Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Favorit

(1,571 words)

Author(s): Asch, Ronald G.
1. Monarchische Herrschaft und Günstlingswesen Monokratische Herrschaft – ob nun tatsächlich in Form der Monarchie ausgeübt oder in Gestalt einer starken Machtkonzentration in der Hand einer Person unter eigentlich republikanischen Verfassungsverhältnissen, wie etwa in Präsidialdemokratien – bringt fast immer besondere höfische oder quasihöfische Machtstrukturen hervor, die durch die Dialektik von Gunst und Einfluss gekennzeichnet sind. Oft werden administrative und politische Entscheidungen durch die informelle Umgebung des Herrsch…

Fayence

(892 words)

Author(s): Kallieris, Christina
1. Begriff und Technik Der Begriff F. entstand in Frankreich und leitet sich vom Namen der ital. Stadt Faenza ab. F. bezeichnet alle nordeurop. zinnglasierten Waren. Daneben existiert der Begriff Majolika, der überwiegend für Waren aus Spanien und Italien verwendet wird. Majolika leitet sich vermutlich von dem ital. Namen der Insel Mallorca ( maiolica) ab – im 15. Jh. der Hauptumschlagsplatz für den F.-Handel im südeurop. Raum – und bezeichnet F., die ausschließlich mit Scharffeuerfarben, d. h. in Unterglasur, bemalt sind. Als F. bezeichnet man Irdenwaren, deren Scherben m…

Fazetie

(10 words)

s. Schwank

Febronianismus

(713 words)

Author(s): Steinruck, Josef
Der F. ist eine eigene theoretische Ausprägung des reichskirchlichen Episkopalismus im 18. Jh. Der Begriff ist abgeleitet von dem Pseudonym »Justinus Febronius«, unter dem der Trierer Weihbischof Johann Nikolaus von Hontheim 1763 sein Buch über die rechtmäßige Gewalt des Papstes in der Kirche ( De statu ecclesiae …; »Über den Zustand der Kirche«) veröffentlichte, dem er in den folgenden Jahren mehrere Ergänzungsbände folgen ließ [1]. Hontheim studierte von 1719 bis 1724 Rechtswissenschaft und Theologie an den Universitäten Trier, Löwen und Leiden. Nach der Priesterweihe …

Februarrevolution

(3,006 words)

Author(s): Reichardt, Rolf
1. Krisenfaktoren Über Frankreich hinaus steht der Name »F.« für die Welle revolutionärer Bewegungen, die 1848/49 viele europ. Länder erfasste: Zwar handelte es sich hierbei nicht um eine Revolution Europas, da Russland und Skandinavien, die Niederlande, Belgien und Spanien kaum betroffen waren, aber doch um eine europ. Revolution, weil es eine ganze Reihe gemeinsamer Strukturmerkmale gab [14]; [26]. Das gilt schon für die Krisenzeit des Vormärz. Weithin, von Preußen bis zum Balkan, spitzten sich die politisch-sozialen Verhältnisse v. a. in vier Bereichen so z…

Fechtkunst

(1,301 words)

Author(s): Waldinger, Oliver
1. Begriff Der mhdt. Begriff vehten bzw. vuhten bezeichnet – wie schwed. fäkta, engl. to fight und russ. fechtowanje – den Kampf mit der Waffe, sei es zu Pferd oder zu Fuß. Seine etymologische Verwandtschaft mit dem engl. fence (»Zaun«, »Hindernis«) bzw. to fence (»abschirmen«, »fechten«) sowie mit dem gleichbedeutenden ahdt. skirmen bzw. skrimen (niederl. schermen; ital. scherma; franz. escrime; span. esgrima; poln. szermierka; tschech. sermovat) zeigt, dass er ursprünglich als Verteidigung, also defensiv, zu begreifen war. In der Nz. verstand man unter F. d…

Feen

(811 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Der Begriff F. leitet sich über das Französische von vulgärlat. fata (»Schicksalsgöttin«; fatum = Schicksal) ab. Die F.-Vorstellung, in die antike und indoeurop. Traditionen eingegangen sind, besitzt die intensivste Überlieferung in der kelt. Literatur, wo im Umkreis der Artussage die Fee Morgaine (von hier die »Fata Morgana«) ihre bekannteste Ausprägung darstellt. Das bereits bei G. Chaucer ( Canterbury Tales) im 14. Jh. aufscheinende F.-Thema wurde im 16. Jh. von neuem entdeckt und von E. Spenser ( The Faerie Queene) und Shakespeare ( A Midsummer Night's Dream) verarbeitet. Im …

Fegefeuer

(880 words)

Author(s): Ebertz, Michael N.
Das F. ist ein »Reinigungsort« (lat. purgatorium) im Jenseits. Himmel, Hölle und F. zählen zum Kernbestand der eschatologischen Vorstellungswelt ( Eschatologie mit Abb. 1), die für die röm.-kath. Tradition spezifisch, für ihre Sozialgestalt als »Gnadenanstalt« (Max Weber) funktional geworden und dementsprechend auch dogmatisch fixiert worden ist. Ohne eindeutigen biblischen Beleg (trotz 2. Makk. 12, 44 f. oder 1. Kor. 3, 15) durch Theologen der Alten Kirche vorbereitet, forciert durch Papst Gregor den Großen (590–604) und auch aus der kirchlichen Frömmigkeit…

Fehde

(715 words)

Author(s): Kohl, Gerald
F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung. Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung z. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen. Dies galt insbes. für die F.-Berechtigung; hier wurde vielfach zwischen gewöhnlicher (Blut-) Rache und »ritterlicher F.« unterschieden. Die archaischen Wurzeln der F. reichen weit in die german. Zeit zurück. Entgegen d…

