Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Natio(n), Nationes

(17 words)

s. Kaufmannsniederlassung | Korporation | Studentennation

Natur

(9,492 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn | Biehler, Birgit
1. Definition und Etymologie Der Chemiker Johannes Kunckel von Löwenstern machte sich bereits um 1700 über die unsichere Verwendung des Begriffes N. lustig und traf zugleich eine damals typische Aussage über die Allmacht Gottes: »Denn um das Wort N. machet man in der Welt viel Wesens/ und wenn man nicht weiter kommen kann/ so spricht man/ es sei seine N. so. Was aber eigentlich N. sey/ begreyfen wenige/ expliciren es auch nicht/ sondern sprechen: Gott und N. Wann ich solches höre/ so kommt es mir/ als ob Gott einen Mit-Gehülffen hätte haben müssen« (zitiert nach [54. 87]). Damit paraphrasi…

Naturabguss

(850 words)

Author(s): Marek, Kristin
Als N. bezeichnet man in der Bildhauertechnik einen von der Natur (meist Mensch, Tier oder Pflanze) genommenen Abguss. Der N. unterscheidet sich vom Gipsabguss insofern, als dessen Vorlage prinzipiell von allem genommen werden kann. So kann er nicht nur mit Gips, sondern auch mit anderen formbaren Materialen wie etwa Lehm oder Wachs hergestellt werden. Um einen N. herzustellen, muss zuerst ein Negativ-Abguss angefertigt werden. Dieser wird unter Zuhilfenahme der sog. verlorenen Form gewonnen (die so bezeichnet wird, weil sie in der Regel zersc…

Naturalgeld

(706 words)

Author(s): Fried, Torsten
Unter N. bzw. Warengeld versteht man eine Vielzahl unterschiedlicher Gegenstände, die bei Tauschprozessen stellvertretend für alle anderen Güter eingesetzt werden [1. 276]. Aufgrund ihrer allgemeinen Geltung fungieren diese Objekte somit als Tauschmittel und Wertmaßstab. Zwar stand N. hinsichtlich der Stofflichkeit des Geldes am Beginn der ma. und nzl. Entwicklung von Nichtmetall- über Metall- (d. h. Münz-) zu Papiergeld (Geldwirtschaft 3.), doch dies bedeutet keineswegs, dass das N. – z. B. zu Zeiten des Münzgeldes…

Naturalisation

(10 words)

s. Staatsbürgerschaft

Naturalismus

(873 words)

Author(s): Kanz, Roland
1. Begriffsgeschichte Ein allgemeines Verständnis von N. als naturabbildender Darstellung in der Kunst war in der Nz. eng mit den Theorien der Naturnachahmung (lat. imitatio naturae) verbunden (vgl. Mimesis). Doch die Tatsache, dass nach der Natur studiert wurde, begründet noch keinen N.; vgl. Naturstudium (künstlerisches). Das Studium vor der Natur (nicht im Atelier) kann ebenso gut positiv mit N. gemeint sein wie negativ der Verstoß gegen Normen der imitatio, die auf eine idealisierte Naturwiedergabe ausgerichtet waren [8]. Allgemein kann N. auf die Eigenart einer nat…

Naturallohn

(10 words)

s. Geldlohn

Naturbeziehung

(2,209 words)

Author(s): Klemun, Marianne
1. Allgemein Die Beziehung zur Natur ist ein histor. Phänomen. Ihre Konventionen sind davon abhängig, was aufgrund religiöser, philosophischer, kultureller oder gesellschaftlicher Dispositionen kollektiv als Natur kodifiziert wird (Kultur). Intellektuelle Vorgaben strukturieren praxisbildende Muster, so die Deutung der Mentalitäten- und Wissenschaftsgeschichte sowie der Kulturwissenschaft [4. 118–131]. Technik-, Umwelt- sowie Wirtschaftswissenschaften hingegen leiten das Verhältnis von der jeweiligen Beeinflussbarkeit der Natur durch den M…

