Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Fabel

(1,597 words)

Author(s): Zymner, Rüdiger
1. BegriffUnter einer F. versteht man einen typischerweise kurzen Erzähltext. Seine fiktiven Handlungen werden von ›nichtmenschlichen‹, aber anthropomorphisierten Tieren, Pflanzen oder auch Gegenständen der unbelebten Natur und auch der Kultur getragen. Diese verfügen über Bewusstsein, Sprache und Handlungsmöglichkeiten des Menschen. Konstitutiv für die F. ist auch ein Anwendungssignal, die »Lehre« oder »Moral« (lat. fabula docet): Als vorangestelltes Promythion oder nachgestelltes Epimythion macht sie entweder deutlich, dass es sich bei der Geschi…
Date: 2019-11-19

Fabrik

(2,652 words)

Author(s): Gorißen, Stefan
1. BegriffDer Begriff F. in seiner modernen Wortbedeutung – verstanden als Stätte zentralisierter Produktion, in der eine größere Anzahl von Arbeitskräften in einem arbeitsteiligen Produktionsprozess und unter Verwendung von (nicht durch menschliche Kraft angetriebenen) Maschinen gleichförmige Güter in großer Stückzahl für den Verkauf herstellt – wird in der dt.sprachigen ökonomischen und staatswiss. Literatur erst seit Beginn der 1840er Jahre greifbar. Entscheidende Merkmale der F. sind einerseits der mit der Verwendung von Arb…
Date: 2019-11-19

Fabrikarbeiter/in

(954 words)

Author(s): Gorißen, Stefan
1. Begriff und Merkmale Der Begriff F. zur Bezeichnung der in einer zentralisierten und mechanisierten Produktionsstätte beschäftigten Arbeitskraft ist erst greifbar, seit sich der Begriff Fabrik in seiner modernen Bedeutung durchgesetzt hat. Damit bleibt der/die F. eine Gestalt des entwickelten Kapitalismus; entscheidendes Merkmal ist, dass F. ihren Lebensunterhalt aus Lohnarbeit bestreiten, keine Produktionsmittel besitzen und insofern Proletarier sind (Unterschichten, städtische). Als Teil einer entwickelten Marktwirtschaft zeichnen sich F. in ide…
Date: 2019-11-19

Fabrikdisziplin

(765 words)

Author(s): Gorißen, Stefan
1. Begriff und InhaltDer Begriff F. bezeichnet eine spezifische Verhaltensdisposition der Beschäftigten in der Fabrik, die als Ergebnis einer Sozialisationsleistung verstanden und zu den wesentlichen Voraussetzungen für den erfolgreichen Betrieb von Fabriken gezählt wird. Im 18. und 19. Jh. erstreckte sich der Disziplinierungsprozess auf die Anpassung des Verhaltens der Fabrikarbeiter/innen an zwei wesentliche Momente des neuen Produktionssystems: Zentralisierung und Mechanisierung. Mit der Zentralisierung der Produktion verband sich eine in dieser Sch…
Date: 2019-11-19

Fabrikordnung

(2 words)

s. Fabrikdisziplin
Date: 2019-11-19

Fabrikprivileg

(812 words)

Author(s): Mohnhaupt, Heinz
1. BegriffAlle Ansätze zur Verrechtlichung der Produktion in Fabrik und Manufaktur kulminieren im traditionellen Rechtsinstitut des Privilegs, für das wiederum in Europa auch alternative, nicht immer gleichbedeutende Bezeichnungen gebräuchlich waren: Permission, Begnadigung, Freiheiten, Monopol, Konzession. Durch das F. erwarb der Fabrikant die Erlaubnis, unter dem Schutz des Privilegienerteilers eine bestimmte Produktion aufzunehmen. Rechtlich und wirtschaftspolitisch bezeichnen die F. den Entwicklungsgang von den individuell konzessionierten Pr…
Date: 2019-11-19

Fachprosa

(2,285 words)

