Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Haar

(840 words)

Author(s): Gareis, Iris
Menschliches H., bes. das Haupt-H., spielt epochen- und kulturübergreifend im sozialen und im religiös-kultischen Bereich eine wichtige Rolle. Als tastempfindliche, fadenförmige Haut-Derivate sind H. mit ihrem Träger verbunden, können aber auf vielfältige Weise manipuliert, frisiert, gefärbt oder geschnitten werden. Vom Körper getrennt, konserviert sich H. über Jahrhunderte und lässt sich u. a. zu Perücken oder Schmuck verarbeiten. Als äußerlich sichtbares Zeichen kann H. seine Träger durch den Schnitt, die Farbe, die Frisur u.Ä. als …
Date: 2019-11-19

Habeas corpus

(850 words)

Author(s): Demmer, Margarete | Klippel, Diethelm
1. Begriff und DefinitionUnter lat. H. C. (»du mögest/sollst den Körper haben«, im Sinne von »des Körpers habhaft werden«) versteht man im engeren Sinn die verfassungsmäßige Garantie gegen unrechtmäßige Inhaftierung als justizielles Grundrecht. Im weiteren Sinn hat sich H. C. zum Schutzrecht gegen willkürliche Strafverfolgung, Verhaftung und Bestrafung entwickelt. Doch finden sich noch umfassendere Definitionen: So wird H. C. gelegentlich als great writ of liberty (»große Freiheitsverfügung«) [3] oder »klassisches Grundrecht der Menschenwürde« und als solche…
Date: 2019-11-19

Habilitation

(2 words)

s. Privatdozent
Date: 2019-11-19

Hacienda

(1,888 words)

Author(s): Liehr, Reinhard
1. AllgemeinIm span. Nord-, Zentral- und Südamerika in den landwirtschaftlich nutzbaren Hochtälern und Plateaus war H. (span. ursprgl. »Vermögen«, von lat. facienda, »was zu tun ist«) seit der Mitte des 16. Jh.s über 400 Jahre bis zum Beginn der Agrarreformen die Bezeichnung der Gutswirtschaft (Gut), die marktorientiert v. a. Getreide und/oder Vieh produzierte ( Viehzucht). Die H. existierte als Gutswirtschaft spanischer Landwirte und Agrarunternehmer in der Nachbarschaft der indian. Bauerngemeinden, deren Ursprung in der Epoche vor der Konquista lag. …
Date: 2019-11-19

Hackfrüchte

(771 words)

Author(s): Konersmann, Frank
Als H. (engl. root crops, franz. plantes sarclées) werden Nutzpflanzen bezeichnet, die während des Wachstums mehrmaliges Bearbeiten (Behacken) des Bodens benötigen, damit dieser nicht verkrustet und möglichst wenig Unkraut wächst. Seit der griech.-röm. Antike ist der Anbau von H. wie Rüben, Kohl und Raps im Garten zur Bereicherung der menschlichen Ernährung bekannt [8. 161]. Zwar wurden bereits im HochMA in Gebieten mit hoher Bevölkerungsdichte wie z. B. in den Niederlanden, in Nordfrankreich und am Niederrhein H. auch auf dem Acker angepflanzt, u…
Date: 2019-11-19

Hafen

(3,158 words)

Author(s): Ellmers, Detlev
1. ForschungsstandIn der Nz. erscheint der H. in so vielen verschiedenen Typen, von denen die größeren eine solche Fülle unterschiedlicher Funktionen erfüllten, dass noch keine wiss. Darstellung alle relevanten Aspekte erfasst hat (erster Überblick: [13]). Ein zusammenfassender Überblick über die Entwicklung der H. in Europa und Übersee fehlt bislang auch ansatzweise. Zahlreiche Untersuchungen beschränken sich auf die Entwicklung einzelner H.(-Gruppen), auf Einzelaspekte oder archäologische Befunde [1]. Selbst vielversprechende Titel [19] vermitteln kein zusammen…
Date: 2019-11-19

Hafenkran

(1,011 words)

