Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Häresie

(1,695 words)

Author(s): Walter, Peter | Leppin, Volker
1. BegriffH. (von griech. haíresis, »Schule«, »Lehrmeinung«, »Parteiung«) bezeichnet eine gravierende Abweichung im Glauben (»Irrlehre«), die den Ausschluss aus der Kirche zur Folge hat ( Exkommunikation). Das im Deutschen synonyme Wort »Ketzerei« leitet sich von der Bezeichnung für die ma. Massenbewegung der »Katharer« (griech. katharoí, »die Reinen«) ab, die im 12. Jh. eine Gegenkirche bildeten und mit allen Mitteln verfolgt wurden. Von der H. als Verletzung der Integrität des Glaubens durch Einzelne oder Gruppen sind die Apostasie (griech. apostasía) als »Abfall« vom …
Date: 2019-11-19

Harfe

(2 words)

s. Saiteninstrumente
Date: 2019-11-19

Harmonie

(796 words)

Author(s): Daniel, Thomas
Seinem ursprgl. allgemeinen Sinn nach bedeutet das griech. Wort harmonía die Verbindung oder Vereinigung von Verschiedenem, aber auch »Einklang«, »Eintracht« oder »Ebenmaß«. H. betrifft die gesamte Welt vom Kosmos (»Sphären-H.«) bis zur menschlichen Existenz (H. von Leib und Seele). In den Künsten gilt der H.-Begriff insbes. dem Ebenmaß und der Ausgewogenheit zwischen den Teilen eines Ganzen. Bereits in der Antike ( Pythagoras, Plato, Aristoteles) wurde die Zahl zum Ausdruck von H., nicht nur für den Kosmos, sondern auch für den künstlerischen Schaffensprozess…
Date: 2019-11-19

Harmoniemusik

(854 words)

Author(s): Hofer, Achim
H. (oder Harmonie) bezeichnet primär mitteleurop. Bläserensembles und ihre Musik in der Zeit von um 1770 bis um 1810, entweder als Sextett (je zwei Oboen bzw. Klarinetten, Hörner und Fagotte) oder als »klassisches« Bläseroktett mit allen vier Instrumentenpaaren, das 1782 mit der Einrichtung der »Kaiserlichen Harmonie« in Wien durch Joseph II. richtungsweisend wurde. Lokale Besetzungsvarianten wie z. B. der Gebrauch von Englischhörnern statt Klarinetten waren verbreitet. Mozarts Wahl der Instrumente in seiner als Gran Partitta überlieferten Serenade KV 361 (wohl um 17…
Date: 2019-11-19

Harmonie- und Satzlehre

(1,994 words)

Author(s): Daniel, Thomas
1. DefinitionIn der Musiktheorie gehören H. U. S. zu den zentralen Disziplinen. Sie dienen als »Lehren« einem vertieften Verständnis der »Klassischen Musik« und kommen daher v. a. in der musikalischen Fachausbildung zum Tragen. Die im 18. Jh. einsetzende Harmonielehre (H.) hat den Aufbau und die Bedeutung der Akkorde in der dur-moll-tonalen Musik zum Gegenstand, die Satzlehre (S.) seit dem Beginn der Nz. ( Tinctoris 1477) die mehrstimmige Verbindung der Intervalle im Tonsatz. Während sich also die H. primär auf die kognitive Ebene der Analyse konzentrie…
Date: 2019-11-19

Hasidismus

(2,210 words)

Author(s): Galley, Susanne
1. DefinitionDer Begriff H. bzw. Chas(s)idismus (von hebr. hasid, »Frommer«) bezeichnet mehrere mystische Strömungen innerhalb des Judentums. Als deren erste gilt die Richtung der Haside Aschkenas (»Die Frommen von Aschkenas«, 12./13. Jh., Deutschland; Aschkenasim). Der Ehrenname hasidim (griech. asidaíoi, »Fromme«) wurde jedoch bereits von einer Gruppierung der Makkabäerzeit (2. Jh. v. d. Z.) genutzt, die sich in ihrem Eifer für die »väterlichen Traditionen« (d. h. die Tora) von ihren Zeitgenossen, die sich griech. Lebens- und Den…
Date: 2019-11-19

