Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Dalai Lama

(13 words)

s. Lamaismus

Dame

(1,513 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Der nach 1650 aus dem franz. dame bzw. dem ital. dama oder donna ins Deutsche übernommene Begriff ist von lat. domina (»Herrin«) abgeleitet. Synonyme für »Herrin« sind auch seine Entsprechungen im Spanischen ( señora) und Englischen ( lady, von angelsächs. hlafdige = »Brotherrin«). Als höfischer Titel wurde er meist in Verbindung mit dem Possessiv »mein«, ma bzw. my, gebraucht ( Madame, Madonna, My Lady bzw. Milady). Beim Schach- und beim Kartenspiel bezeichnet D. die zweitwichtigste Figur oder Karte [1]. 2. Trägerinnen Prinzipiell war der Titel D. der höchsten Herrscher…

Damenhof

(907 words)

Author(s): Kolk, Caroline zum
1. Begriff und Funktion Frauen der Elite hatten in allen Hochkulturen Anspruch auf eigenes Personal und Begleiter/innen, die sich um ihr leibliches und geistiges Wohl kümmerten. Als D. bezeichnet man die Gruppe von Hofdamen, Würdenträgern und Domestiken ( Dienstboten), die einer Fürstin zu Diensten standen. Die Funktionen des nzl. D. waren vielfältig und eng mit dem Status der Herrin verbunden. Neben der materiellen Versorgung der Fürstin und ihrer Begleitung, die v. a. zu Zeiten der ma. Reiseherrschaft die Existenz eines autonomen Hofstaates erforderte, erfüllte der D. a…

Damenstift

(1,071 words)

Author(s): Koch, Lucia
1. Begriff und Organisation D. (auch Kanonissenstift, Frauenkonvent, freiweltliches Stift) bezeichnet im weiteren Sinne eine Frauengemeinschaft, die ein religiöses Leben führte, das keiner Bindung an eine monastische Kommunität unterlag [10] (Mönchtum; Kloster). Die Frage, ob D. ausschließlich dem (hohen) Adel vorbehalten oder ständisch gemischt waren (Ständegesellschaft), wird in der Forschung diskutiert. D. existierten seit dem FrühMA v. a. in sächsischem, fränkischem und oberital. Gebiet; gebräuchlich wurde die Bezeichnung im en…

Dämonen

(12 words)

s. Dämonologie | Teufelsglaube

Dämonisierung

(794 words)

Author(s): Rüther, Kirsten
Im Kontext der global stattfindenden religiösen Interaktionen der Nz. kam es in Bezug auf die Gottesnarrative anderer Völker und Gesellschaften, die Europäer und bes. die im Namen der Christianisierung aktiven Missionare abbildeten und schufen, grundsätzlich zur D. anderer Götter. In diesem Prozess wurden Götter, Geistwesen und Ahnen außereurop. Gesellschaften den Kategorien »gut« oder »böse« zugeteilt und im Falle der Kategorie »böse« fast ausschließlich als »Dämonen« definiert – ein Thema, das gerade in der Frühen Nz. …

Dämonologie

(1,097 words)

Author(s): Butler, Todd | Prankel, Dieter
1. Definition und Gegenstand Das griech. Wort daímōn bezeichnet ein übernatürliches Wesen; D. ist die Lehre davon. Der bedeutendste Theoretiker der D. der Renaissance war der Philosoph Marsilio Ficino ( De triplici vita, Florenz 1469; »Über das dreifache Leben«). Sein Interesse am Neuplatonismus (Platonismus) und anderen antiken philosophischen Richtungen prägte seine Vorstellung von Dämonen (= Dn.) als Wesen, die überirdische Kräfte vermitteln. Paracelsus und Henry Cornelius Agrippa ( De occulta philosophia, 1533) entwickelten Ficinos Ansätze weiter; durch die V…

Dampfkraft

(10 words)

s. Dampfmaschine

Dampfmaschine

(4,099 words)