Author(s): Robert, Jörg
1. Begriff und AbgrenzungF. bezeichnet das (v. a. ma. und frühnzl .) Schrifttum zur fach- und zweckgebundenen Wissensspeicherung und -vermittlung [4]. In Abgrenzung zum Begriff Kunstprosa wie zu fiktionaler Literatur (Fiktionalität) und Versdichtung (Dichtung) subsumiert F. »alles nichtdichterische Schrifttum geistlichen und weltlichen Inhalts« [4. 1], vorwiegend in der Volkssprache [5. 559]. In der neueren Forschung tritt der Begriff F. zugunsten von Sach- und Fachliteratur, Artes-Literatur [9], Gebrauchs- oder Wissensliteratur [2] zurück. F. ist ein analytisch…
Date: 2019-11-19

Fachschulen

(729 words)

Author(s): Bruning, Jens
Im Gegensatz zu den allgemeinbildenden Schulen versteht man in Deutschland unter F. oder »Gewerblichen Schulen« alle Formen von freiwillig besuchten berufs-, praxis- und ausbildungsbezogenen schulischen Einrichtungen. Auch in diesem berufsvorbereitenden Schulsektor lassen sich höhere, der Universität ähnliche Formen (etwa Bergakademien, Forstakademien, Kunstakademien oder Militärakademien, die als praxisorientierte Spezialhochschulen zusammen mit den polytechnischen Schulen (vgl. École Polytechnique) Vorläufer der Technischen Hochschulen waren), mittle…
Date: 2019-11-19

Fachwerk

(1,543 words)

Author(s): Bedal, Konrad
1. Allgemeines, VerbreitungF. bezeichnet eine Skelett- bzw. Gerüstbauweise, bei der die tragenden Elemente des Baus vorwiegend aus Holz (in jüngster Zeit auch aus Metall) bestehen ( Baustoffe), während die namengebenden, davon umschlossenen »Ge-Fache« nur als wandbildende Füllung anzusehen sind. Bei F. handelt es sich um eine elementare Holzbauweise; dementsprechend war F. bzw. ähnliche Konstruktionen seit der Jungsteinzeit in nahezu allen europ. wie vielen außereurop. Kulturen bekannt.Im engeren und für das nzl. Mitteleuropa gültigen Sinn versteht man unter …
Date: 2019-11-19

Fachzeitschrift

(755 words)

Author(s): Becher, Ursula A.J.
F. entstanden im 18. Jh., nachdem die bestehenden wiss. Zeitschriften angesichts des beträchtlichen Fortschritts der Forschung dem Anspruch, die Universalität des Wissens zu präsentieren, nicht mehr genügen konnten. Seit dem Ende des 17. Jh.s hatten sich v. a. die Naturwissenschaften entwickelt; der Erkenntnisfortschritt forderte ihre stärkere Differenzierung und Spezialisierung in eigene Disziplinen und Teildisziplinen, die sich ihre speziellen Fachorgane schufen. Neben diesen innerwiss. Faktoren spielten bei der Entstehung von F. auch die Bedürfnisse der Leser ei…
Date: 2019-11-19

Faculté

(2 words)

s. Fakultät
Date: 2019-11-19

Fahrendes Volk

(699 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
Hinter dem Begriff F. V. verbirgt sich eine große Vielfalt von Gruppen und Tätigkeiten. Im Wesentlichen bezieht er sich auf Migranten, die als ambulante Geschäftsleute in einer bestimmten Region (nicht selten auch innerhalb eines Landes) umherzogen, um ihre Waren und Dienstleistungen anzubieten. Wie ein Großteil der Migranten (oft auch als Vaganten bezeichnet) kamen die meisten von ihnen aus ärmeren Gebieten, z. B. aus Gebirgsregionen, in denen es nicht genügend Erwerbsmöglichkeiten gab, sodass das Einkommen durch Wanderarbeit ergänzt wurde ( Arbeitsmigration) [1]; [2]; [6]…
Date: 2019-11-19

