Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Kaste

(3,216 words)

Author(s): Fischer-Tiné, Harald | Büschges, Christian
1. Südasien 1.1. Grundlagen und Forschung Die Anwendung des Begriffs K. im Zusammenhang mit der südasiat. Gesellschaftsordnung datiert auf das frühe 16. Jh. zurück, als portug. Indienreisende für bestimmte Gruppen der indigenen Bevölkerung den aus dem Spanischen entlehnten Terminus casta (von lat. castus, »rein«, »keusch«) benutzten [3] (s. u. 2.1.). Man wandte ihn zunächst noch relativ undifferenziert auf eine Vielzahl religiös, ethnisch oder sozial unterschiedener Großgruppen an. Der exklusive Bezug zur ind. (und insbes. hinduistischen) …

Kastrat

(733 words)

Author(s): Grotjahn, Rebecca
1. Begriff und stimmphysiologische Eigenschaften Der Begriff K. (von lat. castratus, »Entmannter«) steht allgemein für einen Mann, dem die Hoden entfernt werden, und bezeichnet im engeren Sinne einen Sänger-Typus, der in der europ. Musik zwischen ca. 1550 und 1900 auftrat. Vor Eintritt der Pubertät vorgenommen, bewirkt die Kastration aufgrund der verminderten Testosteronproduktion ein verringertes Wachstum des Kehlkopfs, dessen Größe etwa die Mitte zwischen den Durchschnittswerten weiblicher und unverschnittener (d. h. n…

Kasualien

(1,495 words)

Author(s): Albrecht, Christian
1. Begriff Unter K. (von lat. casus, »Fall«) versteht man im Bereich der protest. Kirchen diejenigen Gottesdienste, die nicht (wie Sonntags- oder Weihnachtsgottesdienste) an regelmäßig wiederkehrenden Daten gefeiert werden, sondern »im Einzelfall« (bei Bedarf) durchgeführt werden, bes. zu biographisch wichtigen Anlässen oder zu speziellen kirchlich-gemeindlichen bzw. öffentlichen Ereignissen. Zum Kernbestand der K. wurden das Sakrament der Taufe sowie Konfirmation, Trauung und Bestattung gezählt, hinzu kommen etwa die Einweihung einer Kirche oder Bitt- …

Katalog

(764 words)

Author(s): Münch, Roger
1. Begriff Ein K. (von griech. katálogos, »Liste«, »Verzeichnis«) ist ein nach verschiedenen Ordnungsprinzipien angelegtes, meist in Buchform erscheinendes Verzeichnis einer Sammlung, deren Gegenstände per Autopsie aufgenommen werden. Erfasst wurden neben Lebewesen und Gegenständen aller Art bes. die Druckmedien. Als Begründer des K.-Wesens wird der hellenistische Gelehrte und Bibliothekar Kallimachos von Kyrene (3. Jh. v. Chr.) angesehen. Im 16. Jh. bezeichnete man das Schriftenverzeichnis einer Bibliothek und im Buchhandel auch als lat. catalogus librorum (»Büch…

Kataster

(710 words)

Author(s): Behrisch, Lars | Grüne, Niels
Ein K. ist ein Verzeichnis und (meist) eine Kartierung des Bodenbesitzes nach Umfang, Nutzung und Ertrag zum Zweck der Erhebung von Steuern. In der Frühphase schlossen K. oft auch andere Besitz- und Steuerobjekte ein (Vieh, Gewerbe). Viele europ. Staaten erstellten seit dem 18. Jh. K., um unmittelbare Kenntnis des Besitzes ihrer Untertanen und damit einen einheitlichen Schlüssel für die Steuerveranlagung zu gewinnen. Zuvor basierte die Steuererhebung, sofern sie überhaupt in staatlicher Regie erfolgte, nur auf sch…

Katechetik

(771 words)

Author(s): Schröder, Bernd
Mit dem Begriff K. (zur Etymologie vgl. Katechismus) wird diejenige wiss. Disziplin innerhalb der evang. wie der kath. Theologie bezeichnet, die sich der Reflexion von Erziehung und Unterricht in christl. Religion widmet, sofern diese als Aufgabe der Kirche bzw. ihrer Mitglieder (Pfarrer, Lehrer, Eltern) begriffen werden. Sowohl der Begriff K. als auch die so bezeichnete Disziplin werden in Deutschland respektive Österreich erst im letzten Drittel des 18. Jh.s greifbar; in anderen (west-)europ. Ländern hat sich in der N…

Katechismus

(2,332 words)

Author(s): Fischer, Michael | Albrecht, Christian | Hauptmann, Peter
1. Allgemein K. (lat. catechismus von griech. katḗchēsis, » mündlicher Unterricht«) bezeichnete seit der Spätantike den Unterricht des erwachsenen Taufbewerbers, seit Einführung der Säuglingstaufe im 2./3. Jh. die Unterweisung der Gläubigen ( Katechetik). In der Frühen Nz. bürgerte sich der Begriff zur Bezeichnung von systematisch gegliederten und didaktisch aufbereiteten Schriften religiöser Elementarunterweisung ein. Diese wurden auch ench(e)iridion (griech., »Handbüchlein«), institutio (lat., »Unterricht«) oder summa (lat., »Gesamtheit«) genannt. Adress…

