Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Laboratorium

(1,686 words)

Author(s): Klein, Ursula
1. Allgemein L. gelten heute als die privilegierten Orte des Experimentierens in allen naturwiss. Disziplinen. In der Nz. wurde dagegen an verschiedenen Orten experimentiert: in öffentlichen Versammlungsräumen, Kaffeehäusern, privaten Salons, Küchen und nur in einem spezifischen Bereich auch in L. Einer der berühmtesten nzl. Experimentatoren, Robert Hooke, arbeitete im späten 17. Jh. nicht in einem L., sondern in seiner Privatwohnung und in den Versammlungsräumen der Royal Society, die kein eigenes L. besaß. Anders als Hooke standen dem zweiten berühmten engl…

Lachen

(1,263 words)

Author(s): Kern, Mareike
1. Begriff und moderne Theorie Abhängig von Gesellschaft und Zeit verändern sich die Einstellungen gegenüber dem L. sowie seine Formen. Es besitzt seine eigenen Codes, Rituale und Orte. Nach Jacques Le Goff folgte auf eine Phase des unterdrückten und unterbrochenen L. (vom 4. bis 10. Jh.) das Zeitalter der Befreiung und Kontrolle des L., parallel zur Entwicklung der Literatur in den Volkssprachen [14]. Michail Bachtin unterscheidet in seiner Theorie der Lachkultur zwischen einer vom L. dominierten volkstümlichen Tradition und einer offiziellen furchterre…

Ladino

(11 words)

s. Jüdische Sprachen

Ladung

(10 words)

s. Prozess

Lagerstätten

(3,014 words)

Author(s): Bartels, Christoph | Kirnbauer, Thomas
1. Begriff und Einteilung L. sind Anreicherungen mineralischer Rohstoffe (Gesteine, Mineralien), die wirtschaftlich verwertet werden können ( Ressourcennutzung). Der Begriff L. kam im 18. Jh. auf [4] und war im 19. Jh. allgemein verbreitet. Zuvor bezeichnete man alle aus dem Erdboden stammenden Mineralstoffe als Fossilien. Nach Inhalt und Verwendung können die L. wie folgt eingeteilt werden: in (1) Metallerz- bzw. Erz-L. als Basis der Metall-Erzeugung, (2) L. von Energie-Rohstoffen (z. B. Steinkohle, Braunkohle, Erdöl und Erdgas), (3) L. von wasserlöslichen …

Laien

(14 words)

s. Geistliche | Laizismus | Priestertum

Laienpredigt

(10 words)

s. Predigt

Laienrichter

(816 words)

Author(s): Pahlow, Louis
1. Allgemein Der L. wird vom gelehrten Richter v. a. dadurch unterschieden, dass er kein gelehrter Jurist ist. Zwar taucht der Begriff des L. weder in den Rechtsquellen noch in den Gesetzen der Nz. auf; in seiner Funktion als Urteilender, Schöffe oder Geschworener kam ihm aber wechselvolle Bedeutung zu. Ungleich größer als in Kontinentaleuropa ist und war dagegen in der Nz. die Bedeutung der L. als Mitglieder einer jury im angloamerikan. Rechtskreis (Common Law) [2]. 2. Bedeutungsverlust in der Frühen Neuzeit In Deutschland vollzog sich die Trennung von Berufs- und L. mit d…

Laisser-faire

(785 words)

Author(s): Köster, Roman
1. Begriff Die Maxime L.-F. geht vermutlich auf einen franz. Kaufmann namens Legendre zurück. Dieser soll auf die Frage Jean-Baptiste Colberts, des Finanzministers Ludwigs XIV., welche Wirtschaftspolitik der Staat am besten betreiben solle, geäußert haben: laissez-nous faire (»Lassen Sie uns einfach machen«) [3. 211]. 1734 verwendete der franz. Schriftsteller René d'Argenson in seinen unveröffentlichten Memoiren dieselbe Formulierung und wiederholte sie 1751 in einem Beitrag für das Journal œconomique. Populär wurde die Maxime jedoch v. a. im Umkreis der Physiokratie i…

Laizismus

(1,238 words)

