Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Bauern

(5,369 words)

Author(s): Wunder, Heide
1. »Bauer«: Begriffe und Konstruktionen 1.1. Fremd- und SelbstbezeichnungenDie wiss. Beschreibungskategorie B. bezeichnet – wie paysan für Frankreich und peasant für England – eine Gruppe landwirtschaftlicher Produzenten mit spezifischen Wirtschafts- und Sozialformen, die sie von selbstwirtschaftenden Grund- und Gutsherren sowie von Domänen- und Gutspächtern abhob, aber ebenso von ledigen land- und hauslosen Dorfbewohnern (Einlieger, Häusler). Als »Arbeits- und Haushaltspaar« bewirtschafteten B. und Bäuerin mit flexiblen Zuständigkeiten ihren Hof[44], dessen Er…
Date: 2019-11-19

Bauernbefreiung

(2 words)

s. Agrarreformen
Date: 2019-11-19

Bauerngericht

(2 words)

s. Gericht
Date: 2019-11-19

Bauernhaus

(820 words)

Author(s): Bedal, Konrad
Der Begriff B. lässt sich gegenüber anderen Haus- und Bauformen nicht leicht abgrenzen, da die sozialen und wirtschaftlichen Daten, die eine verbindliche Bestimmung eines bäuerlichen Anwesens und damit eines B. ermöglichen würden, sozial, zeitlich und regional gesehen sehr schwankend sind. Zwar versteht man zumindest in Mitteleuropa unter B. im engeren Sinn das Wohnhaus eines weitgehend selbständig wirtschaftenden Landwirts bzw. der zugehörigen Familie und abhängig Beschäftigten, doch gehören dazu im weiteren Sinn auch die übrigen Gebäude eines l…
Date: 2019-11-19

Bauernhof

(3 words)

s. Hof, bäuerlich
Date: 2019-11-19

Bauernkrieg

(4,208 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Zeitliche EinordnungDer Begriff B. bezeichnet unterschiedliche Ereignisse und Phänomene der Nz. Der Umschlag eines gegen die Türken geplanten Kreuzzuges in eine Erhebung gegen den Adel im Jahr 1514 ist als »ungarischer B.« in die Historiographie eingegangen. Im dt.sprachigen Raum werden Aufstände (Revolte) in Oberösterreich (1626) und Bayern (1705/6) als B. bezeichnet [19. 39 f.]. Es handelte sich dabei um landespatriotische Erhebungen, die gegen eine Besatzungsmacht gerichtet waren; ähnlich 1809 in Tirol. In Oberösterreich 1626 und in Bayern …
Date: 2019-11-19

Bauernlegen

(1,082 words)

Author(s): Enders, Lieselott
Der Terminus B. kam im 18. Jh. angesichts der massenhaften Usurpation von Bauernstellen durch mecklenburgische Gutsherrn auf (Gutsherrschaft) [5]. Er wird in der Forschung unterschiedlich verstanden, empfiehlt sich aber als Oberbegriff für jegliches Reduzieren von Bauernstellen durch den Grundherrn (Grundherrschaft) zwecks Eigenbedarf als Wohn- und Wirtschaftshof, v. a. aber zwecks Expansion der Nutzflächen des Ritterguts. B. wurde schon im MA in großem Ausmaß von klösterlichen Grundherren zum Auf- und Ausbau ei…
Date: 2019-11-19

Bauernliteratur

(2 words)

s. Heimatliteratur
Date: 2019-11-19

Bauernrecht

(2 words)

s. Partikularrecht
Date: 2019-11-19

Bauernrevolte

(6 words)

s. Hungerrevolte | Revolte | Widerstand
Date: 2019-11-19

Baugewerbe

(1,353 words)

