Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Herausforderung

(910 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Definition Die H. war eine ritualisierte Form (Ritual) der privaten »Kriegserklärung«, mit der im Alltag die Bereitschaft von Konkurrenten zur Verteidigung ihrer Ehre getestet wurde. Sie war im nzl. Europa eine grundlegende Form des Austragens interpersonaler Konflikte und der sozialen Kontrolle. Quellen finden sich in einer Unzahl von Prozessen vor den herrschaftlichen Nieder-Gerichten. In lokalen Weistümern [7. 58–60], Dorfordnungen und Polizeiordnungen wurde die H. entweder unter »Freveln, Schlaghandlungen und Injurien« (Hochstift Augsburg 1534) [1. Bd. 1, 199f.] oder unter unspezifischen Oberbegriffen (»nächtlicher Tumult«, »nächtlicher Frevel«) subsumiert. In einigen Regionen enthalten diese Ordnungen eigene Artikel für H.; in der Polizeiordnung des Reichsklosters Elchingen (1685) bildet sie den Inhalt des ersten von 70 Paragraphen, die das gesamte zivile Zusammenleben regeln (»§ 1 Strafen: Herausfordern und Überlaufen«) …

Herausgeber/innen

(223 words)

Geschäftsführender Herausgeber Prof. Dr. Friedrich Jaeger (Kulturwissenschaftliches Institut Essen)   FG 01: Staat, politische Herrschaft und internationales Staatensystem Prof. Dr. Horst Carl (Gießen) Prof. Dr. Christoph Kampmann (Marburg)   FG 02: Globale Interaktion Prof. Dr. Helmut Bley (Hannover) Prof. Dr. Hans-Joachim König (Eichstätt) Prof. Dr. Stefan Rinke (Berlin) Prof. Dr. Kirsten Rüther (Wien)   FG 03: Recht und Verfassung Prof. Dr. Wilhelm Brauneder (Wien) Prof. Dr. Sibylle Hofer (Bern) Prof. Dr. Diethelm Klippel (Bayreuth)   FG 04: Lebensformen und soziale…

Herausgeber/innen der Ergänzungen (ab 2017)

(268 words)

Geschäftsführender Herausgeber Prof. Dr. Friedrich Jaeger (Essen)   FG 02 Globale Interaktion Prof. Dr. Helmut Bley (Hannover): British Empire; Freihandelsimperialismus Prof. Dr. Hans-Joachim König (Eichstätt): Atlantische Welt; Brasilien Prof. Dr. Stefan Rinke (Berlin): Aborigines; Amerika; Australien; Indischer Aufstand 1857/58; Sahara Prof. Dr. Kirsten Rüther (Wien): Afrika; Afrikanische Religion; Great Divergence; Sahara FG 04 Lebensformen und sozialer Wandel Prof. Dr. Claudia Jarzebowski (Berlin): Kindergeburtstag FG 05 Wirtschaft Prof. Dr. Mark Häberlein (B…
Date: 2016-12-14

Herbarium

(1,019 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Begriff und Formen Eine Sammlung getrockneter und auf Papier aufgezogener Pflanzen und Pflanzenteile wurde in der Nz. als H. im engeren Sinne bezeichnet. Joseph Pitton de Tournefort, der 1700 nicht lange nach Wilhelm Lauremberg und Moritz Hofmann eine Anleitung zur Herstellung getrockneter Pflanzen verfasste, sah deren Vorteil darin, dass sie unabhängig von der Jahreszeit betrachtet werden können [1. 671]. …

Herberge

(12 words)

s. Gasthaus | Zunfthaus

Herd

(12 words)

s. Haushaltstechnik | Küche

Hermeneutik

(3,662 words)

Author(s): Scholz, Oliver R. | Laube, Martin
1. Begriff H. im engeren Sinne meint die Kunstlehre der Interpretation von Texten, im weiteren Sinne die allgemeine Theorie des Verstehens und die Methodologie der Interpretation von Sinngebilden aller Art (Zeichen, Texten, Bildern). Interpretieren ist eine zielgerichtete Tätigkeit, die erforderlich ist, wenn etwas nicht unmittelbar verstanden wird, und deren primäres Ziel es ist, zu einem korrekten Verständnis zu gelangen. Die H. versucht, diese Tätigkeit methodisch anzuleiten und ihre Ergebnisse vernünftig zu b…