Author(s): Wolff, Jens
1. Begriff Die nzl. Begriffe L. und Laizität gehen wie auch Laie auf griech. laós (»Volk«) zurück, gehören aber in den Kontext des spezifisch nzl. Prozesses der Säkularisierung. Das dt. Wort übersetzt den im 19. Jh. aufkommenden franz. Neologismus laïcité und dessen negative Variante laïcisme [1]. Während »Laizität« in roman. Ländern mit »Säkularisierung« synonym ist, bezeichnet L. im angelsächs., skand. und dt. Sprachgebiet i. Allg. deren politischen Teilaspekt, also die Unterscheidung zwischen weltlichem und religiösem Bereich. Diese ve…

Lamaismus

(763 words)

Author(s): Theobald, Ulrich
Als Verbindung von urbuddhistischen Idealen mit Riten aus der Tantra-Lehre und Praktiken der alttibetischen Bön-Religion gilt der L. – neben dem Mahāyāna (dem »Großen Fahrzeug«) und dem Theravada ( Hinayāna, dem »Kleinen Fahrzeug«) – als drittes »Fahrzeug« des Buddhismus. Der Begriff L. geht auf die herausragende Stellung des Klosterabtes oder Lehrers, des Lama, zurück. Außer in seinem Ursprungsland Tibet findet sich der L. auch heute noch in den südl. und westl. Gebirgstälern des Himalaya, in der Mongolei und von dort bis nach Ostsibirien hinein. Durch die Aktivitäten des …

Lampe

(10 words)

s. Beleuchtung

Landadel

(1,279 words)

Author(s): Gersmann, Gudrun
1. Begriff und Forschung Der Begriff L. beschreibt eine traditionelle, vom MA bis in die Gegenwart hinein überall in Europa verbreitete Existenzform des auf seinen Ländereien und Gütern inmitten einer agrarischen Umgebung lebenden Adels [7]; [1]; [6]. Literatur und Forschung zeichneten in der Vergangenheit häufig ein ambivalentes Porträt des nzl. L.: Der »Herr Baron« sei einer der einflussreichsten Edelleute Westfalens gewesen, denn sein Schloss habe Tür und Fenster und sogar Wandteppiche gehabt: Mit dieser Beschreibung des – imag…

Landarbeiter/in

(840 words)

Author(s): Ehmer, Josef
Der Begriff des L. (engl. agricultural labourer, franz. ouvrier agricole, ital. lavoratore agricolo) entstand als spezifische soziale Kategorie in sozialpolitischen und sozialwiss. Debatten des ausgehenden 19. Jh.s [3]; [6]. Er bezeichnet Angehörige einer sozialen Gruppe, die ihren Lebensunterhalt ausschließlich oder vorwiegend durch Lohnarbeit in der Landwirtschaft verdienten, häufig das ganze Jahr und das gesamte Arbeitsleben hindurch. L. wurden kurzfristig beschäftigt, als Tagelöhner oder in wöchentlichen oder monatlichen Arbeitsverträgen, und hatte…

Landbesitz

(10 words)

s. Grundbesitz

Länderkauf

(713 words)

Author(s): Simon, Thomas
Der Kauf von Ländern bzw. einzelnen Herrschafts-Rechten und hoheitlichen Befugnissen innerhalb bestimmter Gebiete war eine in der Frühen Nz. verbreitete Praxis zur räumlichen Erweiterung wie auch zur inneren Festigung der Landeshoheit. Angesprochen ist hier nicht der Ankauf von Grundbesitz, sondern die territoriale Gebietserweiterung eines Herrschaftsträgers, insbes. solcher mit reichsständischem Status (Reichsstände). Hintergrund dieser Praxis war die intensive räumliche Verschränkung und gegenseitige Überlagerung von Her…

Ländertausch

(10 words)

s. Länderkauf

Landesausbau

(787 words)

Author(s): Gudermann, Rita
Der Begriff L. steht für den Prozess der Urbarmachung von Feuchtgebieten und der Besiedlung nicht oder wenig genutzter Landstriche, der ab dem 17. Jh. in weiten Teilen Europas einsetzte. Auch die Wiederbesiedlung von im Verlauf des Dreißigjährigen Kriegs wüst gefallenen Bauernstellen und Dörfern (Wüstung) ist zum L. zu rechnen. Es handelte sich um eine Art Entwicklungspolitik im eigenen Lande, die eng mit dem Staats-Bildungsprozess verbunden war. Den Anschauungen des Merkantilismus bzw. Kameralismus gemäß betrieben die absolutistischen Fürsten Europas eine Wir…