Fahrplan

(2 words)

s. Reisehilfsmittel
Date: 2019-11-19

Fahrrad

(2 words)

s. Laufmaschine
Date: 2019-11-19

Fahrung (Bergbau)

(3 words)

s. Bergbautechnik
Date: 2019-11-19

Fäkalienbeseitigung

(921 words)

Author(s): Fouquet, Gerhard
Seit dem 13. Jh. galten im Europa nördl. der Alpen Wasser und Sauberkeit als Zeichen von Urbanität; die F. wurde seitdem vornehmlich in den größeren Städten als öffentliche Aufgabe wahrgenommen [6]. Wie die technisch-theoretische Literatur des 13. bis 15. Jh.s bereits zeigt, wusste man zwar um Zusammenhänge zwischen Wasserqualität und Gesundheit, schützte aber infolge der herrschenden humoralpathologischen Vorstellungen zuerst die Luft vor gesundheitsgefährdenden Miasmen [4]. Bis ca. 1850 blieb es daher weithin beim vordergründigen Gewässerschutz (d. h. de…
Date: 2019-11-19

Faktorei

(1,446 words)

Author(s): Denzel, Markus A. | Häberlein, Mark
1. EuropaDer Begriff »F.« war in Europa im hohen und späten MA wesentlich gebräuchlicher als in der Frühen Nz. Das ital. fattoria, Ursprung für das Lehnwort, das erstmals bei den großen toskanischen Handelsgesellschaften des HochMA erscheint, bezeichnete eine befestigte Außenstelle oder »Filiale« einer Handelsgesellschaft an einem auswärtigen Handelsplatz, die von einem Faktor (ital. fattore) geleitet wurde [6]. Das F.-Netz der großen süddt. Gesellschaften ( Fugger; Welser) mit festen Niederlassungen an zentralen europ. Handelsplätzen ( Antwerpen, Lyon, Lissabon etc.) u…
Date: 2019-11-19

Fakultät

(835 words)

Author(s): Asche, Matthias
Bereits im MA waren F. (lat. facultas, engl. faculty, franz. faculté) feste verwaltungsmäßige und wissensorganisierende Bestandteile von Universitäten. Als deren Gliedkörperschaften konnten die F. – wie zunächst auch die oftmals landsmannschaftlich verfassten Studentencorpora (lat. nationes) – jedoch aufgrund ihrer spezifischen Rechtsstellung weitgehend autonom agieren. Der korporative Charakter von F. (Akademische Freiheit), denen sowohl der Lehrkörper ( Professor) als auch die Studenten eines bestimmten Fachgebietes angehörten, zeigt sich z. B. am Rech…
Date: 2019-11-19

Fälschung

(2,585 words)

Author(s): Häberlein, Mark | Tschopp, Silvia Serena | Keazor, Henry
1. Fälschungsdelikte 1.1. Strafrechtliche AspekteDie Strafrechts-Lehre und Gesetzgebung der europ. Staaten der Nz. definierten und sanktionierten F.-Delikte sehr unterschiedlich. V. a. für die dt. Strafrechtslehre des 16. bis 19. Jh.s war die Rezeption des Röm. Rechts (Gemeines Recht) maßgeblich, das eine Reihe von crimina falsi wie Testaments-, Urkunden-, Grenz-, Münz-, Maß- und Gewichtsfälschung kennt. Die ma. italienische Rechtswissenschaft fasste derartige F. als einheitliches Delikt (lat. crimen falsi) auf, als dessen wesentliche Tatbestandsmerkmale die…
Date: 2019-11-19

Familie

(7,932 words)

Author(s): Gestrich, Andreas | Berger, Ruth
1. AllgemeinDer F. liegt die biologische Tatsache zugrunde, dass alle Menschen eine Mutter und einen Vater haben und dass zumindest zwischen Mutter und Kind in der Regel eine über die Geburt hinausreichende Versorgungs- und Gefühlsbeziehung besteht ( Elternliebe; s. u. 6.1.). F. ist zugleich eine soziale Institution, über die sich ein großer Teil nicht nur der biologischen, sondern auch der sozialen Reproduktion einer Gesellschaft vollzieht. Arbeit, Nahrungsverteilung und -aufnahme (Essen), Erziehung und Geselligkeit fanden auch in der Nz. zu einem großen Teil im…
Date: 2019-11-19

