Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Partnerwahl

(2,368 words)

Author(s): Lanzinger, Margareth
1. Begriffe und Thesen Der Begriff der P. ist histor. zu problematisieren: Mit »Partner« verbindet sich heute ein Konzept von Beziehung, das von rechtlicher, sozialer und ökonomischer Gleichstellung der Geschlechter sowie von einer grundsätzlichen Gleichberechtigung ausgeht. Beides war in der Nz. nicht gegeben; auch der Terminus selbst war nicht in Gebrauch. Im Unterschied zu Begriffen wie Ehemann, Ehefrau, Gatte, Gattin (vgl. franz. conjoint, engl. consort) schwingen bei »Partner« Konnotationen zu anderen Beziehungsformen mit, während das Ziel der P. aus hi…

Pass

(10 words)

s. Reisepass

Passah, Pesach

(13 words)

s. Feiertage

Passion

(14 words)

s. Gefühl | Passionsoratorium | Passionsspiel

Passionsoratorium

(818 words)

Author(s): Loeser, Martin
1. Begriff Das P. ist als Teil der musikal. Gattung Oratorium durch den inhaltlichen Bezug auf das Passionsgeschehen des NT gekennzeichnet. Damit rückt das P. in die Nähe von Passionsspiel und musikal. Passion, deren älteren Traditionen es verpflichtet ist: Das P. teilt mit der sog. oratorischen Passion des 18. Jh.s (bei der der Evangeliumstext durch reflektierende bzw. kommentierende Einschübe ergänzt wurde) musikal. Strukturen (Rezitativ, Arie, Chor), unterscheidet sich von ihr aber hinsichtlich der Textgest…

Passionsspiel

(1,017 words)

Author(s): Fischer, Alexander Michael
1. Begriff und Verbreitung Als P. bezeichnet man die dramatische Gestaltung und Darstellung des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Das P. war neben dem Osterspiel die bedeutendste Gattung des aus der Liturgie entstandenen ma. geistlichen Spiels ( Drama). Obwohl sich das P. vereinzelt bereits seit dem 13. Jh. nachweisen lässt – z. B. im Benediktbeurer »Kurzen Spiel über die Passion« (lat. Ludus breviter de passione) –, fand es seine größte Verbreitung als volkssprachliches Spiel im 15. und 16. Jh. Zu dieser Zeit war es nahezu auf dem gesamten europ. Kontine…

Pastoraldichtung

(10 words)

s. Schäferdichtung

Patenschaft

(946 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. Begriff Unter P. (engl. godparentship; franz. parrainage; ital. padrinaggio; span. compadrazgo) wurde in der Nz. die Tauf- bzw. in der kath. Kirche auch die Firm-P. verstanden (Sakrament). Der Begriff Pate ist vom lat. pater abgeleitet, »weil der das kind aus der taufe hebende zu demselben in geistige verwandtschaft tritt, der geistliche vater ( pater spiritualis) desselben wird«. Sein außerkirchl. metaphorischer Gebrauch im Sinne einer allgemeinen, freiwilligen Übernahme von Fürsorgepflichten (z. B. im Rahmen von Entwicklungshilfe oder Tier-P.) …

Patentrecht

(819 words)

Author(s): Pahlow, Louis
Das P. regelt die Schutzfähigkeit und den rechtlichen Schutz von Erfindungen, also geistig-schöpferischen Leistungen, auf technischem Gebiet. Dies war in der Nz. keineswegs selbstverständlich, sondern z. T. wirtschaftspolit. umstritten. 1. Frühe Neuzeit Im SpätMA und v. a. in der Frühen Nz. wurden technische Erfindungsleistungen in Kontinentaleuropa durch Privilegien geschützt. Mit der Zunahme von technisch-naturwiss. Errungenschaften seit dem SpätMA verstärkte sich das Bedürfnis der Erfinder nach obrigkeitlichem oder staatlich sanktioniertem Schutz. Bei den sog. l…

Pathologie

(12 words)

s. Krankheit | Solidarpathologie

Patriarchat

(1,948 words)

Author(s): Ulbrich, Claudia
1. Begriff Unter P. (wörtlich »Vater-Herrschaft«) wird die Herrschaft der Männer über Frauen und Kinder innerhalb der Familie verstanden. Darüber hinaus ist P. ein theoretisches Konzept zur Erklärung gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Ihm liegt die Vorstellung zugrunde, dass Männer in allen wichtigen Institutionen Macht ausüben und dass Frauen der Zugang zu entsprechenden Positionen aufgrund ihrer Geschlechts-Zugehörigkeit verwehrt wird [15. 295 f.]. Als wesentliche Merkmale des P. im engeren Sinne gelten Patrilinearität, Patrilokalität und eine männerrecht…

Patriarchate, christliche

(2,778 words)