Natur der Sache

(835 words)

Author(s): Eisfeld, Jens
1. Begriff, Funktionen und verwandte Topoi Der Begriff der N. D. S. ist ein von der Antike bis in die Gegenwart verwendeter Topos, also eine formelhafte Wendung, die eine Argumentation abstützen oder eine Entscheidung rechtfertigen soll. Der Rückgriff auf die N. D. S. stellt den Versuch dar, einem gefundenen Ergebnis durch Verweis auf eine vorgegebene Ordnung Evidenz und Objektivität zu verschaffen. Die jeweilige Entscheidung wird als durch die »Natur«, also durch die meist normativ verstandene »Struk…

Naturerfahrung

(12 words)

s. Natur | Naturbeziehung

Naturgeschichte

(8,267 words)

Author(s): Müller-Wille, Staffan
1. Gegenstandsbereich und Vorgeschichte Die N. gehört neben der Astronomie zu den ältesten schriftlich festgehaltenen Wissenschaften. Schon aus dem frühen 2. Jt. v. Chr. sind mesopotamische Keilschrifttexte überliefert, die Pflanzen- und Tiernamen in Listen verzeichnen. Dieser als »Listenwissenschaft« bekannte Texttyp entstand wohl zunächst zu Übungszwecken bei der Ausbildung von Schreibern, nahm aber in allen frühen Schriftkulturen – einschließlich Indien und China – sehr bald lexikalische und enzyklopädische Formen an [29. 32-47]. Was den systematischen und arg…

Naturhaushalt

(1,618 words)

Author(s): Biehler, Birgit
1. »Haushalt« als kulturelles Konzept von Natur So wie sich Menschen ihre Götter häufig anthropomorph vorstellten, wurden auch bei der Wahrnehmung und Bezeichnung der Natur Begriffe der menschlichen Kultur verwendet. So konnte eine scheinbar außermenschliche, dieser gegenüberstehende Natur als vertraut konzeptualisiert werden. Ein Beispiel ist die Übertragung des Begriffs Haushalt bzw. Hauswirtschaft (Ökonomik) als eines geordneten, verschiedenste Funktionen planvoll zusammenführenden Ganzen auf die Natur, die analog als harmonische Gesamtor…

Naturheilkunde

(903 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff Die N. im engeren Sinne formierte sich im dt.sprachigen Raum im frühen 19. Jh. ausgehend von Rousseaus Forderung »Zurück zur Natur« (Rousseauismus). Sie richtete sich vehement gegen die allopathische Schul-Medizin, deren gefährliche Arzneimittel, exzessive Aderlass- sowie entleerende Therapiemethoden und propagierte stattdessen die Hinwendung zu natürlichen Heil- und Lebensweisen. Im Mittelpunkt standen zunächst nur die Hydrotherapie ( Bäder, medizinische) und der Vegetarismus. Dieser Kernbereich wurde im Laufe des 19. Jh.s um die Faktoren Wä…

Naturhistorische Schule

(892 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff Die N. Sch. war in der ersten Hälfte des 19. Jh.s eine Richtung der klinischen Medizin, die sich durch ihre streng empirische Vorgehensweise auszeichnete und auf die Anwendung allgemeiner Krankheits-Lehren (Humoralpathologie, Vitalismus, Broussaiismus, Brownianismus, Homöopathie etc.) bewusst verzichtete ( Therapeutische Konzepte). Sie stand damit im gesuchten Gegensatz zu naturphilosophischen Denkschulen der Medizin (Naturphilosophie, etwa Schellings) und bemühte sich um exakte Forschung sowie eine Systematisierung der Nosologie durch die Bildun…

Naturkatastrophen

(6,182 words)