Author(s): Weber, Wolfhard
1. Allgemeines Die kontinuierlich genutzte Expansionskraft des Wasserdampfes erlangte erst mit James Watts Weiterentwicklung der Newcomen-Maschine in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s, nach 1800 dann mit der Hochdruck-D. erhebliche Bedeutung; die Verwendung der Dampfturbine setzte erst gegen Ende des 19. Jh.s ein; dennoch besaß die D. eine Initialfunktion für die Industrialisierung. Sie wurde zuerst im Bergbau verwendet (Montanwesen; Bergbautechnik), dann bald auch im Verkehrswesen (Dampfschiff und Eisenbahn). In einem langfris…

Dampfschiff

(919 words)

Author(s): Scholl, Lars-Ulrich
Jahrtausendelang war der sich mit Booten, Flößen oder Schiffen auf dem Wasser fortbewegende Mensch auf seine eigene oder auf tierische Muskelkraft sowie auf die Windenergie oder die Fließkraft des Wassers angewiesen. Er benutzte Stangen zum Staken, Riemen zum Rudern, Schaufelblätter zum Paddeln, Leinen zum Treideln vom Ufer aus durch Rinder, Pferde oder Menschen (Treidlerei), Segel zum Vortrieb durch den Wind oder einfach die Strömung eines Gewässers. Eine entscheidende Veränderung brachte erst die Übernahme der Kolbendampfmaschine gegen Ende des 18. Jh.s, die…

Dänisches Kolonialreich

(13 words)

s. Kolonialreich

Danksagung

(1,090 words)

Mit dem 15. und letzten Band sowie dem abschließenden Gesamtregister wurde die Enzyklopädie der Neuzeit 2012 veröffentlicht. Dank einer bewunderungswürdigen Kraftanstrengung aller Beteiligten ist es seit den ersten Herausgebertreffen im Jahre 2002 sowie dem Erscheinen des ersten Bandes im Mai 2005 in erstaunlich kurzer Zeit gelungen, ein Unternehmen zu vollenden, das die Neuzeit - so unsere Hoffnung - auf eine neue Weise erschließt und die zukünftige Forschung und Lehre nachhaltig beeinflussen wird. Die ausfü…

Daoismus

(10 words)

s. Taoismus

Darlehen

(751 words)

Author(s): Hofer, Sibylle
1. Begriff Das D. stellt schon in der Nz. die zentrale rechtliche Vertragsform für Kredit-Gewährungen dar. Kennzeichen eines D. ist, dass einer Person (Darlehensnehmer) nach Maß oder Gewicht bestimmte Gegenstände (z. B. Korn, Tuch, Öl) vom Darlehensgeber mit der Abrede übertragen werden, dass später Gegenstände gleicher Art, Quantität und Qualität zurückzugeben sind. Hauptanwendungsfall war auch schon in der Nz. das Geld-D. Dass der Darlehensnehmer Eigentum und damit Verfügungsbefugnis an den ihm übertragenen Sachen erhielt und später andere Sachen gl…

Darstellung

(12 words)

s. Repräsentation | Theater

Datierung, historische

(15 words)

s. Chronologie | Kalender

Debüt

(9 words)

s. Erstling

Dechristianisierung

(714 words)

Author(s): Graf, Friedrich Wilhelm
Der dt. Begriff der D. entstand im späten 18. Jh. im Kontext religionspolitischer Debatten über die Französische Revolution. Dort wurde déchristianisation als Kampfbegriff zur Bezeichnung zunächst spontaner gewalttätiger Aktionen kleinbürgerlicher Gruppen gegen die Römisch-katholische Kirche und ihren Klerus, für den Raub von Kirchengut sowie die Verwüstung von Kirchen, anderen kirchlichen Gebäuden und Kunstschätzen verwendet (Ikonoklasmus). Anhänger der Revolution gebrauchten den Begriff außerdem sowohl zur Beschreibung des Bruchs mit kirchlicher …

Deckenmalerei

(2,440 words)

