Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Papier

(2,795 words)

Author(s): Pichol, Karl
1. Ursprung Die Erfindung des P. wird traditionell dem chines. Hofbeamten Cai Lun im Jahr 105 n. Chr. zugeschrieben. Trotz berechtigter Zweifel an dieser Darstellung wird der chines. Ursprung des P. nicht in Frage gestellt. Mit der Vereinigung der chines. Reiche hatte die Qin-Dynastie (221–207 v. Chr.) eine weite bürokratische Herrschaft und verstärkten Handel begründet; neue Anforderungen traten an die alten Beschreibstoffe Holz- bzw. Bambusstreifen und Seide heran. Funde papierähnlicher Stoffe, die auf die Zeit zwischen 180 v. Chr. …

Papiergeld

(732 words)

Author(s): North, Michael
Neben der Banknote, die ein Zahlungsversprechen der emittierenden Notenbank bedeutet, gab es in der Nz. eine weitere Form des P., das sog. Staats-P. Dieses wurde entweder vom Staat ausgegeben und als gesetzliches Zahlungsmittel mit einem Zwangskurs versehen, oder der Staat verpflichtete sich, das Geld bei bestimmten Zahlungen (z. B. Steuern) an die Staatskasse zum Nennwert anzunehmen. Da die Staaten diese Möglichkeit der Finanzierung (z. B. zur Kriegsfinanzierung) häufig nutzten, bestand die Gefahr einer P.- Inflation. Diese konnte nur durch Abwertung bzw. Außerku…

Papsttum

(6,168 words)

Author(s): Wassilowsky, Günther | Emich, Birgit
1. Historische Entwicklung 1.1. Antike und mittelalterliche Grundlagen 1.1.1. Anspruch und Eigenart Unter Berufung auf das Jesuswort »Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen« (Mt 16,18) versteht sich das P. als eine von Jesus Christus eingesetzte Institution, in der die prinzipielle Vorrangstellung, die Petrus innerhalb des Apostelkollegiums zugesprochen bekam, in Gestalt des mit exklusiven Vollmachten ausgestatteten, hierarchischen Oberhauptes der Römisch-katholischen Kirche weiter tradiert wird. Histor. betrachtet durchliefen d…

Parabel

(1,173 words)

Author(s): Heydebrand, Renate von
1. Begriff und Formtypen Unter P. (von griech. parabolḗ, »Vergleich«, »Gleichnis«; lat. parabola/ e) versteht man heute i. Allg. eine kurze Erzählung, die bildlich verschlüsselte Lebenseinsichten vermittelt. In der Bibelwissenschaft wie in der Literaturwissenschaft bzw. Rhetorik wird als P. aber noch ein zweiter Formtypus bezeichnet: ein anschaulich-vergleichendes, rhetorisch-stilistisches Textelement. Diese P. besteht aus Bild und Deutung; Letztere kann ausformuliert oder verschwiegen sein (zwei- oder eingliedrige P.). Mit dieser Struktur gleicht sie der Art von A…

Paracelsismus

(2,803 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Bergengruen, Maximilian
1. Begriff und Lehre 1.1. Allgemein P. bezeichnet zum einen die naturkundliche, hermetisch-chemische, mediz., philosophische und theologische Lehre des Arztes und Naturforschers Theophrast von Hohenheim (genannt Paracelsus, 1493–1541) [2], zum anderen deren Rezeption durch eine fachlich heterogene Autorengruppe vom Ende des 16. bis ins frühe 18. Jh. (s. u. 2. und 3.) – überwiegend alchemisch orientierte Ärzte und Anhänger des häretischen Protestantismus, die Paracelsus mythisierend als »neuen Hippokrates« oder als Elias artista überhöhten. Ihre Lehre wurde von de…

Paradies

(12 words)

s. Himmel | Jenseits

Paragone

(1,859 words)

Author(s): Lehmann, Doris
1. Begriff und Gegenstand P. (ital.; »Vergleich«, »Gegenüberstellung«; von griech. agṓn, »Wettstreit«) ist die kunsthistor. Bezeichnung für den humanistisch geprägten Wett- und Rangstreit der bildenden Künste. Der Begriff P. bezeichnet einerseits deren Konkurrenz mit der Dichtung und der Musik, andererseits den Unterschiede, Möglichkeiten und Grenzen thematisierenden Rangstreit unter den Gattungen der bildenden Künste selbst. Der P. wurde wesentlich in der Renaissance in Italien und darüber hinaus bis ins 19. Jh. auf lit.-theoretischer und künstlerisch-p…

Parfum

(1,045 words)

Author(s): Chapuis-Després, Stéphanie
1. Vorgeschichte Die Etymologie von lat. per fumum (»durch Rauch«) verweist auf den Ursprung des P., den Weihrauch. Im modernen Sprachgebrauch versteht man unter P. eine Mischung aus Äthylalkohol und ätherischen Ölen, die den Duft erzeugen [11]. Bis ins 20. Jh. bildeten pflanzliche und tierische Materialien den Rohstoff für deren Herstellung. Die Archäologie, die P.-Flaschen und P.-Mischungen erforscht, spielt für die früheren Epochen eine wichtige Rolle. Histor. Quellen zur Analyse der P.-Geschichte sind Rezeptbücher [1]; [2]; [3] wie auch P.-Flaschen, Selbstzeugnisse…

Parität

(1,072 words)

Author(s): Brauneder, Wilhelm
1. Allgemein P. bezeichnet grundsätzlich die rechtliche Gleichbehandlung von Interessengruppen, im histor. Kontext jene von verschiedenen relig. Bekenntnissen in Staat, Land und Gemeinde. Nach ma. Ansätzen – etwa dem Nebeneinander von Christen, Moslems und Juden in den Kreuzfahrerstaaten (um 1100–um 1300) – wurde P. in besonderem Maße durch die Glaubens Reformationen zu Beginn des 16. Jh.s aktualisiert: Nun ging es um das Nebeneinander christl. Glaubensrichtungen ( Konfessionalisierung). Gesamteurop. betrachtet obsiegte allerdings die Dominanz je eines Bekenntnisses…