Landesbehörden

(2,012 words)

Author(s): Buchmann, Bertrand Michael
1. Definition Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ergänzten die Reichsverwaltung (Kaiser, Kurfürsten, Reichstag, Reichshofrat, Reichshofkanzlei, Reichskammergericht) und die Verwaltung der Territorien einander [11]. V. a. mit dem Ausbau der Landesherrschaft zu nahezu staatlicher Qualität erreichten die L. eine Bedeutung, wie sie außerhalb des Reiches königlichen Behörden zukam. L. waren damit ein Spezifikum dt. Staatlichkeit, ein Element des dt. Föderalismus. In Territorien mit einem Dualismus von Landesfürst und Landständen konnten sich L. …

Landesdefensionswesen

(695 words)

Author(s): Pröve, Ralf
Als L. oder Defensionswerk wurde und wird eine in den Grenzen eines Territoriums und in Regie des Landesherrn greifende umfassende Organisation bewaffneter Untertanen aus Stadt und Land, zuweilen adliger Kavallerie und ggf. Festungsbauten bezeichnet; als besonderes Merkmal wird die Erfassung, Ausbildung und Einübung des militärisch qualifizierten Bevölkerungsteils begriffen. Es handelt sich um eine vergleichsweise kurzlebige Variante der Militär-Verfassung des ausgehenden 16. und beginnenden 17. Jh.s, die allerdings im späten 17. und im 18. Jh. zumi…

Landesgeschichte

(1,044 words)

Author(s): Bollbuck, Harald
1. Begriff und Beginn L. ist Historiographie, die sich auf einen landschaftlich abgegrenzten Raum unterhalb der Reichsebene bzw. der gesamtstaatlichen Ebene bezieht; dieser kann durch den Herrschaftsbereich eines Landes, aber auch durch kulturelle, dialektale, wirtschaftliche oder andere Zusammenhänge konstituiert werden. Die räumliche Komponente trennt L. von Lokal-, Stammes- und Volksgeschichte. L. bildete im frühnzl. Geschichts-Diskurs keine eigene Gattung. Als Ausgangspunkt regionaler Landeserfassung gilt die antiquarische Beschreibung Italiens nach (a…

Landesherr

(10 words)

s. Landesherrschaft

Landesherrschaft

(1,678 words)

Author(s): Simon, Thomas
1. Definition L. lässt sich als die frühnzl. Vorform der modernen Staatsgewalt definieren. L. bezeichnet jene Form von Herrschaft, die die Reichsstände seit dem Ausgang des MA als »Landesherren« über ein von ihnen beherrschtes Territorium und seine Bewohner aufzubauen suchten. Die L. markiert demgemäß eine Etappe im Prozess der Staatsbildung (Staat). Sie zeichnete sich zum einen durch ihre Tendenz zur Flächenhaftigkeit aus, zum anderen durch ihren Anspruch, innerhalb des Territoriums die höchste Oberherrschaft auszuüben, die ihrerseits nur dem Kaiser untergeordne…

Landeshoheit

(10 words)

s. Landesherrschaft

Landesjudenschaft

(739 words)

Author(s): Kühn, Christoph
L. (hebr. bne medina oder kehal medina) waren seit dem Ende des MA gemeindeübergreifende jüd. Organisationen in verschiedenen Regionen des Alten Reichs [5. 188–198]. Zu unterscheiden ist zwischen Zusammenschlüssen von Juden zu »Ländern« (hebr. medinot; Sing. medina), die sich zumindest anfangs nur bedingt an Herrschaftsräumen orientierten, und der Um- bzw. Ausbildung von L. als territorialen Körperschaften [4. 53–58]. Auch die Versammlungen der dt. Judenschaft auf Landes- und Reichsebene sollten der Stärkung gemeindeübergreifender Strukturen dienen; s…

Landeskirche

(682 words)