Author(s): Gömmel, Rainer | Braun, Helmut
1. GrundlagenDas B. umfasst im weiteren Sinne alle Berufe und Gewerbe, die bei der Errichtung von verschiedensten Bauten (im Hochbau Häuser aller Art, Brücken, Kirchen, Repräsentationsbauten usw., im Tiefbau Straßen, Kanäle, Befestigungswälle, Deiche usw.) direkt oder indirekt beteiligt sind. Neben der Bauleitung besteht das B. aus den Gewerben der beim Bau tätigen Handwerker, die jeweils nach ihrer beruflichen Stellung unterschieden werden (Meister, Gesellen [1]; [6], Lehrlinge und einfache Handlanger [3]; [4]; Lehrzeit). Der Betrieb eines B. bzw. die Ausübung ei…
Date: 2019-11-19

Baukonjunktur

(646 words)

Author(s): Gömmel, Rainer | Braun, Helmut
B. wird als eine im längeren Zeitablauf zyklisch schwankende Entwicklung aller Aktivitäten im Hoch- und Tiefbau innerhalb einer Region bzw. eines Staates definiert (jahreszeitliche Schwankungen zählen daher nicht dazu). Die Schwankungen der Bauaktivitäten sind für die Nz. wenig erforscht [5]: Aufgrund der im dt.sprachigen und ital. Raum herrschenden Zersplitterung in eine Vielzahl selbständiger Territorien und (freier) Städte können diese Schwankungen hier allenfalls innerhalb dieser Einheiten untersucht werden.Die Erfassung von Bauaktivitäten als Voraussetzu…
Date: 2019-11-19

Baukunst

(2 words)

s. Architekturtheorie
Date: 2019-11-19

Baumeister

(4 words)

s. Architekturtheorie | Baugewerbe
Date: 2019-11-19

Baumwolle

(3,240 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
B. ist einer der wichtigsten Werkstoffe zur Herstellung von Kleidung in der Menschheitsgeschichte. Ebenso wie bei der Seide, die allerdings in der westl. Welt immer ein Luxusprodukt blieb, stellte sich früh, d. h. seit dem 15. Jh., eine weiträumige Trennung zwischen B. anbauenden und B. verarbeitenden Regionen ein. Die Industrialisierung des späten 18. und frühen 19. Jh.s spielte sich zuerst und besonders ausgeprägt im B.-Gewerbe ab. B. und B.-Produkte zählten in dieser Zeit zu den wichtigsten Welthandelsgütern.1. Anbauregionen, WelthandelB. wird in tropischen und subt…
Date: 2019-11-19

Bauordnung

(674 words)

Author(s): Gömmel, Rainer | Braun, Helmut
Das Institut der B. (auch Baureglement) wurde weitgehend vom MA in die Nz. übernommen. Waren B. im MA noch auf die Städte beschränkt, wurden nun auch für manche Landschaften, beispielsweise für Württemberg im 16. Jh. und für die Berner Landschaft im 17. Jh., B. erlassen. Mit dem Wachstum von Städten und der dort höheren Bevölkerungsdichte war der Erlass einer B. durch die obersten Organe einer Stadt unabdingbare Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben. Die meist detaillierten B. dienten …
Date: 2019-11-19

Bauornament

(726 words)

Author(s): Syndikus, Candida
Das B. (Synonyme: Bauornat, Bauschmuck, Bauzier) umfasst sämtliche plastischen Schmuckformen, deren Träger Architektur ist. Richtungweisend ist die Definition von Leon Battista Alberti (1404–1472), der im Rückgriff auf die röm. Antike die Säule nicht nur als tektonisches Stützelement, sondern als ranghöchstes Ornament beurteilte [1] (vgl. Abb. 1). Zusammen mit dem Gebälk sowie dem Postament bildet sie die Säulenordnung. Darüber hinaus zählen zum B.: Gesimse, Giebeldekor, Voluten, Baluster und Vasen, Wappen und Impresen, Schilde und Kart…
Date: 2019-11-19

Bauplastik

(4 words)

s. Bauskulptur | Bauornament
Date: 2019-11-19

Bauskulptur

(2,458 words)

