Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Schottische Aufklärung

(2,318 words)

Author(s): Köster, Roman
1. Begriff Mit dem 1900 von William R. Scott geprägten Begriff Sch. A. [19. 7] wird der Umstand bezeichnet, dass Schottland während des 18. Jh.s eine Vielzahl von Denkern, Künstlern, Wissenschaftlern und Technikern hervorbrachte, die die europ. und amerikan. Aufklärungs-Bewegung entscheidend beeinflusst und befruchtet haben. Die bekanntesten Protagonisten der Sch. A. sind der Philosoph David Hume und der Begründer der modernen Nationalökonomie, Adam Smith (Ökonomie, politische). Ihr lassen sich aber zahlreiche weitere bedeutende Denker zurechnen: Mora…

Schraube

(1,097 words)

Author(s): Troitzsch, Ulrich
1. Verwendung Die Sch. zählt seit der Antike neben Hebel, Keil, Rolle und schiefer Ebene zu den sog. einfachen Maschinen; von Archimedes wurde sie im 3. Jh. v. Chr. korrekt als um einen Zylinder gewickelte schiefe Ebene bezeichnet. Die nach ihm benannte, wenn auch nicht von ihm erfundene hölzerne, schrägliegende Wasser-Sch. diente bis in das späte 19. Jh. zur Wasserförderung (Wasserbau; vgl. Perpetuum mobile, Abb. 1) [7]; [13. 9–32]. Die in der Spätantike aufkommende hölzerne Sch.-Spindel ist als Weinpresse in Mitteleuropa für die Zeit Karls des Großen um 800 belegt und f…

Schraubstock

(1,121 words)

Author(s): Reith, Reinhold
Zu den wichtigsten Geräte-Innovationen der Frühen Nz. zählt der Sch. Das Hausbuch der Mendelschen Zwölfbrüderstiftung, eine Nürnberger Bilderhandschrift von hoher kulturgeschichtlicher Bedeutung, zeigte um 1425 (und noch 1501) einen Messerer, der ein beschaltes Messer mit der Feile bearbeitet und dabei eine Winkelstütze (Auflage, Feilstock) benutzt [1. Bildbd., 28, 107]. Der Schlosser Ulrich Hach (um 1528) sitzt dagegen an einem Arbeitstisch mit Sch., in den er einen Schlüssel eingespannt hat; die Feile kann er nun mit beiden Händen führen [1. Bildbd., 216]. Dieses Bild ist…

Schreiber

(1,466 words)

Author(s): Haarmann, Harald
1. Allgemein In der Geschichte der Schrift waren die Sch. lange die einzigen aktiven Vertreter der Schriftkultur. Wenn auch in der griech.-röm. Antike viele Privatpersonen schriftkundig waren und Texte verfassten, waren es dennoch v. a. die professionellen Sch., die den Fortbestand der überlieferten Schriftdokumente garantierten. Von der Antike bis in die Nz. galt in Europa die Dualität der Schriftlichkeit in Differenzierung von lit. Schaffen ( Literatur) und sachorientiertem Schrifttum. Zu Letzterem gehören u. a. Schriftstücke der Kanzleien und Stadträte,…

Schreibgeräte

(1,101 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Allgemein Zu den Sch. der Nz. im engeren Sinne gehören Griffel, Feder und Bleistift. Mit dem (Schiefer-)Griffel nahm man rasche Aufzeichnungen und Entwürfe auf der Wachs- sowie auf der Schiefertafel vor, die auch mit Kreide beschrieben werden konnte. Kinder lernten mithilfe von Wachs- und Schiefertafeln (auf Letzteren bis ins 20. Jh.) [9. 68]. Pergament war als Beschreibstoff teuer. Die Wachstafeln verschwanden vom 15. Jh. an und wichen dem Papier [9. 30]. Die Feder steht bis heute im übertragenen Sinn für Sch. schlechthin; wie engl. pen bezeichnet sie den Tintenschreiber [9. 19…

Schreiner

(10 words)

s. Tischler

Schrift

(1,134 words)

Author(s): Haarmann, Harald
1. Definition und Funktion Sch. ist mehr als ein Mittel, gesprochene Sprache sichtbar zu machen. Das erkennt man schon daran, dass die Sch.-Sprache in Wortwahl und Stilistik wie auch in ihrem syntaktischen und grammatischen Bau von den Strukturen der Umgangssprache abweicht, wenn das Sch.-Medium nicht sogar eine fremde Sprache ist, die als Bildungs- oder Amtssprache eine lokale Volkssprache überdacht, wie z. B. das Englische in Irland vor dessen Unabhängigkeit oder das Russische für die finn.-ugrischen Völker im Zarenreich. Sch. ist eine Ausdrucksform der kulturellen Kom…

Schriftkulturen, außereuropäische

(5,602 words)

Author(s): Bley, Helmut | Reichmuth, Stefan | Rinke, Stefan | Schmidt-Glintzer, Helwig | Frese, Heiko
1. Einleitung Für die Entwicklung der A. Sch. der Nz. sind zunächst die verschiedenen Handschriftenkulturen zu betrachten, die in vielen Teilen Asiens und Afrikas sowie auch in den Indianer-Kulturen Mittel- und Südamerikas (s. u. 3.) eigenständige Dynamiken aufwiesen; hierbei lassen sich spezifische Beziehungen zu mündlichen Formen der Textkultur erkennen. Des Weiteren stellt sich die Frage nach der Verbreitung des Buchdrucks mit beweglichen Typen, der von Europa ausgehend im Rahmen der kommerziellen wie der imperialen Expansion auch auf anderen Kon…

