Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Namenstag

(765 words)

Author(s): Koller, Edith
1. Grundlagen N. und Geburtstag sind kalendarisch verortete, »kollektiv geteilte, aber individuell begangene Jahrestage« [7. 79]. Sie entwickelten sich im Laufe der Nz. zu populären Fest-Tagen, wobei der N. eine dezidiert kath., der Geburtstag eine protest. Prägung erfuhr. Der Feier des N. liegt ein zyklisches Zeit-Konzept zugrunde. Ausgangspunkt der Feier ist nicht der Einzelne, sondern das jährlich wiederkehrende Gedenken an den namensgebenden Heiligen. Im Gegensatz dazu markiert die Feier des Geburtstages den aktuellen Zeitpunkt eines individuellen Le…

Napoleonische Gesetzbücher

(912 words)

Author(s): Brauneder, Wilhelm
Als N. G. fasst man fünf Kodifikationen (daher: les cinq codes) zusammen, welche nicht nur unter der Herrschaft Napoleons I., sondern z. T. auch unter dessen Einfluss zwischen 1804 und 1810 zügig erlassen wurden. Sie umfassten das Justizrecht, d. h. jenes Recht, welches von den Gerichten angewendet wird: Der Code Civil regelte 1804 das Bürgerliche Recht ( Zivilrecht), der Code de Commerce 1807 als dessen Sondermaterie das Handelsrecht, der Code de la Procédure Civil 1806 das dazugehörige Verfahrensrecht (Zivilprozessrecht); schließlich enthielt der Code Pénal das Strafrecht…

Napoleonische Kriege

(3,724 words)

Author(s): Carl, Horst
1. Begriff Der Begriff N. K. bezeichnet die kriegerischen Auseinandersetzungen in Europa zwischen 1798/99 bzw. 1803 und 1815. Das Attribut »napoleonisch« unterstreicht die zentrale Rolle Napoleon Bonapartes, der diesem Zeitraum in Europa polit. und militärisch seinen Stempel aufdrückte. Als Herrscher Frankreichs zeichnete er für eine weitgreifende Hegemonialpolitik (Hegemonie) in Europa verantwortlich, deren Erfolge ebenso wie das letztliche Scheitern wesentlich militärisch begründet waren. Die v. a. im angelsächs. und franz. Bereich gängige Bezeichnung N. K. [8]; […

Narrenliteratur

(2,948 words)

Author(s): Velten, Hans Rudolf
1. Begriff und Bestimmung Der Begriff N. ist bereits im Dt. Wörterbuch Jacob und Wilhelm Grimms belegt und etablierte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jh.s als Sammelbezeichnung für satirisch-didaktische und unterhaltende Texte, in welchen Figurationen des Narren und der Narrheit im Mittelpunkt stehen. Gegenüber der Narrensatire umfasst er auch theatrale wie schwankhafte Werke (Schwank). Die N. gilt als spezifisch frühnzl., aus der urbanen Kultur der spätma. Städte entstandene Literatur, die zwischen 149…

Nationaldenkmal

(759 words)

Author(s): Freytag, Nils
N. sind im weitesten Sinne größere plastische Darstellungen oder bauliche Objekte und versinnbildlichen eine sich als Nation begreifende Gemeinschaft oder sollen diese »gedachte Ordnung« überhaupt erst stiften. Sie können Ausdruck eines gesellschaftlichen Selbstverständnisses sein und der öffentlichen Vermittlung von politischen, kulturellen und sozialen Werten oder Vorstellungen dienen, indem sie an histor. Persönlichkeiten, Gruppen und Ereignisse erinnern oder eine Idee repräsentieren. Diese Erinnerungsorte mit sakral…

Nationalgeschichte

(1,074 words)