Author(s): Wiener, Jürgen
1. DefinitionB. ist kein einheitlich verwendeter Begriff. Gelegentlich wird B. als Synonym für Bau- und Architekturplastik gebraucht und damit auf alle Skulptur und Plastik am Bau bezogen. In der Regel aber meint er nicht die Gesamtheit der einem Bau integrierten bildhauerischen oder plastischen Aufgaben (in letzter Konsequenz wäre dies in der frühen Nz. jeder gemeißelte Steinquader, wie bereits Quatremère de Quincy 1832 betonte [3]); vielmehr ist B. die für eine bestimmte Architektur gefertigte oder verwendete und mit ihr verbundene Skulptur und Plastik fi…
Date: 2019-11-19

Baustatik

(2,264 words)

Author(s): Becchi, Antonio
Die B. widmet sich der mechanischen Interpretation von Bauwerken, um deren Verhalten bezüglich ihrer Eigenlast sowie zusätzlich auf sie wirkender Lasten zu beschreiben. Hauptgegenstand der B. sind Statik und Festigkeitslehre. Die statische Analyse von Gebäuden wurde im Verlauf des 18. Jh.s integraler Bestandteil der Ingenieursausbildung (Ingenieur; Technische Ausbildung). Gleichzeitig präsentierten erste Handbücher die Grundzüge der B., deren theoretisches Fundament im Lauf des 19. Jh.s immer differenzierter ausgearbeitet wurde. Angesied…
Date: 2019-11-19

Baustile

(15 words)

s. Architekturtheorie | Barockarchitektur | Barockgotik | Historismus | Klassizistische Architektur | Renaissance | Revolutionsarchitektur
Date: 2019-11-19

Baustoffe

(2,582 words)

Author(s): Reith, Reinhold
Als wichtige B. kamen im SpätMA und der Nz. Holz, Stein, Kalk, Sand, Lehm bzw. Ton in Betracht. Die Verfügbarkeit dieser Materialien beeinflusste Bautechnik und Baustil wesentlich (Architekturtheorie), wobei langfristig ein Trend von der Holz- zur Steinbauweise (bzw. zum Backstein) zu beobachten ist. Die ungleiche räumliche Verteilung der B. und die hohen Transportkosten banden das Bauwesen der Nz. stark an das jeweilige milieu naturel[12]. Das Umland bildete das primäre Versorgungsgebiet, wenngleich B. auch über weite Strecken herangeführt wurden. Der Tran…
Date: 2019-11-19

Bautechnik

(10 words)

s. Fachwerk | Gewölbebau | Gründungsbau | Hebevorrichtungen | Steinbau
Date: 2019-11-19

Bautypus

(2,218 words)

Author(s): Hoppe, Stephan
1. BegriffsdefinitionB. ist ein zwischen Funktion, Form und Inhalt angesiedelter Klassifikationsbegriff, der es erlaubt, Gebäude nach ihrer formalen Grundstruktur bzw. ihrer Grundgestalt zu unterscheiden bzw. untereinander in Bezug zu setzen. Solche Grundstrukturen können Gestaltkonzepte wie Turm, Giebelhaus, Traufenhaus, Zentralbau oder Longitudinalbau sein. In diesem Sinn von Formtyp wird der Begriff B. im Folgenden verwendet.In einem strengen Sinn bezieht sich der verwandte Begriff der Baugattung demgegenüber auf die Funktion eines Gebäudes (z.…
Date: 2019-11-19

Bauwesen

(1,427 words)

Author(s): Gömmel, Rainer | Braun, Helmut
1. Allgemeine begriffliche Abgrenzung und TrägerBeim Begriff des B. stehen, im Gegensatz zur Architektur, in erster Linie die Trägerschaft und der Zweck der Errichtung eines Gebäudes im Vordergrund; die einzelnen Bauprojekte können nach ihren Auftraggebern und Financiers unterschieden werden. Der Hochbau umfasst primär die Errichtung von Gebäuden, daneben auch die von Brücken[7]. Der Tiefbau umspannt den gesamten Straßen- und Wegebau (Straße) sowie Erdarbeiten wie Wallaufschüttungen oder die Anlage von Kanälen; darüber hinaus gehören das Anlegen v…
Date: 2019-11-19