Familienbibliothek

(699 words)

Author(s): Gersmann, Gudrun
Unter den überlieferten F. stellen die vielerorts in Europa erhaltenen Bibliotheken des Adels eine unerschöpfliche Fundgrube für die Kultur- und Bildungsgeschichte dar. Dies gilt insbes. für die großen Buchsammlungen; diese umfassen neben juristischer Gebrauchsliteratur und zahlreichen wiss. Werken aus den Bereichen von Geographie, Geschichte, Medizin und Theologie auch Apodemiken und literarische Werke wie z. B. Ariosts Rasenden Roland von 1521 sowie Handschriften. Der Umfang der Adelsbibliotheken variierte stark und konnte von mehreren Dutzend bis zu Ze…
Date: 2019-11-19

Familienbuch

(2 words)

s. Stammbuch
Date: 2019-11-19

Familienerbrecht

(4 words)

s. Erbrecht | Testament
Date: 2019-11-19

Familienfideikommiss

(2 words)

s. Fideikommiss
Date: 2019-11-19

Familienplanung

(2 words)

s. Empfängnisverhütung
Date: 2019-11-19

Familienrecht

(946 words)

Author(s): Scholz-Löhnig, Cordula
1. Regelungsinhalte Das F. enthält die zentralen Normen zur Regelung der personen- und vermögensrechtlichen Beziehungen innerhalb der Familie. Welche Rechtsbereiche das F. umfasst, ist zu jeder Zeit von dem jeweils zugrundeliegenden Verständnis des sozialen Begriffs der Familie abhängig. In der Nz. existierte nach antikem Vorbild ein weitgefasstes Verständnis von Familie als Wirtschaftseinheit, zu der alle Angestellten des Hauses zählten (Haushalt). Bezeichnend hierfür ist die Definition im Codex Maximilianeus B…
Date: 2019-11-19

Familienrekonstitution

(2 words)

s. Fertilität
Date: 2019-11-19

Familienverband

(2 words)

s. Verwandtschaft
Date: 2019-11-19

Familienwappen

(677 words)

Author(s): Gersmann, Gudrun
Die Geschichte der Wappen beginnt im MA: Die gut sichtbaren, farbigen Markierungen der Ritter-Rüstungen, Helme und Waffen, die ursprünglich nur der besseren Unterscheidung der bis zur Anonymität gepanzerten Ritter hatten dienen sollen, entwickelten sich seit dem 12. Jh. zu (nach den festen Regeln der Heraldik gestalteten) vererbbaren »Erkennungszeichen« einer Person, Körperschaft, Familie oder Stadt. Unter den Wappen kommt den Familien- und Geschlechterwappen des Adels eine Schlüsselrolle zu: Wie Grabmäler, Toteninschriften ( Epitaph), Archive oder Ahnengalerien b…
Date: 2019-11-19

Familienzyklus

(694 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
Unter F. versteht die histor. Familienforschung die Tatsache, dass Familien im Zusammenhang mit dem Lebenszyklus ihrer Mitglieder verschiedene Phasen mit je spezifischen Aufgaben, Formen und Funktionen des familialen Zusammenlebens durchlaufen. Man unterscheidet heute generell eine Phase, in der ein Paar Kinder bekommt und aufzieht, von einer späteren, die durch das Zusammenleben mit heranwachsenden Kinder bestimmt ist, und von einer Zeit des »leeren Nests«, wenn die herangewachsenen Kinder das Haus verl…
Date: 2019-11-19

Fanatismus

(5 words)

s. Politische Bewegungen | Schwärmer
Date: 2019-11-19

Fantasie

(781 words)