Author(s): Hirschi, Caspar
1. Begriff und Merkmale Der Begriff N. bezeichnet zum einen das Konstrukt eines vergangenen Ereigniszusammenhangs, der mit dem Schicksal einer Nation identifiziert wird, und zum anderen das Darstellungsverfahren der Historiographie, das diesen Zusammenhang beschreibt und damit auch teilweise herstellt. Um diese beiden Bedeutungen auseinanderzuhalten, bietet es sich an, für das Vergangenheitskonstrukt selbst den Begriff Nationalmythos zu verwenden, wobei Mythos nicht etwas Fiktives oder Falsches meint, sondern eine Erzählung, die durch sinnstiften…

Nationalgüter

(817 words)

Author(s): Mahlerwein, Gunter
1. Frankreich Mit dem Beschluss der franz. Nationalversammlung, das Kirchengut der Verfügungsgewalt der Nation zu unterstellen, begann am 2. 11. 1789 der Prozess der Enteignung der kath. Kirche (Säkularisierung; Säkularisation). In den folgenden Jahren wurden zunächst Kirchen- und Krongüter ( biens nationaux de première origine; »N. ersten Ursprungs«), ab 1792 der Besitz der vor der Französischen Revolution geflüchteten (v. a. adligen) Familien ( biens nationaux de seconde origine; »N. zweiten Ursprungs«) eingezogen und danach versteigert oder verkauft. Während Napol…

Nationalhymne

(14 words)

s. Anthem | Hymne | Marseillaise

Nationalismus

(14 words)

s. Nation, Nationalismus | Politische Religionen

Nationalität

(10 words)

s. Staatsangehörigkeit

Nationalkirche

(2,565 words)

Author(s): Klieber, Rupert
1. Begriff Der Begriff teilt die Unschärfen seiner Wortbestandteile Nation und Kirche. Er ist deshalb weder juristisch noch theologisch eindeutig definierbar und wird in der Forschung vielfach deskriptiv verwendet (»nationalkirchl. Bestrebungen«). In strikter Anwendung beschreibt er eine autonom konstituierte Kirche, die eine (staatlich oder ethnisch definierte) Nation umfasst bzw. von dieser in hohem Maß als »ihre« Kirche anerkannt wird. Im weiteren Sinn bezeichnet der Begriff auch organisatorisch weitg…

Nationalliteratur

(15 words)

s. Literaturgeschichtsschreibung | Sprachen, Literatur | Weltliteratur

Nationalmythen

(5,361 words)

Author(s): Hirschi, Caspar | König, Hans-Joachim | Rinke, Stefan
1. Begriff und Gegenstand Als N. können alle Erzählungen über ein vergangenes Geschehen von faktischem oder fiktivem Gehalt verstanden werden, die zur Konstruktion und Kohäsion einer Nation beitragen. Jeder Herrschaftsverband produziert »fundierende Geschichten« [13. 52], die ihm einen heroischen Ursprung und eine von harten, aber bestandenen Prüfungen geprägte Vergangenheit bescheinigen sowie eine große Zukunft prophezeien. Dadurch erhalten Machtstrukturen den Schein einer höheren Notwendigkeit, und Herrscher wie Beherrschte we…

Nationalsprachen

(1,502 words)

Author(s): Haarmann, Harald
1. Allgemein Für die Bürger Europas ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die Sprachen ihrer Heimatländer als gleichrangige Kommunikationsmedien auf allen politischen Ebenen der Europ. Union fungieren. Die Aufwertung und Ausbildung der Sprachen der europ. Nationen zu effektiven Kommunikationsinstrumenten in allen Lebensbereichen war jedoch ein langwieriger und problemreicher Prozess. Bis heute sind Vorstellungen weit verbreitet, wonach die Geschichte der N. im Europa des 18. Jh.s im Zuge der Aufklärung…

Nationalstaat

(2,883 words)

