begriff Die B. ist ein Phänomen der europ. Baukunst des 17. und 18. Jh.s, insbes. der Sakralarchitektur, das auch mit den missverständlichen Termini Nachgotik oder Neugotik bezeichnet wird. Von der Sache her ist sie ein quantitativer wie qualitativer Höhepunkt einer umfassenderen Richtung, die am treffendsten mit »Gotik im Vitruvianismus« umschrieben werden kann: die absichtliche Verwendung von Bautypen, Grundelementen und Gestaltungsweisen der gotischen Architektur in Renaissance und Barock, vielfach in Vermischung mit dem vom vitruvian…

Barrikade

(2,006 words)

Author(s): Reichardt, Rolf
1. Entstehung und Verbreitung Von Anfang an fungierten B. als extremes Mittel volksnaher innenpolitischer Oppositionsbewegungen gegen militärische Zwangsmaßnahmen der Obrigkeit. Die Sache und der Name B. entstanden im Frankreich des späten 16. Jh.s: Als die katholische Liga am 12. 5. 1588 in Paris die Gefangennahme ihres Führers Charles de Guise durch Truppen Heinrichs III. verhinderte, indem sie die feindlichen Reiter zwischen Straßensperren aus Eisenketten, Fässern und Pflastersteinen einkesseln ließ, ging dieser Tag als erste journée des barricades (»B.-Tag«) in d…

Bastard

(10 words)

s. Unehelichkeit

Bastille

(2,290 words)

Author(s): Reichardt, Rolf
1. Absolutistisches Staatsgefängnis und politischer Mythos Das franz. Wort B. bezeichnete ursprünglich jede Festung, die aus einem Kranz mehrerer Türme mit Zwischenmauern bestand – so auch die von 1370 bis 1382 erbaute Pariser B. Zu einem bedeutungsvollen, besonderen Namen und Schlagwort wurde dieser allgemeine Terminus erst dadurch, dass die B. im Pariser Faubourg Saint-Antoine seit Richelieu (ca. 1627) kaum noch dem Schutz der Stadt, sondern als Staatsgefängnis (Gefängnis) diente, in dem die Regierung kraft königlicher Siegelbriefe ( lettres de cachet) nach Gutdünken jed…

Bäuerliche Besitzrechte

(1,290 words)

Author(s): Enders, Lieselott
B. B. am Gehöft jeglicher Größenordnung nebst dem zum Hof gehörigen Land traten schon im ma. Europa in der Spannbreite zwischen vollem Eigentum an Land und Gebäuden, Erbzinsrecht (d. h. Eigentum am Gehöft und Erbleihe des dazugehörigen Grund und Bodens) und bloßen Nutzungsrechten (z. B. Zeitpacht) auf. Dieser Sachverhalt erfuhr in der Nz. weitere Veränderungen. 1. Ausgangslage im Spätmittelalter An der Schwelle vom SpätMA zur Nz. herrschten in mitteleurop. Altsiedelgebieten de jure mindere, d. h. teils zeitlich befristete, teils nicht erbliche Besitzrechte vor, so z. B. das …

Bauern

(5,576 words)

Author(s): Wunder, Heide
1. »Bauer«: Begriffe und Konstruktionen 1.1. Fremd- und Selbstbezeichnungen Die wiss. Beschreibungskategorie B. bezeichnet – wie paysan für Frankreich und peasant für England – eine Gruppe landwirtschaftlicher Produzenten mit spezifischen Wirtschafts- und Sozialformen, die sie von selbstwirtschaftenden Grund- und Gutsherren sowie von Domänen- und Gutspächtern abhob, aber ebenso von ledigen land- und hauslosen Dorfbewohnern (Einlieger, Häusler). Als »Arbeits- und Haushaltspaar« bewirtschafteten B. und Bäuerin mit flexiblen Zuständigkeiten ihren Hof [44], dessen Er…

Bauernbefreiung

(10 words)

s. Agrarreformen

Bauerngericht

(10 words)

s. Gericht

Bauernhaus

(845 words)

Author(s): Bedal, Konrad
Der Begriff B. lässt sich gegenüber anderen Haus- und Bauformen nicht leicht abgrenzen, da die sozialen und wirtschaftlichen Daten, die eine verbindliche Bestimmung eines bäuerlichen Anwesens und damit eines B. ermöglichen würden, sozial, zeitlich und regional gesehen sehr schwankend sind. Zwar versteht man zumindest in Mitteleuropa unter B. im engeren Sinn das Wohnhaus eines weitgehend selbständig wirtschaftenden Landwirts bzw. der zugehörigen Familie und abhängig Beschäftigten, doch gehören dazu im weiteren Sinn auch die übrigen Gebäude eines…

Bauernhof

(11 words)

s. Hof, bäuerlich

Bauernkrieg

(4,343 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Zeitliche Einordnung Der Begriff B. bezeichnet unterschiedliche Ereignisse und Phänomene der Nz. Der Umschlag eines gegen die Türken geplanten Kreuzzuges in eine Erhebung gegen den Adel im Jahr 1514 ist als »ungarischer B.« in die Historiographie eingegangen. Im dt.sprachigen Raum werden Aufstände (Revolte) in Oberösterreich (1626) und Bayern (1705/6) als B. bezeichnet [19. 39 f.]. Es handelte sich dabei um landespatriotische Erhebungen, die gegen eine Besatzungsmacht gerichtet waren; ähnlich 1809 in Tirol. In Oberösterreich 1626 und in Bayern …

Bauernlegen

(1,110 words)

Author(s): Enders, Lieselott
Der Terminus B. kam im 18. Jh. angesichts der massenhaften Usurpation von Bauernstellen durch mecklenburgische Gutsherrn auf (Gutsherrschaft) [5]. Er wird in der Forschung unterschiedlich verstanden, empfiehlt sich aber als Oberbegriff für jegliches Reduzieren von Bauernstellen durch den Grundherrn (Grundherrschaft) zwecks Eigenbedarf als Wohn- und Wirtschaftshof, v. a. aber zwecks Expansion der Nutzflächen des Ritterguts. B. wurde schon im MA in großem Ausmaß von klösterlichen Grundherren zum Auf- und Ausbau ei…

Bauernliteratur

(10 words)

s. Heimatliteratur

Bauernrecht

(10 words)

s. Partikularrecht
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