Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Marktrecht

(756 words)

Author(s): Hofer, Sibylle
1. Marktordnungen Vom 16. bis 18. Jh. war das Marktgeschehen in Europa Gegenstand zahlreicher rechtlicher Regelungen. Zuständig für die Anordnung eines Wochenmarktes waren die Städte, wobei z. T. (etwa in Preußen) der Landesherr ein Genehmigungsrecht hatte [4. 33–37]. Stadtrechte und Landrechte oder auch besondere Marktordnungen waren dementsprechend Rechtsquellen für das M. Die Normen gehörten zu den Polizei-Ordnungen. Sie zeigen den Markt aus der Perspektive der Obrigkeit und waren ein Ausdruck von Herrschaft. Mit dem M. wurden v. a…

Marseillaise

(1,320 words)

Author(s): Reichardt, Rolf
1. Die Herkunft Die M. [10] entstand infolge der franz. Kriegserklärung an Österreich (20. 4. 1792) als patriotischer »Kriegsgesang für die Rheinarmee« ( Chant de guerre pour l’armée du Rhin). Angeregt vom Straßburger Bürgermeister Frédéric de Dietrich, komponierte der vor Ort stationierte Ingenieur-Offizier Claude Joseph Rouget de Lisle [9], ein musikalischer Autodidakt, Melodie und Verse und trug die neue Hymne als Erster öffentlich vor. Ihren eigentlichen Siegeszug trat die M. drei Monate später an: als Marschlied der 500 Marseiller Nationalgardisten auf ihrem Weg …

Märtyrerdrama

(753 words)

Author(s): Berthold, Sabine
1. Allgemein Das M. stellt die Passion eines Märtyrers (von griech./lat. mártys, »Zeuge«) in einem Trauerspiel oder einer Tragödie dar. Im Zentrum des christl. M. steht ein Mensch, der durch das Blutzeugnis seines gewaltsamen Todes für die Wahrheit des Glaubens einsteht. Sein Bekenntnis wird als exemplum der Tugendhaftigkeit und imitatio (»Nachahmung«) Christi gedeutet, um so eine heilsgeschichtlich determinierte und ethisch idealisierte Welt vorzuführen. Im nzl. M. wurde das Konzept des Märtyrers, das sich in den ersten Jahrhunderten n. Chr. he…

Märzrevolution

(11 words)

s. Revolution 1848/49

Maschine

(8,132 words)

Author(s): Popplow, Marcus | Pichol, Karl | Reith, Reinhold | Mende, Michael
1. Allgemein M. kamen in Europa schon lange vor der Industrialisierung zum Einsatz. Die Verbreitung der Wassermühle reicht bis in die Antike zurück, und zu Beginn der Nz. arbeiteten in Europa zehntausende Mühlen, die neben dem Mahlen von Getreide auch andere grobe Arbeiten wie das Zerkleinern z. B. von Rinde für das Gerben (Lederproduktion) oder das Stampfen der Bestandteile des Schießpulvers leisteten. Bis weit ins 19. Jh. hinein wurden solche M., zu denen auch Kräne (Hebevorrichtungen) und Wasserhebewerke (Wasserkünste) zu…

Maschinenbuch

(11 words)

s. Technische Literatur

Maschinenkunde

(12 words)

s. Maschine | Mechanik

Maschinensturm

(723 words)

Author(s): Buchner, Thomas
Unter M. wird die seit der Frühen Nz. bekannte, insbes. aber in der frühen Industrialisierung auftretende Zerstörung von Maschinen (= Msch.) als Mittel des sozialen Protests verstanden. M. lassen sich in jenen Bereichen nachweisen, in denen der Einsatz neuer Msch. als Verdrängung von (häufig qualifizierter) menschlicher Arbeit interpretiert wurde, so v. a. in der Textil-, aber auch in der Metall-Industrie und in der Landwirtschaft. Erste Höhepunkte erlebte der M. in England in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s und dem frühen 19. Jh. Besondere Bekanntheit erlangte…

Maske

(1,028 words)