Beamtenausbildung

(1,481 words)

Author(s): Bruning, Jens
1. Staat – Verwaltung – Beamte: GrundlagenMit der Herausbildung des nzl. Staates und der damit einhergehenden Entwicklung einer professionellen Verwaltung rückten die Amtsträger stärker ins Blickfeld, da eine Herrschaftsausübung mit Hilfe genereller Normen nur möglich war, wenn eine entsprechend qualifizierte Beamtenschaft deren Durchsetzung organisierte und kontrollierte (Beamter). Während bei der Auswahl der (Staats-)Beamten, wie diese neue Führungsschicht seit dem 18. Jh. bezeichnet wurde, bis um 1800 auch persönl…
Date: 2019-11-19

Beamtenlehre

(1,339 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. GrundlagenDie Entstehung des nzl. Beamtentums (Beamter) war von einer Vielfalt mündlicher und schriftlicher Erörterungen der Aufgaben und Qualifikationen sowie der gesellschaftlich-politischen Stellung dieser neuen, sekundären Herrschaftselite begleitet. Dort, wo Aus- und Aufbau der Administration (Verwaltung) bes. weit vorangeschritten war, ging daraus spätestens in der zweiten Hälfte des 16. Jh.s eine förmliche, ab dem 18. Jh. wesentlich juristisch, in geringerem Maße auch staatswirtschaftlich geprägte B. hervor. Diese von Verwaltungspraktikern und an d…
Date: 2019-11-19

Beamtenrecht

(812 words)

Author(s): Wunder, Bernd
Das B. als Regelung der Arbeitsbeziehungen im öffentlichen Dienst durch Gesetz wurde erst im Aufgeklärten Absolutismus fassbar und erfuhr seine wesentliche Ausprägung als Teil der Verwaltungs-Reformen im nachrevolutionären Frankreich und im europ. Machtbereich Napoleons. Die Zentralisierung der Zivilverwaltung nach militärischem Vorbild zwischen 1800 und 1804 führte auch zur Schaffung des modernen Beamtentums. Der privatrechtlich angestellte, nebenamtlich und zeitlich befristet tätige, häufig adlige Generalist wurde dur…
Date: 2019-11-19

Beamter

(2,489 words)

Author(s): Asch, Ronald G.
1. Amtsträger und FunktionenDas Wachstum der Staatsgewalt in der Frühen Nz. war auf das Engste verbunden mit der Entwicklung einer professionellen Verwaltung, für deren Amtsträger die Verteidigung der Autorität des Staates und der Kampf für den eigenen sozialen Status und die eigenen Interessen sich zu einer Einheit verbanden. Diese Amtsträger wurden allerdings erst seit dem 18. Jh. durchgängig als B. oder Staats-B. (statt Diener, Räte, Amtmann etc.) bezeichnet, auch wenn das Wort (etwa in der Form beambte) gelegentlich schon im 16. Jh. verwandt wurde. Der entsprechend…
Date: 2019-11-19

Befreiungskriege

(1,976 words)

Author(s): Grothe, Ewald
1. Militärische EreignisseMit dem Begriff der B. (auch Freiheitskriege oder (anti-) Napoleonische Kriege) bezeichnet man den militärischen Konflikt der dt. und europ. Staaten mit Napoleon (1813 bis 1815; vgl. Abb. 1 und Abb. 2). Die B. beschlossen eine Phase intensiver militärischer Auseinandersetzungen in der letzten Dekade des 18. und zu Beginn des 19. Jh.s. Beginnend mit den Koalitionskriegen nach 1792 und fortgesetzt durch die Eroberungen Napoleons seit 1799, hatte Europa über zwei Jahrzehnte hinweg im Zeichen der franz. Expansion gestanden. Na…
Date: 2019-11-19

Begierde

(1,854 words)