Author(s): Schipperges, Thomas
Der musikalische Begriff F. entzieht sich einer eindeutigen Definition. Als ein Schlüsselbegriff der Renaissance ist F. mit Freiheit und Spiel verbunden, eine Konzeption, die auf Marsilio Ficino zurückging (vgl. Einbildungskraft). Als Titel für freie, in improvisatorischem Stil abgefasste Instrumentalstücke ist der Terminus F. seit dem frühen 16. Jh. belegt. Diese wurden in Spanien auch als tiento oder ensalada betitelt, in England als voluntary oder division. Neben solchen länderspezifischen Benennungen standen bis ins 17. Jh. solche, die besondere Aspekte…
Date: 2019-11-19

Farbe, Farbenlehre

(9 words)

s. Kolorit | Licht und Farbe | Maltechnik
Date: 2019-11-19

Färbepflanzen

(2 words)

s. Farbstoffe
Date: 2019-11-19

Farbstoffe

(2,497 words)

Author(s): Engel, Alexander | Troßbach, Werner
1. EinleitungF. sind lösliche Materialien, die sich im Gegensatz zu den unlöslichen, v. a. mineralischen Pigmenten (Maltechnik) zur dauerhaften Färbung von Textilien eignen. Vor der Erzeugung künstlicher F. aus Teerderivaten im späten 19. Jh. waren in Europa nur Natur-F. zumeist pflanzlichen Ursprungs bekannt. Das Färben war zwar für die Basisfunktionen der Kleidung wie den Schutz vor Nässe und Kälte unerheblich, doch im Rahmen soziokultureller Funktionen war die symbolische und ästhetische Wirkkraft der Farbigkeit unabdingbar. Vordefinierte T…
Date: 2019-11-19

Fasching, Fastnacht

(5 words)

s. Karneval | Weiberfastnacht
Date: 2019-11-19

Faserpflanzen

(999 words)

Author(s): Kießling, Rolf
1. AllgemeinWährend Flachs und Hanf seit der Antike in der Kleidung breite Verwendung fanden, wurde die Baumwolle seit dem HochMA in Mitteleuropa genutzt, trat aber erst im 16. Jh. – zunächst in Mischgeweben, seit dem 17. Jh. in reinen Cottonen – als Konkurrent der aus Flachs gewonnenen Leinen-Stoffe auf. Die aus der mex. Agave gewonnene Sisalfaser wurde erst in der ersten Hälfte des 19. Jh.s aus Yucatán importiert und zur Herstellung von Säcken und Seilen verwandt.Rolf Kießling2. FlachsDer vorwiegend in gemäßigtem und regenreichem Klima gedeihende Flachs (lat . linum usitatiss…
Date: 2019-11-19

Fassade

(888 words)

Author(s): Fürst, Ulrich
1. BegriffDer Begriff F. bezeichnet als dt. Form des seit Philibert de l'Orme (1567) etablierten franz. façade die Schauseite eines Bauwerks [1]. Sowohl der dt. Begriff als auch dessen Etymologie (lat. facies, »Gesicht«; ital. facciata, »Vorderseite«) machen klar, dass mit F. mehr gemeint ist als nur das Äußere eines Gebäudes in einem konstruktiven Sinne. Der Terminus steht für eine eigene Gestaltungsaufgabe der Baukunst (Architekturtheorie), die zwar bereits im MA etwa bei den Turmfronten von Domkirchen aufgenommen wurde, aber in der Nz. einen zuvor nicht…
Date: 2019-11-19

Fastenspeise

(750 words)

Author(s): Pelzer-Reith, Birgit
Als F. bezeichnet man diejenigen Nahrungsmittel, deren Genuss an gebotenen kirchlichen Fastentagen weder durch ein Fasten- noch durch ein Abstinenzgebot verboten ist. Im SpätMA war infolge der kirchlichen Fastengebote an mehr als 150 Tagen im Jahr der Genuss des Fleisches warmblütiger Tiere sowie ihrer Produkte – Milch, Käse, Butter, Schmalz und Eier – untersagt. Im Gegensatz zur griech.-orthodoxen Kirche lockerten sich diese Regeln in der abendländischen Kirche jedoch seit dem 15. Jh. durch die Erteilung von päpstlichen oder bischö…
Date: 2019-11-19

