Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

Subscriptions: Brill.com

Schlosser

(894 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Berufsgeschichte Das metallverarbeitende Handwerk des Sch. (neulat. serator/ serifex, niederl. slotenmaker, engl. locksmith, franz. serrurier, ital. chiavaio), der auch als Klein- oder Kunstschmied bezeichnet wurde, hatte sich seit dem 14. Jh. aus dem Tätigkeitsbereich der Schmieden herausgebildet. Es entstanden auch eigene Zünfte, z. T. zusammen mit den Windenmachern, Sporern, Büchsen- oder Uhrmachern, die sich ihrerseits aus dem Sch.-Handwerk entwickelt hatten. Das Arbeitsgebiet der Sch. umfasste insbes. die …

Schmalkaldischer Krieg

(13 words)

s. Religionskriege

Schmelzprozess

(766 words)

Author(s): Bartels, Christoph
Die Gewinnung von Metallen erfolgte in der Nz. fast nur in Sch.; andere Verfahren wie die Amalgamation [2] wurden in Europa nur bei der Gold-Gewinnung eingesetzt. In der Edelmetallgewinnung Mittel- und Südamerikas erlangte sie seit der Frühen Nz. wegen der dort herrschenden Knappheit an Holz und Holzkohle erhebliche Bedeutung. Nasschemische Verfahren kannte man zwar in der Probierkunde, sie fanden jedoch keine Anwendung in der Erzeugung metallischer Rohstoffe [1]; [4], sieht man einmal von der – mengenmäßig allerdings unbedeutenden – Zementation von Kupfer ab, d…

Schmerz

(2,968 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe
1. Definition Sch. (von ahdt. smerza/ smerzo und mhdt. smerze/ smerz; griech. álgos; lat. dolor, acerbitas) ist eine komplexe Sinneswahrnehmung, die als akutes Geschehen den Charakter eines Warn- und Leitsignals aufweist, als chronischer Sch. diesen aber verloren hat. Nzl. Synonym zu Sch. ist Pein (von ahdt. pîna und mhdt. pîne/ pîn, abgeleitet aus lat. poena, »Buße, Strafe«; engl. pain), meist mit Strafe, Marter, Qual u.Ä. verbunden (z. B. bei der »peinlichen Befragung«; vgl. Folter). Im weiteren Wortsinn steht Sch. für allgemeines Leiden als kultur- und sozialkontextabh…

Schmiede

(880 words)

Author(s): Gorißen, Stefan
1. Allgemein/Werkstätten Der Begriff Sch. bezeichnet eine disparate Gruppe von Werkstätten, in denen Stahl und Eisen in warmem oder kaltem Zustand mit Hammer und Amboss zu Zwecken der Umformung, der Zusammenführung (Schweißen) oder der Materialveredelung bearbeitet werden (zu Bunt- und Edelmetallen vgl. Kupfer; Gold; Silber). Sie waren in vorindustrieller Zeit in vielfältigen Ausstattungen weit verbreitet. Gegenüber Formgebungsverfahren durch Guss oder spanbildende Methoden (z. B. Schneiden, Bohren, Schleife…

Schmuck

(2,816 words)

Author(s): Siebenhüner, Kim
1. Allgemein Im weiteren Sinn bezeichnet »Sch.« jede Art von Verzierung an Objekten oder Personen; im engeren Sinn meint der Begriff die körperbezogene, persönliche Verzierung bzw. Verschönerung eines Menschen durch Gegenstände (gefertigt aus besonderen, oft wertvollen Materialien) oder, außerhalb der vormodernen europ. Gesellschaft, auch durch Bemalung oder Tätowierung. Als kulturell geprägtes Ausdrucksmittel findet sich Sch. in allen Gesellschaften. Verwendungszusammenhänge, Designs, Techniken u…

Schmuggel

(2,065 words)