Haskala

(1,787 words)

Author(s): Haußig, Hans-Michael
1. Begriff Unter dem Begriff haskālā (hebr. »Einsicht haben«, »Klugmachen«, »Belehren«; von sekel, »Einsicht«, »Verstand«) versteht man das jüd. Pendant zur allgemeinen Aufklärungs-Bewegung im nzl. Europa; ihre Anhänger bezeichnet man als maskilim. Beide Begriffe sind jedoch erst in der philosophischen Literatur des ausgehenden MA bezeugt, so etwa in Josef Albos (1380–1444) sefer ha-iqqarīm (»Buch der Grundlehren«), wo H. die Bedeutung »Erkenntnis« besitzt. Insofern liegt H. in seiner Grundbedeutung dem dt. Begriff »Aufklärung« vielleicht viel nä…
Date: 2019-11-19

Hass

(2 words)

s. Gefühl
Date: 2019-11-19

Hauptstadt

(895 words)

Author(s): Eibach, Joachim
1. Funktionen und EntstehungDie H. – im Verfassungsstaat der Moderne Sitz des Staatsoberhaupts, der Regierung und des Parlaments -- war in der vorkonstitutionellen Epoche der Nz. meistens der Ort der dauerhaften Residenz des Fürsten, in jedem Fall aber der zentralen Regierungsfunktionen. Neben dieser politischen Funktion ist eine »echte H.«, die auch Metropole des Landes ist, ein wirtschaftliches Zentrum und übt hohe kulturelle Integrationskraft aus [1. 2 f.]. Wenn der politische und der wirtschaftlich-kulturelle Aspekt auseinanderfallen, treten »heimliche H.…
Date: 2019-11-19

Hausbrand

(754 words)

Author(s): Heuser, Peter Arnold
Der Begriff H. bezeichnet im engeren Sinne die private häusliche Nutzung thermischer Energie-Träger zum Kochen und Heizen, im weiteren Sinne auch das Schadensfeuer, das ein Haus zerstört, sowie selbstgebrannten Schnaps.Im ma. und nzl. Europa war Holz der meistgenutzte Brennstoff für Herd und Ofen. Während sich zur Versorgung großer Städte und Gewerbezentren mit Bauholz ein weiträumiger Holzhandel entwickelte, der Binnengewässer (Flößerei) und das Meer (Hochseeschifffahrt) als Transportwege bevorzugte, erfolgte die Brennholzversorgun…
Date: 2019-11-19

Hausfrau

(862 words)

Author(s): Ulbrich, Claudia | Lehmann, Frank
Der Begriff H. bezieht sich auf das Haus bzw. den Haushalt als die in den europ. Ländern zentrale Einheit gesellschaftlichen Lebens. In frühnzl. Quellen wird H. meist synonym zu Hausmutter gebraucht. H. bezeichnet entweder (bei Betonung des Familienstands) die Ehefrau (Ehe) oder (bei Betonung der wirtschaftlichen Aufgaben) die Vorsteherin eines Haushalts, die als Hausmutter im Rahmen der Hausherrschaft vielfältige Pflichten und Rechte hatte; sie konnte durch eine bürgerliche Hausjungfer oder ein adliges Hausfräulein vertreten werden. Seit dem spät…
Date: 2019-11-19

Haus, ganzes

(831 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. Begriff und KonzeptDie Wortverbindung G. H. geht als wiss. Begriff auf den Kulturwissenschaftler und konservativen Sozialkritiker W. H. Riehl (1823–1897) zurück [10. 164]. Riehl interpretierte die aus zwei Generationen bestehende Kernfamilie als Verfallserscheinung der modernen Zivilisation und grenzte sie von dem älteren Begriff des Hauses (franz. maisonnée, ital . casa) ab, in dem nicht nur mehrere Generationen von Blutsverwandten, sondern auch Gesinde und andere Inwohner unter der Leitung eines Hausvaters zusammen gelebt und gewirtschaf…
Date: 2019-11-19