Author(s): Ellmers, Detlev
1. AllgemeinMit dem H. löste ein hölzerner Apparat beim Güterumschlag zwischen Schiff und Land das Tragen schwerer Güter durch Menschen ab. Schiffseigenes Ladegeschirr gilt zwar nicht als H., wurde aber in der gesamten Nz. genutzt, um die großen Frachtschiffe vor den zu flachen Hafen-Zufahrten zu leichtern. In der Antike wurden mobile Krane bei Bedarf auch im Hafen eingesetzt. Den ortsfesten H. baute man erstmals in der ersten Hälfte des 13. Jh.s in den Häfen von Norwegen bis Flandern in drei verschiedenen Typen, die man bis um 1850 mit …
Date: 2019-11-19

Hafenstadt

(709 words)

Author(s): Eckert, Andreas
Bevor der Bau von Eisenbahn-Linien im 19. Jh. die Transportkosten für längere Distanzen über Land beträchtlich minderte, konnten die Warenbedürfnisse von größeren städtischen Agglomerationen in der Regel nur durch den Transport über Wasser befriedigt werden ( Transport und Verkehr; Binnenschifffahrt). Jede Stadt mit direktem Zugang zu schiffbaren Wasserstraßen verfügte daher über ein beträchtliches Wachstumspotential. London hatte bereits Ende des 16. Jh.s rund 300 000 Einwohner, um 1800 lebten bereits 800 000 Menschen in dieser Stadt. Die großen ital. H. wie Venedig…
Date: 2019-11-19

Haft

(4 words)

s. Gefängnis | Strafvollzug
Date: 2019-11-19

Hagel

(1,167 words)

Author(s): Oberholzner, Frank
1. AllgemeinH.-Körner stellen eine atmosphärisch bedingte Niederschlagsform dar und bestehen aus meist körnigen Eisbrocken, die i. Allg. einen Durchmesser von 10–15 mm aufweisen. Für deren noch nicht endgültig geklärte Entstehung sind zum einen Vereisungsprozesse, zum anderen starke Aufwinde in den Cumulonimbus- oder Gewitterwolken verantwortlich. Durch das Anfrieren von Wassertröpfchen an sog. Gefrierkerne (z. B. in der Wolke vorhandene Staubteilchen) bilden sich kleine Eisgebilde, die durch Aufwinde in der Wolke gehalten werden. Err…
Date: 2019-11-19

Hagestolz

(801 words)

Author(s): Törpsch, Silke
1. BegriffDie Etymologie des Wortes H. ist nicht geklärt; zwar lassen sich die Bestandteile hag (ahdt., mhdt.: »umzäuntes Grundstück«) und staldan (gotisch: »besitzen«) rekonstruieren, darüber hinausgehende Aussagen über eine histor.-kontextuelle Bedeutung des Wortes sind jedoch spekulativ.Als H. (Hagestolzin) wurden im SpätMA und in der Frühen Nz. unverheiratete Männer und Frauen, aber auch Kinder bezeichnet, von denen Leib-, Gerichts-, Grund- oder Territorialherrschaften im Todesfall den Nachlass oder Teile des Nachlasses einfo…
Date: 2019-11-19

Haggada

(2 words)

s. Theologie
Date: 2019-11-19

Hagiographie

(2,261 words)

Author(s): Bergengruen, Maximilian
1. Zur BegrifflichkeitH. (von griech. hágios, »heilig«, und graphḗ, »Schrift«) bedeutet die Darstellung von Heiligen, meist in Form einer Lebensbeschreibung ( Biographie), die einen christl. und für die Leser erbaulichen Charakter besitzt [19. 1]. Im weiteren Sinne wird unter H. (besser: Hagiologie) auch die wiss. Beschäftigung mit der Heiligengeschichtsschreibung verstanden. Beide Bedeutungen entwickelten sich erst im 19. Jh. In der Spätantike war hagiographa eine Bezeichnung für die dritte Abteilung der Bücher des AT (hebr. ketubim), bisweilen auch für die biblisch…
Date: 2019-11-19

Haitianische Revolution

(1,884 words)

Author(s): König, Hans-Joachim
1. BegriffsdefinitionAls H. R. bezeichnet man den Sklavenaufstand in der franz. Kolonie Saint-Domingue von 1791 und die nachfolgenden Ereignisse ( Sklaverei). Sie war nach der Nordamerikanischen Revolution von 1776 die zweite in der Neuen Welt und führte 1804 zur Gründung des ersten unabhängigen Staates in Lateinamerika [6]. Die Konstituierung des Staates Haiti durch ehemalige Sklaven hatte folgenschwere Auswirkungen auf die Ausrichtung der Lateinamerikanischen Unabhängigkeitsrevolutionen.Hans-Joachim König2. RassenkonflikteSeit dem Frieden von Rijswijk (169…
Date: 2019-11-19

