Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Medaille

(2,141 words)

Author(s): Fried, Torsten
1. Begriff und Vorbilder Die M. (engl. medal(lion); franz. médaille; von mittellat. medallia, »Kleinmünze«) ist eine vorzugsweise runde und zweiseitig gestaltete Sonderform der Relief-Plastik, die sich v. a. auf Personen oder Ereignisse bezieht. Trotz ihrer Nähe zur Münze dient sie nicht als Zahlungsmittel im eigentlichen Sinn. Erste Zeugnisse der nzl. M. begegnen in den 1380/90er Jahren in Norditalien ( Padua, Venedig) und Frankreich ( Duc de Berry). Das neue Medium griff zwar antike röm. Münzbildnisse auf, doch waren v. a. die frühen M. wesentlich größer als anti…

Mediation

(2,015 words)

Author(s): Koller, Alexander
1. Begriff und Definition M. bedeutet die Herbeiführung eines Friedens aufgrund von bestimmten vertraglich geregelten Bedingungen zwischen Konfliktparteien durch einen neutralen Vermittler. M. begegnet als Mittel sowohl zur Vermeidung (z. B. Kongress von Cambrai, 1722–1725) wie auch zur Beendigung einer kriegerischen Auseinandersetzung. Die M. ist zu unterscheiden von der Arbitration, bei der sich die im Streit befindlichen Völkerrechtssubjekte dem Schiedsspruch eines einvernehmlich bestimmten Richters unterwerfen [8], und von den sog. »Guten Diensten« (franz. bons …

Mediatisierung

(754 words)

Author(s): Hufeld, Ulrich
Bezogen auf die Rechtsverhältnisse im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation bezeichnet M. die Aufhebung der Reichsunmittelbarkeit eines weltlichen Reichsstandes. Das histor. Drama der M. am Ende des 18. und Anfang des 19. Jh.s legt die Unterscheidung zwischen existenzerhaltender M., die Herrschaft nicht beendete, sondern in eine reichsmittelbare (landesunmittelbare) Form überführte, und existenzvernichtender M., der Absorption von Herrschaftsgebieten in einem größeren Territorium, nahe. In der Bezugnahme auf den status immediatus der reichsunmittelbaren Stä…

Mediatstadt

(682 words)

Author(s): Keller, Katrin
Entscheidendes Kriterium für die Zuordnung einer Stadt zum Stadttypus der M. ist ein rechtlicher Aspekt: M. des späten MA und der Frühen Nz. unterstanden nicht direkt dem Landesherrn des Territoriums, zu dem sie gehörten, sondern einem adligen Stadtherrn, der direkten Einfluss auf die Stadtentwicklung nehmen konnte. M. als Bestandteile adliger Grundherrschaften waren in fast ganz Europa anzutreffen; ihr Anteil an der Gesamtzahl der Städte war jedoch im Osten Europas – also in den Gebieten, die seit dem 17. Jh. von der sog. Gutsherrschaft geprägt wurden – bes. groß. In Polen, den Lä…

Medicinalpolicey

(10 words)

s. Medizinalpolizei

Medien

(7,167 words)

Author(s): Zimmermann, Clemens
1. Allgemein 1.1. Begriff In die heutige M.-Geschichte gehen Ansätze und Kategorien verschiedener Disziplinen (Geschichtswissenschaft, Soziologie, Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, Literaturwissenschaften) und histor. orientierter Subdisziplinen (v. a. Druck- und Buchgeschichte; Buchdruck; Druckmedien) ein. Diese disziplinäre Vielfalt gilt es kategorial produktiv nutzbar zu machen; sie führt indes zu sehr unterschiedlichen Begrifflichkeiten. Insbes. sind M.-Begriffe verschieden weit gefasst. Die übliche Gleichsetzung des Begriffs…

Medien, gelehrte

(14 words)

s. Gelehrte Medien

Medienrevolution

(14 words)

s. Kommunikation | Kommunikationsrevolution | Medien

Medikalisierung

(2,140 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Jütte, Robert
1. Definition Der Terminus M. geht auf die von der Annales-Schule beeinflusste franz. Medizingeschichtsschreibung zurück [4]. Erstmals wurde der Begriff von dem franz. Historiker Jean-Pierre Goubert definiert [9. 170]. Er verstand unter M. einen Vorgang von langer Dauer, der in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s einsetzte und in dessen Verlauf es den Ärzten gelang, ihr mediz. Angebot mit Hilfe des Staates breiten Bevölkerungs-Schichten zu oktroyieren. Es handelt sich also um einen Prozess der Erweiterung des mediz. Marktes, bei dem eine Berufsgrup…

Medikament

(10 words)

s. Pharmazie

Mediterrane Welt

(4,548 words)

Author(s): Kaiser, Wolfgang
1. Einheit und Vielfalt Ob die M. W. für die Periode der Nz. als Einheit begriffen werden kann, ist unklar. Die kulturgeographischen Unterscheidungen, etwa zwischen Berg- und Küstenregionen, mit denen der franz. Historiker Fernand Braudel operiert [11. Bd. 1], unterstreichen die besondere Vielfalt einer seit der Antike über religiöse und politische Unterschiede hinweg als kulturelle Einheit gedachten M. W. Die heute als typisch »mediterran« geltende Flora ist – abgesehen von Getreide, Öl-Baum und Wein – das Ergebnis eines seit der…