Hausgesetze

(634 words)

Author(s): Kalwoda, Johannes
H. waren Anordnungen hochadeliger, in Deutschland ursprünglich reichsständischer Familien, die sie aufgrund des genossenschaftlichen Charakters der Familie (Haus, ganzes) autonom trafen, was in der Nz. als Ausfluss ihres Gesetzgebungs-Rechts galt. H. regelten Fragen des Familien- und Erbrechts und damit der Regierung und Thronfolge. Im Verfassungsstaat des 19. Jh.s zählten sie zum Verfassungsrecht oder fanden zumindest teilweise in Verfassungen einzelner Staaten Eingang. In der Habsburgermonarchie verwiesen die Verfassungen ab 1848 für die Thro…
Date: 2019-11-19

Haushalt

(2,098 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. BegriffsgeschichteDer dt. Begriff H. (vgl. engl. household, franz. ménage) ist erst seit dem 16. Jh. als Substantivierung der Wortverbindung »Haus halten« gängig [4]; etwas früher belegt ist die den verbalen Aspekt stärker betonende »Haushaltung«. Beide wurden bis ins 19. Jh. parallel und im Wesentlichen bedeutungsgleich verwendet. Dabei stand zunächst die Tätigkeit der »führung eines hauswesens« [4] im Vordergrund oder – wie es in Krünitz' Enzyklopädie heißt, die nur »Haushaltung« als Lemma hat – die »Regierung einer häuslichen Gesellschaft, mi…
Date: 2019-11-19

Haushaltstechnik

(2,861 words)

Author(s): Vavra, Elisabeth
1. Allgemein Hausarbeit leistet einen Beitrag zur Erfüllung wichtiger menschlicher Grundbedürfnisse. Umfang und Art der zu tätigenden Arbeiten waren abhängig von der Größe des Haushalts und dem Ausmaß der Marktintegration. Auch städtische Endverbraucher, die ihren Bedarf größtenteils am Markt deckten, wurden von Seiten der Obrigkeit (z. B. durch Steuerbegünstigung) zur Vorratshaltung angehalten [11]; diese war allerdings von der ökonomischen Situation des einzelnen Haushalts abhängig. Auskunft über die im Haushalt durchzuführenden Arbeiten und die dabei ang…
Date: 2019-11-19

Hausierhandel

(1,178 words)

Author(s): Radeff, Anne | Denzel, Markus A.
1. Allgemein»Der Hausiergewerbebetrieb ist diejenige gewerbliche Betriebsform, wobei der Gewerbetreibende außerhalb seines Wohnsitzes von Ort zu Ort ziehend mitgeführte Waren feilbietet (eigentlicher H.) oder irgendwelche gewerbsmäßige Leistungen anbietet (Scherenschleifer, Kessel- und Pfannenflicker und dergl.), oder Waren aufkauft (Sammeln von Lumpen, Knochen, alt Eisen)« [1]; zitiert nach [11. 101]. Man kann – in der Stadt (Stadthausierer) und auf dem Land – sog. Selbsthausierer (die die Produkte ihres Ackerbaus oder ihres Neben- Gewerbes feilboten) und Fremdha…
Date: 2019-11-19

Hausindustrie

(2 words)

s. Protoindustrialisierung
Date: 2019-11-19

Hauslehrer/in

(2 words)

s. Lehrer/in
Date: 2019-11-19

Häusler

(921 words)

