Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Bergregal

(621 words)

Author(s): Westermann, Angelika
Das B. entzog den Grundbesitzern das Nutzungsrecht an den Bodenschätzen – zunächst an Edelmetallen sowie Salz, bald auch Kupfer und Blei, später z. T. Steinkohle und anderen Mineralien – und räumte es dem politischen Souverän ein, der damit ein finanzielles Mitnutzungsrecht sowie das Recht zur Verleihung nach Lehnsrecht erhielt. Dem Besitzer stand bei Nutzung seines Grundes für das Montanwesen eine Entschädigung zu. Das B. entstand im hohen MA und erlangte bald in fast allen europ. Staaten mit Bergbau Geltung, ausgenommen Großbritannien, wo das Recht der Grundherren a…

Bergstadt

(725 words)

Author(s): Reininghaus, Wilfried
In der europ. Stadtgeschichte wird B. in zwei Bedeutungen verwendet: (1) in einem weiten Sinn als eine Stadt, die v. a. durch die Förderung von Erzen oder anderen Bodenschätzen und deren Weiterverarbeitung geprägt ist. Der Bergbau (Montanwesen) konnte auch vorhandene Städte überformen, so bes. im Steinkohlenbergbau (Steinkohle) z. B. Englands und Deutschlands (v. a. 18. Jh.). Diesem funktionalen Begriff steht (2) die engere, rechtliche Definition von B. gegenüber (14. bis 17. Jh.). Im Unterschied zum Umland räumten die Landesherren (Landes…

Bergsteigen

(12 words)

s. Alpinismus | Gebirge

Beruf

(2,731 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. Definition Unter B. versteht man heute eine qualifizierte und dauerhafte Erwerbstätigkeit, die innerhalb der arbeitsteiligen Auffächerung der Wirtschaft durch ein mehr oder weniger klar bestimmtes Aufgabenfeld abgegrenzt ist und als solche auf einer spezifischen Ausbildung fußt (Berufsbildung; Professionalisierung). Dem B. stehen zahlreiche Einkommen generierende bzw. Unterhalt stiftende Tätigkeiten gegenüber, die nicht über den Status eines B. verfügen, z. B. Taglöhnerarbeiten oder Heimarbeit. Die Zahl der B. nimmt ständig zu, da im Zuge des technische…

Berufsbildung

(3,019 words)

Author(s): Bruning, Jens
1. Grundlagen und Forschungsstand Neben der gelehrten Bildung an Lateinschulen und Universitäten als der ersten Traditionslinie abendländischer Bildung gilt die Geschichte der Elementarbildung und die damit verbundene Berufs(aus)bildung als zweite Traditionslinie. Die oft mit diesen beiden Entwicklungen verknüpfte Unterscheidung nach »Bildungswissen« und »Handlungswissen« ist jedoch eher vom modernen Bildungssystem hergeleitet; für die nzl. Bildungsrealität kann man keinesfalls so präzise differenzieren. Als Teildisziplin der Berufs- und Wirtschaftspädag…

Berufsfolge

(865 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
Unter B. wird in der histor. Familienforschung primär die Übernahme des elterlichen Betriebs durch einen Sohn oder eine Tochter im Bereich des Handwerks oder der Industrie bezeichnet, z. T. auch allgemein das Ergreifen des gleichen Berufs. Der Begriff wird aber auch für die direkte Nachfolge von Söhnen in das Amt des Vaters in akademischen Berufen in der Frühen Nz. verwendet. Im Handwerk der Frühen Nz. basierten weder die Aufrechterhaltung des täglichen Betriebs noch die Altersversorgung der Eltern in der gleichen Weise auf der Mitarbeit und der Betrie…

Berufskrankheiten

(1,308 words)

Author(s): Gadebusch-Bondio, Mariacarla
1. Begriff B. bilden eine eigene Gruppe von Erkrankungen, die als Folge pathogener Arbeitsbedingungen anzusprechen sind (Gewerbepathologie). Diese Begriffsbestimmung entwickelte sich bereits mit der 1700 erschienenen Monographie B. Ramazzinis über die Erkrankungen der Arbeiter (s. u. 4.); jedoch spielten die B. im allgemeinen Verständnis bis in das 19. Jh. hinein kaum eine Rolle. Weder die Stichworte Arbeit, Beruf und Krankheit im Zedler'schen Lexikon des 18. Jh.s noch die Definitionen von franz. travail und maladie in der Encyclopédie von Diderot und d'Alembert verb…

Berufsmobilität

(2,757 words)

Author(s): Leeuwen, Marco H.D. van | Lesger, Clé | Prankel, Dieter
1. Beschränkung sozialer Mobilität in der Neuzeit Die drei Hauptformen der sozialen Mobilität (= M.) sind (1) die intergenerationale M., (2) die intragenerationale M. (B. oder Karriere-M.) und (3) die Heiratsmobilität. Allen drei Formen gemeinsam sind die Indikatoren Beruf, Besitz und Sozialprestige [7]; [9]. In der Nz. hatte der gesellschaftliche Status, den der Einzelne mit der Geburt erhielt, eine vorrangige Bedeutung und erschwerte alle drei Formen der sozialen M. (Ständegesellschaft). Bes. Wichtigkeit kam ihm beim Adel zu, der in weiten Teilen Europas an der Spi…