Author(s): Schneider, Bernd Christian
Bis zum Ende des 18. Jh.s waren die meisten Territorien des Heiligen Röm. Reiches (von der Duldung der Juden mancherorts abgesehen) konfessionell, ja religiös homogen (vgl. Ius reformandi; Konfessionalisierung); Entsprechendes gilt für die meisten Schweizer Stände und die europ. Königreiche (evang.: skandinavische Reiche; kath.: Frankreich, Spanien). Bürgerliche Rechte waren i. Allg. von der Mitgliedschaft in der einen Konfession bzw. »Religion« des Gebietes abhängig, sodass von »Staatskirchen« gesprochen werden kann. Ausnahmen von der konfessionellen Homogenit…

Landesordnung

(643 words)

Author(s): Schennach, Martin
L. bezeichnet einen spezifischen Rechtsquellentyp dt. Territorien v. a. im 16. und 17. Jh. Im Gegensatz zum »Sprachenbabel« [2. 1406] der älteren Sekundärliteratur lassen sich bei einer von der zeitgenössischen Quellensprache ausgehenden Betrachtung folgende Charakteristika einer L. herausarbeiten: (1) Ihr räumlicher Geltungsbereich erstreckte sich auf das ganze betreffende Territorium (Land); (2) an ihrem Zustandekommen waren neben dem Landesfürsten die Landstände in unterschiedlicher Intensität beteiligt; (3) sie war auf eine unbestimmt…

Landespost

(932 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Definition Die L. war eine für das Alte Reich charakteristische Form des Post-Wesens, die sich im Gegensatz zur Reichspost nur auf einzelne fürstliche Territorien bzw. Länder erstreckte. Die Konkurrenz zwischen den beiden war eine Folge der dualistischen Struktur des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und des Übergangs der meisten Regalien an die Landesfürsten. In Reichen oder Monarchien mit starker Zentralgewalt – dem Osmanischen Reich, China (Chinesische Welt), Russland (Russländische Welt), Englan…

Landesteilung

(814 words)

Author(s): Brauneder, Wilhelm
L. im weiteren Sinn bedeutet Teilung jeglicher Territorialherrschaft, L. im engeren Sinn Teilung des Herrschafts-Typs Land, der vom Landesherrn (Landesherrschaft) und den Landständen auf der Basis des Landrechts getragen wurde. Beide Arten wurzeln in der im MA ausgebildeten erbrechtlichen Auffassung auch von Herrschaftsrechten, die als Erbschaft mehreren Erben zu gleichen Anteilen zustanden ( Erbrecht). Sie bildeten bei Fehlen weiterer Verfügungen eine Erbengemeinschaft, die zum Kondominat führte. In den meisten Fällen kam es jedoch entweder zur L. oder zu…

Landesverrat

(699 words)

Author(s): Schnabel-Schüle, Helga
Wie der Hochverrat (engl. high treason, franz. haute trahison) ist L. ein politisches Verbrechen. Sanktioniert wird die versuchte oder vollendete Tat, die auf die Umwälzung der bestehenden Staatsverhältnisse zielt: L. über die Destabilisierung von außen, Hochverrat über die Destabilisierung von innen. Daraus wird deutlich, dass die Anklage des L. wie auch des Hochverrats als politisches Mittel missbraucht werden kann, um Kritik an einem bestehenden politischen System zu unterdrücken [7]. Erst die Verankerung der Presse- und Meinungsfreiheit als durch die Verfass…

Landesverweis

(10 words)

s. Verbannung

Landfriede

(2,760 words)

Author(s): Carl, Horst
1. Begriff L. bezeichnet seit dem MA eine auf Gewaltverzicht gegründete, räumlich organisierte, ursprünglich zeitlich meist befristete Friedensordnung [17]. Frieden (= F.) sollte dabei im Wesentlichen dadurch erreicht und gewahrt werden, dass anstelle der Selbsthilfe ( »Faustrecht«) zur Durchsetzung jeweiliger Rechtsansprüche oder zur Ahndung von Unrecht rechtliche Regelungen und entsprechende Gerichts- oder Schiedsinstanzen verbindlich gemacht wurden. Im engeren Sinne versteht man unter L. auch das Gefüge von Rechtsnormen, welc…

Landhandwerk

(16 words)

s. Handwerk | Ländliche Gesellschaft | Ländliches Gewerbe

Landjuden

(1,503 words)