Author(s): Grüne, Niels
1. Kernmerkmale und BegriffsvariantenAls jüngste Nachsiedlerschicht (vgl. Siedlung) der frühnzl. ländlichen Gesellschaft bildeten die H. seit dem ausgehenden 15. Jh. jene Gruppe, die zwar zu Hauseigentum gelangte, außer einem Garten jedoch über keine nennenswerten Nutzflächen verfügte, bes. nicht in der Hufen-Flur (vgl. Agrarverfassung). Nach unten grenzte sie der Gebäudebesitz von den Einliegern ab. Die obere Trennlinie zu den Kleinbauern wurde bisweilen durch Aufstockung der agrarischen Ressourcen mittels Pacht verwischt (s. u. 2.).Der Begriff des H. war nahezu…
Date: 2019-11-19

Hausmusik

(998 words)

Author(s): Busch-Salmen, Gabriele
1. DefinitionSeit das Haus im SpätMA zu einem umfriedeten Wohn- und Wirkungsort wurde, bot namentlich zu Zeiten streng reglementierter öffentlicher Kunstausübung der Nz. der häusliche Bereich allen sozialen Schichten eine willkommene Möglichkeit zu gleichberechtigendem und exklusivem Musizieren. Mit dem seit Bartholomaeus Gesius' Christliche Hauß und Tisch Musica (Wittenberg, 1605) nachweisbaren Terminus H. wird mithin eine private gesellige Musikpraxis bezeichnet, die es ohne die begriffliche Fixierung längst gab [1]. Das der »Kurzweil« oder der »Gemütsergötzu…
Date: 2019-11-19

Hausmutter

(836 words)

Author(s): Fuhrich-Grubert, Ursula | Ulbrich, Claudia
1. Begriff und LeitbildDer Begriff H. (Übersetzung von lat. mater familias) fand im frühnzl. Europa im Rahmen normativer Quellen und Literatur primär protest. Prägung Verbreitung (u. a. in Ehe- und Leichenpredigten und der sog. Hausväterliteratur). In allen europ. Ländern war die Rolle der H., komplementär zu der des Hausvaters, aufs engste mit dem Leben und Arbeiten im frühnzl. Haus als dem Zentrum des gesellschaftlichen und kirchlichen Denkens sowie als Herrschafts- wie Wirtschaftssphäre verknüpft. Ihre Tätigkeiten beschränkten sich jedoch keineswegs auf die Haushalts-Füh…
Date: 2019-11-19

Hausnummer [Hinzugefügt 2018]

(924 words)

Author(s): Tantner, Anton | Herausgeber: Susanne Rau | Herausgeber: Benjamin Steiner
1. AllgemeinesH. sind nominal verwendete Zahlen, die an Häusern angebracht werden, um deren Identifizierung und Adressierung zu erleichtern. Im Zusammenspiel mit Toponymen wie Orts- und – sofern vorhanden – Straßennamen dienen sie der Strukturierung des besiedelten Raums sowie als Orientierungssystem. Eingeführt wurden H. als obrigkeitliche Maßnahme ab der Mitte des 18. Jh.s zunächst vorwiegend in europ. Städten, dann zunehmend auch in ländlichen Gebieten.Im Zuge der Entstehung des modernen Staats (Absolutismus) sollte die H. insbes. die (Militär-)Einquartierung (punkt…
Date: 2019-11-19

Haustiere

(1,674 words)

Author(s): Breittruck, Julia
1. Definition und TierartenIm frühnzl. Sprachgebrauch bezeichnete der Begriff H. einerseits Tiere, die im menschlichen Nahbereich lebten und deren Produkte oder Arbeitskraft Nutzen boten, oder die andererseits zum Vergnügen gehalten wurden. Die Haltung von Tieren im Wohnraum in Abgrenzung zu Erwägungen von Nutzen etablierte sich in der Frühen Nz. als Praxis und als Diskurs. Der Status des H. schwankte dabei zwischen Nutztier, Luxus-Objekt und geliebtem bis individualisiertem Tier. Die kultur- und sozialhistor. Kategorie des H. (zur Unterscheidung von essbare…
Date: 2019-11-19

Hausvater

(913 words)