Park

(1,013 words)

Author(s): Klemun, Marianne
1. Definition Der Ausdruck P. ist vom mittellat. parricus (»umzäunter Ort«) abgeleitet. Er verweist in seiner ursprünglichen Bedeutung auf ein für Wildtiere angelegtes Gehege. Zedlers Lexikon erweitert ihn um zeitgenössische Komponenten wie Alleen und freie Plätze. Die Allgemeine dt. Real-Encyclopädie für die gebildeten Stände definiert ihn als ein »eine große, mit Mauern oder Palissaden umschloßne Erdfläche, um etwas innerhalb dieses Raumes aufzubewahren, z. B. im Feldlager die nöthigen militärischen Gerätschaften … An fürstlichen Schlö…

Parlament

(3,624 words)

Author(s): Kampmann, Christoph
1. Begriffliche Grundlegung Vor Beginn der Nz. wurde der Begriff P. (mlat. parlamentum, von franz. parler bzw. ital. parlare, »reden«) häufig verwendet, war aber inhaltlich schwer fassbar: Mit P. konnte im MA eine Vielzahl verschiedenartiger Versammlungen zur Erörterung polit. und rechtlicher Angelegenheiten gemeint sein, wobei erhebliche regionale Unterschiede bestanden. Im engeren Sinne wurde P. zur Bezeichnung regelmäßigen Gesprächsaustauschs des Herrschers mit Großen seines Reiches oder mit Vertretern polit. oder relig. Kör…

Parochie

(12 words)

s. Gemeinde | Pfarramt

Parodie

(2,871 words)

Author(s): Seidel, Robert | Schmidt, Dörte | Kanz, Roland
1. Literatur 1.1. Definition Seit dem ersten Auftreten des Begriffs in der Antike (griech. parōdίa, »Neben-/Gegengesang«; engl. parody; franz. parodie) ist die Bedeutung von P. in den europ. Literaturen uneinheitlich, und zwar sowohl im Hinblick auf das jeweilige Verhältnis zur Vorlage (affirmativ, spielerisch, kritisch) wie auch im Vergleich mit verwandten Schreibstrategien (Kontrafaktur, Travestie; burlesque, mock-epic; pastiche usw.). Nachdem bis in die Frühe Nz. die Begriffsverwendung vorwiegend im Zusammenhang eines nicht-polemischen Konzeptes von imitatio und ae…

Partei

(3,067 words)

Author(s): Brandt, Hartwig | Mahlerwein, Gunter
1. Parlamentarische Institution 1.1. Vorgeschichte In der Geschichte der polit. Institutionen Europas war die P. ein Nachkömmling der Selbstorganisation im nzl. Flächenstaat. Indessen gab es eine Vorgeschichte, die eher eine Pathologie des Politischen darstellte. Alle polit. Ordnungen der europ. Geschichte – die griech. pólis nicht weniger als die röm. Republik und die ital. Stadtrepublik – sahen in der organisierten Vielfalt des Politischen auch dessen Krankheit. Die Begriffe stásis (griech.) und factio (lat.), die neben der Bedeutung »P.«/»Parteiung« die Konnota…

Parteigänger

(10 words)

s. Partisan

Partikularrecht

(933 words)

Author(s): Löhnig, Martin
1. Begriff und Verbreitung P. sind Rechts-Quellen, die nur in einem bestimmten sachlichen oder räumlichen Bereich galten ( ius patriae, d. h. heimisches Gewohnheitsrecht) und dort in Konkurrenz zum gemeinen Recht traten. Die Kennzeichnung einer Rechtsquelle als P. wurde deshalb erst in Abgrenzung zum rezipierten röm. Recht als ius commune bedeutsam. In der Frühen Nz. galt in Europa eine Fülle von P., etwa althergebrachte Gewohnheiten, Stadtrechte oder Landrechte. Trotz der Rezeption des römisch-kanonischen Rechts herrschte in der Nz. deshalb ein »kaum vorste…

Partisan

(774 words)

Author(s): Rink, Martin
1. Herkunft des Begriffs P. ( »Parteigänger«) wurde im 18. Jh. der Anführer eines im kleinen Maßstab agierenden Truppenkörpers, einer »Partei« (franz. parti), genannt. Diese Bezeichnung bezog sich auf militärische Führer sowohl von regulären Truppen als auch von irregulären Freitruppen. Das Auftreten von P. war v. a. mit dem kleinen Krieg verbunden. Zu diesem zählte ein weites Tätigkeitsspektrum außerhalb der geschlossenen Gefechtsaufstellung der stehenden Heere, u. a. der vom Gros der Heere abgesetzte Einsatz von Truppen bei Handstreichen…

Partitur

(840 words)

Author(s): Tischer, Matthias
1. Begriff Der Begriff P. (von lat. partire, »(ein)teilen«, »gliedern«) verbreitete sich im musikal. Zusammenhang ausgehend von Italien seit dem 16. Jh. in Europa. Die P. ist eine Sonderform der Verschriftlichung von Musik, die der Visualisierung des gleichzeitig Erklingenden dient. Gegenüber mündlich überlieferter Musik oder Improvisation werden so die Wiederholbarkeit, die Verbreitung und das Studium langer und komplizierter musikal. Zusammenhänge erleichtert. Mittels der Symbolschrift der Notation ( Notierung, musikalische) werden in der P. horizontal die…

Partizipation

(12 words)

s. Parlament | Wahlen
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