Haken

(827 words)

Author(s): Münch, Ernst
Der Begriff H. hatte vom MA bis in die Nz. dreierlei Bedeutung, als Pflug-Gerät, als Hufen-Größe sowie als bäuerliche Abgabeneinheit.Spätestens seit dem 3. Jh. v. Chr. [2. 157] existierte bereits der Dualismus von H.- und Beetpflügen in Europa, wobei der symmetrisch arbeitende, größtenteils aus Holz bestehende H.-Pflug, der den Boden nur mehr oder weniger tief und breit aufritzte oder aufwühlte (daher auch die Bezeichnung Wühlpflug) – im Unterschied zum asymmetrisch arbeitenden, den Boden wendenden und daher intensiver …
Date: 2019-11-19

Halacha

(3 words)

s. Jüdisches Recht
Date: 2019-11-19

Halbpacht

(861 words)

Author(s): Sanz Lafuente, Gloria
1. SystemBei der H. (franz. métayage, ital. mezzadria, span. aparcería) handelte es sich um einen Vertrag, bei dem der Pächter ( métayeur, mezzadro, aparcero) ein Stück Boden eines Eigentümers bewirtschaftete; die dazu nötigen Geräte sowie die Erträge wurden zwischen den Partnern je zur Hälfte geteilt. Die H. war seit dem SpätMA in verschiedenen Ländern Europas stark verbreitet und nahm sehr unterschiedliche Formen an [4]: In Italien [10] war sie bes. in der Toskana, in Umbrien, den Marken und der Emilia Romagna verbreitet, in Spanien im nördlichen Landesteil, in Deutschland am Nie…
Date: 2019-11-19

Halsgerichtsordnung

(601 words)

Author(s): Kesper-Biermann, Sylvia
Unter H. versteht man die seit dem SpätMA in Deutschland aufkommenden Zusammenstellungen rechtlicher Regeln für den Strafprozess an denjenigen Gerichten, die über schwere Straftaten urteilten und Strafen an »Hals und Hand«, also Todesstrafen und Leibesstrafen, verhängen konnten. Teilweise enthielten die Ordnungen auch Bestimmungen über das materielle Strafrecht, d. h. sie zählten einzelne Delikte (Straftaten) und die dafür angedrohten Strafen auf. In der Regel versteht die rechtshistor. Forschung unter der Bezeichnung H. die Nürnberger H. von 1314 und 1485, die Ellwanger …
Date: 2019-11-19

Hambacher Fest

(719 words)

Author(s): Brandt, Hartwig
Das H. F. von 1832 war die erste politische Großdemonstration der dt. Geschichte; es war zugleich der Zenit des politischen Protestes im Gefolge der franz. Julirevolution von 1830. Nach den ruhigen 1820er Jahren hatte sich in Deutschland ein neuer Aggregatzustand des Politischen herausgebildet. Die Landtage der Mittelstaaten nahmen die liberale Substanz der Verfassungen beim Wort. Presse, Versammlungen und Vereine schufen eine bis dahin unbekannte Form politischer Öffentlichkeit. Höhepunkt, aber auch schon Abschluss dieser Entwicklung, die bereits im Juli 183…
Date: 2019-11-19

Hammer

(1,026 words)

Author(s): Pichol, Karl
1. BegriffMit dem Wort H. wird vorrangig der Hand-H. assoziiert, bestehend aus Kopf mit Bahn (Flachseite), Finne (Schmalseite) sowie Auge (Loch für den Stiel) und Stiel; er wurde aus hammerartigen Werkzeugen der Vorzeit (vor rund 350 000 Jahren) entwickelt. Der H. war zugleich ein effektives Werkzeug und eine wirksame Waffe, auch mit ritueller und mythologischer Bedeutung. So dient er als Instrument zum Aufrufen zur Ordnung bei Gericht und bei Versteigerungen und als heiliges Gerät bei Weihen und Opfern. Er ist Zeichen des Donnergottes Thor, man findet ihn als Beinamen von g…
Date: 2019-11-19

Hammerwerk

(2 words)

s. Hammer
Date: 2019-11-19

Handel

(7,180 words)