Author(s): Fuhrich-Grubert, Ursula | Ulbrich, Claudia
1. Begriff»H.« ist Übersetzung des nt. oikodespótēs (»Hausherr«, Mt 10,25, nach Luther), für das in der Vulgata das lat. pater familias steht. Parallel findet sich H. auch als Äquivalent für den aus der antiken Tradition stammenden oikonomikós ( Aristoteles, Xenophon) bzw. lat. oeconomus (»Hauswirt«). Der Begriff verweist auf das Haus als zentrale Kategorie frühnzl. politischer Ordnung. Im weiteren Sinne stand H. auch für den Leiter von Herbergen, Hospizen oder Waisenhäusern. Ursula Fuhrich-GrubertClaudia Ulbrich2. LeitbildGrundsätzlich wurde dem H. die Gewalt über das Ha…
Date: 2019-11-19

Hausväterliteratur

(727 words)

Author(s): Donien, Jürgen
Die H. ist eine in der Frühen Nz. bis ins 18. Jh. hinein weit verbreitete Form der Gebrauchsliteratur, in der Anweisungen zur Führung eines Hauswesens ( Haushalts) gegeben werden, die sowohl praktische als auch sittliche Fragestellungen betreffen. Der Begriff verdeutlicht die starke Stellung des Hausvaters, der unbeschränkt herrscht [1. Teil 1, S. 3], wobei sich hier Rechtstraditionen der Antike (lat. pater familias), Aristoteles-Rezeption (das Haus, griech. oíkos, als Gebilde personaler und wirtschaftlicher Beziehungen) und Analogien zur christl. Vorstellungswelt [2. …
Date: 2019-11-19

Hauswirtschaft

(1,024 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. BegriffUnter H. versteht man heute die (erwerbsmäßige) Versorgung (insbes. Verpflegung) eines größeren Haushaltes oder einer Einrichtung. In diesem Sinne ist H.-Lehre ein Ausbildungs- und Universitätslehrfach, das (zuerst in den USA) ab dem späten 19. Jh. im Rahmen der bürgerlichen Frauen(bildungs)bewegung entstand. Diese moderne Bedeutung von H. setzt die im Zuge der Industrialisierung erfolgte Trennung von Haushalt und Arbeitsplatz (Fabrik, Büro) voraus [12]; [11. 235–314].In vorindustriellen Gesellschaften dagegen meinte H. die standesgemäße Führung eines Haush…
Date: 2019-11-19

Haut

(993 words)

Author(s): Stolberg, Michael
1. AllgemeinZeit- und kulturübergreifend spielt die H. für die äußere Erscheinung und die subjektive Leiberfahrung des Menschen eine zentrale Rolle ( Körperbewusstsein) [10]; [7]. Die konkreten Vorstellungen von ihrem Bau und ihrer Funktion, das Verständnis ihrer krankhaften Veränderungen und ihre gezielte Gestaltung durch kulturelle Praktiken sind jedoch in hohem Maße dem histor. Wandel unterworfen [5]; [4].Michael Stolberg2. Funktionen der HautDer modernen Anatomie gilt die H. als ein hochkompliziertes Organ, das sich aus mehreren Schichten und vielfältigen, s…
Date: 2019-11-19

Hebamme

(1,902 words)

Author(s): Labouvie, Eva | Bukowski, Evelyn
1. BegriffEiner der ältesten Frauenberufe überhaupt ist der der H. (lat. obstetrix; althochdt. hev(i)anna, »alte Frau, die das Neugeborene vom Boden aufhebt«; regional auch Höbmutter, Hebemutter; vgl. ähnliche Begriffsbildungen wie Bademutter, Kindermutter, Püppelmutter, weise Mutter; andere dt. Bezeichnungen lauteten Kindsfrau oder Storchentante). Zwar beruhen Kenntnisse über den Tätigkeitsbereich von H. vorwiegend auf Arbeiten zum städtischen H.-Wesen (s. u. 2.1.), doch nahmen die Stadt-H. im Vergleich zur weit größeren Gruppe…
Date: 2019-11-19