Fastnachtsspiel

(767 words)

Author(s): Kugler, Hartmut
Die ältere volkskundliche Forschung verquickte »Fastnacht« irrtümlich mit dem Verb faseln (»gedeihen«, »vermehren«) und meinte, damit Ursprünge in heidnischen Fruchtbarkeitskulten belegen zu können (vgl. dagegen [10]). Mhdt. vastnaht (auch vasnaht) meint jedoch eigentlich den »Vorabend der Fastenzeit«; das vasnacht spil (Erstbeleg im 15. Jh.) war somit in die Karnevals-Kultur eingebunden. Die Verbindungen zu brauchtümlichen Winteraustreib- und Frühlingsspielen bleiben spekulativ; sicher bezeugt sind dagegen die Anfänge des weltlichen Spiels …
Date: 2019-11-19

Favorit

(1,483 words)

Author(s): Asch, Ronald G.
1. Monarchische Herrschaft und GünstlingswesenMonokratische Herrschaft – ob nun tatsächlich in Form der Monarchie ausgeübt oder in Gestalt einer starken Machtkonzentration in der Hand einer Person unter eigentlich republikanischen Verfassungsverhältnissen, wie etwa in Präsidialdemokratien – bringt fast immer besondere höfische oder quasihöfische Machtstrukturen hervor, die durch die Dialektik von Gunst und Einfluss gekennzeichnet sind. Oft werden administrative und politische Entscheidungen durch die informelle Umgebung des Herrschaf…
Date: 2019-11-19

Fayence

(846 words)

Author(s): Kallieris, Christina
1. Begriff und TechnikDer Begriff F. entstand in Frankreich und leitet sich vom Namen der ital. Stadt Faenza ab. F. bezeichnet alle nordeurop. zinnglasierten Waren. Daneben existiert der Begriff Majolika, der überwiegend für Waren aus Spanien und Italien verwendet wird. Majolika leitet sich vermutlich von dem ital. Namen der Insel Mallorca ( maiolica) ab – im 15. Jh. der Hauptumschlagsplatz für den F.-Handel im südeurop. Raum – und bezeichnet F., die ausschließlich mit Scharffeuerfarben, d. h. in Unterglasur, bemalt sind.Als F. bezeichnet man Irdenwaren, deren Scherben m…
Date: 2019-11-19

Fazetie

(2 words)

s. Schwank
Date: 2019-11-19

Febronianismus

(689 words)

Author(s): Steinruck, Josef
Der F. ist eine eigene theoretische Ausprägung des reichskirchlichen Episkopalismus im 18. Jh. Der Begriff ist abgeleitet von dem Pseudonym »Justinus Febronius«, unter dem der Trierer Weihbischof Johann Nikolaus von Hontheim 1763 sein Buch über die rechtmäßige Gewalt des Papstes in der Kirche ( De statu ecclesiae …; »Über den Zustand der Kirche«) veröffentlichte, dem er in den folgenden Jahren mehrere Ergänzungsbände folgen ließ [1].Hontheim studierte von 1719 bis 1724 Rechtswissenschaft und Theologie an den Universitäten Trier, Löwen und Leiden. Nach der Priesterweihe 17…
Date: 2019-11-19

Februarrevolution

(2,794 words)

Author(s): Reichardt, Rolf
1. KrisenfaktorenÜber Frankreich hinaus steht der Name »F.« für die Welle revolutionärer Bewegungen, die 1848/49 viele europ. Länder erfasste: Zwar handelte es sich hierbei nicht um eine Revolution Europas, da Russland und Skandinavien, die Niederlande, Belgien und Spanien kaum betroffen waren, aber doch um eine europ. Revolution, weil es eine ganze Reihe gemeinsamer Strukturmerkmale gab [14]; [26].Das gilt schon für die Krisenzeit des Vormärz. Weithin, von Preußen bis zum Balkan, spitzten sich die politisch-sozialen Verhältnisse v. a. in vier Bereichen so zu,…
Date: 2019-11-19