Author(s): Rohr, Christian
1. Allgemein Unter N. werden heute in der Regel Extremereignisse natürlichen Ursprungs verstanden, die eine unmittelbare und zerstörerische Wirkung auf den Menschen und dessen Siedlungsraum ausüben. Dabei sind nach der Ursache drei Grundtypen zu unterscheiden: (1) Geotektonisch beeinflusste Naturereignisse (= Ne.): Dazu zählen in erster Linie Vulkan-Ausbrüche und Erdbeben sowie in der Folge auch Massenbewegungen (Bergstürze, Felsstürze, Muren etc.), die durch Erschütterungen der Erdkruste ausgelöst werden. (2) Durch kurz-, mittel- und langfristige Witterungsersche…

Natürliche Freiheit

(14 words)

s. Persönliche Freiheit

Natürliche Gotteserkenntnis

(14 words)

s. Natürliche Theologie

Natürliche Religion

(16 words)

s. Natürliche Theologie | Vernunftreligion

Natürliche Theologie

(1,265 words)

Author(s): Laube, Martin
1. Vorgeschichte Der Ausdruck N. Th. entstammt der vorchristl.-antiken griech. Philosophie und bezeichnete dort – in kritischer Abgrenzung zur mythischen ebenso wie politischen Theologie – die der göttlichen Natur angemessene philosophische Gotteserkenntnis. Die frühchristl. Th. schloss sich dieser Tradition an, überbot sie aber zugleich durch den Verweis auf die durch Offenbarung eröffnete Gotteserkenntnis. Während aber etwa Augustinus noch davon ausging, dass die christl. Gotteslehre mit der wahren Form der N. Th. zusammenfällt, wurden im MA zunehmend die Grenzen der …

Naturmagie

(12 words)

s. Magie | Paracelsismus

Naturökonomie

(10 words)

s. Naturhaushalt

Naturphilosophie

(3,426 words)

Author(s): Meinel, Christoph | Stengel, Friedemann | Evers, Dirk | Rueger, Alexander | Prankel, Dieter
1. Begriff und Forschungspositionen Der Begriff N. ist nicht eindeutig definiert. In der Frühen Nz. war er noch weitgehend gleichbedeutend mit einer allgemeinen Wissenschaft von der Natur, die zentraler Bestandteil der Philosophie war. In dem Maße, in dem das empirische Wissen als Prototyp sicheren (philosophischen) Wissens galt (Empirismus; s. u. 3.), wurde der Begriff N. sogar als Synonym für Experimentalphysik benutzt, wie dies z. B. an schott. Universitäten bis ins 20. Jh. der Fall war. Eine Begriffsgeschichte von N. ha…

Naturrecht

(12 words)

s. Rechtsphilosophie und Naturrecht

Naturreiche

(767 words)

Author(s): Ingensiep, Hans Werner
Das Einteilungsprinzip der drei N. wurde im Verlauf der Nz. zu einem wichtigen heuristischen Prinzip in den beschreibenden und ordnenden Naturwissenschaften. Der lat. Terminus regnum (»Reich«; engl. kingdom, franz. règne) wurde im späten 17. Jh. mit dem enzyklopädischen Werk des schweizer. Mediziners und Naturhistorikers Emanuel König populär [4] und erlangte v. a. in der Hochzeit der klassischen Naturgeschichte – Mitte des 18. bis Mitte des 19. Jh.s – große Bedeutung. Die N. umfassen mit den Mineralien (Mineralogie), Pflanzen (Botanik) und Tieren (Zoologie) drei Grund…

Naturreligionen

(779 words)

Author(s): Stuckrad, Kocku von
1. Begriff Der Begriff der N. wird heute meist auf Religionen bezogen, die sich von den großen Schriftreligionen dadurch unterscheiden, dass sie die Natur selbst zum sakralen Kern ihrer relig. Systeme machen. Eine solche nature religion wurde sogar zum Grundzug der amerikan. Kulturgeschichte erklärt – eine Zuschreibung, die durch pagane Gruppen im Umkreis der modernen nature based spirituality als Selbstidentifizierung übernommen wurde [1]. Diese Kennzeichnung lässt sich als positive Umdeutung einer älteren, negativen, Kategorie verstehen, nämlich der Idee…