Author(s): Krems, Eva-Bettina
1. Begriff, Orte und Themen Unter D. fasst man jegliche gemalte Dekoration zusammen, mit der die Decke eines Raumes (verschalter Dachstuhl, Flachdecke oder Gewölbe) ausgestattet sein kann. D. findet sich im profanen und sakralen Bereich und spielt dort dank ihrer sowohl ästhetischen Gestaltung als auch ikonographisch-ikonologischen Bedeutung zu fast allen Epochen der Nz. eine wichtige Rolle. Die Wahl der Themen richtete sich nach Funktion und Bedeutung der Räume. Die Hochachtung gegenüber D. zeigt sich zum einen darin, dass die bedeutendsten Maler ihrer Zeit dam…

Déclaration des droits de l'homme et du citoyen

(33 words)

s. Menschen- und Bürgerrechtserklärungen

Decorum

(791 words)

Author(s): Kanz, Roland
1. Rhetorische Begriffstradition Der Begriff D. (griech. prépon; lat. aptum, decorum, convenientia; ital. decoro, convenienza, convenevolezza; franz. bienséance, convenance) entstammt der Rhetorik und bezeichnet das Schickliche und Angemessene einer Rede und im Verhalten. Die Anwendungsbereiche erstrecken sich auf die Sprache und ihre Stiltheorie, in ethisch-moralischer Hinsicht auf das Verhalten im öffentlichen und privaten Leben nach Geschlecht, Alter und Stand sowie in ästhetischer Hinsicht auf Architektur und bildende Kunst. Die L…

Deduktionen

(10 words)

s. Staatsschriften

Deflation

(821 words)

Author(s): Metz, Rainer
Im Gegensatz zur Inflation versteht man unter D. ein anhaltendes Absinken des allgemeinen Preisniveaus, das einer Steigerung des Geldwerts und damit einer Erhöhung der Kaufkraft entspricht. Eine D. tritt meist in Verbindung mit einer wirtschaftlichen Depression auf, d. h. mit einer kumulativen Abwärtsbewegung der gesamtwirtschaftlichen Aktivität. Deflationäre Tendenzen sind seltener als inflationäre Tendenzen. Realwirtschaftliche Auswirkung einer D. ist der Rückgang von Produktion und Beschäftigung. Außerdem werden Gläubiger mo…

Deich

(2,383 words)

Author(s): Fischer, Norbert
1. Definition D. ist ein zweckentsprechend geformter, aus Erdbaustoffen bestehender Damm, der dem Schutz vor Überschwemmungen dient. Etymologisch ist der Begriff mit »Teich« verwandt (d. h. »etwas Aufgegrabenes«); diese Schreibweise blieb auch bis ins 18. Jh. hinein geläufig. Unterschieden wird zwischen See- und Fluss-D. Der auf seinen beiden Seiten unterschiedlich profilierte See-D. schützt niedrig gelegene küstennahe Gebiete, meist Marschenland an gezeitengeprägten Küsten. Er ist den z. T. extremen hydrodynamischen Belastungen von Tidenhub und hoch auflaufenden …

Deismus

(10 words)

s. Vernunftreligion

Dekabristen

(704 words)

Author(s): Schippan, Michael
Als D. (nach: russ. dekabr', »Dezember«) wurden jene vorwiegend adligen Aufständischen bezeichnet, die am 14. 12. 1825 (Datum hier und im Folgenden nach altem Stil, d. h. nach Julianischem Kalender) in St. Petersburg einen missglückten Umsturzversuch unternahmen. Etwa 3 000 Offiziere und Soldaten waren auf den Senatsplatz beordert worden, um den Eid auf den neuen Zaren Nikolaus I. abzulegen. Die D. versuchten an diesem Tag, die unklare Thronfolgesituation nach dem Tode Zar Alexanders I. (19. 11. 1825) auszunutzen und die versammelten Truppen zum Aufstand zu be…

Dekadenz

(1,345 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Die seit Polybios unter antiken Historikern geläufige Idee, dass Reiche und Kulturen nach ihrem Aufstieg zu Macht und Größe notwendig einem Niedergang unterworfen seien, wurde im Humanismus wiederentdeckt und neu formuliert. Bis um 1800 blieb »D.« (dt. erstmals um 1700; lat. inclinatio, ruina, depravatio; ital. decadenza, declino, caduta; franz. déclin, décadence; engl. decline) daher eine Grundkategorie politischer, sozialer und ästhetischer Diskurse. Als konstitutives Element einer zyklischen Vorstellung von Geschichte bezeichnete der Begriff die al…