Fechtkunst

(1,239 words)

Author(s): Waldinger, Oliver
1. BegriffDer mhdt. Begriff vehten bzw. vuhten bezeichnet – wie schwed. fäkta, engl. to fight und russ. fechtowanje – den Kampf mit der Waffe, sei es zu Pferd oder zu Fuß. Seine etymologische Verwandtschaft mit dem engl. fence (»Zaun«, »Hindernis«) bzw. to fence (»abschirmen«, »fechten«) sowie mit dem gleichbedeutenden ahdt. skirmen bzw. skrimen (niederl. schermen; ital. scherma; franz. escrime; span. esgrima; poln. szermierka; tschech. sermovat) zeigt, dass er ursprünglich als Verteidigung, also defensiv, zu begreifen war. In der Nz. verstand man unter F. d…
Date: 2019-11-19

Feen

(788 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Der Begriff F. leitet sich über das Französische von vulgärlat. fata (»Schicksalsgöttin«; fatum = Schicksal) ab. Die F.-Vorstellung, in die antike und indoeurop. Traditionen eingegangen sind, besitzt die intensivste Überlieferung in der kelt. Literatur, wo im Umkreis der Artussage die Fee Morgaine (von hier die »Fata Morgana«) ihre bekannteste Ausprägung darstellt. Das bereits bei G. Chaucer ( Canterbury Tales) im 14. Jh. aufscheinende F.-Thema wurde im 16. Jh. von neuem entdeckt und von E. Spenser ( The Faerie Queene) und Shakespeare ( A Midsummer Night's Dream) verarbeitet. Im E…
Date: 2019-11-19

Fegefeuer

(857 words)

Author(s): Ebertz, Michael N.
Das F. ist ein »Reinigungsort« (lat. purgatorium) im Jenseits. Himmel, Hölle und F. zählen zum Kernbestand der eschatologischen Vorstellungswelt ( Eschatologie mit Abb. 1), die für die röm.-kath. Tradition spezifisch, für ihre Sozialgestalt als »Gnadenanstalt« (Max Weber) funktional geworden und dementsprechend auch dogmatisch fixiert worden ist. Ohne eindeutigen biblischen Beleg (trotz 2. Makk. 12, 44 f. oder 1. Kor. 3, 15) durch Theologen der Alten Kirche vorbereitet, forciert durch Papst Gregor den Großen (590–604) und auch aus der kirchlichen Frömmigkeitsp…
Date: 2019-11-19

Fehde

(691 words)

Author(s): Kohl, Gerald
F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung. Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung z. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen. Dies galt insbes. für die F.-Berechtigung; hier wurde vielfach zwischen gewöhnlicher (Blut-) Rache und »ritterlicher F.« unterschieden. Die archaischen Wurzeln der F. reichen weit in die german. Zeit zurück.Entgegen d…
Date: 2019-11-19

Feiertage

(3,675 words)

Author(s): Dohrn-van Rossum, Gerhard | Galley, Susanne
1. Christliche Feiertage 1.1. AllgemeinDie Entwicklung der Feier- und Festtage ( Fest) in der Nz. blieb zunächst an die ma., weitgehend für die Gesamtchristenheit verbindliche Tradition des kirchlichen F.-Zyklus gebunden. Seit dem 17. Jh. gewannen daneben dynastische und politische F. sehr unterschiedlicher territorialer und sozialer Reichweite, doch geringerer Dauerhaftigkeit an Bedeutung.F. – an Daten im Jahreslauf gebundene Tage gemeinsamer religiöser oder politischer Feierlichkeiten, des Gedenkens und der Arbeitsruhe (»heilige Tage«, engl. holy days, franz. jours…
Date: 2019-11-19
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