Author(s): Denzel, Markus A. | Pfister, Ulrich
1. BegriffH. bezeichnet die gehäufte, systematische Übertragung von Verfügungsrechten bzw. von Eigentum an Gütern, in der Regel unter Nutzung von Geld (Geldwirtschaft). H. kann, muss aber nicht institutionell in einen Markt eingebunden sein. Zwar dominierte vor 1850 in den europ. und außereurop. Wirtschaften die Subsistenzwirtschaft (d. h., dass die Produktion landwirtschaftlicher und gewerblicher Güter für den Eigenbedarf im Rahmen der Hauswirtschaft gegenüber der Produktion und Vermarktung gehandelter Güter überwog); dennoch nahm das Vo…
Date: 2019-11-19

Handelsbörse

(639 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
Die H. ist die ursprüngliche Form und Funktion der Börse. Man handelte hier seit dem frühen 15. Jh. ohne Besichtigung mit fungiblen Gütern wie Getreide, Kaffee, Zucker oder Gewürzen, aber auch mit Wechseln und Wertpapieren aller Art. Börsenveranstaltungen finden – anders als etwa Messen – in der Regel ganzjährig statt und sind zeitlich und räumlich konzentriert, d. h. die teilnehmenden Kaufleute, die vielfach bestimmten Statuten unterliegen, versammeln sich zu bestimmten Zeiten an einem bestimmten Ort.Nach dem Schwerpunkt ihrer Handelstätigkeit ist zwischen Wechsel-…
Date: 2019-11-19

Handelsbücher

(1,221 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
1. Gattungsgeschichte und TypenH. zählen zu den wichtigsten Quellen für die Geschichte des Handels. Seit der im Italien des 12./13. Jh.s einsetzenden Kommerziellen Revolution sind zwei Hauptgattungen zu unterscheiden.(1) Mit der Herausbildung einer wie auch immer gearteten Buchführung entstanden Geschäftsbücher im engeren Sinne, die erfolgte kaufmännische Transaktionen (einschließlich der damit im Zusammenhang stehenden Korrespondenz) dokumentierten. Im Laufe der Jahrhunderte und v. a. im Zuge der Durchsetzung der doppelten Buchführ…
Date: 2019-11-19

Handelsbürgertum

(2 words)

s. Wirtschaftsbürgertum
Date: 2019-11-19

Handelsdiaspora

(2 words)

s. Kaufmannsdiaspora
Date: 2019-11-19

Handelsfreiheit

(860 words)

Author(s): Pahlow, Louis
1. BegriffDer Begriff der H. wird heute meist im Zusammenhang mit der Gewerbefreiheit genannt (Gewerbepolitik). Der H. kam aber im 18. und 19. Jh. eigenständige Bedeutung zu: Sie umschrieb in Europa sowohl die tradierten Rechte der Kaufleute als auch die liberale und vorliberale Auffassung der Freiheit im Binnen- und Außenhandel.Louis Pahlow2. Absolutistisch-merkantilistischer StaatObwohl die Forderung nach H. bereits in den politischen Schriften des 16. und 17. Jh.s zu finden war, entwickelte sich die H. erst im 18. Jh. zum Freiheitsrecht. Der …
Date: 2019-11-19

Handelsgesellschaft

(1,363 words)

Author(s): Denzel, Markus A. | Pfister, Ulrich
1. Grundlagen Im modernen Handelsrecht ist eine offene H. ein Zusammenschluss von zwei oder mehr natürlichen bzw. juristischen Personen zur Betreibung eines Handelsgewerbes unter einer gemeinsamen Firma. H. in diesem Sinn waren seit dem Ausgang des MA verbreitet. Allerdings finden sich Vertragsvarianten dergestalt, dass zwischen reinen Kapitalgebern, die meist nur mit ihrer Einlage hafteten, und voll haftenden Kapitalführern unterschieden wird oder dass die Rechte und Pflichten der aktiven Geschäf…
Date: 2019-11-19

Handelsimperium

(821 words)