Author(s): Dimit, Robert | Werner, Gunda
Die Konzeptionen von B. variierten in der Nz. stark. Wie im Hinblick auf Gefühle generell änderten sich auch Anschauungen und Einstellungen zur B., sowohl in der Theorie als auch in der Praxis.1. TheorienDie frühnzl. Vorstellungen von B. (lat. voluptas) unterschieden sich zunächst kaum von denen des MA. Nach Thomas von Aquin wurde die B. als eine der grundlegenden Leidenschaften der Seele verstanden und als das Verlangen definiert, ein abwesendes oder zukünftiges Gut zu erlangen. In diesem technischen Verständnis ist das Objekt der B. immer sinnlich er…
Date: 2019-11-19

Begnadigung

(823 words)

Author(s): Oestmann, Peter
Die B. ist ein Akt der Staatsgewalt, durch den eine nach dem Gesetz strafbare Person aus Gründen der höheren Gerechtigkeit von den Rechtsfolgen ihrer Tat ganz oder teilweise entbunden wird [4. 763]. Im Gegensatz zur ma. Gegenüberstellung von Gnade und Recht und dem Richten nach Gnade, bei dem ein Gericht aufgrund von Billigkeitserwägungen ein Urteil fällen oder ändern konnte, knüpft die nzl. B. an die Ausdifferenzierung der Staatsgewalt an (Staat). Für die Verurteilung eines Straftäters war die Justiz zuständig, die B. wurde dagegen zu einem Reservatrecht des Landes…
Date: 2019-11-19

Begräbnis

(2 words)

s. Bestattung
Date: 2019-11-19

Begriffsjurisprudenz

(661 words)

Author(s): Haferkamp, Hans-Peter
Der Begriff B. ist eine polemisch überlagerte Bezeichnung des dt. Rechtswissenschaftlers Rudolf von Jhering für eine begriffsmathematische, lebensferne Jurisprudenz [1]. Er wird zur Charakterisierung von Teilen der dt. Rechtswissenschaft des 19. Jh.s verwandt. Eine allgemein akzeptierte Definition von B. existiert bis heute nicht [6]. Teilaspekte des Bildes der B. sind die Vorstellung des gegebenen Rechts als lückenlose Ordnung, die auf ein rein logisch verknüpftes Begriffssystem zurückgeführt werden kann (»Begriffspyramide« [5]) und neue Rechtssätze wiederum re…
Date: 2019-11-19

Begrüßung

(4 words)

s. Grüßen | Ritual
Date: 2019-11-19

Behinderung

(789 words)

Author(s): Schattner, Angela
Behindert ist nach heutiger Definition derjenige, der aufgrund eines länger andauernden körperlichen, geistigen oder seelischen Schadens nicht an einer als »normal« angesehenen Lebensführung teilnehmen kann. Bis zum Beginn des 19. Jh.s gab es allerdings keine eigene Bezeichnung für den heutigen Begriff »Behinderte«, sondern B. wurde unter dem Aspekt der Gebrechen betrachtet (Krankheit). In verschiedenen Quellen (v. a. in Bettel- und Armenordnungen der Städte) sind daher Behindertengruppen wie Blinde, Lahme und bresthaftige lut (»verkrüppelte Leute«), aber kein g…
Date: 2019-11-19

Behörde

(995 words)

Author(s): Simon, Thomas
Das Wort B. taucht am Ende des 17. Jh.s in seiner heutigen Bedeutung auf. Es bringt die zunehmende Institutionalisierung der Verwaltungstätigkeit zum Ausdruck, für deren Zwecke der Staat im Laufe der Frühen Nz. einen stetig wachsenden und sich differenzierenden Handlungsapparat ausbildete. Mit ihm wurden Herrschaft und Verwaltung von der Person des Fürsten gelöst; der Verwaltungsapparat entwickelte allmählich ein Eigenleben und verlieh dem werdenden Territorialstaat ein institutionelles Gerüst, das permanent wirksam sein konnte, weil es si…
Date: 2019-11-19

Beichte

(2,324 words)

