Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Mais

(765 words)

Author(s): Mahlerwein, Gunter
Die Domestikation von M. ( Zea mays) aus dem Wildgras Teosinte fand bereits vor 6 000 Jahren in Südmexiko statt. Von dort aus verbreitete sich die M.-Kultur über Nord-, Mittel- und Südamerika [5]; [6] und bildete die Ernährungsbasis der präkolumbischen Hochkulturen [3. 166]. Die europ. Geschichte des M. beginnt bereits mit der ersten Fahrt des Kolumbus, der 1492 M.-Anpflanzungen auf den Westind. Inseln entdeckte und beschrieb. Die Teilnehmer seiner zweiten Expedition brachten erste Körner nach Europa [6]; [5]. Die klimatische Anpassungsfähigkeit von M. und sein hoher E…

Majestätsbeleidigung

(830 words)

Author(s): Collin, Peter
1. Definition und Ursprung Unter M. versteht man im frühnzl. Recht allgemein und umfassend jede Verletzungshandlung gegenüber einem Monarchen. Ihre Gestalt als gegenüber anderen politischen Straftaten tatbestandlich abgrenzbares Delikt gewann die M. erst zur Mitte des 19. Jh.s. Bis zum Ende des 18. Jh.s ließ sich diese Ehrverletzung (Beleidigung) als Form eines umfassenden Majestätsverbrechens verstehen. Im dt.sprachigen Raum hatte sich das Delikt seiner Herkunft nach einerseits aus dem röm.-rechtlichen crimen laesae maiestatis (»Majestätsverletzung«; vgl. Gemein…

Majestätsrechte

(806 words)

Author(s): Pahlow, Louis
M. sind ein frühnzl. Begriff für die Hoheitsrechte des Herrschers. Sie rückten seit dem 17. Jh. in ganz Europa ins Zentrum der staatsphilosophischen und staatsrechtswiss. Diskussion (Staatslehre, allgemeine); ihnen kam bei der Ausgestaltung der Organisation des nzl. Staates wesentliche Bedeutung zu. Seit dem 16. Jh. bildeten sich in ganz Europa in einem umfassenden staatsphilosophischen Diskurs unterschiedliche Arten von M. heraus. Ausgangspunkt war die sog. maiestas, die in der Nz. nicht nur die Erhabenheit einer Person, sondern v. a. auch deren umfassendes Herrschafts…

Majoritätsprinzip

(846 words)

Author(s): Strohmeyer, Arno
1. Begriffsbestimmung Das M. ist eine zentrale Technik zur Entscheidungsfindung in Gruppen, Gremien und Organisationen. Es beruht auf der Gleichsetzung des Willens der Mehrheit (= Mh.) mit dem der Gesamtheit und steht damit in einem Spannungsverhältnis zur Einstimmigkeit und persönlichen Freiheit. Unterschieden werden absolute Mh. (Mh. aller möglichen Stimmen), einfache Mh. (Mh. der abgegebenen Stimmen), relative Mh. (ein Vorschlag erhält mehr Stimmen als irgendein anderer) und qualifizierte Mh. (festgelegte Mh., z. B. Zweidrittel-Mh.). 2. Neuzeitliche Praxis In der Fr…

Makrobiotik

(12 words)

s. Diätetik | Medizin

Malaria

(10 words)

s. Fieber

Malerei

(5,074 words)

Author(s): Rehm, Ulrich
1. Definition M. ist die künstlerische Gestaltung einer Fläche mit Farbmaterial. Die meistverbreiteten Bildträger sind eigens präparierte Holztafeln (Tafel-M.) und Textilien (in der Regel mit Spannvorrichtung), Wände und Decken architektonischer Räume, gelegentlich auch Pergament und Papier – diese bes. im Bereich der Buchillustration –, seltener Metall und Stein (Wandmalerei). Darüber hinaus spielt die M. in zahlreichen Bereichen des Kunsthandwerks eine wesentliche Rolle. Die farbige Gestaltung v…

Maler/in

(12 words)

s. Frauenarbeit | Malerei

Maltechnik

(1,635 words)

Author(s): Nicolaus, Knut
1. Temperamalerei Für die Temperamalerei (von lat. temperare, »mäßigen«, »mischen«) benutzen Künstler Pigmente, die in einer Emulsion aus wässrigen (z. B. Glutinleim) und nichtwässrigen (z. B. trocknendem Öl) Bindemitteln gebunden sind. Ein Emulgator sorgt für eine beständige Emulsion. Besteht die Emulsion überwiegend aus einem trocknenden Öl, spricht man von einer »fetten« Tempera (Öltempera), überwiegt in der Emulsion die wässrige Komponente, von einer »mageren«. Temperafarben trocknen matt und deckend und sind danach wasserfest. Die Temperamalerei ge…

Malthusianismus

(1,116 words)

Author(s): Ferdinand, Ursula
1. Begriff: Entstehung und Entwicklung In seinem Essay on the Principle of Population behauptete der engl. Theologe und Ökonom Thomas Robert Malthus 1798, dass die menschliche Bevölkerung (= B.) naturgegeben schneller wachse als die Produktion der für ihren Lebensunterhalt notwendigen Ressourcen. Damit leitete er einen pessimistischen Stimmungsumschwung in der Debatte über den Fortschritt der Menschheit ein und begründete einen Paradigmenwechsel im bevölkerungstheoretischen und -politischen Denken (s. u. 2.) [10]; [11]. Malthus' »B.-Gesetz« stellte Armut als notwe…

