Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Handelsusancen

(692 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
H. (von ital. usanza oder uso, »Brauch«, »Gepflogenheit«) sind gewohnheitsrechtliche Übereinkommen oder Handelsbräuche zwischen Kaufleuten, die verschiedene Teilbereiche von Handels-Geschäften betreffen. Sie waren seit dem hohen MA aus unterschiedlichen Bedürfnissen und Notwendigkeiten heraus entstanden und wurden traditionellerweise beibehalten, so z. B. die Art, wie Weizenpreise notiert wurden. An einzelnen Handelsplätzen (Messen oder Städten) gab es – bisweilen erheblich – unterschiedliche H.; für einen Kaufmann war es unabdingbar notwen…

Handelsvertrag

(1,280 words)

Author(s): Denzel, Markus A. | Beck, Thomas
Ein H. ist eine langfristige und umfassende oder eine kurzfristige (Handelsabkommen) vertragliche Vereinbarung über die Außenhandels-Beziehungen zwischen zwei oder mehreren Städten, Ländern oder Territorien. 1. Europa Seit dem MA wurde der grenzüberschreitende Warenverkehr durch H. geregelt, wobei insbes. zollrechtliche Aspekte eine zentrale Rolle spielten. Darüber hinaus wurde in H. auch die Rechtsstellung der beteiligten Kaufleute, v. a. in der Fremde, behandelt, d. h. ihre Niederlassungsfreiheit in der Fremde, ihr Rechtsschutz bzw. ihre besond…

Handgeräte, landwirtschaftliche

(826 words)

Author(s): Meiners, Uwe
Bis zur Mechanisierung der Landwirtschaft, die in Mitteleuropa ab der Mitte des 19. Jh.s einsetzte, wurde der bäuerliche Arbeitseinsatz auf Feld und Hof durch die Verwendung von H. bestimmt. Mit Ausnahme der Bodenbearbeitung (Pflügen, Eggen, Walzen), bei der man überwiegend auf tierische Anspannung (Pferde; Rinder; Esel) zurückgriff, wurden das bäuerliche Hauswesen und Tagewerk [3] in der Frühen Nz. von Hand, ohne den Einsatz von Maschinen, ohne Windenergie oder Wasserkraft bewerkstelligt. Letztere waren zwar seit dem HochMA aus der Mühlen-Techno…

Handschriften

(926 words)

Author(s): Stein, Elisabeth
1. Wiederentdeckung antiker Texte Die intensive Beschäftigung mit (lat. und griech.) H. als materialen Zeugen der antiken Geistes- und Kulturgeschichte gilt als ein spezifisches Wesensmerkmal des Humanismus, der im 14. Jh. von Italien ausgehenden, sich europaweit bis zum 16. Jh. ausbreitenden elitären Bildungsbewegung [2]; [7]. Klösterliche Skriptorien hatten im MA hauptsächlich zu Erziehungs- und Bildungszwecken für eine weitgehend kontinuierliche Tradierung und Pflege antiker und ma. Texte Sorge getragen. An die Stelle eines vornehmli…

Handschriftenkunde

(9 words)

s. Handschriften

Handwerk

(9,170 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Begriff und Definition Grimms Deutsches Wörterbuch definiert H. (lat. opificium bzw. ars manuaria) als »händewerk«, das mit der Hand vollbrachte Werk ( opus manu factum), und bezeichnet damit im engeren Sinne »ein dauernd betriebenes Gewerbe«, zu dessen Ausführung im Unterschied zur Kunst und zur niedrigen Handarbeit vorzügliche manuelle Geschicklichkeit ( ars mechanica) erforderlich sei (Bd. 10, 424). H. sei – so Johann Beckmann 1777 – aber auch die Kunst, die rohen oder schon bearbeiteten Naturalien zu verarbeiten (»Anleitung zur Technologie«, 3). …

Handwerker

(1,074 words)

Author(s): Schultz, Helga
1. Das städtische Zunfthandwerk Das zünftige Handwerk war die tragende Schicht städtischen Lebens. Ihm gehörten mehr als ein Drittel, in den gewerbereichen engl., holländ. oder schweizer. Städten sogar mehr als die Hälfte der Stadtbewohner und die übergroße Mehrheit der vollberechtigten Bürger an. Selbst wo die Manufaktur blühte, wie im Paris Colberts (1665–1683) oder im Berlin Friedrichs II. (1740–1786), übertrafen die Zunft-Meister und Gesellen die Arbeiter zahlenmäßig. Der Meisterhaushalt entsprach weithin dem von Otto Brunner beschriebenen patriarchalischen So…