Author(s): Walter, Peter | Gahbauer, Ferdinand | Kraft, Ekkehard
1. Begriff P. bezeichnet im kirchl. Sprachgebrauch den Amtsbezirk eines Patriarchen. Patriarch (griech. patriárchēs – zusammengesetzt aus patḗr, »Vater« und árchein, »Anführer sein«, »herrschen« – bedeutete ursprgl. Sippenoberhaupt bzw. Stammvater) war seit der Spätantike Titel für leitende christl. Geistliche. Bereits auf dem ersten allgemeinen Konzil von Nicäa (325) war eine regionale Struktur der Kirche mit den Zentren Rom, Alexandria und Antiochia fassbar, denen 381 die neue Hauptstadt Konstantinopel und 451 Jerusalem zur Seite gestellt wurden. Diese fünf Bischofss…

Patrimonialgerichtsbarkeit

(724 words)

Author(s): Pahlow, Louis
Die P. war eine besondere Form privater Gerichtsbarkeit, die meist mit dem Besitz eines Gutes (lat. patrimonium), also mit Grund und Boden, verknüpft war. Sie konnte für Zivil- und Strafsachen zuständig sein. 1. Frühe Neuzeit Seit dem MA hatten die Landesherren die ihnen zustehende Gerichtsbarkeit vielfach an Städte, Klöster, Stifte oder Gutsherrschaften verliehen. In Kontinentaleuropa konnten daher in der untersten Instanz private Gerichtsbarkeiten bestehen, die als dingliche Berechtigung mit dem Grundbesitz verbunden waren. Die P. entwickelte sich in der Frühe…

Patriotenbewegung

(970 words)

Author(s): Velema, Wyger R.E. | Prankel, Dieter
1. Hintergründe und Forderungen Die niederl. P. – eine in den 1770er Jahren gegründete Protest-Bewegung mit ihrem Höhepunkt um die Mitte der 1780er Jahre – entstand vor dem Hintergrund zweier histor. Faktoren: zum einen der niederl. Aufklärung, zum anderen des Abstiegs der nach dem Niederländischen Aufstand begründeten Niederl. Republik im 18. Jh., der mit der Niederlage im vierten Engl.-Holländ. Krieg (1780–1784) seinen Tiefpunkt erreichte. Diese beiden Gegebenheiten sowie die Vorbildwirkung der N…

Patriotische Gesellschaft

(1,080 words)

Author(s): Hardtwig, Wolfgang
1. Begriff, Zielsetzungen und Verbreitung Seit der Mitte des 18. Jh.s ergriff das Ideal einer neuartigen empirisch-rationalen Daseinsbeherrschung die gebildeten Schichten ganz Europas. Dieser für die entstehende Moderne fundamentale Vorgang schlug sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel des Sozietätswesens nieder ( Verband; Verein). Die Akademie-Bewegung expandierte und verwandelte sich in eine breite Sozietätsbewegung. Die P. G. knüpften unmittelbar an die Ziele und Organisationsformen der Akademien an. Die Konjunktur des Wortes Patriotismus begann im 18…

Patriotismus

(2,500 words)

Author(s): Herrmann, Hans Peter
1. Begriff und Forschungsgeschichte P. bezeichnet eine Rede oder Weltanschauung, die die Sorge für das Wohl des Vaterlandes zur vordringlichen Aufgabe jedes Bürgers erklärt. Der Begriff (s. u. 2.1.) spielte, neben der älteren »Liebe zum Vaterland« (lat. amor patriae), eine wichtige Rolle in der polit. Publizistik nach 1750, im Umfeld der Französischen Revolution und bei den öffentlichen Auseinandersetzungen um die Bildung der modernen Nationalstaaten in Europa und den USA (Nordamerikanische Revolution). Ihm erwuchs im 18. Jh. mit d…

Patriziat

(897 words)

Author(s): Schultz, Helga
1. Begriff Als Patrizier wurden seit dem 16. Jh. zunehmend die Mitglieder jener Familien bezeichnet, die zuvor als die weisesten, ehrsamsten und reichsten Geschlechter beschrieben worden waren: das Meliorat der Städte. Der Humanismus und die Rezeption des römisch-kanonischen Rechts führten auch im Alten Reich zur Übernahme dieses Titels der alten Adelsgeschlechter des antiken Rom, die dort als Gründungsväter (lat. patres) gegolten hatten [1. 1–3]. In den oberital. Stadtstaaten war der Begriff schon seit der Renaissance gebräuchlich [3. 1–7]. Kennzeichen des frühnzl. P. s…

Patronage

(12 words)

s. Klientel | Mäzen

Patronat

(1,005 words)

Author(s): Birr, Christiane
1. Allgemein P. oder P.-Recht bezeichnet im Kirchenrecht eine Summe von Rechten und Pflichten, die einer natürlichen oder juristischen Person an einer Kirche bzw. einer kirchl. Pfründe zukamen. P. waren seit dem MA in ganz Europa verbreitet. Entwickelt wurde das P. im Kirchenrecht des 12. und 13. Jh.s, um das im ma. Eigenkirchenwesen (Kirchen auf privatem Grund und Boden mit Investitur durch den Grundherrn) verbreitete Verfügungsrecht von Laien über kirchl. Besitz und kirchl. Ämter zurückzudrängen. Einerseits sollten Spender und Stifter weiterhin dazu motivi…
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