Author(s): Häberlein, Mark
In der histor. Forschung werden die Begriffe H. bzw. Handelsreich (engl. empire of trade, merchant empire) für das SpätMA und die Nz. (14.–18. Jh.) v. a. auf den Mittelmeerraum (Mediterrane Welt) und den Indischen Ozean bezogen [1]; [5]; [6]. Als Prototypen gelten die H. der Republiken Genua und Venedig im Mittelmeer sowie die asiat. Handelsreiche Portugals im 16. Jh. und der nord- und westeurop. Ostindischen Kompanien im 17. und 18. Jh. In diesen H. trat die direkte Kolonialherrschaft (Kolonialismus) und die Errichtung von Siedlungskolonien gegenüber der kommerziellen Erschl…
Date: 2019-11-19

Handelskapitalismus

(892 words)

Author(s): Köster, Roman
1. BegriffDer Begriff H. stammt ursprünglich aus dem marxistischen Diskussionskontext, wenn auch Karl Marx den Terminus Kapitalismus selbst noch nicht verwendete [3. 442–443]. Er leitet sich aus der Gegenüberstellung von Handelskapital und Industriekapital ab. Das Handelskapital (oder auch Kaufmannskapital) erscheint bei Marx als »älteste freie Existenzweise des Kapitals« [2. 337], dessen Funktion ausschließlich darin bestand, den Warenaustausch zu vermitteln. In diesem Sinne kann der H. als ein zeitlich zwischen 1500 und 1800 anzusiedelndes Ü…
Date: 2019-11-19

Handelskolonie

(4 words)

s. Faktorei | Handelsimperium
Date: 2019-11-19

Handelskompanie

(2 words)

s. Handelsgesellschaft
Date: 2019-11-19

Handelskonjunktur

(839 words)

Author(s): Denzel, Markus A. | Pfister, Ulrich
1. BegriffsgeschichteH. bezeichnet sowohl kurzfristige als auch langfristige Schwankungen des Geschäftsvolumens einzelner Märkte bzw. des Handelsvolumens zwischen Märkten, und zwar sowohl auf Güter wie auch auf Finanzinstrumente bezogen.Die vorindustrielle Zeit galt und gilt Ökonomen vielfach als eine »Vorgeschichte der Konjunkturbewegungen« (vgl. Gewerbliche Konjunktur) [2. 134]. Diese wurde mindestens bis in die 1950er Jahre hinein als »eine Geschichte von Krisen gekennzeichnet, die nach verbreiteter Auffassung – meist als Handelskrisen – auf einer vorkapital…
Date: 2019-11-19

Handelskorrespondenz

(595 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
Als im 12. und 13. Jh. im Gefolge der Kommerziellen Revolution die Wirtschafts- und Handels-Tätigkeit stark anstieg, die Geldwirtschaft sich (wieder) allgemein durchzusetzen begann und neue Techniken im Handel und Zahlungsverkehr entwickelt wurden (vgl. Wechsel), stieg das Bedürfnis nach Kommunikation unter den Kaufleuten erheblich an. Allerdings kommunizierten sie nun nicht mehr in erster Linie mündlich anlässlich persönlicher Begegnungen; mit der Herausbildung des sesshaften Kontor-Kaufmanns während der Kommerziellen Revolution (1…
Date: 2019-11-19

Handelsmünze

(790 words)

Author(s): Schneider, Konrad
Grundsätzlich konnte jede Münze zur H. werden, wenn sie außerhalb ihres vorgegebenen Geltungsbereichs zum unverzichtbaren Bestandteil des Zahlungsverkehrs im (Fern-)Handel wurde. H. mussten jedoch in ihren Herkunftsländern nicht unbedingt gesetzliche Zahlungsmittel sein. Einige H. wurden allerdings schon aus dieser Erkenntnis heraus ausschließlich für den Fernhandel geschaffen. Wichtige Anforderungen waren gleichbleibende Qualität und auch ein gleichbleibendes Münzbild zur Identifikation. Die Beliebtheit einer H. …
Date: 2019-11-19

Handelsnetzwerke, globale

(3 words)

s. Kaufmannsdiaspora
Date: 2019-11-19

Handelsräume

(6,004 words)

Author(s): Häberlein, Mark | Klooster, Willem | Beck, Thomas
1. Einleitung 1.1. Europa der Frühen NeuzeitAm Beginn der Nz. stellte Europa noch keinen einheitlichen H. dar; vielmehr lassen sich mehrere Regionen kommerzieller Interaktion identifizieren, die sich hinsichtlich ihrer Bevölkerungsdichte, ihres Urbanisierungsgrades und der Intensität der wirtschaftlichen Austauschprozesse stark unterschieden. Aufgrund der technischen und politischen Probleme des Überlandhandels (Straßenverhältnisse, Zoll-Schranken) bildeten sich Räume intensiven kommerziellen Austausc…
Date: 2019-11-19

