Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Heer

(13 words)

s. Militär | Stehendes Heer

Heereslieferant

(653 words)

Author(s): Meumann, Markus
Unter der Bezeichnung H., frühnzl. meist franz. entrepreneur, ist im engeren Sinn ein privater Unternehmer (bzw. eine Kapitalgesellschaft) zu verstehen, dessen Geschäft die Beschaffung und/oder Produktion von Nahrungsmitteln, Waffen und Ausrüstungsgegenständen für ein (stehendes) Heer war ( Militär). Im 17. und 18. Jh. wurden als entrepreneurs allerdings auch solche Unternehmer bezeichnet, die im landesherrlichen oder städtischen Auftrag im Festungsbau [1] und (v. a. in Frankreich seit Anfang des 18. Jh.s) bei der Errichtung von Kasernen tätig waren. Bereits im MA war…

Heeresreformen

(3,958 words)

Author(s): Walter, Dierk
1. Begriff und Abgrenzung Der Begriff der H. (auch Militär-Reform, Armeereform) war vor dem 19. Jh. im Deutschen ungebräuchlich. Bis in die Gegenwart enthalten selbst militärwiss. Nachschlagewerke oft keine entsprechenden allgemeinen Einträge. Eine anerkannte historiographische oder militärwiss. Definition fehlt. Es empfiehlt sich, den Begriff der H. auf (1) geplante, (2) sich in relativ kurzer Zeit vollziehende, (3) einzelstaatliche Modernisierungsprozesse im Militärwesen zu beschränken. Unintendierter…

Hegelianismus

(702 words)

Author(s): Lehmann-Brauns, Sicco
H. ist eine Sammelbezeichnung für mitunter sehr unterschiedliche philosophische Positionen, die im Anschluss an die Philosophie Georg Wilhelm Friedrich Hegels entwickelt und vornehmlich im dt. Sprachraum, insbes. in Preußen in der Zeit des Vormärzes, vertreten wurden. So konnte in den 1830er Jahren Hegels beträchtlicher Einfluss durch seine zahlreichen Schüler fortwirken, die von der Berufungspolitik des preuß. Kultusministeriums unter K. vom Stein zum Altenstein gefördert wurden. Zu dieser Zeit beeinflussten die Grundbegriffe der Philosophie Hegels …

Hegemonialkriege

(12 words)

s. Krieg | Kolonialkriege

Hegemonie

(1,593 words)

Author(s): Kampmann, Christoph
1. Zum Begriff Unter H. wird eine Erscheinungsform von Herrschaft verstanden, die in unterschiedlichen Lebensbereichen (Staat, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft) auftreten und die von einer Person, einer Gruppe, einer Institution oder einem Wirtschaftsunternehmen ausgeübt werden kann. Die H. beruht auf tatsächlicher politischer, militärischer, wirtschaftlicher oder sozialer Überlegenheit, die ihrem Inhaber in einem abgrenzbaren Bereich entscheidende Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten gibt. Hegemoniale Herrschaft kann formal die Unabhängigkeit, Freiheit un…

Heidentum

(828 words)

Author(s): Stuckrad, Kocku von
1. Begriff Die religionsgeschichtlich einflussreiche Kategorie des H. verdankt sich einem anthropologischen und theologischen Abgrenzungsdiskurs. Das Wort »Heide« (ahdt. heidan; engl. heathen) transportiert die Bedeutung von griech. ethnikós (»zu einem [anderen] Volk gehörig«; vgl. lat. gens/gentilis) und dient als Sammelbezeichnung für all jene »anderen«, die außerhalb der eigenen religiösen Tradition angesiedelt werden (vgl. ta éthnē im NT; hebr. gojim, »[andere] Völker«, z. B. Gen 10,5; Jes 14,26). Deshalb konnte H. in verschiedenen Kontexten inhalt…

Heilige

(3,263 words)

Author(s): Wriedt, Markus | Galley, Susanne | Loimeier, Roman
1. Begriff Auch wenn sich eine einheitliche religionswiss. Definition bislang nicht durchsetzen konnte, lässt sich doch allgemein festhalten, dass die Bezeichnung H. auf in religiöser und ethischer Hinsicht vollkommene Menschen Anwendung findet, die sich durch ein idealtypisches Leben auszeichne(te)n. Wriedt, Markus 2. Christentum 2.1. Antike und mittelalterliche Ursprünge »Heilig« bezeichnet eine exklusive Eigenschaft Gottes bzw. des Göttlichen, an der Sachen, Orte und Räume sowie Menschen partizipieren können. Seit Entstehung der ersten christ…

Heilige Allianz

(788 words)

Author(s): Pyta, Wolfram
1. Entstehung Am 26. September 1815 setzten in Paris der russ. Zar Alexander I., der österr. Kaiser Franz I. und der preuß. König Friedrich Wilhelm III. ihre Unterschriften unter ein Dokument, dessen Inhalt von den herkömmlichen völkerrechtlichen Abmachungen abwich [3]. Eher im Stil eines erbaulichen Traktats als eines nüchternen Vertrags gehalten, proklamierte die H. A. einen grundstürzenden Politikwechsel: Die Gebote christl. Nächstenliebe sollten so in die zwischenstaatlichen Beziehungen Einzug halten, dass sich die Staaten und ihre mona…