Naturschönes

(12 words)

s. Kunsttheorie | Schönheit

Naturschutz

(12 words)

s. Naturbeziehung | Umwelt

Naturstudium (künstlerisches)

(2,220 words)

Author(s): Scherb, Johanna
1. Definition Der Begriff N. steht für eine künstlerische Praxis, die vom direkten Blickkontakt zwischen Zeichner bzw. Maler und Naturgegenstand bestimmt ist. Konstitutiv für den gestalterischen Akt ist das Zusammenspiel von Auge und Hand – mit dem Ziel, das in Augenschein Genommene auf das bereitgehaltene Blatt oder die Leinwand zu bannen (vgl. Abb. 1; Mimesis). Das N. ist Ausdruck der nzl. Naturbeziehung und steht in enger Verbindung mit der Entwicklung einer Bildkultur, die in besonderer Weise der visuellen Erfahrung verpflichtet ist. Spuren der künstlerischen Praxis fin…

Naturwissenschaft

(1,580 words)

Author(s): Steinle, Friedrich
1. Begriff Als N. werden heute die Bereiche der Wissenschaften bezeichnet, die sich um das Verständnis der natürlichen Vorgänge und Gegebenheiten bemühen und sich damit gegenüber den auf menschliche Kultur und Technik bezogenen Sozial-, Wirtschafts-, Technik- und Geisteswissenschaften abgrenzen. Ob die Medizin zu den N. gezählt oder als eigener Bereich betrachtet werden sollte, ist Gegenstand wiederkehrender Diskussionen. N. bezeichnet nicht nur einen spezifischen Gegenstandsbereich, sondern auch ein Berufsfel…

Naturwissenschaften und Medizin

(1,696 words)

Author(s): Steinle, Friedrich
1. Gegenstand und Lemmatisierung Die Arbeit an der EdN hat die Herausforderung gestellt, im Modus von einzelnen aufeinander bezogenen Artikeln ein Bild der europ. (Natur-) Wissenschaftsentwicklung als Teil der allgemeinen Kulturentwicklung in der Periode von 1450 bis 1850 zu entwerfen. Dabei waren im Konzept grundsätzlich nur Sachthemen vorgesehen, Artikel zu Personen oder zu Orten aber ausgeschlossen. Eine solche Struktur fordert einerseits dazu auf, diachrone Linien über lange Zeiträume zu ziehen, bringt aber andere…

Naturwissenschaftliche Medizin

(759 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Begriff Unter N. M. wird die Zugrundelegung und konsequente Anwendung naturwiss. Methoden und Ergebnisse aus der Physik und Chemie in der Medizin des 18. und 19. Jh.s verstanden (vgl. Experimentalmedizin). Mit ihr war die – zumindest intendierte – Abkehr von ganzheitlichen oder rein philosophischen Konzepten der M. verbunden, insbes. vom Vitalismus und in Deutschland von der romantischen Naturphilosophie Schellings sowie ihren Anwendungen auf die M. 2. Voraussetzungen Von der Antike bis ins 17. Jh. war die M. in Diagnose und Therapie wesentlich durch das Sy…

Naturwissenschaft und Religion

(2,467 words)

Author(s): Beuttler, Ulrich
1. Einleitung Naturwissenschaft und christl. R. waren in der europ. Nz. mehrheitlich positiv aufeinander bezogen; sie traten erst mit dem Aufkommen des Mechanismus und des Materialismus im 18. und 19. Jh. teilweise in Gegensatz zueinander. Die These, dass die nzl. N. aus einer Säkularisierung der Natur und aus der Emanzipation der Naturforschung vom Christentum hervorgegangen seien, ja den Akt der humanen Selbstbehauptung gegen die Autorität des allmächtigen Gottes und der Kirche darstellten [5. 22 f., 135, 229–233], muss z. T. revidiert werden. Die Ausbildung der exp…