Berufsschule

(12 words)

s. Berufsbildung | Schule

Berufung

(10 words)

s. Rechtsmittel

Besatzung

(10 words)

s. Okkupation

Beschleunigung

(1,208 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Bei ersten Versuchen, B. als »histor. Erkenntniskategorie« zu etablieren, wurde auf die Jahre um 1800 hingewiesen, die von manchen Historikern als »Achsenzeit« begriffen werden [4. 368 f.]. Mittlerweile wird hingegen die gesamte Frühe Nz. als eine Periode betrachtet, in welcher die Geschwindigkeit des Lebens zunahm. Dabei könnte man zunächst an die schnelllebigen 1520er Jahre (die Zeit der Religionskriege), die revolutionären 1640er Jahre, oder an die »atlantischen« Revolutionen am Ausgang des 18. Jh.s denken, in denen rasch wechsel…

Beschneidung

(899 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia
Die B. (hebr. berit milah, arab. khitān) ist ein altes Ritual unklarer Herkunft, das in die Traditionen jüd. und muslim. Glaubenspraktiken aufgenommen wurde; das Ritual bezieht sich ausschließlich auf Männer. Im Judentum steht die B. für den Bund des Stammvaters Abraham mit Gott (Gen. 17, 10). Die B. symbolisiert die Zugehörigkeit zum Bund und damit zur jüd. Gemeinschaft, d. h. zum Volke Israel. Sie soll am achten Lebenstag – auch am Schabbat – vollzogen werden (Gen. 17, 12). Von der Frühen Nz. bis zum Ende des 19. Jh.s wurde die B. in der Synagoge vorgenommen und…

Beschwörung

(752 words)

Author(s): Labouvie, Eva
B. gehören zum magischen Repertoire sowohl der Gelehrten und der Kirche als auch volkstümlicher Praktiken ( Magie). Ihr Wert resultiert aus ihrer auf Veränderung zielenden Wirkung, die im Gegensatz zum Besprechen, zum Segen oder Gebet an Rituale der Bezwingung oder des Befehls geknüpft ist. B. richten sich auf Lebenszusammenhänge wie Krankheit, den Verlust von Gütern, die Abwehr oder Bannung von Gefahr und an verschiedene Kraftträger (Tote, Dämonen, Geister, den Teufel, Heilige). Sie verstärken und autorisier…

Besessenheit

(803 words)

Author(s): Labouvie, Eva
1. Definition B. setzt den Glauben an die Möglichkeit der Inbesitznahme eines Lebewesens, vorzugsweise eines Menschen, durch ein dämonisches Wesen voraus. Diese Inbesitznahme kann freiwillig oder unfreiwillig erfolgen. Voraussetzung ist die Vorstellung, dass eine andere Wesenheit (Gottheit, Dämon, Verstorbener) mit ihrer spirituellen Kraft von einem lebenden Menschen (selten von einem Tier) Besitz nehmen, in diesem wohnen, durch ihn sprechen und handeln und sich in dessen Verhalten äußern kann. B. wurde in der …

Besiedlung

(16 words)

s. Einwanderung | Kolonialmigration | Siedlung | Siedlungskolonie

Besitz

(792 words)

Author(s): Haferkamp, Hans-Peter
1. Begriffsentwicklung B. (lat. possessio) ist tatsächliche Herrschaft über eine Sache, unterschieden von der rechtlichen Herrschaftsmacht, insbes. dem Eigentum (lat. dominium). Das Römische Recht, Grundlage der kontinentaleurop. B.-Lehre, unterschied als Gegenbegriff zum Eigentum den zivilrechtlichen Besitz ( possessio civilis), der einen rechtlich wirksamen B.-Erwerb ( iusta causa) voraussetzte, und den natürlichen Besitz ( possessio naturalis), bei dem es als bloßer Innehabung der Sachherrschaft ( detentio) einer iusta causa nicht bedurfte. Unter Einfluss vo…

Besitzrechte, bäuerliche

(14 words)

s. Bäuerliche Besitzrechte

Besserung

(10 words)

s. Strafzweck

Bestattung

(861 words)

Author(s): Marshall, Peter
Nicht zuletzt wegen der hohen Sterblichkeits-Rate aller europ. Gesellschaften (Mortalität) war die Frage, wie und wo man die Toten bestattet, in der gesamten Nz. von großer Bedeutung. Drei Faktoren waren immer beteiligt: (1) die praktische Notwendigkeit, den Leichnam sicher zu entsorgen, (2) der Ausdruck von Religiosität und (3) die Darstellung von gesellschaftlichem Status. Weil nach christl. Glauben beim Jüngsten Gericht und bei der Auferstehung der Leib mit der Seele wiedervereinigt wird ( Eschatologie), war die Art der B. eine Frage von kultureller Tragweite. …