Dekan

(10 words)

s. Fakultät

Dekolonisation

(815 words)

Author(s): König, Hans-Joachim
1. Begriff Bei der D. geht es (wie bei ihren Synonymen De- bzw. Entkolonisierung) allgemein um den Rückzug von Kolonialherren aus den Gebieten ihrer Herrschaft über eine einheimische Bevölkerung. Aus der Sicht der Kolonialherren ist dies ein Auflösungsprozess des Kolonialsystems im Sinne einer Freilassung, aus der Sicht der Kolonisierten ein Ablösungsprozess von den Kolonialmächten mit dem Ziel von Befreiung und staatlicher Souveränität. D. bezeichnet somit auch das Ende der europ. Kolonialreiche, die seit den europ. Expansionen im 15. Jh. in Amerika, Asien und …

Dekolonisation, erste

(17 words)

s. Lateinamerikanische Unabhängigkeitsrevolutionen | Nordamerikanische Revolution

Dekonfessionalisierung

(10 words)

s. Konfessionalismus

Dekret

(10 words)

s. Gesetzgebung

Delikt

(10 words)

s. Straftat

Deliktsrecht

(819 words)

Author(s): Jansen, Nils
1. Grundlagen Der Beginn der Nz. (15.–17. Jh.) bildete zugleich die Geburtsstunde eines Haftungsrechts im modernen Sinne. Erst in der Frühen Nz. entstand endgültig ein eigenständiges Rechtsgebiet, das allein dazu diente, die Voraussetzungen zu normieren, unter denen ein Geschädigter – unabhängig von einer vertraglichen Verbindung – von seinem Schädiger Schadensersatz erhielt. Hintergrund dieser Entwicklung war einerseits die Monopolisierung der Strafverfolgung durch den Staat (Strafrecht) und andererseits die begriffliche und konzeptionelle…

Demagogenverfolgungen

(644 words)

Author(s): Herold-Schmidt, Hedwig
Nach den Befreiungskriegen und der Neuordnung der dt. Staatenwelt auf dem Wiener Kongress (1814/15) zielte die »Verfolgung demagogischer Umtriebe« in der ersten Hälfte des 19. Jh.s darauf ab, das monarchisch-restaurative System im Deutschen Bund zu stützen und gegen nationale, liberale und bes. revolutionär-demokratische Bewegungen mit Hilfe polizeilicher und juristischer Maßnahmen vorzugehen (Nationalismus; Liberalismus). Gleichzeitig nutzten die Großmächte Preußen und Österreich die D. zur Festigung ihrer Hegemonie, woraus sich eine Schwächung der …

Demographie

(10 words)

s. Bevölkerung

Demographische Katastrophe

(1,086 words)

Author(s): Rinke, Stefan
1. Definition Das Ausmaß, die Geschwindigkeit und die Dauer des Rückgangs der indigenen Bevölkerung in der für die Europäer Neuen Welt nach 1492 stellten die katastrophalen Epidemien, die das ma. und nzl. Europa trafen, weit in den Schatten. Historiker haben daher schon frühzeitig von einer D. K. – manche gar von einem »amerikan. Holocaust« [9] oder einem Genozid – gesprochen. Das große Sterben zählt zu den dunkelsten Aspekten der Geschichte der Entdeckung und Eroberung Amerikas durch die Europäer. Die D. K. ist eine Grundbedingung für die Entwicklung der Kolonialg…

Demographische Krisen

(3,246 words)

Author(s): Ehmer, Josef
1. Definition Der Begriff der D. K. wird in der Bevölkerungsgeschichte auf dreifache Weise verwendet. In einem ersten und ganz allgemeinen Sinn bezeichnet er gravierende Unterbrechungen des langfristigen Wachstumstrends der europ. Bevölkerung (= Bev.) durch Rückgang oder Stagnation. D. K. bezieht sich damit auf die langfristigen Zyklen der demographischen (= dem.) Entwicklung. Aus dieser Perspektive erscheinen die Periode von der Mitte des 14. bis zur Mitte des 15. Jh.s sowie das 17. Jh. als D. K. [14. 16]. Die D. K. des SpätMA wurde durch die erste Pest-Welle (1347…

