Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Kammergut

(12 words)

s. Domäne | Krondomäne

Kammerherr

(910 words)

Author(s): Pečar, Andreas
Das Amt des K. oder Kämmerers (lat. camerarius oder cubicularius) zählte seit dem FrühMA zu einem der wichtigsten Hofämter europ. Fürstenhöfe. Es lässt sich bereits bei den Westgoten und den Merowingern nachweisen und hat noch ältere Vorläufer im Hofstaat des oström. Kaiserhofes [8. 496 f.]. Ursprünglich lag in der Hand der K. die Zuständigkeit für die gesamte Haushalts-Führung des Fürsten. Diese verengte sich im Laufe des MA – auch wegen der zunehmenden Bedeutung des Obersthofmeisters – auf den Bereich der näheren Umgebung des Fürsten, auf die Aufsi…

Kammerjustiz

(10 words)

s. Kabinettsjustiz

Kammer, Kämmerer

(13 words)

s. Kammerherr

Kammermusik

(1,433 words)

Author(s): Mautner, Hendrikje
1. Allgemein Von ihrer ersten begrifflichen Erwähnung um die Mitte des 16. Jh.s bis zur Mitte des 19. Jh.s entwickelte sich die Anschauung der vokalen und instrumentalen K. von einer höfisch geprägten Musizier- und Aufführungsform zu einer autonomen Form der Instrumentalmusik mit herausragendem ästhetischen Anspruch. Mit dem Streichquartett der Wiener Klassik (Klassiken, europäische) prägte sie einen Besetzungstypus aus, der den höchsten Rang in der Hierarchie der musikalischen Gattungen einnahm. 2. Der Kontext höfischen Musizierens und frühes Repertoire Bereits im spä…

Kammmacher

(814 words)

Author(s): Reith, Reinhold
Kämme in verschiedenen Formen, Materialien und Ausstattungen sind seit der Antike überliefert. In der kirchlichen Liturgie wurden reich ausgestattete Konsekrationskämme bei der Bischofsweihe verwendet, von denen einige als Grabbeigaben erhalten sind [9]. Seit dem 14. Jh. sind v. a. profane Kämme überliefert [5. 33]. Kämme dienten – so Christoph Weigel 1698 in seinem Ständebuch – zur Zierde und Reinlichkeit; der Haarkamm stand aber auch als Metapher für die weibliche Prunksucht. Man benutzte sie zur Reinigung von Ungeziefer, und bes. der Läusekamm galt als Emblem der…

Kanal

(3,127 words)

Author(s): Schinkel, Eckhard
1. Begriff und Forschung K. ist eine unspezifische Bezeichnung für ein Leitungs- oder Übertragungssystem für Transport und Verkehr, Ver- und Entsorgung oder Kommunikation. Schifffahrts-K. sind künstliche, mit Methoden des Wasserbaus angelegte Wasserstraßen in oder zwischen Wirtschaftsräumen. Je nach Lage und Funktion unterscheidet man Zubringer-, Stich- und Werks-K., Verbindungs-K. (zwischen Flüssen oder zwei Meeren), Seiten-K. (parallel zu einem Fluss), Scheitel-K. (Führung über eine Wasserscheide hinweg), Mühlen-K. neben …

Kanalisation

(14 words)

s. Assanierung | Fäkalienbeseitigung | Stadthygiene

Kannibalismus

(1,338 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Begriff und Grundlagen Der Begriff K., 1492 bei seiner ersten Amerikareise von Kolumbus geprägt, ist das nzl. Pendant zum älteren Wort Anthropophagie (von griech. ánthrōpos, »Mensch«, und phageín, »essen«). Beide bezeichneten in der Nz. den Verzehr von Menschenfleisch. Man unterscheidet in der wiss. Literatur zwischen Endo- und Exo-K., wobei im ersten Fall Mitglieder der eigenen, im zweiten Fall Menschen anderer Gruppen verzehrt werden. Bei verbürgten Fällen von Endo-K. in rezenten indigenen Gesellschaften Südamerikas h…

Kanon

(2,204 words)

Author(s): Dücker, Burckhard | Walther, Gerrit
1. Begriff Der griech. Begriff kanṓn (ursprgl. »Maßstab« des Handwerkers, »Richtschnur«) besaß in der Antike diverse Bedeutungen, die alle eine generell gültige Norm ausdrückten. In der bildenden Kunst bezeichnete er etwa seit Polyklet (5. Jh. v. Chr.) die Proportionslehre des menschlichen Körpers, in der Musik seit den Pythagoreern (5. Jh. v. Chr.) ein zwölfgeteiltes Messinstrument zur Bestimmung der Intervalle, in der Erkenntnistheorie seit Demokrit (4. Jh. v. Chr.) den Sinn für das Wahre und die Fähigkeit zur Kritik, in der Rhetorik seit Cicero (1. Jh. v. Chr.) ein…

