Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Peuplierung

(858 words)

Author(s): Asche, Matthias
1. Begriff und Abgrenzung P. (abgeleitet von franz. peuplement; »Besiedlung«) – in der Habsburgermonarchie auch Impopulation – beschreibt allgemein das Phänomen der Bevölkerungs-Vermehrung, wird jedoch v. a. für spezifische bevölkerungspolit. Theorien und Maßnahmen des nzl. Staates verwendet. P. – eines der wichtigsten Leitmotive in den Diskursen des Merkantilismus bzw. Kameralismus – stand am Beginn einer systematisch betriebenen staatlichen Wirtschaftspolitik und löste umfangreiche Migrationsbewegungen in weiten Teilen Europas und im Kaukasus aus.…

Pfandhaus

(10 words)

s. Pfandleihe

Pfandleihe

(774 words)

Author(s): North, Michael
Die wichtigste Form des Klein- Kredits für alle sozialen Gruppen war die P., die Engpässe an Bargeld und Nahrungsmitteln während des Jahreszyklus der agrarischen Produktion zu überbrücken half. Die Armen benötigten Kredit für das nackte Überleben und versetzten etwa eine Decke; die Wohlhabenden gaben für den Luxus-Konsum Juwelen als Pfand. Kredit gegen Pfand erhielt man in der Frühen Nz. v. a. von Juden, denen als »Ungläubigen« die Mitgliedschaft in den Handwerks-Zünften ebenso untersagt war wie der Besitz von Immobilien, sodass sie ihr Kapi…

Pfandrecht

(1,393 words)

Author(s): Löhnig, Martin
1. Begriff Ein P. dient der Sicherung von Forderungen, v. a. von Krediten. Es bewirkt, dass das Pfand für die gesicherte Forderung haftet. Der Forderungsgläubiger darf den Gegenstand, an dem das P. besteht, verwerten und sich aus dem Erlös befriedigen, wenn der Schuldner die Forderung nicht erfüllt. Ein P. kann durch vertragliche Bestellung (Verpfändung; s. u. 3.) oder als Akt der Vollstreckung durch einen Gläubiger (Pfändung; s. u. 4.) entstehen. Seit dem SpätMA entwickelten sich kirchl. oder hoheitlich, später auch privat betriebene institutionalisierte Pfandleihen zur …

Pfarramt

(2,095 words)

Author(s): Walter, Peter | Weyel, Birgit | Oswalt, Julia | Schneider, Johann
1. Begriff und geschichtliche Entwicklung bis zum 15. Jh. P. bezeichnet zum einen das Amt des Pfarrers, zum anderen das Pfarrhaus als Verwaltungszentrum einer Pfarrei, die entweder die Gläubigen eines bestimmten Bezirks (Territorialgemeinde) oder einer bestimmten Gruppe (Personalgemeinde) umfasst (zur Etymologie der dt. Worte Pfarrei und Pfarrer vgl. [4. 153]). Die christl. Gemeinden der Antike, deren Territorium mit dem einer Stadt identisch war, wurden von einem Bischof unter Mithilfe weiterer Kleriker geleitet. Als das Christentum sich auch…

Pfarrer

(14 words)

s. Amt | Geistliche | Pfarramt

Pfarrer- und Priesterausbildung

(1,634 words)

Author(s): Töpfer, Thomas
1. Allgemeine Entwicklung Von allgemeingültigen Modellen einer protest. oder kath. Pf. u. Pr. im Sinne einheitlicher Ausbildungsgänge kann zu Beginn der Nz. nicht gesprochen werden. Der spätma. Pfarrgeistliche (Pfarramt) hatte in der Regel kein Studium absolviert. Die Fähigkeit zum eigenständigen Bibelstudium war ebenso wie lat. Sprachfertigkeit (Latein) gering ausgeprägt. Als generelle Tendenz ist auf die im Verlauf der europ. Nz. zunehmende Akademisierung des geistlichen Personals hinzuweisen ( Geistliche). Die Ausübung des Amts setzte nach der Reformatio…

Pfeffer

(10 words)

s. Gewürze

Pferde

(1,640 words)