Demographischer Übergang

(14 words)

s. Demographische Transition

Demographische Transition

(2,053 words)

Author(s): Ehmer, Josef
1. Definition und Verlauf Der Begriff der D. T. – oder, wie es im Deutschen häufig heißt, des »demographischen Übergangs« – ist für die Bevölkerungsgeschichte ( Bevölkerung = Bev.) von zentraler Bedeutung. Er dient zur Bezeichnung des langfristigen Rückgangs der Mortalität und der Fertilität und des damit verbundenen Bev.-Wachstums, das in den verschiedenen europ. Gesellschaften vom späten 18. Jh. an beobachtet werden kann. Der Kern des Begriffs lässt sich in zwei Aussagen zusammenfassen [2. 2]. Zum einen beruht er auf der Annahme, dass jede menschliche Gesellschaft…

Demokratie

(10 words)

s. Staatsformenlehre

Demokratie

(2,074 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. Grundlagen Der aus der griech. politischen Theorie stammende Begriff D. (wörtlich: »Volksherrschaft«) wird heute zweifach eingesetzt: (1) im engeren polit. Sinn als Bezeichnung für die Regierungsform aller Staaten, in denen (angeblich oder tatsächlich) ›das Volk‹, also nicht eine Minderheit oder gar ein Monarch, regiert; (2) im erweiterten Sinn als Forderung nach uneingeschränkter Mitsprache in allen gesellschaftlichen Bereichen (z. B. ›demokratische [= dkr.] Hochschule‹ oder ›dkr. Familie‹). Die Kategorie D. und ihr Feld si…

Denkmal

(1,120 words)

Author(s): Erben, Dietrich
1. Begriff Unter D. versteht man im weitesten Sinn Erinnerungszeichen im gesamten Umfang histor. Reliktüberlieferung, deren dokumentarischer oder memorialer Zeugniswert ursprünglich nicht beabsichtigt sein muss, sondern auch nachträglich deklariert werden kann. Beim intentional gestalteten D. handelt es sich hingegen um die Kunstform einer architektonisch-plastischen Anlage, die die Erinnerung an Personen oder Ereignisse tradiert, wobei die typologische Breite der Monumente von Säule und Pyramide über das Standbild bis zum Bauwerk und zur Stadtanlage reicht…

Denkmalpflege

(778 words)

Author(s): Lieb, Stefanie
D. ist die Sicherung von Bau- und Kunstdenkmälern vor Zerstörung, Verfall und Entfernung aus historisch gewachsenen Zusammenhängen sowie deren Erfassung, Erhaltung und angemessene Präsentation. Die Kriterien für die Auswahl und Bestimmung von Kulturgütern zu erhaltenswerten Denkmälern sowie die Umgangsweisen mit diesen hängen vom politischen, ästhetischen und histor. Verständnis der jeweiligen Zeit ab. Als allgemeingültig kann jedoch die Anerkennung des Wertes eines histor. Denkmals für die kulturelle Gegenwart angesehen werden, die zu e…

Denunziation

(752 words)

Author(s): Landwehr, Achim
1. Begriff Bei der Begriffsbestimmung von D. müssen eine rechtshistor. Tradition und eine gegenwärtig dominierende sozialhistor. Verwendung unterschieden werden. Im juristischen Sinn meint D. zunächst nichts anderes als eine gerichtliche Anklage (lat. denunciatio). Deren Wurzeln sind im neuen Inquisitionsprozess zu suchen, der von Papst Innozenz III. entwickelt und vom IV. Laterankonzil bestätigt worden war; sein Ziel war es, von Amts wegen prozessrechtliche Untersuchungen zu ermöglichen, die keiner formellen Klage (wie im Akkusationsprozess) bedurften. Der denunciati…

Depositenbank

(632 words)

