Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Decorum

(791 words)

Author(s): Kanz, Roland
1. Rhetorische Begriffstradition Der Begriff D. (griech. prépon; lat. aptum, decorum, convenientia; ital. decoro, convenienza, convenevolezza; franz. bienséance, convenance) entstammt der Rhetorik und bezeichnet das Schickliche und Angemessene einer Rede und im Verhalten. Die Anwendungsbereiche erstrecken sich auf die Sprache und ihre Stiltheorie, in ethisch-moralischer Hinsicht auf das Verhalten im öffentlichen und privaten Leben nach Geschlecht, Alter und Stand sowie in ästhetischer Hinsicht auf Architektur und bildende Kunst. Die L…

Deduktionen

(10 words)

s. Staatsschriften

Deflation

(821 words)

Author(s): Metz, Rainer
Im Gegensatz zur Inflation versteht man unter D. ein anhaltendes Absinken des allgemeinen Preisniveaus, das einer Steigerung des Geldwerts und damit einer Erhöhung der Kaufkraft entspricht. Eine D. tritt meist in Verbindung mit einer wirtschaftlichen Depression auf, d. h. mit einer kumulativen Abwärtsbewegung der gesamtwirtschaftlichen Aktivität. Deflationäre Tendenzen sind seltener als inflationäre Tendenzen. Realwirtschaftliche Auswirkung einer D. ist der Rückgang von Produktion und Beschäftigung. Außerdem werden Gläubiger mo…

Deich

(2,383 words)

Author(s): Fischer, Norbert
1. Definition D. ist ein zweckentsprechend geformter, aus Erdbaustoffen bestehender Damm, der dem Schutz vor Überschwemmungen dient. Etymologisch ist der Begriff mit »Teich« verwandt (d. h. »etwas Aufgegrabenes«); diese Schreibweise blieb auch bis ins 18. Jh. hinein geläufig. Unterschieden wird zwischen See- und Fluss-D. Der auf seinen beiden Seiten unterschiedlich profilierte See-D. schützt niedrig gelegene küstennahe Gebiete, meist Marschenland an gezeitengeprägten Küsten. Er ist den z. T. extremen hydrodynamischen Belastungen von Tidenhub und hoch auflaufenden …

Deismus

(10 words)

s. Vernunftreligion

Dekabristen

(704 words)

Author(s): Schippan, Michael
Als D. (nach: russ. dekabr', »Dezember«) wurden jene vorwiegend adligen Aufständischen bezeichnet, die am 14. 12. 1825 (Datum hier und im Folgenden nach altem Stil, d. h. nach Julianischem Kalender) in St. Petersburg einen missglückten Umsturzversuch unternahmen. Etwa 3 000 Offiziere und Soldaten waren auf den Senatsplatz beordert worden, um den Eid auf den neuen Zaren Nikolaus I. abzulegen. Die D. versuchten an diesem Tag, die unklare Thronfolgesituation nach dem Tode Zar Alexanders I. (19. 11. 1825) auszunutzen und die versammelten Truppen zum Aufstand zu be…

Dekadenz

(1,345 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Die seit Polybios unter antiken Historikern geläufige Idee, dass Reiche und Kulturen nach ihrem Aufstieg zu Macht und Größe notwendig einem Niedergang unterworfen seien, wurde im Humanismus wiederentdeckt und neu formuliert. Bis um 1800 blieb »D.« (dt. erstmals um 1700; lat. inclinatio, ruina, depravatio; ital. decadenza, declino, caduta; franz. déclin, décadence; engl. decline) daher eine Grundkategorie politischer, sozialer und ästhetischer Diskurse. Als konstitutives Element einer zyklischen Vorstellung von Geschichte bezeichnete der Begriff die al…

Dekan

(10 words)

s. Fakultät

Dekolonisation

(815 words)