Author(s): Rössner, Philipp Robinson | Häberlein, Mark
1. Europa Sch. bezeichnet den illegalen Transport von Waren über eine Grenze unter Umgehung der anfallenden Zölle, Steuern und Gebühren. Er ist in diesem Sinne eine Form des Unterschleifs, sofern man diesen als rechtswidrige Zueignung fremder beweglicher Sachen definiert. Eng verwandt mit dem Sch. ist deshalb die Unterschlagung produzierter Güter zum Zwecke der Umgehung einer Produktions- oder Verbrauchssteuer, etwa der Akzise. In Gebieten mit hoher territorialpolit. Zersplitterung wie dem Alten Reich der Frühen Nz. waren Sch.-Anreize bes. ausgeprägt. Insbes. n…

Schmutz

(968 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff Sch. ist Materie zur falschen Zeit am falschen Ort, »etwas, das fehl am Platz ist« [5. 52], unerwünschter Überrest (zeitgenössische dt. Begriffe: Abfall, Dreck, Kehricht, Mist, Müll, Schutt, »Unlust« etc.) bzw. Verunreinigung, die durch mangelnde Hygiene sowie durch mechanische, biologische (z. B. Monatsblutung), physikalische oder chemische Prozesse (z. B. Oxydation, Rost) entsteht und einen Organismus oder ein System durch unerwünschte oder schädliche Stoffe kontaminieren kann. Darüber hinaus wird der Begriff in …

Schneidegeräte

(1,913 words)

Author(s): Meiners, Uwe | Reith, Reinhold
1. Landwirtschaft und Ernte Bei den in Europa vorherrschenden Techniken des Gras- und Getreide-Schnitts dominierte bis gegen Ende des 19. Jh.s der Einsatz von Sichel, Sichte und Sense [4]. Die drei unterschiedlichen Gerätetypen waren um 1500 voll ausgebildet, wobei die schon im vorma. Landbau bekannte Sichel (mit halbmondförmigem, gezähntem oder ungezähntem Blatt und kurzem Holzgriff) im Laufe des SpätMA gebietsweise von den langstieligen, beidhändig zu gebrauchenden Getreidesichten und -sensen abgelöst wurde (vgl. Ernte, Abb. 1 und 2). Dazu gehörten der niederl.-fläm. …

Schneider/in

(1,400 words)

Author(s): Stöger, Georg | Reith, Reinhold
1. Allgemein In der Nz. war die Eigenanfertigung von Kleidung in der Hauswirtschaft auf einfache Bereiche und Stoffe beschränkt. Da höherwertiges Tuch teuer und die Gefahr, es durch unsachgemäße Schnitte zu entwerten, groß war, zog man dafür Spezialisten heran [16. 153 f.]. Der alltägliche Bedarf bedingte ein umfangreiches Bekleidungsgewerbe; dementsprechend bildeten die Sch. (engl. tailors, franz. tailleurs, ital. sarti) in der Nz. eines der größten städt. Handwerke, bes. in Ballungszentren: In Paris arbeiteten z. B. zum Ende der 1770er Jahre beinahe 2 000 Sch.…

Schnelligkeit

(1,002 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Allgemein Zum Thema Sch. (die in der Moderne als Gegensatz von Langsamkeit einen Wert an sich darstellt, etwa in Arbeitswelt, Kommunikationswesen oder Sport), bot Zedlers Universallexikon 1743 nur Bibelzitate an; der Artikel »Geschwindigkeit« (1735) hingegen ist von einem Physiker verfasst, der seinen Gegenstand durch die Formel v = s/t definiert: Als Beispiel dient der Lauf zweier Boten, von denen einer eine Meile in einer Stunde, der andere in zwei Stunden zurücklegt. Sch. spielte in der Frühen Nz. jedoch bereits in denselben Bereichen wie heute eine Rolle. 2. Sport In Zedlers…

Schöffe

(10 words)

s. Laienrichter

Schöffenstuhl

(884 words)