Author(s): North, Michael
Als D. werden Kreditinstitute bezeichnet, die Geld gegen Verzinsung »einlegen« (lat. deponere) und ihren Kunden dafür Bank-Dienstleistungen anbieten. Als erste D. können daher die genuesischen Wechsler angesehen werden, die bereits vor 1200 Einlagen ( depositum regulare) annahmen, Konten für diese Einleger führten, ihren Kunden Überziehungskredite gewährten und mittels Gut- und Lastschriften bargeldlose Zahlungen tätigten. Im 13. Jh. folgten die meisten oberital. Städte ebenso wie die Städte Aragons, und im 14. Jh. kam Brügge als wichtigster westeurop…

Deposition

(933 words)

Author(s): Rasche, Ulrich
Parallel zu anderen genossenschaftlich organisierten Personenverbänden der Vormoderne bildeten auch Magister und Scholare spezifische Sozialisations- und Lebensformen aus und formierten sich als Statusgruppen innerhalb ihrer Universität wie auch in der Gesellschaft. Die Privilegierung der Universitäten durch Päpste und Kaiser (Akademische Freiheit) verlieh deren Lebensformen rechtliche Qualitäten und gliederte sie ständisch in die Gesellschaftsformation ein. Die Aufnahme in diese Gruppen hatte also erhebliche rechtlic…

Deputat

(10 words)

s. Naturallohn

Desertion

(808 words)

Author(s): Sikora, Michael
D. ( Fahnenflucht) bezeichnet den militärischen Straftatbestand der eigenmächtigen Entfernung aus dem Truppenverband ( Militärstrafrecht). Im Kriegsrecht der klassischen Söldnerheere am Beginn der Nz. begegnet der Begriff noch nicht, wohl aber eine ganze Reihe verwandter Verhaltensweisen, die u. a. als »Ausreißen« oder »von der Fahne laufen« umschrieben wurden. Die Bandbreite reichte vom eigenmächtigen Plündern über die Flucht aus dem Gefecht bis zum kollektiven Abrücken als einer Form von Arbeitsniederlegung. Solche Handlungsweisen, die meist …

Despotie

(893 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
Der aus der antiken Staatslehre stammende Begriff D. (von griech. despóteia, »unumschränkte Herrschaft«, z. B. des Herrn über Sklaven) bezeichnet in der Nz. verfassungsbezogen die mangelhafte Form der Monarchie – im Unterschied zu Letzterer als der entwickelten »guten« Herrschaft wie zur eindeutig schlechten, also der Tyrannis (Tyrannislehre); gemeint ist das selbstherrliche, primär dem Herrschernutzen, nur sekundär dem Gemeinwohl dienende Regieren über Untertanen, die zu politischer Mitwirkung unwillig oder unfähig sind. Zu Beginn der Nz. fand der D.-Begriff in …

Destillation

(14 words)

s. Chemische Gewerbe | Chemische Wissenschaften

Detailhandel

(10 words)

s. Handel

Determinismus

(729 words)

Author(s): Evers, Dirk
Unter dem Eindruck der mathematisierten Naturwissenschaft der Nz. entstand in der Philosophie des 17. Jh.s erstmals die Auffassung, dass alles Geschehen in Raum und Zeit einschließlich des menschlichen Handelns seit Anbeginn der Welt nicht mehr durch Gott und das von ihm gesetzte höchste Gute, sondern durch unabänderliche Naturgesetze alternativlos und vollständig bestimmt (determiniert) ist. Der Begriff des D. (Gegensatz: Indeterminismus) ist allerdings erst eine Wortprägung der dt. Philosophie der zweiten Hälfte des 18. Jh.s, die die Problematik der Freiheit des Men…

Deutsche Einheit

(757 words)

Author(s): Kohl, Gerald
Der Begriff D. E. kennzeichnet das Bestreben der sog. dt. Nationalbewegung nach staatlicher Vereinigung der im Sinne Herders sprachlich-kulturell definierten dt. Nation. Bereits der Reichspublizistik des 18. Jh.s hatte »Einheit« als Maßstab für die Beurteilung der Reichsverfassung gedient: Sie bedeutete nicht Zentralismus, sondern nur ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Kaiser und Reichsständen. Daher fiel es angesichts wachsenden Souveränitäts-Bewusstseins der Territorialherren zunehmend schwer, das Alte Reich als eine Einheit wahrzunehmen. …