Feiertage

(3,784 words)

Author(s): Dohrn-van Rossum, Gerhard | Galley, Susanne
1. Christliche Feiertage 1.1. Allgemein Die Entwicklung der Feier- und Festtage ( Fest) in der Nz. blieb zunächst an die ma., weitgehend für die Gesamtchristenheit verbindliche Tradition des kirchlichen F.-Zyklus gebunden. Seit dem 17. Jh. gewannen daneben dynastische und politische F. sehr unterschiedlicher territorialer und sozialer Reichweite, doch geringerer Dauerhaftigkeit an Bedeutung. F. – an Daten im Jahreslauf gebundene Tage gemeinsamer religiöser oder politischer Feierlichkeiten, des Gedenkens und der Arbeitsruhe (»heilige Tage«, engl. holy days, franz. jour…

Feindbild

(3,740 words)

Author(s): Wrede, Martin
1. Typen, Funktionen, Mechanismen 1.1. Abgrenzung und Identitätsstiftung Für histor. Prozesse von Identitäts-Bildung waren F. stets von entscheidender Bedeutung, denn die »Feinde«, von denen es sich abzugrenzen galt, wurden mit Konstrukten von Polemik, Vorurteil und Selbstvergewisserung überzogen, um den Zusammenhalt der eigenen in-group zu stärken ( Ausgrenzung). F. dienten und dienen der negativen Integration einer Gemeinschaft in der Auseinandersetzung mit Nachbarn und Konkurrenten. Sie zeigen Gegensätze, Unterscheidungen und Grenzen a…

Feldgraswirtschaft

(10 words)

s. Koppelwirtschaft

Feldzeichen

(888 words)

Author(s): Kloosterhuis, Jürgen
Kurz vor seinem Tod ordnete König Friedrich Wilhelm I. in Preußen 1740 an, dass zur Trauerfeier seine persönlichen F. auf seinen Sarg zu legen waren: Kommandostab, Ringkragen und Schärpe. Dahinter sollte ein ranghoher Offizier mit dem allgemeinen preuß. F., dem Reichspanier, stehen. Für die speziellen F. seines Garderegiments, eine Leibfahne und 14 Kompaniefahnen, bat der König seinen Nachfolger, über deren weiteren Verbleib zu verfügen – womit er das Schicksal der Truppe dem Sohn anvertraute. Die hier am preuß. Beispiel aufgezählten F. waren in allen europ. Militärs…

Feme

(1,105 words)

Author(s): Lück, Heiner
1. Begriff und Grundlagen Der Begriff F. (Veme) ist mehrdeutig und hat zeitlich einen Bedeutungswandel erfahren. Folgt man den ersten Quellenbelegen (1227, mndt. vimenoten), bedeutet er genossenschaftlichen Zusammenschluss [7]. Ferner steht er für Strafe, die als Todesstrafe für schwere Missetaten (mndt. vemewrogen) verhängt wurde (so jedoch erst am Ende des 14. Jh.s). Nicht zuletzt wurde mit F. eine besondere Art von königlicher Gerichtsbarkeit bezeichnet, die sich während des 13. Jh.s in Westfalen herausbilden konnte und wohl der Sicherung des Landfriedens diente [10]. H…

Femme forte

(15 words)

s. Dame | Geschlechterrollen

Fenster

(1,081 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Allgemein Die engl. Bezeichnung window (»Windauge«) dürfte zunächst eine Öffnung ohne Glas gemeint haben, während das Wort F. (bzw. lat. fenestra) auf das Glas-F. als Erfindung aus dem röm. Kulturkreis, wahrscheinlich aus der frühen röm. Kaiserzeit hinweist [4. 90]. Mitunter findet sich für das F. auch der nzl. Ausdruck »Gesicht« [6. 57]. Glas-F. kannte man im frühen MA nur in Kirchen, seit dem 12. Jh. in herrschaftlichen Bauten. Noch im 13.–15. Jh. bezeichnete »glasevenster« den Unterschied zu den mit Holzläden bzw. anderen Materialien (wie Fi…

Fermentation

(735 words)

Author(s): Meinel, Christoph
Die F. (von lat. fermentum; » Gärungsmittel«, »Sauerteig«) ist eine der ältesten biotechnologischen Methoden zur Lebensmittelkonservierung und zur Herstellung alkoholischer Getränke (u. a. Bier; Wein). Heute nennt man jede technische Umsetzung von biologischem Substrat mit Hilfe von Mikroorganismen oder Enzymen (Fermenten) eine F.; bis ins 19. Jh. bezeichnete man damit biologische Reaktionen unter Ausschluss von Luft, speziell die alkoholische Gärung. Die Theorie der Gärung wurde damals zum Kernstück der Aus…

Fernhandel

(2,085 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
1. Begriff und Bedeutung Der F. oder »internationale« Handel (ein für das MA wie die Frühe Nz. etwas anachronistischer Begriff) bildete einen zentralen Anker des wirtschaftlichen Geschehens sowohl in Europa selbst als auch zwischen Europa und den außereurop. Wirtschaftsräumen. Im Gegensatz zum Lokal- und Regionalhandel oder gar zum Hausierhandel überwand der F. weite Strecken und sorgte für einen Waren- und Geldverkehr zwischen auch weit voneinander entfernten Region Europas, seit dem 16. Jh. zunehmend auch zwischen Europa und außereurop. Regionen ( Überseehandel). Der F. w…

Fernkaufleute

(12 words)

s. Kaufleute | Kaufmannsdiaspora

Fernrohr

(10 words)

s. Teleskop
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