Handelsrecht

(1,959 words)

Author(s): Pahlow, Louis
1. DefinitionDas H. (lat. ius mercatorum) als Teil des Privatrechts umfasst in der Nz. das gesamte Recht des Kaufmannsstandes. Die Regeln über die Berufsorganisationen der Kaufleute, deren Privilegien, die Handelsgerichtsbarkeit und das Konkurs-Recht gehören ebenso zum H. wie das Handelspolizeirecht oder das Handelsvölkerrecht. Im Vordergrund der europ. Entwicklung des H. steht allerdings das Handelsprivatrecht, also z. B. das Wechsel-Recht, das Gesellschaftsrecht oder das Versicherungsrecht.Louis Pahlow2. Das 16. und 17. JahrhundertUm 1500 war das H. kein einh…
Date: 2019-11-19

Handelsrouten, Handelsstraßen, globale

(6 words)

s. Karawanenhandel | Seehandelsrouten
Date: 2019-11-19

Handelsstadt

(689 words)

Author(s): Keller, Katrin
Der Begriff H. bezeichnet einen Stadttyp, der vorrangig aufgrund wirtschaftlicher Funktionen definiert wird. Zwar gehört die Funktion als Markt für den regionalen Nahbereich und damit eine zumindest lokal wichtige Rolle im Verkehrsnetz zu den grundlegenden Charakteristika jeder Stadt. Im Falle von H. aber reicht die Relevanz der Einbeziehung in Fernhandels-Verbindungen weit über diese Basisfunktion als Nahmarkt hinaus. Von erheblicher Bedeutung für die Entwicklung einer Stadt zur H. war ihre Verkehrslage an wichtigen Handelsstraßen oder als Se…
Date: 2019-11-19

Handelsusancen

(665 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
H. (von ital. usanza oder uso, »Brauch«, »Gepflogenheit«) sind gewohnheitsrechtliche Übereinkommen oder Handelsbräuche zwischen Kaufleuten, die verschiedene Teilbereiche von Handels-Geschäften betreffen. Sie waren seit dem hohen MA aus unterschiedlichen Bedürfnissen und Notwendigkeiten heraus entstanden und wurden traditionellerweise beibehalten, so z. B. die Art, wie Weizenpreise notiert wurden.An einzelnen Handelsplätzen (Messen oder Städten) gab es – bisweilen erheblich – unterschiedliche H.; für einen Kaufmann war es unabdingbar notwen…
Date: 2019-11-19

Handelsvertrag

(1,223 words)

Author(s): Denzel, Markus A. | Beck, Thomas
Ein H. ist eine langfristige und umfassende oder eine kurzfristige (Handelsabkommen) vertragliche Vereinbarung über die Außenhandels-Beziehungen zwischen zwei oder mehreren Städten, Ländern oder Territorien.1. EuropaSeit dem MA wurde der grenzüberschreitende Warenverkehr durch H. geregelt, wobei insbes. zollrechtliche Aspekte eine zentrale Rolle spielten. Darüber hinaus wurde in H. auch die Rechtsstellung der beteiligten Kaufleute, v. a. in der Fremde, behandelt, d. h. ihre Niederlassungsfreiheit in der Fremde, ihr Rechtsschutz bzw. ihre besonder…
Date: 2019-11-19

Handgeräte, landwirtschaftliche

(800 words)

Author(s): Meiners, Uwe
Bis zur Mechanisierung der Landwirtschaft, die in Mitteleuropa ab der Mitte des 19. Jh.s einsetzte, wurde der bäuerliche Arbeitseinsatz auf Feld und Hof durch die Verwendung von H. bestimmt. Mit Ausnahme der Bodenbearbeitung (Pflügen, Eggen, Walzen), bei der man überwiegend auf tierische Anspannung (Pferde; Rinder; Esel) zurückgriff, wurden das bäuerliche Hauswesen und Tagewerk [3] in der Frühen Nz. von Hand, ohne den Einsatz von Maschinen, ohne Windenergie oder Wasserkraft bewerkstelligt. Letztere waren zwar seit dem HochMA aus der Mühlen-Techno…
Date: 2019-11-19