Deutsche Gesellschaften

(733 words)

Author(s): Hardtwig, Wolfgang
Nach dem Zerfall der sog. barocken Sprachgesellschaften bildete sich im frühen 18. Jh. ein neuer Typus sprachpflegender Sozietäten heraus ( Verein). Vorformen entstanden aus Kreisen von Freunden bzw. Studenten, so z. B. die Teutschübende Gesellschaft in Hamburg (1715) und das Vertraute Görlitzer Collegium Poeticum (gegr. 1697 an der Leipziger Universität). Seit 1726 gab die zentrale Gründungsgestalt der neuen Sozietätsbewegung, der Literaturtheoretiker Johann Christoph Gottsched, der Leipziger D. G. ihre endgültige und für die folgenden Gründungen vor…

Deutscher Bund

(1,984 words)

Author(s): Kohl, Gerald
1. Begriff Der D. B. war »ein völkerrechtlicher Verein der dt. souveränen Fürsten und freien Städte« (Art. 1 WSA = Wiener Schlussakte). Er verband 1815–1866 im Wesentlichen jene Territorien, die bis 1806 zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehört hatten (Reichsverfassung). Größere Gebietsveränderungen erfolgten 1839 durch den Verlust des westl. Teils von Luxemburg und durch die Aufnahme von Limburg sowie insbes. 1848 von Ostpreußen, Westpreußen und Dt.-Posen. 2. Vorgeschichte und Gründung Für eine Neugestaltung Deutschlands nach dem sich seit 1812 abzeic…

Deutscher Dualismus

(1,701 words)

Author(s): Derndarsky, Michael
1. Definition Ungeachtet aller bipolaren Machtkonstellationen im ma. und nzl. Reich bezeichnet D. D. primär die Auseinandersetzung zwischen Habsburg und Hohenzollern (vereinfacht gesagt: Österreich und Preußen), deren Dauer und politische Intensität weit über frühere Differenzen der Casa de Austria etwa mit Sachsen oder Bayern hinausragten, nachdem sich die Habsburger als dt. Kaiserdynastie der Nz. etabliert hatten. 2. Der deutsche Dualismus im Heiligen Römischen Reich Der D. D. geht auf die Veränderungen im Machtgefüge des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nat…

Deutsches Privatrecht

(1,810 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Begriff Unter D. P., zunächst lat. als Ius Germanicum privatum bezeichnet, verstand man seit etwa dem Beginn des 18. Jh.s die als einheimisch, dt. oder germanisch aufgefassten Teile des Privatrechts. Der Begriff erfasste also bewusst ein engeres Spektrum des P., als es die allgemeine Wortbedeutung – Gesamtheit aller dt. P.-Normen – nahe legt. Er setzte voraus, dass es P.-Normen gab, die unabhängig vom röm.-kanonischen Recht entstanden bzw. nicht davon beeinflusst oder darin enthalten waren. V. a. aber bezeichnet D. P. denjenigen Teil der nzl. Rechtswissenschaft, der sic…

Devianz

(977 words)

Author(s): Schwerhoff, Gerd
1. Grundlagen D. (abweichendes Verhalten) ist eine relationale Kategorie der Sozialwissenschaften, die sinnvoll nur in Bezug auf bestimmte Normen zu definieren ist. Diese können rechtlich-formeller Natur sein (z. B. Strafrecht), ebenso aber eine – nicht unbedingt schriftlich fixierte – gesellschaftliche Verhaltensregel (z. B. moralischer Art) repräsentieren. Jede Etikettierung eines Verhaltens als deviant stellt zugleich einen Akt sozialer Kontrolle dar, wobei mit der Definition in der Regel zugleich Sanktionen einhergehen ( Sozialdisziplinierung). Auch das Sp…

Dezisionenliteratur

(10 words)

s. Rechtsliteratur
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