Mamluken

(910 words)

Author(s): Fuess, Albrecht
1. Allgemein Als M. (von arab. mamlūk, »im Besitz befindlich«) bezeichnet man die Sklavendynastien, die von 1250 bis 1517 Ägypten und Syrien beherrschten [5], sowie die aus dem Sklavenstand hervorgegangenen Militärführer und Gouverneure, die im Verlauf des 18. Jh.s in verschiedenen arab. Provinzen des Osmanischen Reiches (bes. Ägypten, Bagdad und Mossul) weitgehende Autonomie erlangen konnten [7]; [8]; [9]. Das Phänomen der Militär-Sklaverei spielte bereits seit dem 9. Jh. eine bedeutende Rolle in der Geschichte der muslimischen Gesellschaften. Man kau…

Mandarin

(866 words)

Author(s): Mittag, Achim
1. Begriff Der im Deutschen erstmals um 1630 nachgewiesene Begriff M. leitet sich vom portug. mandarim her, das wiederum auf das malaiische menteri und Sanskrit mantrin (»Minister«, »Ratgeber«; von Sanskrit mantra, »Rat«) zurückgeht. In dieser Bedeutung wurde der Ausdruck zuerst von den Portugiesen für Angehörige der chines. Amtsträgerschicht verwendet und in der Folge in viele andere europ. Sprachen übernommen. Später wurde der Begriff auch auf andere Elemente der chines. Kulturwelt übertragen, namentlich auf die im nordchines. Dialekt ge…

Mandat

(703 words)

Author(s): Strohmeyer, Arno
Der Begriff M. bezeichnet in einem weiten Sinn jede Form der Beauftragung durch Dritte. Im politischen Kontext beinhaltet das M. ein Kernthema des modernen Parlamentarismusdiskurses, nämlich die Bindung des Abgeordneten an den Wählerwillen. Das Problem reicht bis zu den Instruktionen der Delegierten für die spätma. Ständeversammlungen und der Reichweite ihrer Verhandlungsvollmachten zurück. Im 18. und frühen 19. Jh. erhielt die Problematik des M. aufgrund der fortschreitenden Demokratisierung der Gesellschaft, des Wandels des Repräsentations-Verständnisses, des G…

Mandschu

(924 words)

Author(s): Theobald, Ulrich
Die M. (oder Mandschuren) waren eines der Völker der nördl. Wald- und Steppenzone Ostasiens, denen es gelang, als Fremdherrscher eine kaiserliche Dynastie in China zu errichten. Die Herkunft des Begriffs M. ist noch nicht vollends geklärt; er wurde erstmals 1599 erwähnt und ersetzte seit 1635 offiziell den alten Volksnamen der Jurchen. Ethnisch und sprachlich gehörten die M. zur tungusischen Gruppe der Altai-Völker. Sie bewohnten die nordöstl. Gegend Chinas (heute Mandschurei). Die Stämme der M. hatten stets enge Beziehungen zum China der Ming-Dynastie (1368–1644), das die…

Mangel

(10 words)

s. Knappheit

Mangelernährung

(14 words)

s. Ernährung | Hungerkrisen und -revolten

Manieren

(1,438 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Ein soziales Ideal Unter M. verstand man ab dem späten 15. Jh. die Summe jener Verhaltensweisen, durch die sich Höflichkeit (ital. cortesia, gentilezza; span. cortesía; franz. politesse, civilité, gegenüber Damen auch courteoisie und galanterie; engl. politeness, courtesy) in der Praxis äußerte. Deshalb waren M. mehr als ein Verhalten, das den je geltenden sozialen Regeln entsprach. Diese nämlich unterschieden sich in der Nz. nach Geschlecht, Stand, Beruf, Konfession sowie sozialer, ethnischer und nationaler Zugehörigkeit und d…

Manierismus

(4,675 words)

Author(s): Kanz, Roland | Zymner, Rüdiger | Langenbruch, Anna
1. Einleitung Unter M. versteht man in Kunst, Literatur und Musik allgemein die Charakteristik eines ausgesprochen kunstvollen bzw. künstlichen Stils, und speziell in der Kunstgeschichte eine Epoche, die zeitlich zwischen Renaissance und Barock angesiedelt wird. Die Begriffsprägung erfolgte in der Kunstwissenschaft im späten 18. Jh. in Ableitung von »Manier« (s. u. 2.1.); sie umfasst hier zeitlich die Periode zwischen etwa 1520/30 und 1590/1600, eine Phase vermeintlicher Verfallserscheinungen in bildender Kunst und Arc…

Manier, Maniera

(13 words)

s. Manierismus

Manifest Destiny

(1,196 words)

Author(s): Rinke, Stefan
1. Begriff Das Konglomerat von Ideen, das sich mit dem Konzept des M. D. (der offensichtlichen Vorherbestimmung der USA) verband, lässt sich am besten als Vorstellung von deren quasi göttlichem Auftrag zur territorialen Expansion und von der US-amerikan. Geschichte als dessen Erfüllung beschreiben. John L. O'Sullivan, ein New Yorker Journalist und Politiker der Demokratischen Partei, prägte den Begriff 1845 in einem Aufsatz der von ihm herausgegebenen Zeitschrift United States Magazine and Democratic Review: » our manifest destiny to overspread the continent allotted…
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