Author(s): Walter, Peter | Ohst, Martin | Ivanov, Vladimir
1. Definition und BedeutungDie B. (von mhdt. bigiht, zusammengezogen bīht[e]: Aussage, Bekenntnis; Übersetzung von lat. confessio) ist die vom frühen MA bis teilweise in die Gegenwart gebräuchlichste Form des kirchlichen Bußverfahrens. Der Streit um die Frage, ob der B. der Charakter eines Sakraments zuzuerkennen und wie ihre kirchenamtliche Regulierung und ihre Ausübung in der Religionspraxis zu gestalten sei, ist zu einem wesentlichen Differenzierungsfaktor zwischen den drei großen christl. Konfessionen gewo…
Date: 2019-11-19

Beichtorden [Hinzugefügt 2018]

(743 words)

Author(s): Blum, Daniela | Herausgeber: Gunda Werner
1. Allgemeines und Vorgeschichte im MittelalterAls B. werden jene relig. Ordensgemeinschaften (Orden 3.) bezeichnet, die die Beichte zu einem zentralen seelsorgerlichen Prinzip machten. Dazu gehörten die Dominikaner und Franziskaner im Kontext apostolischer Reformbewegungen im 12./13. Jh. sowie die Jesuiten in der Zeit der Konfessionalisierung. Die genannten Orden verbanden die Beicht- Seelsorge mit einer apostolischen Lebensweise und einer intensiven Predigttätigkeit.Das Vierte Laterankonzil (1215) machte die jährliche Beichte beim zuständigen Pfarrer …
Date: 2019-11-19

Beigeordneter

(617 words)

Author(s): Schmidt, Patrick
Eine Definition des Begriffs B. muss einerseits unterschiedliche regionale Traditionen der Gemeindeverfassung (v. a. Bürgermeister- und Magistratsverfassung), andererseits Bedeutungsveränderungen berücksichtigen, die der Begriff in den letzten zwei Jahrhunderten erfahren hat. Aus geschichtswiss. Perspektive ist zu beachten, dass Diskrepanzen zwischen dem B. als analytischem Terminus und als Quellenbegriff auftreten. In der modernen verwaltungswiss. Literatur wie auch in einem Teil der Gemeindeve…
Date: 2019-11-19

Bekehrung

(1,244 words)

Author(s): Matthias, Markus
1. BegriffB. (lat. conversio; »Umkehr«, Konversion) oder das für dieselbe Erfahrung stehende Symbol der Neu- und Wiedergeburt sind allgemeine religiöse Phänomene. Ein Subjekt nimmt die B. als einen Akt wahr, durch den es in seiner religiösen oder quasi-religiösen (z. B. weltanschaulichen oder künstlerischen) Orientierung fundamental und umfassend neu ausgerichtet wird.Markus Matthias2. TypenB. kann bezeichnen: (1) die Um- oder Rückkehr zu bekannten, aber im Laufe der (Lebens-)Geschichte verlassenen, religiösen oder moralischen Werten, wie sie die …
Date: 2019-11-19

Bekenntnis

(1,735 words)

Author(s): Axt-Piscalar, Christine
1. Bedeutung und Funktion des BekenntnissesGrundfunktion des christl. B. ist die in Wort und Tat vollzogene öffentliche Bezeugung der Heilsoffenbarung Gottes in Person und Werk Jesu Christi, wie sie sich durch das Wirken des Heiligen Geistes dem Glauben erschließt (Offenbarung). Das B. ist der Grundakt sowohl des persönlichen Glaubens des Einzelnen als auch des Glaubens der Kirche als Gemeinschaft. Diese Funktion des B., wie sie im Neuen Testament für die ersten Christen und Gemeinden bezeugt ist (Römerbrief 10, 9; erster Brief an Timotheus 6, 12) und für den Anspruch der Glaubens-B…
Date: 2019-11-19

Bekleidungsgewerbe

(791 words)