Hebevorrichtungen

(986 words)

Author(s): Pichol, Karl
1. BegriffUnter H. (auch Hebemaschinen, Hebeapparate) werden v. a. Vorrichtungen verstanden, mit denen feste Lasten in vertikaler – manchmal auch gleichzeitig horizontaler – Richtung bewegt werden. Die antike Mechanik einfacher Maschinen des Archimedes wie Seil, Hebel (auch als Rad, Rolle) und Schiefe Ebene (auch als Keil, Schraube) reichte als theoretische Grundlage der Konstruktion von H. noch im 18. Jh. aus. Dabei stand die kraftverstärkende Wirkung der Elemente im Vordergrund. Noch Jakob Leupold erwähnt 1725 in der Vorrede seines Theatrum Machinarum oder Schau-Platz…
Date: 2019-11-19

Hebräisch

(3 words)

s. Jüdische Sprachen
Date: 2019-11-19

Hebraistik

(995 words)

Author(s): Riemer, Nathanael
1. BegriffIm Mittelpunkt der H. steht die Erforschung der hebr. Sprache (Jüdische Sprachen). Diese erfolgte in erster Linie innerhalb des Judentums (s. u. 2.), aber seit der Renaissance auch verstärkt im Rahmen der christl. Auseinandersetzung mit der jüdischen Literatur (s. u. 3.). Gelegentlich wird die H. als zumeist an einer theologischen Fakultät angesiedelte gelehrte Disziplin verstanden, die etwa ab der 2. Hälfte des 16. Jh.s an europ. Universitäten etabliert wurde.Nathanael Riemer2. JudentumUm nach dem Rückgang des Hebräischen als Alltagssprache eine fehle…
Date: 2019-11-19

Heer

(5 words)

s. Militär | Stehendes Heer
Date: 2019-11-19

Heereslieferant

(631 words)

Author(s): Meumann, Markus
Unter der Bezeichnung H., frühnzl. meist franz. entrepreneur, ist im engeren Sinn ein privater Unternehmer (bzw. eine Kapitalgesellschaft) zu verstehen, dessen Geschäft die Beschaffung und/oder Produktion von Nahrungsmitteln, Waffen und Ausrüstungsgegenständen für ein (stehendes) Heer war ( Militär). Im 17. und 18. Jh. wurden als entrepreneurs allerdings auch solche Unternehmer bezeichnet, die im landesherrlichen oder städtischen Auftrag im Festungsbau [1] und (v. a. in Frankreich seit Anfang des 18. Jh.s) bei der Errichtung von Kasernen tätig waren. Bereits im MA war…
Date: 2019-11-19

Heeresreformen

(3,699 words)

Author(s): Walter, Dierk
1. Begriff und AbgrenzungDer Begriff der H. (auch Militär-Reform, Armeereform) war vor dem 19. Jh. im Deutschen ungebräuchlich. Bis in die Gegenwart enthalten selbst militärwiss. Nachschlagewerke oft keine entsprechenden allgemeinen Einträge. Eine anerkannte historiographische oder militärwiss. Definition fehlt. Es empfiehlt sich, den Begriff der H. auf (1) geplante, (2) sich in relativ kurzer Zeit vollziehende, (3) einzelstaatliche Modernisierungsprozesse im Militärwesen zu beschränken. Unintendierter W…
Date: 2019-11-19

Hegelianismus

(673 words)

Author(s): Lehmann-Brauns, Sicco
H. ist eine Sammelbezeichnung für mitunter sehr unterschiedliche philosophische Positionen, die im Anschluss an die Philosophie Georg Wilhelm Friedrich Hegels entwickelt und vornehmlich im dt. Sprachraum, insbes. in Preußen in der Zeit des Vormärzes, vertreten wurden. So konnte in den 1830er Jahren Hegels beträchtlicher Einfluss durch seine zahlreichen Schüler fortwirken, die von der Berufungspolitik des preuß. Kultusministeriums unter K. vom Stein zum Altenstein gefördert wurden. Zu dieser Zeit beeinflussten die Grundbegriffe der Philosophie Hegels di…
Date: 2019-11-19