Handschriften

(870 words)

Author(s): Stein, Elisabeth
1. Wiederentdeckung antiker TexteDie intensive Beschäftigung mit (lat. und griech.) H. als materialen Zeugen der antiken Geistes- und Kulturgeschichte gilt als ein spezifisches Wesensmerkmal des Humanismus, der im 14. Jh. von Italien ausgehenden, sich europaweit bis zum 16. Jh. ausbreitenden elitären Bildungsbewegung [2]; [7]. Klösterliche Skriptorien hatten im MA hauptsächlich zu Erziehungs- und Bildungszwecken für eine weitgehend kontinuierliche Tradierung und Pflege antiker und ma. Texte Sorge getragen. An die Stelle eines vornehmli…
Date: 2019-11-19

Handschriftenkunde

(2 words)

s. Handschriften
Date: 2019-11-19

Handwerk

(8,821 words)

Author(s): Reith, Reinhold
01. Begriff und DefinitionGrimms Deutsches Wörterbuch definiert H. (lat. opificium bzw. ars manuaria) als »händewerk«, das mit der Hand vollbrachte Werk ( opus manu factum), und bezeichnet damit im engeren Sinne »ein dauernd betriebenes Gewerbe«, zu dessen Ausführung im Unterschied zur Kunst und zur niedrigen Handarbeit vorzügliche manuelle Geschicklichkeit ( ars mechanica) erforderlich sei (Bd. 10, 424). H. sei – so Johann Beckmann 1777 – aber auch die Kunst, die rohen oder schon bearbeiteten Naturalien zu verarbeiten (»Anleitung zur Technologie«, 3). S…
Date: 2019-11-19

Handwerker

(1,020 words)

Author(s): Schultz, Helga
1. Das städtische ZunfthandwerkDas zünftige Handwerk war die tragende Schicht städtischen Lebens. Ihm gehörten mehr als ein Drittel, in den gewerbereichen engl., holländ. oder schweizer. Städten sogar mehr als die Hälfte der Stadtbewohner und die übergroße Mehrheit der vollberechtigten Bürger an. Selbst wo die Manufaktur blühte, wie im Paris Colberts (1665–1683) oder im Berlin Friedrichs II. (1740–1786), übertrafen die Zunft-Meister und Gesellen die Arbeiter zahlenmäßig.Der Meisterhaushalt entsprach weithin dem von Otto Brunner beschriebenen patriarchalischen Sozi…
Date: 2019-11-19

Hanse

(1,526 words)

Author(s): Hammel-Kiesow, Rolf
1. SpätmittelalterDie H. war ein Zusammenschluss niederdt. Kaufleute und Städte zu einer Handelsgesellschaft, die zwischen der Mitte des 12. Jh.s (sog. frühhansische Zeit) und dem Ende des 17. Jh.s Fernhandel im nördl. Europa betrieb und ihn etwa 1300–1500 dominierte.Die H. umfasste im 15. Jh. rund 70 aktiv an den ihren Unternehmungen teilnehmende Städte und rund 130 weitere von diesen vertretene kleinere Städte, die zwischen Zaltbommel an der Rheinmündung im Westen und Dorpat ( Tartu/Estland) im Osten sowie zwischen Visby auf Gotland im Norden und der Linie Köln–Breslau…
Date: 2019-11-19

Hansestadt

(2 words)

s. Hanse
Date: 2019-11-19

Harem

(1,494 words)

Author(s): Faroqhi, Suraiya
1. Harem und SelamlıkDer aus dem Arabischen stammende Ausdruck H. bezeichnet einen bes. geschützten Ort, an dem ein Mann mit seiner Familie lebt und der für männliche Besucher unzugänglich ist. Diese wurden/werden in einem osman.-türk. selamlık genannten speziellen Bereich, Besucherinnen (in Abwesenheit der männlichen Bewohner) im H. selbst empfangen. Im 18. Jh. galt der H. einer hochrangigen Familie als der spezielle Bereich der Ehefrau(en); es gehörte zum guten Ton, dass ein Ehemann ihn nicht gegen ihren Wunsch betrat. Auch war die bauliche Trennung von H. und selamlık, wie si…
Date: 2019-11-19
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