Author(s): Ulbrich, Claudia
1. Begriff Mit dem Begriff L. werden die in der Nz. im dt.sprachigen Raum außerhalb der großen städtischen Zentren lebenden Juden bezeichnet. Da das Leben auf dem Lande vom späten MA bis ins frühe 19. Jh. die vorherrschende Form der jüd. Existenz im Alten Reich und in den habsburgischen Erblanden war, wird in der Forschung gelegentlich von der »Phase des L.tums« gesprochen. Neben der räumlichen und zeitlichen Dimension findet sich auch die Gleichsetzung von L. und Nicht-Eliten, die auf die sozialen Bedingungen verweist, unter denen die gro…

Landkarte

(10 words)

s. Kartographie

Ländliche Gesellschaft

(9,302 words)

Author(s): Troßbach, Werner
1. Begriffliche Abgrenzungen: Stadt und Land Während der Begriff Agrargesellschaft – oft als Entwicklungsstufe gefasst – eine Gesamt- Gesellschaft charakterisiert, kann man von einer L. G. erst sprechen, wenn alternative Lebens- und Produktionsformen einem größeren Personenkreis zugänglich sind. Auf das Gebiet nördl. der Alpen trifft dies seit den Städtegründungen des HochMA zu. »Stadt« und »Land« können bis zu den Agrarreformen des 19. Jh.s u. a. durch rechtliche Kriterien voneinander abgegrenzt werden: So waren Formen personengebundener Abhä…

Ländliches Gewerbe

(2,247 words)

Author(s): Kießling, Rolf
1. Begriff und Typologie Lange Zeit von der Forschung vernachlässigt, hat das L. G. als Indikator für den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel in der Neuzeit zunehmend an Bedeutung gewonnen. Da der Begriff primär den Standort markiert, umfasst er, wie der des Gewerbes, generell alle nichtagrarischen Tätigkeiten, jedoch im Kontext der ländlichen Gesellschaft, d. h. entweder hauptberuflich oder im Nebenerwerb mit einer Klein-Landwirtschaft verbunden. Die jüngere Forschung hat die große Vielfalt des L. G. herausgestellt, wobei zwische…

Ländliche Unterschichten

(13 words)

s. Unterschichten

Landpacht

(10 words)

s. Pacht

Landrat

(1,016 words)

Author(s): Göse, Frank
1. Ursprünge Der L. war i. Allg. ein auf der mittleren Verwaltungs-Ebene ( Kreis) wirksamer Amtsträger (Lokalverwaltung; Landesbehörden). Im öffentlichen Bewusstsein wird dieses Amt – neben seinem Fortbestehen in der heutigen Verwaltung – aus histor. Perspektive v. a. mit der preuß. Geschichte des 18. und 19. Jh.s in Verbindung gebracht. Dessen ungeachtet begegnen L. weit vor dieser »klassischen« Phase der alt-preuß. Geschichte – und nicht nur in den Territorien der Hohenzollernmonarchie. Im 16. Jh. trugen in mehreren dt. Fürstentümern vornehmlich aus dem landständischen …

Landrecht

(677 words)

Author(s): Brauneder, Wilhelm
Der Begriff L. und seine Komposita (z. B. L.-Reformation) bezeichnen ab dem späten MA noch bis nach 1800 Rechtsquellen unterschiedlichen Inhalts. Er geht auf die ma. Rechtsordnung zurück, die sich aus Teil-Rechtsordnungen (Rechtskreisen) für Personengruppen bzw. Herrschaften zusammensetzte, so etwa das Lehnsrecht für spezifische, in der Regel adelige Leihe- und Herrschaftsverhältnisse, das Hofrecht (Weistum) für Rechtsverhältnisse in der Grundherrschaft, das Stadtrecht für solche in der Stadt und das L. für di…

Landschaft

(3,115 words)

Author(s): Blickle, Peter | Lüsebrink, Hans-Jürgen | Sieglerschmidt, Jörn
1. Politisch L. war im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation das Korrelat zu Herrschaft. In dieser Bedeutung ist der Begriff vom 14. Jh. bis zum Ende des Reichs (1806) belegt. Die L. hatte korporativen Charakter und bezeichnete als solche die Gesamtheit der Landstände eines reichsunmittelbaren Territoriums. Wo in einem Territorium Adel und Prälaten als Stände fehlten, diente L. aber auch zur Bezeichnung der Repräsentation von Untertanen, in diesem Fall jenen in der Stadt und auf dem Land. Seit den frühen 1970er Jahren hat sich L. als wiss. Ordnungsbegriff auch für d…