Hanse

(1,658 words)

Author(s): Hammel-Kiesow, Rolf
1. Spätmittelalter Die H. war ein Zusammenschluss niederdt. Kaufleute und Städte zu einer Handelsgesellschaft, die zwischen der Mitte des 12. Jh.s (sog. frühhansische Zeit) und dem Ende des 17. Jh.s Fernhandel im nördl. Europa betrieb und ihn etwa 1300–1500 dominierte. Die H. umfasste im 15. Jh. rund 70 aktiv an den ihren Unternehmungen teilnehmende Städte und rund 130 weitere von diesen vertretene kleinere Städte, die zwischen Zaltbommel an der Rheinmündung im Westen und Dorpat ( Tartu/Estland) im Osten sowie zwischen Visby auf Gotland im Norden und der Linie Köln–Bresl…

Hansestadt

(10 words)

s. Hanse

Harem

(1,567 words)

Author(s): Faroqhi, Suraiya
1. Harem und Selamlık Der aus dem Arabischen stammende Ausdruck H. bezeichnet einen bes. geschützten Ort, an dem ein Mann mit seiner Familie lebt und der für männliche Besucher unzugänglich ist. Diese wurden/werden in einem osman.-türk. selamlık genannten speziellen Bereich, Besucherinnen (in Abwesenheit der männlichen Bewohner) im H. selbst empfangen. Im 18. Jh. galt der H. einer hochrangigen Familie als der spezielle Bereich der Ehefrau(en); es gehörte zum guten Ton, dass ein Ehemann ihn nicht gegen ihren Wunsch betrat. Auch war die bauliche Trennung von H. und selamlık, wie si…

Häresie

(1,788 words)

Author(s): Walter, Peter | Leppin, Volker
1. Begriff H. (von griech. haíresis, »Schule«, »Lehrmeinung«, »Parteiung«) bezeichnet eine gravierende Abweichung im Glauben (»Irrlehre«), die den Ausschluss aus der Kirche zur Folge hat ( Exkommunikation). Das im Deutschen synonyme Wort »Ketzerei« leitet sich von der Bezeichnung für die ma. Massenbewegung der »Katharer« (griech. katharoí, »die Reinen«) ab, die im 12. Jh. eine Gegenkirche bildeten und mit allen Mitteln verfolgt wurden. Von der H. als Verletzung der Integrität des Glaubens durch Einzelne oder Gruppen sind die Apostasie (griech. apostasía) als »Abfall« vom …

Harmonie

(820 words)

Author(s): Daniel, Thomas
Seinem ursprgl. allgemeinen Sinn nach bedeutet das griech. Wort harmonía die Verbindung oder Vereinigung von Verschiedenem, aber auch »Einklang«, »Eintracht« oder »Ebenmaß«. H. betrifft die gesamte Welt vom Kosmos (»Sphären-H.«) bis zur menschlichen Existenz (H. von Leib und Seele). In den Künsten gilt der H.-Begriff insbes. dem Ebenmaß und der Ausgewogenheit zwischen den Teilen eines Ganzen. Bereits in der Antike ( Pythagoras, Plato, Aristoteles) wurde die Zahl zum Ausdruck von H., nicht nur für den Kosmos, sondern auch für den künstlerischen Schaffensproze…

Harmoniemusik

(882 words)

Author(s): Hofer, Achim
H. (oder Harmonie) bezeichnet primär mitteleurop. Bläserensembles und ihre Musik in der Zeit von um 1770 bis um 1810, entweder als Sextett (je zwei Oboen bzw. Klarinetten, Hörner und Fagotte) oder als »klassisches« Bläseroktett mit allen vier Instrumentenpaaren, das 1782 mit der Einrichtung der »Kaiserlichen Harmonie« in Wien durch Joseph II. richtungsweisend wurde. Lokale Besetzungsvarianten wie z. B. der Gebrauch von Englischhörnern statt Klarinetten waren verbreitet. Mozarts Wahl der Instrumente in seiner als Gran Partitta überlieferten Serenade KV 361 (wohl um 17…

Harmonie- und Satzlehre

(2,103 words)