Naturwunder

(1,241 words)

Author(s): Krämer, Fabian
1. Begriff und Definition Der im europ. MA und in der Nz. übliche lat. Begriff für N. war mirabile (meist im Pl.: mirabilia, »wunderbare Dinge«, »Wunder«; seltener: miracula und admiranda), der Begriff für die den N. entsprechende Gefühlsbewegung des Staunens oder der Bewunderung war admiratio. Wie das lat. Verb mirari (»sich wundern«, »bewundern«) und das Adjektiv mirus (»wunderbar«, »erstaunlich«) werden diese Begriffe auf das indogerman. Wort für Lächeln zurückgeführt [7. 17]. Während mirabile und miraculum (»Wunder«) im frühen MA meist synonym verwendet wurden, wi…

Naturzustand

(1,968 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Begriff Unter N. (auch Stand der Natur; lat. status naturalis, engl. s tate of nature; franz. état naturel) versteht man einen Zustand des menschlichen Daseins vor der Errichtung bzw. außerhalb des Staates ( societas civilis/»bürgerliche Gesellschaft« im status civilis/»bürgerlichen Stand«). Die Konzeption eines solchen N. war wesentlicher Bestandteil der frühnzl. Naturrechtslehre (Rechtsphilosophie und Naturrecht). Nach dem darin entwickelten Modell wurde der N. durch den Staatsvertrag (oder mehrere Staatsverträge) beendet, durch den der Staat begründet…

Nautik

(12 words)

s. Hochseeschifffahrt | Navigation

Navigation

(1,626 words)

Author(s): Ellmers, Detlev | Epple, Moritz
1. Schifffahrtspraxis Die europ. N. hatte in der Nz. weltweit regelmäßige Segelfahrten von einem Hafen zum anderen möglichst zuverlässig und sicher zu gewährleisten ( Hochseeschifffahrt) [7]. Sie war Aufgabe des Kapitäns und des Steuermanns als seines Stellvertreters. Beide führten je eine Wache und meldeten dem anderen bei Wachwechsel den jeweiligen Verlauf. Auf dem achteren Aufbau hatten sie die nötige Rundsicht zur Kontrolle von Segelführung und Schiffszustand, Bahnführung, Schiffsstandort und Wetter. Von dort riefen…

Nazarener

(891 words)

Author(s): Kanz, Roland
1. Begriff Die als N. bezeichneten Künstler erhielten im frühen 19. Jh. ihren Namen in Rom in Bezug auf ihren äußeren Habitus alla nazarena, der insbes. wegen des langen, in der Mitte gescheitelten Haars mit dem Aussehen von Jesus von Nazareth assoziiert wurde. Johann Friedrich Overbeck – hierin Vorbild im Kreis der N. – trug diese Haartracht spätestens ab dem Winter 1812/13. Die Bezeichnung war kein Spottname, sondern beruhte auf einer seit dem 17. Jh. nachweisbaren Redewendung für eine äußere Ähnlichkeit mit Darstellungen Christi. B…

Ne bis in idem

(19 words)

s. Strafprozess

Necessitas

(708 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. Grundlagen Der lat. Begriff N. (»Not«, »Notwendigkeit«) wurde in der Frühen Nz. unterschiedlich verwendet [1]. Alltagsweltlich bezog er sich in breitem Spektrum auf die Grundbedürfnisse: von konkreten Erfordernissen – z. B. n. bibendi (»Notwendigkeit des Trinkens«) und n. ad victum (»das zum Lebensunterhalt Nötige«, vgl. dt. »Notdurft«; Nahrung) – über Abstrahierungen – z. B. n. familiaritasque (»Band der Freundschaft und Verwandtschaft«; Amicitia) oder n. ultima (»Tod«) – bis zu erweiterten Vorstellungen, z. B. necessitates als »Abgaben«, im Singular für »Natur…