Author(s): Poppinga, Onno
1. Zucht und Handel Ethologisch werden P. als in Familienverbänden lebende Fluchttiere verstanden. Den natürlichen Lebensformen kamen Wildpferdegestüte am nächsten, die Landes- und Grundherren teilweise bereits im MA auf anderweitig wenig nutzbaren Flächen (Feucht- oder Trockengebieten) bzw. in lichten Wäldern einrichten ließen. Einige entwickelten sich in der Nz. zu Halbwildgestüten, wo die Zufuhr der Deckhengste gezielt vorgenommen und bei Futter-Mangel zugefüttert wurde. Bis heute haben solche Gestüte im Merfelder Bruch bei Dülmen (Westfalen), in der franz. Camargu…

Pferdeeisenbahn

(10 words)

s. Eisenbahn

Pferdehandel

(10 words)

s. Tierhandel

Pferderennen [Hinzugefügt 2018]

(1,605 words)

Author(s): Jaser, Christian | Herausgeber: Wolfgang Behringer
1. Verbreitung und kulturelle Wertschätzung P. im Sinne von equinen Geschwindigkeitskonkurrenzen waren im Laufe des von Reinhart Koselleck ausgerufenen »Pferdezeitalters« (4000 v.Chr. bis Mitte des 20. Jh.s) als pragmatisch-informelle Alltagspraxis wohl in jeder equin geprägten Kultur anzutreffen, sei es zum Zweck der Qualitätskontrolle, Leistungsschau ( Wettkampf) oder puren Unterhaltung [15]. In Europa fanden spontane und wenig institutionalisierte P. regelmäßig im Umfeld von Pferde-Märkten, Wirtshäusern und Vergnügungsstätten (Vergnügen) statt, …
Date: 2018-11-21

Pflanze

(1,936 words)

Author(s): Müller-Wille, Staffan | Ingensiep, Hans Werner
1. Pflanze und Mensch Auch wenn Nutzpflanzen wie Getreide, Obst oder Gemüse in Landwirtschaft und Gartenbau unmittelbar zu den Lebensgrundlagen menschlicher Gesellschaften beitragen, ist ihre symbolische und kulturelle Bedeutung weniger prominent als die der Tiere. Zwar wurde seit der Antike mit der Lehre von der P. als dem »umgekehrten Tier« (mit der Wurzel als »Haupt« und den Blättern als nach außen gekehrten Atmungsorganen) die grundlegende Analogie aller Lebewesen (einschließlich des Menschen) p…

Pflanzenbau

(12 words)

s. Nutzpflanzen | Pflanzenzucht

Pflanzendiffusion

(13 words)

s. Columbian Exchange | Nutzpflanzen

Pflanzenhandel

(12 words)

s. Garten | Nutzpflanzen

Pflanzenzucht

(1,083 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition und frühneuzeitlicher Kenntnisstand Unter P. ist eine gezielte, die erwünschten Eigenschaften verbessernde Vermehrung und Aufzucht einer Pflanze zu verstehen. Höherer Ertrag, häufig über deren Anpassung an wechselnde Umweltbedingungen (Boden; Klima) erreicht, höherer Nährwert und besserer Geschmack standen auch in der Nz. bei der Veränderung der Eigenschaften insbes. von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen im Vordergrund. Ziel war und ist in jedem Fall eine leichtere – z. B. dank besserer Lagermöglichkeit oder Haltbarkeit – und bes…

Pflichtteil

(12 words)

s. Erbrecht | Testament

Pflug

(743 words)

Author(s): Becker, Siegfried
Die Bezeichnung P. wird speziell für das von Mensch, Zugtier oder Maschine gezogene, lenkbare Ackergerät benutzt, das den Boden wendet, eine Furche bildet und zur Bearbeitung von Anbauflächen ein- oder mehrjähriger Kulturen dient (vgl. Bodenbearbeitung; Landtechnik). Eine breitere Definition schließt auch den Haken ein [9]. Spätestens seit dem HochMA wurde in Europa v. a. auf schweren Böden der einseitig wendende Beet-P. gegenüber dem Haken bevorzugt [5], auf den Rodungsflächen der Mittelgebirge mit Ackerterrassen begünstigt durch die Feldsysteme der (Lang-)…
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