Author(s): Daniel, Thomas
1. Definition In der Musiktheorie gehören H. U. S. zu den zentralen Disziplinen. Sie dienen als »Lehren« einem vertieften Verständnis der »Klassischen Musik« und kommen daher v. a. in der musikalischen Fachausbildung zum Tragen. Die im 18. Jh. einsetzende Harmonielehre (H.) hat den Aufbau und die Bedeutung der Akkorde in der dur-moll-tonalen Musik zum Gegenstand, die Satzlehre (S.) seit dem Beginn der Nz. ( Tinctoris 1477) die mehrstimmige Verbindung der Intervalle im Tonsatz. Während sich also die H. primär auf die kognitive Ebene der Analyse konzentr…

Hasidismus

(2,345 words)

Author(s): Galley, Susanne
1. Definition Der Begriff H. bzw. Chas(s)idismus (von hebr. hasid, »Frommer«) bezeichnet mehrere mystische Strömungen innerhalb des Judentums. Als deren erste gilt die Richtung der Haside Aschkenas (»Die Frommen von Aschkenas«, 12./13. Jh., Deutschland; Aschkenasim). Der Ehrenname hasidim (griech. asidaíoi, »Fromme«) wurde jedoch bereits von einer Gruppierung der Makkabäerzeit (2. Jh. v. d. Z.) genutzt, die sich in ihrem Eifer für die »väterlichen Traditionen« (d. h. die Tora) von ihren Zeitgenossen, die sich griech. Lebens- und Den…

Haskala

(1,866 words)

Author(s): Haußig, Hans-Michael
1. Begriff Unter dem Begriff haskālā (hebr. »Einsicht haben«, »Klugmachen«, »Belehren«; von sekel, »Einsicht«, »Verstand«) versteht man das jüd. Pendant zur allgemeinen Aufklärungs-Bewegung im nzl. Europa; ihre Anhänger bezeichnet man als maskilim. Beide Begriffe sind jedoch erst in der philosophischen Literatur des ausgehenden MA bezeugt, so etwa in Josef Albos (1380–1444) sefer ha-iqqarīm (»Buch der Grundlehren«), wo H. die Bedeutung »Erkenntnis« besitzt. Insofern liegt H. in seiner Grundbedeutung dem dt. Begriff »Aufklärung« vielleicht viel nä…

Hass

(10 words)

s. Gefühl

Hauptstadt

(959 words)

Author(s): Eibach, Joachim
1. Funktionen und Entstehung Die H. – im Verfassungsstaat der Moderne Sitz des Staatsoberhaupts, der Regierung und des Parlaments -- war in der vorkonstitutionellen Epoche der Nz. meistens der Ort der dauerhaften Residenz des Fürsten, in jedem Fall aber der zentralen Regierungsfunktionen. Neben dieser politischen Funktion ist eine »echte H.«, die auch Metropole des Landes ist, ein wirtschaftliches Zentrum und übt hohe kulturelle Integrationskraft aus [1. 2 f.]. Wenn der politische und der wirtschaftlich-kulturelle Aspekt auseinanderfallen, treten »heimliche H.…

Hausbrand

(781 words)

Author(s): Heuser, Peter Arnold
Der Begriff H. bezeichnet im engeren Sinne die private häusliche Nutzung thermischer Energie-Träger zum Kochen und Heizen, im weiteren Sinne auch das Schadensfeuer, das ein Haus zerstört, sowie selbstgebrannten Schnaps. Im ma. und nzl. Europa war Holz der meistgenutzte Brennstoff für Herd und Ofen. Während sich zur Versorgung großer Städte und Gewerbezentren mit Bauholz ein weiträumiger Holzhandel entwickelte, der Binnengewässer (Flößerei) und das Meer (Hochseeschifffahrt) als Transportwege bevorzugte, erfolgte die Brennholzversorg…

Hausfrau

(897 words)

Author(s): Ulbrich, Claudia | Lehmann, Frank
Der Begriff H. bezieht sich auf das Haus bzw. den Haushalt als die in den europ. Ländern zentrale Einheit gesellschaftlichen Lebens. In frühnzl. Quellen wird H. meist synonym zu Hausmutter gebraucht. H. bezeichnet entweder (bei Betonung des Familienstands) die Ehefrau (Ehe) oder (bei Betonung der wirtschaftlichen Aufgaben) die Vorsteherin eines Haushalts, die als Hausmutter im Rahmen der Hausherrschaft vielfältige Pflichten und Rechte hatte; sie konnte durch eine bürgerliche Hausjungfer oder ein adliges Hausfräulein vertreten werden. Seit dem sp…
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