Author(s): Fischer, Alexander Michael
1. Allgemein Eine M. oder Larve (franz. masque; von ital. maschera und mittellat. masca zu arab. mas-chara, »Verspottung«, »Scherz«, »Possenreißer«, »Maskierter«) ist ein meist plastisches Gebilde aus Holz, Ton, Leder, Kork, Stoff oder stuckierter Leinwand, das der Verhüllung oder Verfremdung der eigenen Identität dient; sie wird oft durch ein korrespondierendes Kostüm ergänzt. Man unterscheidet die reine Gesichts-M. von der Ganzkopf- oder Stülp-M., die wie ein Helm gearbeitet ist und den Kopf vollständig verhüllt, und der Aufsatz-M., die auf…

Maskenzug

(823 words)

Author(s): Wade, Mara R.
1. Allgemein Der M. war als Untergattung der frühnzl. Auf-, Ein- und Umzüge ein Phänomen v. a. der höfischen Fest-Kultur. Nicht dazu gezählt werden städtische oder kirchliche Prozessionen, bei denen zwar Festdekoration und -architektur vorhanden waren und verkleidete Darsteller allegorische Szenen darboten, die Teilnehmer selbst aber unmaskiert blieben. Bei M. hingegen nahmen sie mit der Maske eine Rolle an. Der M. war nur selten eine selbständige Veranstaltung, sondern meist in ein größeres Festprogramm eingebettet. M. gehörten zu den Lustbarkei…

Massaker

(778 words)

Author(s): Burschel, Peter
Aus der Welt der Schlachthöfe stammend, bezeichnete franz. massacre die »Bank des Metzgers«, dessen »Beil« der massacreur war, bevor das Wort in den franz. Religionskriegen der zweiten Hälfte des 16. Jh.s die bis heute gültige Bedeutung extremer kollektiver Gewalt an Wehrlosen annahm. Auffällig dabei ist, dass dieser Bedeutungswandel in Quellen calvinistischer Herkunft bereits seit Mitte des 16. Jh.s beobachtet werden kann – wie in einer 1556 erschienenen Flugschrift über die zehn Jahre zurückliegenden Verfolgungen von Waldensern…

Masse

(1,061 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang
1. Begriffs- und Forschungsgeschichte Berühmt geworden ist der soziale Begriff der M. im Zusammenhang der Levée en masse in der Französischen Revolution: Am 23. 8. 1793 beschloss der Konvent, alle unverheirateten bzw. verwitweten Männer im Alter zwischen 18 und 25 Jahren zum Wehrdienst einzuziehen. Zusammen mit anderen Rekrutierungs-Maßnahmen wurden auf diese Weise bis Mitte 1794 rund 800 000 Männer zum Kriegsdienst eingezogen. Die Riesenarmee als M. wurde zu einem der Sinnbilder, die man im 19. und 20. Jh. für das Agieren von »M. in der Geschichte« au…

Massenmedien

(10 words)

s. Medien

Maßsysteme

(18 words)

s. Maß und Gewicht | Metrologie | Quantifizierung und Messung

Maß und Gewicht

(2,670 words)

Author(s): Witthöft, Harald
1. Allgemein Die offenkundige Vielfalt der europ. M. u. G. seit dem FrühMA war ein Ergebnis jahrhundertelanger Entwicklung und zunehmender Differenzierung von Rechenhaftigkeit und rationalem M.-Gebrauch über SpätMA und Frühe Nz. hinaus (vgl. Metrologie). Das ältere M.-Wesen widersetzte sich bis in die zweite Hälfte des 19. Jh.s einer modernen Abstraktion – trotz und zeitgleich mit einer von 1790/99 bis 1837/40 währenden Legalisierung des metrischen Systems in Frankreich (s. u. 3.). Im Alten Reich und im Deutschen Bund dominierte über die Mitte des 19. Jh.s hi…

Materialismus

(1,744 words)

Author(s): Henrich, Jörn
1. Philosophie Das philosophische Konzept des M. ist nicht nur für Physik (s. u. 2.) sowie Lebenswissenschaften und Anthropologie (s. u. 3.) von Bedeutung, sondern steht auch mit Ethik sowie Rechts- und Staatsphilosophie in Wechselwirkung. Dementsprechend gibt es dazu Beiträge aus so unterschiedlichen Disziplinen wie Physik, Theologie und Literatur. Die zentrale systematische Aussage des M. fasste 1866 der dt. Philosoph Albert Lange zusammen: »Die Welt zeigt uns allenthalben nichts als Materie und Bewegung« [12. 480]. Diese Aussage lässt sich nur im Kontrast zu ihre…

Materia medica

(15 words)

s. Kräuterbücher | Naturgeschichte
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