Kanone

(14 words)

s. Artillerie | Schießpulver | Waffentechnik

Kanonisches Recht

(15 words)

s. Kanonistik | Kirchenrecht

Kanonistik

(743 words)

Author(s): Duve, Thomas
K. (von griech. kanṓn, lat. canon, »Richtschnur«) ist die Wissenschaft vom Kanonischen Recht, d. h. dem Kirchenrecht. Die Anfänge der sog. klassischen K. werden mit dem Dekret Gratians (um 1140) angesetzt. In der Nz. wird der Terminus v. a. auf die Wissenschaft vom kath. Kirchenrecht angewandt; in den evangelischen Kirchen ist dagegen überwiegend von der Wissenschaft des Kirchenrechts die Rede. Nach dem Ende der sog. klassischen K. zur Mitte des 14. Jh.s und einem Züge von Konsolidierung wie Stagnation aufweisenden Zeitraum bis in das frühe 16. Jh. tra…

Kantate

(2,198 words)

Author(s): Waczkat, Andreas
1. Begriff und Gattung im frühen 17. Jahrhundert Der Begriff der K. (ital. cantata oder cantada, von lat./ital. cantare, »singen«) ist, im Gegensatz etwa zum Madrigal, poetologisch unspezifisch und erlaubt es daher kaum, valide Gattungskriterien anzuführen. Im frühen 17. Jh. erschien der Terminus K. in begrifflicher Analogie zu dem der Sonate und bezeichnete zunächst ital. Vokalkompositionen (Vokalmusik), deren gemeinsame musikalische Merkmale über einen Satz für ein bis drei solistische Singstimmen, die von einem Generalbass begleitet werden, nicht hinausgehen. Als ers…

Kantianismus

(992 words)

Author(s): Lehmann-Brauns, Sicco
1. Begriff K. ist die Sammelbezeichnung für eine in den beiden letzten Jahrzehnten des 18. Jh.s an Immanuel Kants Kritik der reinen Vernunft (1781/87) anknüpfende philosophische Richtung, die zur Popularisierung der kantischen Philosophie beitrug. Die Diskussionen des K. können als erster Reflex auf die in Kants Kritik der reinen Vernunft vollzogene Kopernikanische Wende in der Philosophie betrachtet werden. Diese bestand in der Behauptung, dass die Erscheinungswelt von den Konstitutionsleistungen des Subjekts abhängig sei. Kant hob damit den…

Kantonsystem

(898 words)

Author(s): Winter, Martin
K. ist die Bezeichnung für die Rekrutierungs-Weise der preuß. Armee, die ab den 1730er Jahren bis 1806 jedem Regiment einen exklusiven Ergänzungsbezirk (Kanton) im Inland zuwies. Nach Wegfall der Anwerbung von Söldnern im Ausland existierte das K. 1806–1813 als alleiniges Rekrutierungssystem in Preußen weiter; es wurde von der allgemeinen Wehrpflicht abgelöst. Der Begriff hielt sich im Verwaltungsgebrauch teilweise bis gegen Ende des 19. Jh.s. Das K. entwickelte sich ähnlich wie vergleichbare Rekrutierungssysteme in kleiner…

Kantorat

(1,390 words)

Author(s): Loeser, Martin
1. Definition und Entwicklung Unter K. wurde in der Nz. primär das Amt des Kantors (= Kt.) verstanden, wie es im Zuge der Reformation allmählich in den lutherischen Gebieten Deutschlands, teilweise auch im Baltikum, Skandinavien und der Slowakei, seine Ausprägung als Teilstruktur eines städtischen Gemeinwesens erfuhr. Eine verwandte kath. Amtsform gab es nicht. Zentrale Amtspflichten des Kt. bestanden in der Erteilung musikalischen und wissenschaftlichen Unterrichts an der örtlichen Lateinschule, wofür eigene akademische Studien eine wichtige Voraussetzung bil…

Kanzel

(10 words)

s. Kirchenausstattung

Kanzlei

(1,417 words)

Author(s): Menk, Gerhard
1. Definition und Entstehung Die K. stellte in der Nz. als ausführendes Organ des Willens eines Fürsten oder Stadtmagistrats (Rat) die oberste zentrale Institution für die Verwaltung eines Gemeinwesens dar und zugleich, bis zur Trennung von Verwaltung und Justiz im späten 18. Jh., die oberste Justizstelle. Der personelle Umfang einer K. war abhängig von der Größe des Territoriums. Zwischen dem Personalbestand von K. in großen spätma. und frühnzl. Nationalstaaten einerseits und der K. einer adligen Herrschaft andererseits lagen gan…

Kanzler

(16 words)

s. Justizminister | Kanzlei | Kurator | Reichshofkanzlei
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