Author(s): König, Hans-Joachim
1. Begriff Bei der D. geht es (wie bei ihren Synonymen De- bzw. Entkolonisierung) allgemein um den Rückzug von Kolonialherren aus den Gebieten ihrer Herrschaft über eine einheimische Bevölkerung. Aus der Sicht der Kolonialherren ist dies ein Auflösungsprozess des Kolonialsystems im Sinne einer Freilassung, aus der Sicht der Kolonisierten ein Ablösungsprozess von den Kolonialmächten mit dem Ziel von Befreiung und staatlicher Souveränität. D. bezeichnet somit auch das Ende der europ. Kolonialreiche, die seit den europ. Expansionen im 15. Jh. in Amerika, Asien und …

Dekolonisation, erste

(17 words)

s. Lateinamerikanische Unabhängigkeitsrevolutionen | Nordamerikanische Revolution

Dekonfessionalisierung

(10 words)

s. Konfessionalismus

Dekret

(10 words)

s. Gesetzgebung

Delikt

(10 words)

s. Straftat

Deliktsrecht

(819 words)

Author(s): Jansen, Nils
1. Grundlagen Der Beginn der Nz. (15.–17. Jh.) bildete zugleich die Geburtsstunde eines Haftungsrechts im modernen Sinne. Erst in der Frühen Nz. entstand endgültig ein eigenständiges Rechtsgebiet, das allein dazu diente, die Voraussetzungen zu normieren, unter denen ein Geschädigter – unabhängig von einer vertraglichen Verbindung – von seinem Schädiger Schadensersatz erhielt. Hintergrund dieser Entwicklung war einerseits die Monopolisierung der Strafverfolgung durch den Staat (Strafrecht) und andererseits die begriffliche und konzeptionelle…

Demagogenverfolgungen

(644 words)

Author(s): Herold-Schmidt, Hedwig
Nach den Befreiungskriegen und der Neuordnung der dt. Staatenwelt auf dem Wiener Kongress (1814/15) zielte die »Verfolgung demagogischer Umtriebe« in der ersten Hälfte des 19. Jh.s darauf ab, das monarchisch-restaurative System im Deutschen Bund zu stützen und gegen nationale, liberale und bes. revolutionär-demokratische Bewegungen mit Hilfe polizeilicher und juristischer Maßnahmen vorzugehen (Nationalismus; Liberalismus). Gleichzeitig nutzten die Großmächte Preußen und Österreich die D. zur Festigung ihrer Hegemonie, woraus sich eine Schwächung der …

Demographie

(10 words)

s. Bevölkerung

Demographische Katastrophe

(1,086 words)

Author(s): Rinke, Stefan
1. Definition Das Ausmaß, die Geschwindigkeit und die Dauer des Rückgangs der indigenen Bevölkerung in der für die Europäer Neuen Welt nach 1492 stellten die katastrophalen Epidemien, die das ma. und nzl. Europa trafen, weit in den Schatten. Historiker haben daher schon frühzeitig von einer D. K. – manche gar von einem »amerikan. Holocaust« [9] oder einem Genozid – gesprochen. Das große Sterben zählt zu den dunkelsten Aspekten der Geschichte der Entdeckung und Eroberung Amerikas durch die Europäer. Die D. K. ist eine Grundbedingung für die Entwicklung der Kolonialg…

Demographische Krisen

(3,246 words)

Author(s): Ehmer, Josef
1. Definition Der Begriff der D. K. wird in der Bevölkerungsgeschichte auf dreifache Weise verwendet. In einem ersten und ganz allgemeinen Sinn bezeichnet er gravierende Unterbrechungen des langfristigen Wachstumstrends der europ. Bevölkerung (= Bev.) durch Rückgang oder Stagnation. D. K. bezieht sich damit auf die langfristigen Zyklen der demographischen (= dem.) Entwicklung. Aus dieser Perspektive erscheinen die Periode von der Mitte des 14. bis zur Mitte des 15. Jh.s sowie das 17. Jh. als D. K. [14. 16]. Die D. K. des SpätMA wurde durch die erste Pest-Welle (1347…

Demographischer Übergang

(14 words)

s. Demographische Transition
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