Hegemonialkriege

(4 words)

s. Krieg | Kolonialkriege
Date: 2019-11-19

Hegemonie

(1,498 words)

Author(s): Kampmann, Christoph
1. Zum BegriffUnter H. wird eine Erscheinungsform von Herrschaft verstanden, die in unterschiedlichen Lebensbereichen (Staat, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft) auftreten und die von einer Person, einer Gruppe, einer Institution oder einem Wirtschaftsunternehmen ausgeübt werden kann. Die H. beruht auf tatsächlicher politischer, militärischer, wirtschaftlicher oder sozialer Überlegenheit, die ihrem Inhaber in einem abgrenzbaren Bereich entscheidende Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten gibt. Hegemoniale Herrschaft kann formal die Unabhängigkeit, Freiheit und …
Date: 2019-11-19

Heidentum

(756 words)

Author(s): Stuckrad, Kocku von
1. BegriffDie religionsgeschichtlich einflussreiche Kategorie des H. verdankt sich einem anthropologischen und theologischen Abgrenzungsdiskurs. Das Wort »Heide« (ahdt. heidan; engl. heathen) transportiert die Bedeutung von griech. ethnikós (»zu einem [anderen] Volk gehörig«; vgl. lat. gens/gentilis) und dient als Sammelbezeichnung für all jene »anderen«, die außerhalb der eigenen religiösen Tradition angesiedelt werden (vgl. ta éthnē im NT; hebr. gojim, »[andere] Völker«, z. B. Gen 10,5; Jes 14,26). Deshalb konnte H. in verschiedenen Kontexten inhalt…
Date: 2019-11-19

Heilige

(3,105 words)

Author(s): Wriedt, Markus | Galley, Susanne | Loimeier, Roman
1. BegriffAuch wenn sich eine einheitliche religionswiss. Definition bislang nicht durchsetzen konnte, lässt sich doch allgemein festhalten, dass die Bezeichnung H. auf in religiöser und ethischer Hinsicht vollkommene Menschen Anwendung findet, die sich durch ein idealtypisches Leben auszeichne(te)n.Markus Wriedt2. Christentum 2.1. Antike und mittelalterliche Ursprünge»Heilig« bezeichnet eine exklusive Eigenschaft Gottes bzw. des Göttlichen, an der Sachen, Orte und Räume sowie Menschen partizipieren können. Seit Entstehung der ersten christl. …
Date: 2019-11-19

Heilige Allianz

(742 words)

Author(s): Pyta, Wolfram
1. EntstehungAm 26. September 1815 setzten in Paris der russ. Zar Alexander I., der österr. Kaiser Franz I. und der preuß. König Friedrich Wilhelm III. ihre Unterschriften unter ein Dokument, dessen Inhalt von den herkömmlichen völkerrechtlichen Abmachungen abwich [3]. Eher im Stil eines erbaulichen Traktats als eines nüchternen Vertrags gehalten, proklamierte die H. A. einen grundstürzenden Politikwechsel: Die Gebote christl. Nächstenliebe sollten so in die zwischenstaatlichen Beziehungen Einzug halten, dass sich die Staaten und ihre monarc…
Date: 2019-11-19

Heiligentag

(4 words)

s. Heilige | Namenstag
Date: 2019-11-19

Heiligenvita

(2 words)

s. Hagiographie
Date: 2019-11-19

Heiliger Krieg

(3 words)

s. Religionskrieg
Date: 2019-11-19

Heilige Schrift

(7 words)

s. Bibel | Judentum | Tora
Date: 2019-11-19

Heiliges Grab

(884 words)