Medizin

(7,706 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Biesterfeldt, Hinrich
1. Europa 1.1. Renaissance 1.1.1. Medizinischer Humanismus und Reformation Unter dem Einfluss von Renaissance und Humanismus wandte sich auch die M. als Teil der studia humaniora ab dem 14. Jh. philologisch-kritisch ihren antiken Grundlagen und Quellen zu [1]; [2] (Humanismus, medizinischer). Mediz.-naturwiss. Erkenntnisbildung erfolgte durch die Lektüre der von wirklichen oder angeblichen ma. und arab. Verfälschungen gereinigten Klassiker ( Hippokrates, Celsus, Galen), aber auch bereits durch das Prinzip der unabhängigen autopsía (»selbst Sehen«). Das Buch der Nat…

Medizinalordnung

(958 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition und Vorgeschichte M. regelten im 16. und 17. Jh. als herrschaftliche Erlasse, Edikte und Verfügungen in erster Linie das Verhalten der verschiedenen mediz. Berufsgruppen und ihrer Vertreter ( Medizinalpersonen) zueinander, bestimmten Ausbildungs- und Qualifikationskriterien und enthielten daneben gelegentlich hygienische (Seuchenvermeidung) und pharmazeutische Anweisungen; sie waren Ausdruck territorial gebundener herrschaftlicher (einschließlich städtischer) Sorge um das gesundheitliche Wohl der Untertanen und Bürger [1]. Der Übergang der M…

Medizinalpersonen

(1,607 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Allgemein Als M. wurden in der Nz. alle Angehörigen nichtakademischer mediz. Berufe gefasst, die ihre Heiltätigkeit für den »gemeinen Mann« [16] an festen Orten oder umherziehend ausübten: M. »sind solche Personen, deren Berufsgeschäfte auf den erkrankten Körper und die Genesung der Kranken abzwecken, als Aerzte, Wundärzte, Geburtshelfer, Hebammen, Apotheker und Krankenwärter« [1]. Im weiteren Sinne zählten auch sog. Pfuscher (nicht ordnungsgemäß Praktizierende), Storger (Marktschreier), Landfahrer (lat. circumforanei), Quacksalber (Charlatane, ital. ciarlatani)…

Medizinalpflanzen

(14 words)

s. Heilpflanzen | Kräuterbücher | Pharmazie

Medizinalpolizei

(2,203 words)

Author(s): Pahlow, Louis | Zare, Antje
1. Seuchenpolizei und staatliche Gesundheitsfürsorge 1.1. Instrument staatlicher Gesundheitspolitik In der Nz. rückte die Gesundheit der Bevölkerung in das Interessenfeld des Staates. V. a. im 18. und 19. Jh. fand unter dem Begriff der M. eine umfangreiche Diskussion über Aufgaben und Instrumente einer staatlichen Gesundheitsfürsorge statt. Den Forderungen der Theorie trugen die Staaten Europas z. T. durch unterschiedliche Maßnahmen Rechnung, etwa Medizinalordnungen oder Verbesserung der mediz. Versorgung der Bevölkerung. Ausgehend von der Kameral- und Polizei-Wi…

Medizinalreform (1848)

(791 words)

Author(s): Bleker, Johanna
1. Definition Die M. war eine ärztliche Standesbewegung im Vormärz, der es sowohl um die gesellschaftliche und materielle Besserstellung der Ärzte als auch um eine bessere mediz. Versorgung der Unterschichten ging. Ab Mitte der 1840er Jahre verband der radikale Flügel der M. diese Anliegen mit der Idee der Menschenrechte und der Forderung nach einer demokratischen Verfassung. 2. Ursachen und Verlauf In vielen der 39 Teilstaaten des Dt. Bundes befanden sich die studierten Ärzte in einer Zwitterstellung: Im Rahmen der Gewerbeordnungen ( Preußen 1810) galt ihre Praxis als fre…

Medizinische Ausbildung

(20 words)

s. Medizin | Medizinalpersonen | Medizinische Fakultät | Physicus

Medizinische Fakultät

(1,171 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition Die M. F. (von lat. facultas medica; »mediz. Fähigkeit«, »mediz. Macht«, im übertragenen Sinne »mediz. Korporation«) findet sich bereits in ma. Universitäten. Sie war im Corpus der Universität autonomer Ort mediz. Ausbildung und Verleiherin mediz. Grade, im Wesentlichen also des Titels eines Lizentiaten (lat. licentia doctorandi; »Lehrbefugnis«) oder eines mediz. Doktortitels (lat. doctor medicinae) nach erfolgter Wissensprüfung (Examen), später auch Wächterin über die Ausbildungsqualifikation der Heilkundigen eines politischen Herrschaftsbereichs. 2…

Medizinische Geographie

(749 words)

Author(s): Bleker, Johanna
1. Definition M. G. umfasst einerseits die Einbeziehung mediz. Aspekte in die Beschreibung von Orten, Regionen oder Erdteilen ( mediz. Topographie ist die M. G. im engeren Sinne), andererseits Untersuchungen zur geographischen Verteilung, Statistik und Ausbreitung bestimmter Krankheiten (geographische Medizin, geographische Epidemiologie und Pathologie). 2. Aufgaben und Ziele Das leitende Erkenntnisinteresse der M. G. liegt einerseits auf dem Gebiet praktischer sanitärer Maßnahmen, andererseits auf der wiss. Erforschung der Bedingungen, unter denen Krankheiten…
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