Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Leinen

(1,221 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
1. Begriff Das L.-Gewerbe (= Lg.) produzierte Textilien aus Flachs und Hanf ( Faserpflanzen). Dazu zählte in erster Linie Leinwand, daneben als Luxus-Erzeugnisse Damast und Spitzen (Spitzenherstellung). Da Flachs und Hanf verbreitet in der bäuerlichen Hauswirtschaft produziert wurden, konnte sich das Lg. in vielen Teilen Europas auf einer subsistenzwirtschaftlichen Grundlage entwickeln. Durch Qualitätsverbesserung und Spezialisierung konnte auf dem Weg der »Kommerzialisierung bäuerlicher Technologien« [4] leicht ein Export-Gewerbe entstehen. Begünstigt wurd…

Leinwand

(10 words)

s. Leinen

Leistungen, bäuerliche

(1,552 words)

Author(s): Mahlerwein, Gunter
1. Begriff Unter dem Begriff der B. L. können alle rechtlich begründeten, auf herrschaftlicher Abhängigkeit bzw. auf staatlicher, kommunaler oder kirchlicher Zugehörigkeit basierenden Abschöpfungen des Wirtschaftens von Angehörigen der ländlichen Gesellschaft vor den Agrarreformen des 19. Jh.s zusammengefasst werden. Die Vielzahl ihrer Erscheinungsformen und Empfangsberechtigten insbes. in der Frühen Nz. erlaubt häufig keine exakte Bestimmung der Ursache der Leistungspflicht. B. L. kann daher als Oberbegriff gelten, der …

Leistungslohn

(10 words)

s. Lohnarbeit

Leitbild

(15 words)

s. Soziale Wertesysteme | Standesbildung | Tugend

Leitmotiv

(10 words)

s. Oper

Leitsektoren, industrielle

(643 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
1. Begriff In der frühen Phase der Industrialisierung war das Wirtschaftswachstum des gewerblichen Sektors meist ausgesprochen ungleichgewichtig und auf wenige Branchen, sog. I. L. oder Führungssektoren, konzentriert. Aus dieser Beobachtung wurde in den 1950er/1960er Jahren in der Entwicklungs-Ökonomie der Begriff der I. L. entwickelt [4]; [3. 10–14]. I. L. sind dadurch gekennzeichnet, dass sich in ihnen ein rascher technologischer Wandel vollzieht, der eine starke Steigerung der Produktivität von Arbeit und Kapital nach sich zieht. Die hohe Produktivität…

Leopoldina

(1,031 words)

Author(s): Schlosser, Hans
1. Allgemein Am 30. 11. 1786 verkündete Großherzog Peter Leopold, der Bruder Kaiser Josephs II., für die von ihm regierte Toskana (seit 1737 habsburgische Sekundogenitur) ein Strafgesetzbuch, das europaweit als Sensation registriert wurde (Strafrecht). Die im Geist der Aufklärung verfasste Riforma della legislazione criminale toscana war sein alleiniges Werk. Nach ihm, der sich in bewusster Distanz zu seiner dynastischen Herkunft offiziell Pietro Leopoldo nannte, wurde das Gesetz allgemein als L. (auch Codice leopoldino) bezeichnet. Bereits 1787 lag eine offiziell…

Leopoldina (Akademie) [Hinzugefügt 2017]

(2,416 words)

Author(s): Müller, Uwe
1. Gründung und Programm Gegründet 1652 in der Freien Reichsstadt Schweinfurt als Academia Naturae Curiosorum durch den Stadtphysikus Johann Laurentius Bausch und drei weitere Ärzte – Johann Michael Fehr, Georg Balthasar Metzger und Georg Balthasar Wohlfarth – ist die heutige Dt. Akademie der Naturforscher L. (seit 2008 Nationale Akademie der Wissenschaften) die älteste ununterbrochen existierende naturwiss.-mediz. Akademie der Welt. Das Gründungsprogramm der L. ist geprägt sowohl von der Erfahrung der Beschränktheit der zeitgenössischen Medizin in der Notzeit des…

