Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Reichsitalien

(801 words)

Author(s): Schnettger, Matthias
Als R. bezeichnet man die Reste des ursprünglich langobardischen regnum Italiae, das seit Otto I. im 10. Jh. mit dem dt. Königtum in Personalunion verbunden war und einen Teil des ma. Heiligen Röm. Reichs bildete. Auch ohne Krönung mit der Eisernen Krone der Langobarden (letztmals Karl V. 1530) und ohne den Titel eines ital. Königs zu führen, nahmen die Kaiser der Nz. die Lehns- und sonstigen Reichsrechte über Ober- und Mittelitalien wahr ( Lehnswesen). Freilich waren diese bisweilen umstritten, wie im Fall von Florenz oder dem des Herzogtums Parma und Piacenza, über das konkurri…

Reichskammergericht

(2,234 words)

Author(s): Ortlieb, Eva
1. Definition und Geschichte Das R. war neben dem Reichshofrat eines der beiden Höchst-Gerichte des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation der Nz. Das R. gilt – zusammen mit dem sog. Ewigen Landfrieden – als wichtigstes und dauerhaftes Ergebnis der sog. Reichsreform an der Wende vom 15. zum 16. Jh. Auf dem Reichstag zu Worms 1495 einigten sich König Maximilian I. und die Reichsstände nach längeren Diskussionen darauf, ein ständiges Reichsgericht einzusetzen, das von Reichsoberhaupt und Ständen gemeinsam besetzt sowie finanziert werden und seinen Sitz…

Reichskirche

(10 words)

s. Staatskirche

Reichskreise

(884 words)

Author(s): Mally, Anton Karl
1. Einteilung Die Kreisverfassung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, die am Beginn der Nz. begründet wurde, war in anderer Form schon im SpätMA geplant worden. Der Gedanke, die dt. Landesherrschaften zu regionalen Gruppen zusammenzufassen, fand seinen ersten nachweislichen Ausdruck auf dem Nürnberger Reichstag von 1383. Damals wurde die Handhabung des Landfriedens vier landschaftlichen ›Zirkeln‹ bzw. fürstlichen ›Parteien‹ anvertraut, die sich durch ihre äußere Umgrenzung über das regnum Teutonicum und das mit diesem lose verbundene Königreich Böhmen ers…

Reichskriegsverfassung

(1,040 words)

Author(s): Pelizaeus, Ludolf
1. Entwicklung Die R. der Nz. ist ein Beispiel für die Verlagerung des Wehrwesens vom Reich auf die Territorien. Diese Entwicklung verlief entgegengesetzt zu jener in den meisten westeurop. Ländern, wo die Gesamtmonarchie sich das Gewalt-Monopol im militärischen Bereich zu sichern vermochte (Militär; Landfriede). War die R. zunächst vornehmlich als Mittel gegen Friedensstörer im Inneren gedacht, entwickelte sie sich durch die Reichsdefensionalordnung von 1681 zu einer reinen Verteidigungsordnung, die allerdings immer mehr hinter …

Reichsmünzordnung

(996 words)

Author(s): Schneider, Konrad
1. Allgemein Als R. werden die auf den Reichstagen in Esslingen (1524) und Augsburg (1551 und 1559) verabschiedeten Regelungen zur Vereinheitlichung des Münzwesens des Alten Reiches verstanden. Eine solche Vereinheitlichung war notwendig geworden, weil die willkürlichen Veränderungen des Münzfußes, d. h. der Zahl der aus einer Gewichtseinheit Metall zu schlagenden Münzen, durch die Münzherren einzelner Territorien Handel und Gewerbe wirtschaftlich schädigten. R. waren Teil der Reichsreform des 16. Jh.s. Das Münzwesen des Alten Reiches war im 14. und 15. Jh. von m…

Reichspost

(810 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Obwohl das mitteleurop. Post-Wesen keine Institution des Alten Reiches war, wurde es doch von Anfang an als kaiserlich empfunden. Ursache dafür war, dass der dt. König Maximilian I. (ab 1508 Kaiser) noch zu Lebzeiten seines Vaters, Friedrichs III., 1490 die lombardische Postbetreiberfamilie der Tassis/Taxis nach Innsbruck holte. Als die Post im frühen 16. Jh. zu einer öffentlichen Einrichtung wurde, erfolgte die Finanzierung bereits über Maximilians Sohn, Herzog Philipp den Schönen von Burgund. Die Zentrale des kaiserlichen Postwesens befand sich seit 1501 in Brüssel. Daran…

Reichspublizistik

(926 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
Der Forschungsbegriff R. ist die dt. Form der um 1600 eingeführten lat. Kategorie Ius publicum Imperii, mit der das Fach des Öffentlichen Rechts des Heiligen Römisches Reiches Deutscher Nation bezeichnet wurde; ferner wird er heute zur Kennzeichnung aller zeitgenössischen Schriften eingesetzt, die sich mit dessen Verfassung und Politik beschäftigen. Die Ents…

Reichsritter

(896 words)