Author(s): Stauber, Reinhard
1. Nation und Staat Als Schlüsselkonzept der politischen Moderne zielt »Nation« (= Nt.) auf die Herstellung einer dauerhaften Werte- und Solidargemeinschaft vieler Menschen mithilfe einer integrativen Ideologie ( Nation, Nationalismus). Die moderne Nationalismus-Forschung hat herausgearbeitet, dass Nationen entgegen dem erweckten Anschein, seit jeher zu existieren und einen quasi natürlichen Baustein der politischen Ordnung darzustellen, nur durch den realen Bezug auf ein bestimmtes Gebiet und auf zumindest Ansätze einer…

Nationalstile (Musik)

(714 words)

Author(s): Siegert, Christine
Beim Versuch, musikal. Phänomene nach stilistischen Eigenarten zu differenzieren, bildet der N. nur eine mögliche Kategorie neben Epochen-, Gattungs- oder Personalstil; in jüngerer Zeit wurde der musikal. Stil auch als a replication of patterning […] in human behavior definiert [4. 3]. Als histor. Konstrukt ist der N. selbst Gegenstand der Forschung, was auf die »grundsätzliche[n] Methodenprobleme« verweist, die die Anwendung dieser Kategorie mit sich bringt [3. 35]. Die Idee, stilistische Unterschiede auf nationale Eigenarten zurückzuführen, wurde – nach erste…

Nationalsymbol

(722 words)

Author(s): Freytag, Nils
Ein N. kann jedes Objekt, Zeichen bzw. Sinnbild sein, das über sich hinaus weist und stellvertretend für eine Kultur- oder Staats-Nation steht. Es ist ein Basiselement nationaler Identifikation und Kommunikation sowie nationalen Handelns. N. haben wandel- und austauschbare Bedeutungen, die mit ihrer politischen, sozialen und kulturellen Verwendung abgerufen oder überhaupt erst konstruiert werden können. In aller Regel sind sie eng mit der realen oder erfundenen Tradition der »gedachten Ordnung« Nation verknüpft…

Nationaltheater

(876 words)

Author(s): Ulrich, Claudia
1. Allgemein Nach heutigem Verständnis ist ein N. eine bes. renommierte, oft subventionierte Theater-Institution eines Staates oder Landes, meist in dessen Hauptstadt. Im 18./19. Jh. bezeichnete N. eine Musterbühne für Aufführungen in der Nationalsprache. Als erste Institution mit entsprechendem kulturpolitischen Auftrag gilt die Comédie Française (auch Théâtre Français), 1680 von König Ludwig XIV. gegründet, um die beiden wichtigsten Pariser Schauspieltruppen zu vereinen und die Werke Molières, Corneilles und Racines zu pflegen. Im dt. Sprachraum gingen Hamb…

Nationalversammlung

(1,244 words)

Author(s): Best, Heinrich
1. Begriff Der Begriff N. bezeichnet eine Volksvertretung, die als gesetzgebendes Organ ( Parlament) zu Verhandlungen und Entscheidungen über grundsätzliche den Staat betreffende Angelegenheiten zusammentritt. Bei der konstituierenden N. liegt diese Aufgabe i. Allg. in der Schaffung der institutionellen Grundlagen für die politische Organisation einer Nation, speziell im Erlass einer Verfassung. Wenn N. in Situationen der Diskontinuität staatlicher Ordnung zusammentreten, ist ihre Legitimität oft umstritten. Eine N. gewinnt ihre Autorität du…

Nation, Nationalismus

(8,730 words)

Author(s): Stauber, Reinhard
1. Begriffsgeschichte Bis in unsere Gegenwart stellt die Nation (= N.) ein zentrales politisches Konzept von scheinbar ungebrochener Anziehungskraft dar. Die N. nimmt für sich den Rang eines quasi-religiösen, höchsten Werts in Anspruch; in ihrem Namen werden Staatsdiener vereidigt, Urteile gefällt, Kriege geführt und Menschenmassen mobilisiert. Trotz der wachsenden Bedeutung supranationaler Institutionen, des Zusammenbruchs staatlicher Strukturen in manchen Teilen der Welt, des Wiederauflebens der…
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