Author(s): Deceulaer, Harald
In den meisten spätma. und frühnzl. Städten Europas bildete das B., gemessen an der Beschäftigung, den zweitgrößten Sektor nach dem Baugewerbe. Eine große Anzahl von Schneidern, Strickern und Wirkern, Hut- und Mützenmachern, Bandwebern (vgl. Bandweberei), Gebrauchtwarenhändlern, Näherinnen u. a. bedienten den Bedarf der Konsumenten. Das Ausmaß und die Zusammensetzung des B. variierte über Raum und Zeit: Während Schneider auf dem Lande in den Quellen zum späten MA noch kaum Erwähnung finden, führte die Veränderung des ländlichen Lebensstandards im Ver…
Date: 2019-11-19

Belagerung

(886 words)

Author(s): Hohrath, Daniel
In den Kriegen der Frühen Nz. waren B. von Festungsstädten ein sehr häufiges, wenn nicht das vorherrschende Element der Kriegführung[3. 632–685]; [5]. Die Bedeutung von Festungen lag auf mehreren Ebenen: Politische, strategische und logistische Aspekte waren untrennbar miteinander verbunden: Auch wenn Städte ihre Bedeutung als eigenständige politische Einheiten seit dem Ende des MA zusehends einbüßten, wurden Residenzstädte und Provinzhauptstädte in den frühnzl. Territorialstaaten zu Zentren fürstlicher Herrschaftsausübung und bevorzugt zu Festungen ausgebaut. Im Kr…
Date: 2019-11-19

Beleidigung

(883 words)

Author(s): Fuchs, Ralf-Peter
Im dt. Sprachgebrauch bezeichnet B. die Verletzung sowohl des Leibes (Gewaltkriminalität) als auch der Ehre. Auch im frühnzl. Gemeinen Recht wurden verschiedene Formen der B. unter einem Begriff (lat. iniuria) zusammengefasst. Unter iniuria fielen Kränkungen einer Person mittels verbaler und tätlicher B. (Verbal- und Realinjurien) sowie schriftliche B. und Kränkungen mittels Gestik und Mimik. Schimpfwörter, Schmähgesten und Gewaltrituale bildeten in der Nz. ein Zeichenrepertoire, das in Ehrkonflikten eingesetzt wurde. In diesem Rahmen verwiesen sie auf element…
Date: 2019-11-19

Bel esprit

(3 words)

s. Schöngeist
Date: 2019-11-19

Beleuchtung

(698 words)

Author(s): Jaritz, Gerhard
B. und B.-Körper sind in starkem Maße Indikatoren für die soziale Gruppenzugehörigkeit ihrer Benutzer. Im 15. und 16. Jh. wurden wie während des gesamten MA bes. Fackeln und Kienspäne als mobile Lichtträger verwendet. An Lichtgefäßen lassen sich Ton-, Glas- und Metalllampen nachweisen. Als Brennstoff wurden für diese v. a. Öle (z. B. Leinöl, Mohnöl) oder, bes. in Nordeuropa, Tran verwendet; derartige Lampen benutzte man in einfachen Haushalten bis ins 19. Jh. Andere B.-Mittel funktionierten auf der Basis fester Brennstoffe, wie das bill…
Date: 2019-11-19

Bellum iustum

(4 words)

s. Krieg, gerechter
Date: 2019-11-19

Beobachtung

(2,310 words)

Author(s): Steinle, Friedrich
1. BegriffB. (lat. observatio) stellt die Hauptquelle empirischen Wissens und zusammen mit dem Experiment das zentrale Verfahren der Naturwissenschaften und der empirischen Gebiete der Geistes- und Sozialwissenschaften dar (Empirismus). Als gerichtete, auf spezifische Gegenstände oder Gegenstandsaspekte fokussierte Aufmerksamkeit ist B. auch in nichtwiss. Lebensbereichen zu finden, wenn etwa ein Zeichner seinen Gegenstand, das Militär feindliche Linien, ein Roulettespieler seine Mitspieler oder ein Passant merkwürdige Gestalten auf dem Parkplatz beobachtet.Fried…
Date: 2019-11-19

Beredsamkeit

(2 words)

s. Rhetorik
Date: 2019-11-19
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