Bestechung

(10 words)

s. Korruption

Besteck

(1,770 words)

Author(s): Pelzer-Reith, Birgit
1. Begriff Der Begriff B., der die drei Essgeräte Messer, Gabel und Löffel mit einheitlicher Gestaltung der Griffe kennzeichnet, kam um 1800 auf. Noch die Enzyklopädien des 18. Jh.s bezeichneten ein B. als Behälter, Etui oder Futteral, in das kleine Instrumente oder Werkzeuge gesteckt werden können, um sie »solchergestalt gut zu verwahren, oder bei sich tragen zu können« [1]. Das Ess-B. in seiner heutigen Form bildete sich in der europ. Tisch- und Tafelkultur erst um 1700 heraus. Erst im 18. Jh. bestand ein Bestecksatz aus jeweils gleich gestalteten M…

Betrug

(10 words)

s. Vermögensdelikt

Bettler

(724 words)

Author(s): Ammerer, Gerhard
Die Hochschätzung der religiös begründeten Armut durch die Kirche und die Christenpflicht, unverschuldeten Armen zu helfen, wurden erstmals zur Mitte des 14. Jh.s in Frage gestellt. Obwohl der Caritas-Gedanke beim Umgang mit B. während der gesamten Frühen Nz. fortlebte, kam es zu einer zunehmend kritischen Betrachtung der Problematik. Bes. in den Städten bemühte man sich ab dem 16. Jh. verstärkt um die Bekämpfung v. a. des betrügerischen Bettels [4. 49–52]. Die verschärfte Kritik am »beruflichen« und betrügerischen Almosensammeln führte zu zahlreichen Drucksch…

Beute

(10 words)

s. Kriegsbeute

Bevölkerung

(7,365 words)

Author(s): Ehmer, Josef
1. Diskurse und Praktiken 1.1. Begriff Bis in das späte 18. Jh. wurde im Deutschen der Begriff B. im Sinne der Vermehrung der Einwohnerzahl gebraucht. Noch Krünitz' Oeconomische Encyclopädie (1788) verwendete B. als Gegenbegriff zu »Entvölkerung« [1]. Erst am Übergang zum 19. Jh. vollzog sich der Wandel des B.-Begriffs zu seiner modernen Bedeutung. Im ersten Band des Dt. Wörterbuchs der Brüder Grimm (1854) erscheint das Verb »bevölkern« im traditionellen Sinn, das Substantiv B. wird nun als »Einwohnerschaft« definiert. Ähnliche semantische Verschiebu…

Bevölkerungspolitik

(14 words)

s. Bevölkerung | Peuplierung | Politik

Bevölkerungspolizei

(791 words)

Author(s): Simon, Thomas
1. Begriff B. bezeichnet ein bestimmtes in ganz Europa verbreitetes bevölkerungspolitisches Konzept. Der Begriff wird in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s im Kontext der dt. Polizeiwissenschaft verwendet und umschreibt ein Bündel administrativer Maßnahmen, die sämtlich darauf ausgerichtet waren, die Einwohnerzahl eines Landes zu erhöhen. Die B. lässt sich mithin als die spezifisch absolutistische Variante einer zielgerichteten Bevölkerungspolitik definieren, wie sie für das 18. Jh. typisch war (Absolutismus). Sie war untrennbar verbunden mit den Präm…

Bevölkerungsstatistik

(12 words)

s. Bevölkerung | Statistik

Bewässerung

(10 words)

s. Wasser

Bewegung

(12 words)

s. Kausalität | Mechanik

Beweis

(2,140 words)

Author(s): Oestmann, Peter
1. Juristisch 1.1. Grundlegung Im Gerichtsverfahren streiten die Parteien in erster Linie um Tatsachenbehauptungen. Das Gericht von der Wahrheit dieser Behauptungen zu überzeugen, trägt entscheidend zum Ausgang des Prozesses bei. Das Verfahren, diese Überzeugung des Gerichts zu erreichen, nennt man ebenso wie das Ergebnis B. Im ma. Prozess hing der Ausgang offener Fragen oftmals von einem Leumundseid einer Partei ab, die hierbei von Eideshelfern unterstützt wurde (Eid). Gegenstand dieses Verfahrens war nicht die Ermittlung der faktischen Wahrheit, …

Bewetterung

(707 words)

Author(s): Bartels, Christoph | Farrenkopf, Michael
Zur B. eines Bergwerksbetriebes zählen alle physikalisch-chemischen Reaktionen und die im Rahmen der Bergbautechnik angewandten Einrichtungen, welche folgenden Zwecken dienen: (1) Zuführung der erforderlichen Atemluft zu den unter Tage befindlichen Menschen und Tieren, (2) Sicherung der Verbrennungsluft für die Bergmannslampen, (3) Verdünnung und Entfernung der in den Gruben auftretenden explosiven (»schlagenden«), stickigen (»matten«) und giftigen (»bösen«) Gase (sog. Wetter) sowie (4) Abführung überschüssiger Wä…
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