Author(s): Worm, Andrea
Der Begriff H. G. bezeichnet einerseits die in der Grabeskirche zu Jerusalem verehrte Grabstätte Christi mit dem kapellenartigen Überbau, andererseits deren Nachbildungen in architektonischer oder skulpturaler Form, die in der Nz. vorwiegend im Rahmen der Osterliturgie Verwendung fanden. Das Grab Christi genoss als bedeutendstes Heiligtum der Christenheit bereits in frühchristl. Zeit höchste Verehrung. Die erste Kirchenanlage wurde im Auftrag Kaiser Konstantins 325/6–336 errichtet. Das Grab Christi wurde hierbei mit einer Kapelle überbaut, die von eine…
Date: 2019-11-19

Heiliges Jahr

(1,207 words)

Author(s): Dohrn-van Rossum, Gerhard
1. Definition und EntstehungH. J. sind in der kath. Kirche in großen zeitlichen Abständen feierlich begangene Jubiläums-Feiern in Verbindung mit allgemeinen, außerhalb des Buß-Sakraments zu erlangenden Ablässen.Jerusalem war seit 1244 (der Einnahme durch die Mamluken) unzugänglich; die Pilgerströme sollten daher nach Rom gelenkt und neue Kreuzzugsunternehmen motiviert werden (vgl. Pilgerreise). Aus seelsorgerlichen wie politischen Gründen rief Papst Bonifaz VIII. im Februar 1300 ein H. J. aus (lat. annus iubileus, »Jubeljahr« bzw. annus centesimus, »hundertstes Ja…
Date: 2019-11-19

Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation

(1,961 words)

Author(s): Brauneder, Wilhelm
1. Bezeichnungen und Umfang H. R. R. D. N. blieb bis zum Ende des Alten Reiches 1806 dessen offizielle dt. Bezeichnung (lat. Sacrum Imperium Romano-Germanicum). Der Zusatz »Heilig« geht wohl auf staufische Vorstellungen des 12. Jh.s zurück, wurde aber in der Nz. nicht weiter hinterfragt bzw. ähnlichen Titulaturen wie Regnum Apostolicum (»Apostolisches Königtum«) für Ungarn und Rex Christianissimus (»Allerchristlicher König«) für den König von Frankreich zur Seite gestellt. Größere Bedeutung kam dem Zusatz »Römisch« zu, da er die Kontinuität des K…
Date: 2019-11-19

Heilkulturen, globale

(6,365 words)

Author(s): Rüther, Kirsten | Holler, Ursula | Deacon, Harriet | Kummels, Ingrid | Sehrawat, Samiksha
1. EinleitungWenn es darum geht, die Geschichte von Heilpraktiken und H. global zu kontextualisieren, ist es nicht ungewöhnlich, Themen wie Quarantäne, Epidemien, ökologischen Imperialismus und damit auch die demographische Katastrophe oder den Columbian Exchange zu assoziieren [2]; [3]. Darüber hinaus erschließt das Konzept der H. aber gerade im Kontext globaler Interaktion den Zugriff auf weitreichende und unterschiedlich akzentuierte Mechanismen des Austausches und des Aushandelns, umfasst es doch sämtliche Handlungen und Denkweisen in Bezug auf Krankheit und Gesundh…
Date: 2019-11-19

Heilmittel

(4 words)

s. Heilpflanzen | Pharmazie
Date: 2019-11-19

Heilpflanzen

(813 words)

Author(s): Häberlein, Mark
1. EuropäischeS. Kräuterbücher; Pharmazie2. AußereuropäischeAsiat. Gewürze waren in Europa seit dem MA nicht nur als Genussmittel geschätzt, sondern auch wegen ihrer prophylaktischen und therapeutischen Heilwirkung [4. 107–110]. Mit der Erschließung des Seewegs nach Indien erlangten die Portugiesen im 16. Jh. direkten Zugang zu den asiat. Märkten für Gewürze und H., die zuvor über Venedig nach Europa importiert worden waren (Seehandelsrouten). Zugleich lernten sie ebenso wie die Spanier in Amerika zahlreiche neue Pflanzen kennen, die in außereurop. Kulturen wegen …
Date: 2019-11-19
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