Author(s): Lück, Heiner
1. Begriff und Ursprung Als Sch. (niederdt. Schöppenstuhl) wird ein selbständiges Kollegium von Rechts- und Urteils-Findern bezeichnet. Diese Institution entwickelte sich während des MA im Zusammenhang mit der Stadtverfassung, den Stadtrechten und deren Verwandtschaften (»Stadtrechtsfamilien«) [2]. Die Sch. sprachen auf Anfrage Recht und erteilten Rechtsauskünfte (Rechtsmitteilungen, -weisungen, Sprüche, Urteile, Konsilien). Sie waren dadurch gekennzeichnet, dass ihre Mitglieder keine gelehrten Juristen waren. Ferner war der Sch. vom Stadtgericht getrennt. In de…

Schokolade

(10 words)

s. Kakao

Schollenpflichtigkeit

(1,214 words)

Author(s): Goehrke, Carsten
1. Definition Als Sch. (lat. glebae adscriptio) bezeichnet man eine strenge Form bäuerlicher Abhängigkeit. Sie beinhaltet ein Verbot für den Bauern, die Hofstelle und das zugehörige Land (Scholle) ohne Genehmigung des Grundeigentümers (Herrn) zu verlassen. Die Sch. trat i. Allg. als Bestandteil verschiedener Spielarten bäuerlicher Unfreiheit auf (Hörigkeit, Erbuntertänigkeit, Leibeigenschaft). Sie ist v. a. als Bestandteil der Gutsherrschaft (im Unterschied zur Grundherrschaft) sowie im Rahmen der Genese eines frühnzl. ökonomischen Weltsystems diskutiert worden [5]…

Schöne Künste

(14 words)

s. Künste, schöne

Schöngeist

(1,116 words)

Author(s): Eckert, Georg
1. Begriffsbildung Das im Frankreich des 16. und 17. Jh.s entwickelte Konzept des Sch. (franz. bel esprit) etablierte sich als ein wirkungsmächtiges soziales Leitbild, das ein spezifisches Ideal gebildeter Geselligkeit postulierte. Der Sch. zeichnete sich durch umfangreiche Kenntnisse in sämtlicher Kunst und Literatur und insbes. durch die Fähigkeit zu geistreicher Konversation sowie durch Souveränität in jedweden Fragen des Geschmackes aus. Das Lob der beautés d’esprit seit der Renaissance, bei Joachim Du Bellay paradigmatisch geformt [11. 828]; [12. 1], entstand in der …

Schönheit

(2,047 words)

Author(s): Chapuis-Després, Stéphanie
1. Begriff »Sch.« (mhdt. schoenheit, ahdt. sconi, lat. pulchritudo, altgriech. kállos) bzw. »das Schöne« beschreibt die Eigenschaft eines Gegenstandes, der beim Betrachter Gefallen erzeugt. Dazu gehört sowohl das Naturschöne, das etwa Landschaften und Körpern zu eigen ist, als auch das Kunstschöne als Produkt der Schönen Künste. Sehr früh stellte sich die Frage, ob die Sch. subjektiv in der Wahrnehmung des betrachtenden Subjekts liege oder eine Eigenschaft des betrachteten Objekts sei. Eine kritische und normative Auseinandersetzung mit…

Schöpfungslehre

(1,660 words)

Author(s): Laube, Martin
1. Vorbemerkung Der Glaube an das göttliche Geschaffensein der Welt gehört zum gemeinsamen Bestand von Judentum, Christentum und Islam. In allen drei Religionen wird das Verhältnis von Gott und Welt durch den Schöpfungsgedanken bestimmt. Dabei liegt der Akzent auf der Differenz zwischen Schöpfer und Geschöpf, die sich in der Lehre von der ursprünglichen »Erschaffung aus Nichts« (lat. creatio ex nihilo) einerseits und der Lehre von der fortdauernden Erhaltung der Schöpfung (= Schg.) durch Gott ( conservatio mundi) andererseits ausspricht. Näherhin lassen sich folgende Gr…

Schornsteinfeger

(10 words)

s. Kaminfeger
▲   Back to top   ▲