Author(s): Pelizaeus, Ludolf
1. Historische Entwicklung Zur R.schaft (lat. nobilitas libera et immediata imperii) zählten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation Angehörige des niederen Adels, die ein Gut von festgesetzter Mindestgröße und v. a. Reichsunmittelbarkeit besaßen. Die Vorformen der R.schaft reichen ins späte MA zurück und hatten ihre regionalen Schwerpunkte am Rhein, in Franken und Schwaben sowie in den im MA königsnahen Landschaften. Schon im 15. Jh. bildete diese Adelsgruppe Einungen (Genossenschaften). Bei diesem Prozess spalteten sich die Grafen als s…

Reichsschluss

(10 words)

s. Reichsgesetzgebung

Reichsstadt

(1,177 words)

Author(s): Brandt, Robert
1. Begriff R. werden alle Städte im Alten Reich genannt, die unmittelbar dem König bzw. Kaiser sowie dem Reich unterstanden und Sitz und Stimme am Reichstag (Reichsstandschaft) besaßen. Da die R. keinem Landesherrn untertan waren, sondern allein den Kaiser als Stadtherrn über sich hatten ( Reichsunmittelbarkeit), und da sie seit dem SpätMA auf den Hof- und Reichstagen vertreten waren, wo sie schließlich seit der Wende vom 15. zum 16. Jh. eine eigene Kurie bildeten, zählten sie zu den Reichsständen. Reichsunmittelbarkeit und Reichsstandschaft bezogen sich auf die Stadt a…

Reichsstände, Reichsstandschaft

(15 words)

s. Reichstag | Ständeversammlung

Reichstag

(1,527 words)

Author(s): Liebmann, Edgar
1. Wesen und Aufbau R. bezeichnete im nzl. Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation die Versammlung der Reichsstände. Er war keinesfalls ein Parlament im modernen Sinn, sondern entsprechend der zeitgenössischen Formel ›Kaiser und Reich‹ neben und zusammen mit dem Kaiser wichtigstes Verfassungs-Organ des Reiches; in ihm bildete sich die komplexe ständische Verfassungsstruktur ab. Der R. setzte sich aus der kurfürstlichen, der reichsfürstlichen und der reichsstädtischen Kurie zusammen (vgl. Abb. 1). Entsprechend ihrer Stellung in der Reichshierarchie spielten die Kurfü…

Reichstaler

(10 words)

s. Taler

Reichsunmittelbarkeit

(667 words)

Author(s): Pelizaeus, Ludolf
R. besaßen die nicht einer Landesherrschaft unterstellten natürlichen oder juristischen Personen und Korporationen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Dieser im europ. Zusammenhang einzigartige Rechtsstatus (reichsimmediat bzw. reichsfrei) äußerte sich in der unmittelbaren (immediaten) Unterstellung unter …

Reichsverfassung

(2,272 words)

Author(s): Buschmann, Arno
1. Begriff Unter der R. des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ist in der Nz. dessen polit. und rechtliche Gesamtordnung zu verstehen, wie sie sich aus dessen Geschichte entwickelt und seit dem SpätMA reichsrechtlich verfestigt hatte. Die Zeitgenossen, namentlich die Vertreter der Reichspublizistik, sprachen statt von R. allerdings von (lat.) status bzw. status imperii, ›Staats-Verfassung‹ (›des Teutschen Reiches‹). Erst die Historiographie des 19. Jh.s bediente sich zunehmend des Ausdruckes ›R.‹, der seither zu einem gebräuchlichen Termi…

Reichsvikariat

(10 words)

s. Sedisvakanz

Reichtum

(2,883 words)

Author(s): Ago, Renata | Honsel, Konrad
1. Definition Das Nachdenken über das Wesen und die moralische wie polit. Berechtigung des R. ist sehr alt. Die bis ins MA und in die Frühe Nz. einflussreichste Analyse und Kategorisierung stammt aus Aristoteles’ Politik (Kapitel 1, 1256–1257), wo zwei Formen des R. unterschieden werden: Die eine dient dazu, die natürlichen menschlichen Bedürfnisse zu befriedigen und ist durch deren Natur selbst begrenzt; die andere geht nicht aus den Bedürfnissen der Menschen hervor, sondern aus ihren (grenzenlosen) Begehrlichkeiten. Typ 1 ents…

Reinheit

(976 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Allgemein Der Begriff R. wird universell verwendet, doch ist sein semantisches Feld kulturspezifisch gebunden. Je nach Kontext bezeichnet das Wort unterschiedliche Formen der R. Im Wortsinn bedeutet es Sauberkeit, etwa der Kleidung oder von Objekten. Im Kontext moderner Hygiene-Vorstellungen, die verstärkt im 19. Jh. aufkamen (vgl. Baden), meint R. bes. Keimfreiheit. Im übertragenen Sinn spielt der Begriff als rituelle oder spirituelle R. in den meisten Religionen eine bedeutende Rolle, weshalb vor relig. Handlungen häufig Purifikationsrituale vorgeschrie…

Reinkarnation

(10 words)

s. Seelenwanderung
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