Kathedrale

(10 words)

s. Kirchenbau

Katholische Aufklärung

(1,161 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Der Begriff der K. A. wurde seit dem Beginn des 20. Jh.s in der dt. Geschichtswissenschaft entwickelt und hat sich seit den 1970er Jahren als Fachterminus etabliert [3. 40-53]; [5. 76-85]. In seinem allgemeinen, heute international gebräuchlichen Sinne bezeichnet er alle bis etwa 1820 innerhalb des europ. Katholizismus unternommenen Bestrebungen, die Ideen und Errungenschaften der Aufklärung zu adaptieren und in Kultur, Bildung, Wissenschaft, Ökonomie und staatlicher Organisation umzusetzen [1]; [6]. In seiner spezifischen, in der dt. Forschung vorherr…

Katholische Kirche

(16 words)

s. Katholizismus | Römisch-Katholische Kirche

Katholische Liga

(14 words)

s. Dreißigjähriger Krieg

Katholische Reform

(4,983 words)

Author(s): Decot, Rolf | Walther, Gerrit | Kanz, Roland
1. Begrifflichkeit Die Reaktion auf die Reformation seitens der kath. Kirche (in der Reformationszeit meist Alte Kirche genannt) setzte erst allmählich ein. Um sie zu charakterisieren, hat die Geschichtswissenschaft unterschiedliche Begriffe entwickelt. Es gibt gegenwärtig allerdings keinen Terminus, der sowohl die Reformbemühungen innerhalb der kath. Kirche während des 16. Jh.s als auch den Versuch, das verlorene politisch-gesellschaftliche Terrain zurückzugewinnen, umfassend kennzeichnet. Konkurrierende Begriffe sind K. R., Gegenreformation (= G.), kath. Kon…

Katholizismus

(1,909 words)

Author(s): Wassilowsky, Günther
1. Begriff Die neuere Forschung fasst unter dem Terminus K. die Summe aller soziokulturellen Manifestationen der Römisch-Katholischen Kirche zusammen, angefangen von den Formen ihrer institutionellen Verfasstheit über individuelle wie kollektive Frömmigkeitspraktiken bis hin zu idealtypischen ethisch-politischen Haltungen, ökonomischen Verhaltensweisen, künstlerischen Stilen, mentalen Deutungsmustern und theologischen Sinngehalten. Als ein erstes fundamentales Charakteristikum des K. wäre der Anspruch zu nennen, im Untersc…

Kattun

(10 words)

s. Baumwolle

Kauf

(843 words)

Author(s): Löhnig, Martin
Der K. ist ein Rechtsgeschäft, das auf den Umsatz von Ware gegen Geld gerichtet ist. Er gewann im MA unter Verdrängung des Tausches von Ware gegen Ware aufgrund der Durchsetzung der Geldwirtschaft v. a. in den Städten zunehmend an Bedeutung und war in der gesamten Nz. das wichtigste Umsatzgeschäft. 1. Zustandekommen und Wirkungen Der K. kam in der Nz. unter der Rezeption des römisch-kanonischen Rechts grundsätzlich allein durch die Einigung von Verkäufer und Käufer über K.-Gegenstand und K.-Preis zustande. Der K.-Preis konnte jedoch nicht immer a…

Kaufhausarchitektur

(10 words)

s. Warenhausarchitektur

Kaufleute

(2,526 words)

Author(s): Helga Schultz
1. Begriff und soziale Schichtung Der Begriff Kaufmann (= Km.) verengte sich während der Frühen Nz. von der Berufsbezeichnung für alle im Warenhandel Tätigen zum Titel für Groß- und Fernhändler (im Gegensatz zu den Krämern). Vielfach verdoppelt zu »Kauf- und Handelsleute«, kennzeichnete er sowohl die wirtschaftliche Tätigkeit im Groß- und Fernhandel als auch die soziale Position als Mitglied der herrschenden Zünfte, Gilden oder Korporationen. In den Hanse-Städten stand allein den K. der Titel »Herr« zu. In London bezeichnete merchant im 18. Jh. speziell die …
Date: 2016-11-01

Kaufmannsdiaspora

(12,836 words)

Author(s): Häberlein, Mark | Freitag, Ulrike | Nagel, Jürgen G. | Lang, Heinrich | Zürn, Martin
1. Einleitung 1.1. Strukturmerkmale und Forschungsprobleme Die Spezialisierung ethnischer und religiöser Minderheiten auf bestimmte Handels-Zweige, in denen sie eine starke, mitunter dominante Stellung erlangen (engl. trade diaspora: »K«., bzw. middlemen minority: »Zwischenhändlerminderheit«), ist ein Phänomen, das sich vom MA bis in die Gegenwart beobachten lässt. So hatten jüd. Kaufleute im kontinentaleurop. und mediterranen Handel bereits im hohen …
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