Lepra (Hinzugefügt 2017)

(2,728 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition und frühe Belege Die L. (griech. lépra) ist eine seit der Antike weit verbreitete Hautkrankheit, besser ein Komplex verschiedener möglicher Hautkrankheiten, der mit sehr abweichenden Namen bezeichnet wurde, im Deutschen bis heute mit der Sammelbezeichnung ›Aussatz‹ (mhdt. ûʒsetzel, ûʒsetzic, entsprechend lat. leprosus; frühneuhdt. ausseczickeit), aber im MA und in der Nz. auch in den Adjektiven ›schuppig‹, ›uneben‹, ›rau‹. Paläopathologisch ist heute geklärt, dass sich seit dem MA dahinter oft tatsächlich eine Infektion mit mycobacterium leprae verbarg. Al…

Lesbische Liebe

(873 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia
L. L. ist ein moderner Terminus, dessen gegenwärtige Bedeutung massiv von jener vor 1850 abweicht. Beziehungen zwischen Frauen wurden seit der Mitte des 18. Jh.s verstärkt zum Gegenstand medizinischer und juristischer Diskurse, die Frauen hegemonial in eine heterosexuelle Geschlechter-Ordnung einzubinden suchten (Geschlechterrollen) und weibliche Sexualität durchgängig biologisierten. Der Begriff L. L. lässt sich für den dt.sprachigen Raum am Ende des 18. Jh.s erstmals nachweisen [5]; er erfuhr seine histor. spezifische Bedeutung v. a. in diesem Kontext …

Lesebuch

(10 words)

s. Lehrbuch

Lesefähigkeit

(16 words)

s. Alphabetisierung | Lesekultur | Leser/in | Schriftlichkeit

Lesegesellschaft

(708 words)

Author(s): Dann, Otto
Der Begriff L. bezeichnete im 18. Jh. eine bestimmte Form der organisierten Vereinigung von Lesern und war v. a. in den rheinischen Residenzstädten wie z. B. Köln verbreitet. L. gab es mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten auch in anderen europ. Staaten, mit zeitlicher Verzögerung von Westen nach Osten fortschreitend, wobei Deutschland etwa in der Mitte lag. Die soziale Zusammensetzung der L. konnte je nach deren Zielsetzung und lokaler Platzierung variieren (z. B. philosophical societies in England und »Akademien« in franz. Provinzstädten). Heute wird L. in …

Lesekultur

(2,029 words)

Author(s): Prass, Reiner
1. Begriff und Forschungsgeschichte Die Forschung betrachtet Lesen als eine verstehende Aneignung von Texten. Mit Paul Ricœur spricht man dem Leser eine aktive Rolle zu, denn dieser gebe dem Text durch seine Lektüre jedes Mal von neuem einen eigenen Sinn [5. 406 f.]. Anthropologisch arbeitende Studien behandeln das Lesen als eine Form sozialer Praxis, die in ein komplexes Zusammenspiel menschlicher Kommunikations-Formen eingebunden ist [2]. Die Erforschung der europ. L. setzte bei der Buch-Geschichte ein [1]; [4]. Über die Untersuchung von Lesestoffen und die Analyse …

Leserevolution

(12 words)

s. Lesekultur | Leser/in

Leser/in

(1,194 words)

Author(s): Schneider, Ute
1. Die Zeit bis 1800 Ein über den engen Kreis der aus professionellen oder kontemplativen Gründen lesenden Gelehrten und Kleriker hinausgehendes regelmäßig oder gar habituell lesendes europ. Publikum ist für die ersten Jahrzehnte nach Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern (um 1450) lediglich in den Städten anzunehmen (Alphabetisierung). Das Leseverhalten der Gelehrten und der »Illiteraten« (wie in MA und Früher Nz. des Lateins Unkundige genannt wurden), differierte nicht n…

Lesewut

(12 words)

s. Lesekultur | Leser/in
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