Heiligentag

(12 words)

s. Heilige | Namenstag

Heiligenvita

(10 words)

s. Hagiographie

Heiliger Krieg

(13 words)

s. Religionskrieg

Heilige Schrift

(17 words)

s. Bibel | Judentum | Tora

Heiliges Grab

(912 words)

Author(s): Worm, Andrea
Der Begriff H. G. bezeichnet einerseits die in der Grabeskirche zu Jerusalem verehrte Grabstätte Christi mit dem kapellenartigen Überbau, andererseits deren Nachbildungen in architektonischer oder skulpturaler Form, die in der Nz. vorwiegend im Rahmen der Osterliturgie Verwendung fanden. Das Grab Christi genoss als bedeutendstes Heiligtum der Christenheit bereits in frühchristl. Zeit höchste Verehrung. Die erste Kirchenanlage wurde im Auftrag Kaiser Konstantins 325/6–336 errichtet. Das Grab Christi wurde hierbei mit einer Kapelle überbaut, die von ei…

Heiliges Jahr

(1,271 words)

Author(s): Dohrn-van Rossum, Gerhard
1. Definition und Entstehung H. J. sind in der kath. Kirche in großen zeitlichen Abständen feierlich begangene Jubiläums-Feiern in Verbindung mit allgemeinen, außerhalb des Buß-Sakraments zu erlangenden Ablässen. Jerusalem war seit 1244 (der Einnahme durch die Mamluken) unzugänglich; die Pilgerströme sollten daher nach Rom gelenkt und neue Kreuzzugsunternehmen motiviert werden (vgl. Pilgerreise). Aus seelsorgerlichen wie politischen Gründen rief Papst Bonifaz VIII. im Februar 1300 ein H. J. aus (lat. annus iubileus, »Jubeljahr« bzw. annus centesimus, »hundertstes Ja…

Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation

(2,045 words)

Author(s): Brauneder, Wilhelm
1. Bezeichnungen und Umfang H. R. R. D. N. blieb bis zum Ende des Alten Reiches 1806 dessen offizielle dt. Bezeichnung (lat. Sacrum Imperium Romano-Germanicum). Der Zusatz »Heilig« geht wohl auf staufische Vorstellungen des 12. Jh.s zurück, wurde aber in der Nz. nicht weiter hinterfragt bzw. ähnlichen Titulaturen wie Regnum Apostolicum (»Apostolisches Königtum«) für Ungarn und Rex Christianissimus (»Allerchristlicher König«) für den König von Frankreich zur Seite gestellt. Größere Bedeutung kam dem Zusatz »Römisch« zu, da er die Kontinuität des K…

Heilkulturen, globale

(6,748 words)

Author(s): Rüther, Kirsten | Holler, Ursula | Deacon, Harriet | Prankel, Dieter | Kummels, Ingrid | Et al.
1. Einleitung Wenn es darum geht, die Geschichte von Heilpraktiken und H. global zu kontextualisieren, ist es nicht ungewöhnlich, Themen wie Quarantäne, Epidemien, ökologischen Imperialismus und damit auch die demographische Katastrophe oder den Columbian Exchange zu assoziieren [2]; [3]. Darüber hinaus erschließt das Konzept der H. aber gerade im Kontext globaler Interaktion den Zugriff auf weitreichende und unterschiedlich akzentuierte Mechanismen des Austausches und des Aushandelns, umfasst es doch sämtliche Handlungen und Denkweisen in Bezug auf Krankheit und Gesun…

Heilmittel

(12 words)

s. Heilpflanzen | Pharmazie

Heilpflanzen

(854 words)

Author(s): Häberlein, Mark
1. Europäische S. Kräuterbücher; Pharmazie 2. Außereuropäische Asiat. Gewürze waren in Europa seit dem MA nicht nur als Genussmittel geschätzt, sondern auch wegen ihrer prophylaktischen und therapeutischen Heilwirkung [4. 107–110]. Mit der Erschließung des Seewegs nach Indien erlangten die Portugiesen im 16. Jh. direkten Zugang zu den asiat. Märkten für Gewürze und H., die zuvor über Venedig nach Europa importiert worden waren (Seehandelsrouten). Zugleich lernten sie ebenso wie die Spanier in Amerika zahlreiche neue Pflanzen kennen, die in außereurop. Kulturen wege…

Heilsordnung

(884 words)

Author(s): Nüssel, Friederike
1. Begriff Der Begriff der H. (lat. ordo salutis) wurde in der evang. Theologie geprägt und in der Folgezeit bis ins 19. Jh. vornehmlich in der evang. Dogmatik verwendet. Er bezeichnet die systematische Zusammenfassung der verschiedenen Aussagen der Bibel über die Wirksamkeit des Heiligen Geistes, durch die der einzelne Mensch zur Teilhabe an dem in Jesus Christus geschenkten Heil geführt wird. In der reformierten (calvinistischen) Tradition begegnet er bereits in der Mitte des 16. Jh.s bei dem schweizer. Reformator Heinrich Bullinger [8. Bd. 4, 225], auf lutherischer Seite …
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