Landschaftsbild

(2,119 words)

Author(s): Büttner, Nils
1. Begriff L. sind Abbildungen oder bildlich fixierte Imaginationen der den Menschen umgebenden Natur in ihren vielfältigen Erscheinungsformen. Als Bezeichnung einer spezifischen Bildform hat sich der Terminus Landschaft (= Ls.) erst spät durchgesetzt. In seinem handschriftlichen Tagebuch nannte Albrecht Dürer seinen Antwerpener Kollegen Joachim Patinir 1521 einen »gut landschafft mahler«. In Venedig beschrieb zur gleichen Zeit Marcantonio Michiel die »vielen kleinen Ls.« ( molte tauolette de paesi) in der Sammlung des Kardinal Grimani. 1606 schrieb der Engländer Henry…

Landsknecht

(787 words)

Author(s): Rogg, Matthias
Im Zuge der im SpätMA beginnenden militärischen Revolution setzte ein nachhaltiger innermilitärischer Strukturwandel ein, der den Schwerpunkt der Kampfhandlungen schrittweise vom gepanzerten Reiter (Ritter) auf die Infanterie verlagerte [2. 13–38]. Am konsequentesten gelang dieser Umbau in der Schweizerischen Eidgenossenschaft: Durch ein Massenaufgebot an Fußknechten und die einfache, aber effektive Taktik des Kampfes im geschlossenen Verband (»Geviert« oder »Gewalthaufen« mit langen Spießen) erfochten die eidgenössischen Reisläufer im 14. und 15. Jh. glän…

Land-Stadt-Wanderung

(1,475 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
1. Urbanisierung und Stadtentwicklung Im frühnzl. Europa hatten Städte v. a. aus wirtschaftlichen Gründen (s. u. 2.) außerordentliche Anziehungskraft auf Migranten. Hier lebten im Zuge der Urbanisierung ab 1500 relativ und absolut immer mehr Menschen, und hier herrschte bis ins 18. Jh. zudem eine hohe Mortalitäts-Rate, sodass eine dauerhafte Einwanderung notwendig war, um die Einwohnerzahlen stabil zu halten. Obwohl Städte überall in Europa wuchsen, verlief die Urbanisierung zeitlich und räumlich sehr ungleichmäßig (vgl. Bevölkerung, mit Karten). Um 1500 lag der…

Landstände

(20 words)

s. Landesherrschaft | Landschaft | Landständische Verfassung | Landtag | Stand, Stände

Landständische Verfassung

(1,262 words)

Author(s): Brauneder, Wilhelm
1. Allgemein-verfassungsgeschichtliche Bedeutung Der Begriff L. V. umschließt die Existenz von Landständen neben dem Landesfürsten als Mitträgern oder – zumindest in bescheidenem Maße – als Mitgestaltern der Landesherrschaft und verweist mit dieser auf den Rahmen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Gleichwohl ist diese Verfassungs-Gestaltung allgemein – Monarch mit Ständen (engl. estates, franz. états, niederl. staaten, standen etc.) – ein gesamteurop. Phänomen. Das Zusammenwirken eines Monarchen mit Ständen beruhte auf der Mehrzahl von hiera…

Landstreicher

(13 words)

s. Fahrendes Volk | Vagabund

Landtag

(705 words)

Author(s): Neu, Tim
Der seit dem 13. Jh. nachweisbare Quellenbegriff bezeichnete zunächst das Tagen der ursprünglich gräflichen Landgerichte, ab dem 15. Jh. jedoch die Ständeversammlungen in den Territorien des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Seit Beginn des 19. Jh.s wurden auch die neuen Parlamente der dt. Staaten als L. bezeichnet. Der altständische L. (lat. comitia provincialia oder conventus provincialis) war die zentrale Institution der landständischen Verfassung in Form einer gewohnheits- bzw. positivrechtlich geregelten Zusammenkunft von Landesherr ( Landesherrsch…
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