Hermetik

(1,452 words)

Author(s): Auffarth, Christoph
H. ist eine Tradition esoterischen Wissens, die im Gewand altägyptischer Weisheit auftritt und sich bes. in der Frühen Nz. entfaltete.…

Heroischer Roman

(792 words)

Author(s): Kraft, Stephan
1. Definition Der H. R., auch als höfisch-historischer Roman, höfischer Barock-R. oder heroisch-galanter R. bezeichnet, ist neben dem Schelmenroman die literarhistorisch wichtigste europ. Romanform des Barock mit Schwerpunkten in Frankreich und Deutschland. Es handelte sich oft um…

Herold

(10 words)

s. Wappenkunde

Herrnhuter

(860 words)

Author(s): Vogt, Peter
1. Begriff Die H., auch H. Brüder oder Brüdergemeine (engl. Moravians, »Mähren«) genannt, entstanden in den 1720er Jahren als eine Sammel- und Erweckungsbewegung des Pietismus und entwickelten sich in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s zu einer selbständigen kirchlichen Gruppierung, die durch ihre Missions- und Evangelisationstätigkeit in weiten Teilen des protest. Europa sowie in zahlreichen außereurop. Ländern und Kolonialgebieten Verbreitung fand. 2. Die Herrnhuter Gemeinde Ihre Keimzelle liegt im Ort Herrnhut (Oberlausitz), 1722 von Religionsflüchtlingen aus Mähren …

Herrschaft

(5,898 words)

Author(s): Carl, Horst
1. Begriffsdefinition und Positionen der Forschung H. ist ein zentrales Element sozialer Ordnung, ein »Kraftfeld, um das sich die gesellschaftlichen Beziehungen und Spannungen ordnen« [22]. Allgemein wird H. als asymmetrische soziale Wechselbeziehung verstanden, in der eine Person, Gruppe oder Organisation anderen (zeitweilig) Unterordnung aufzwingen und Folgebereitschaft erwarten kann. Der Grad an Allgemeinheit reichte in der Frühen Neuzeit noch darüber hinaus, wenn H. als Ordnungsprinzip des gesamten Kosmos begriffen wurde: J. H. Zedler etwa verstand unter H.…

Herrschaftssitz

(10 words)

s. Residenz

Herrschaftsvertrag

(11 words)

s. Leges fundamentales

Herrschaftszeremoniell

(3,026 words)

Author(s): Stollberg-Rilinger, Barbara
1. Definition H. bezeichnet alle Arten formal normierter symbolischer Interaktion, in denen Herrschafts- und Rangverhältnisse sinnlich wahrnehmbar präsentiert werden. In diesem Sinne sprach man auch in der Frühen Nz. schon von »Ceremoniel«. Vormodernes H. lässt sich als kollektive Symbol-Sprache verstehen, deren Vokabular aus Gesten (wie Kniefall, Kuss), Anordnungen und Bewegungen im Raum (wie Sitzen, Entgegenkommen), Dingsymbolen (wie Krone, Stab, Thron, Wappen), Lautsymbolen (wie Fanfaren) und Sprachformeln (wie Titeln, Gruß- od…

Herrscherbild

(15 words)

s. Profane Ikonographie | Porträt | Repräsentation

Herrscherin

(12 words)

s. Monarchie | Regentin

Herrscherin

(3,432 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia | Behrends, Jonna
1. Begriff und Forschung H. waren in der Frühen Nz. keine Seltenheit. Diese Feststellung steht in Spannung zu der in der älteren Forschung überwiegenden Auffassung, H. hätten in der Frühen Nz. allenfalls eine Ausnahme dargestellt [25]. Formen weiblicher (= wbl.) Herrschaft (= Hsch.) wurden lange als Sonderfälle klassifiziert und historiographisch marginalisiert [22. 7–63]. Zahlreiche Studien jüngerer Zeit, v. a. aus geschlechtergeschichtlicher und politikhistor. Perspektive, haben das Bild nachhaltig und unumkehrbar verändert [25. 28]; eine Voraussetzung für diese …
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