Schriftlichkeit

(4,706 words)

Author(s): Zimmermann, Clemens | Hiller, Marion | Gierl, Martin
1. Schriftlichkeit und Mündlichkeit: Definition und Charakterisierung Unter Sch. werden alle Formen des Schrift-Gebrauchs, der Produktion und des Lesens gedruckter und ungedruckter Texte verstanden. Unter Mündlichkeit (= M.) bzw. Oralität werden alle Formen mündlicher Kommunikation gefasst, die ebenfalls durch grundsätzliche Eigenschaften und Potentiale charakterisiert sind. Das ältere kulturanthropologische Paradigma hob darauf ab, dass die Erkenntnis von Vergangenem, eine sichere Speicherung von Informationen und Wissen (s. u. 4.), die p…

Schriftprinzip, protestantisches

(727 words)

Author(s): Leppin, Volker
Insbes. die konziliaristischen Streitigkeiten des späten MA um die Frage der Oberhoheit von Papst oder Konzil in der Kirche hatten die Frage nach einer autoritativen Grundlage für kirchl. Lehrentscheidungen jenseits der menschlich-kirchl. Institutionen immer virulenter gemacht. Im Rückgriff auf das Denken Wilhelms von Ockham wurden Konzepte entwickelt, die die Fraglichkeit der Entscheidungen von Papsttum und Konzil betonten und den Bezug auf die Bibel zur Regulierung der Konflikte propagierten. Damit verband sich ein immer stärkeres Insistieren auf einer…

Schriftsinn

(1,439 words)

Author(s): Hiller, Marion
1. Systematik Der Begriff Sch. bezeichnet die mittels Interpretation zu erschließende Bedeutung eines schriftlichen Textes (vgl. Hermeneutik); er leitet sich vom lat. sensus litteralis (»buchstäblicher/wörtlicher Sinn«) ab. Darüber hinaus verweist Sch. auf die von den christl. Kirchenvätern entwickelte Lehre vom mehrfachen Sch. Diese geht von der Grundannahme aus, dass neben dem (1) »wörtlichen« bzw. »histor. Sinn« ( sensus litteralis bzw. historicus), der als Erzählung ( narratio) von wirklichen Geschehnissen der Vergangenheit aufgefasst wird (z. B. Jerusale…

Schriftsprache

(15 words)

s. Schrift | Sprache | Sprachen, Literatur

Schriftsteller/in

(12 words)

s. Autor | Dichter

Schubkarre

(1,033 words)

Author(s): Kim, Nanny
1. Konstruktionsformen Als einfaches Hilfsmittel für den lokalen Transport von Lasten bestehen Sch. aus einer Ladefläche, unter der zwischen den vorderen Holmen ein relativ kleines Rad montiert ist. Zwei Handstangen dienen zum Anheben und Schieben. In der Nz. sind auch regionale Varianten mit zwei neben- oder hintereinander angebrachten Rädern oder mit zwei zusätzlichen Rädern als Stützen belegt, in China zudem ein eigenständiger Typ mit einem großen, in der Mitte der Ladefläche angebrachten Speichenrad. 2. Europa Die Ursprünge der Sch. liegen im Dunkeln. Ein vereinzel…

Schuhmacher

(1,349 words)

Author(s): Reith, Reinhold | Stöger, Georg
1. Bedeutung und Geschichte Im Bekleidungsgewerbe wie auch im gesamten Handwerk bildeten die Sch. (auch: Schuster) in der Nz. eine der größten Berufsgruppen [5]. Bereits 1383 erfasste eine Nürnberger Zählung mit 81 Sch. (neulat. calciatores) die höchste Zahl an Meistern [6. 103]. In vielen europ. Großstädten wuchs die Zahl der Sch. bis ins 19. Jh. stark an; so waren um 1828 in Wien 1 557 Sch.-Meister [3. 302], 1833 in London mehr als 16 000 Sch. tätig [11. 19]. Bis ins SpätMA waren die Sch. in vielen Städten mit anderen lederverarbeitenden Gewerbetreibenden in beruflich…

Schularchitektur

(1,389 words)

Author(s): Kalusok, Michaela
1. Vorstufen Ähnlich wie für die Geschichte der Universitätsarchitektur gilt auch für die Entwicklung der europ. Sch., dass die Institution der Schule selbst weitaus älter ist als die Ausbildung eines eigenständigen Bautypus. Ihre Wurzeln haben Schule und Universität in den antiken Akademien sowie in den Dom- und Klosterschulen des MA. Ab dem 12. Jh. jedoch trennten sich die Entwicklungslinien. Die zahlreichen Neugründungen öffentlicher städt. wie privater, meist kirchl. Schulen seit dem 12. Jh. (zu deren verschiedenen Formen vgl. Schule…

Schuldhaft, Schuldknechtschaft

(13 words)

s. Zwangsvollstreckung

Schuldrama

(857 words)

Author(s): Niefanger, Dirk
1. Begriff Als Sch. (auch Schulspiel) bezeichnet man im engeren Sinn Schauspiele, die für die Aufführung an schulischen Institutionen (Schule), im weitesten Sinn auch an Akademien und Universitäten ( Universitätsdrama, im nzl. England: university play), und für primär didaktische sowie repräsentative Zwecke geschrieben wurden. Meist wurden sie in der europ. Nz. dem Rhetorik-Unterricht angegliedert. Sie förderten die Redepraxis und unterrichteten darüber hinaus über histor., staatstheoretische, mythologische und theologische Inhalte. Ein zentral…

Schuldrecht

(12 words)

s. Privatrecht | Vertrag
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