Neid

(749 words)

Author(s): Mader, Eric-Oliver
Ursprünglich mit der Bedeutung »Anstrengung«, »Eifer«, »Wetteifer« belegt, bezeichnet der aus dem Altgerman. stammende Begriff N. das ethisch verwerfliche Gefühl der Missgunst über das Glück des anderen. Seit der Antike Gegenstand der Reflexion, gilt N. als ein Affekt, der in allen menschlichen Gesellschaften vorkommt, von der Begierde auf das Gut oder den Vorteil eines anderen ausgelöst wird und sich dabei gegen konkrete Personen oder Gruppen richtet [8]. Während die aktuelle N.-Forschung dem N. durchaus auch positive Effekte zugesteht, dominierten in der Früh…

Nelke

(10 words)

s. Gewürze

Neokonfuzianismus

(1,367 words)

Author(s): Mittag, Achim
1. Begriff und Grundlagen Unter N. wird im engeren Sinne der Konfuzianismus der Song- bis Ming-Zeit (10.–17. Jh.), im weiteren Sinne dagegen jene in der Übergangszeit von der späten Tang- zur Song-Dynastie (9./10. Jh.) anhebende, sich in der Song-Dynastie (960–1279) ausbildende und bis zum Ende der Ming-Dynastie (Mitte 17. Jh.) intellektuell dominante chines. Denktradition verstanden, die über ganz Ostasien bis nach Korea, Japan und Vietnam ausstrahlte und nachhaltig die Sinnstrukturen und Wertevorstellungen des spätkaiserlichen China prägte und z. T. b…

Neologie

(11 words)

s. Theologische Richtungen

Neoorthodoxie

(897 words)

Author(s): Haußig, Hans-Michael
1. Allgemeines Unter N. versteht man eine im 19. Jh. in Deutschland auftretende jüd. Strömung, welche sich bemühte, die Grundlagen des orth. Judentums mit der Moderne in Einklang zu bringen. N. war zunächst keine Selbstbezeichnung; als solche diente vielmehr der hebr. Slogan tora im derech erez (Mischna, Avot 2,2), d. h. »Praktizierung der Tora (in Übereinstimmung) mit weltlicher Beschäftigung«. Andere Selbstbezeichnungen der N. waren »Gesetzestreu« oder auch einfach »Orthodox«. Die N. unterschied sich sowohl von der traditionellen jüd. Orthodoxie als auch vom …

Neorenaissance

(10 words)

s. Historismus

Nepotismus

(1,480 words)

Author(s): Emich, Birgit
1. Definition und Überblick N. (von lat. nepos, »Nachfahre«, »Neffe«) ist die Bezeichnung für die Bevorzugung der eigenen Verwandtschaft bei der Vergabe von Stellen und Vorteilen. Heute im Sinn von Vetternwirtschaft meist sehr allgemein gebraucht, bezog sich der im frühen 17. Jh. in Rom geprägte Begriff auf ein eng umrissenes histor. Phänomen: auf die Praxis der Päpste, bei der Vergabe von Stellen und Vorteilen ihre eigenen Verwandten (aufgrund des Zölibats in der Regel Neffen statt Söhne) zu bevorzugen. Diese Praxis ist so alt wie das Papsttum se…

Netzwerk

(791 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Das Konzept des N., wie es von der Soziologie des ausgehenden 20. Jh.s entwickelt wurde [8], kann auch auf frühere Epochen angewendet werden und als Gradmesser der Strukturentwicklung bei der Organisation des Alltags dienen [7]. Unterschieden werden muss zwischen (1) N., die sich auf Personen oder Institutionen stützen, und (2) materiellen Formen der Infrastruktur, welche die Kommunikation insgesamt auf eine neue Grundlage stellten und Medienrevolutionen bewirkten [2]. Dabei kann nochmals zwischen organisatorischen und strukturell-materiellen Ebenen unterschi…
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