Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Samen

(1,027 words)

Author(s): Griesebner, Andrea | Costa, Rosa
1. Antike und mittelalterliche Grundlagen Bis weit in das 17. Jh. basierte das Wissen vom menschlichen S. und dessen Rolle bei der Fortpflanzung und der Zeugung auf antiken mediz. Theorien (Zeugungslehre). Im Wesentlichen standen zwei widerstreitende Denkfiguren zur Verfügung. Gemeinsam war ihnen die humoralpathologische Vorstellung (Humorallehre), nach welcher weibliche Körper als feuchter und kälter, männliche als trockener und heißer imaginiert wurden. Die »Ein-S.-Theorie«, deren Grundsteine Aristoteles im 4. Jh. v. Chr. in der Schrift De generatione animalium (»V…

Sammelwirtschaft

(821 words)

Author(s): Schöller, Rainer G.
Unter S. wird vorrangig das Aneignen der sog. Wildbeute verstanden [11. 278] – wild wachsender Pflanzen bzw. Pflanzenteile (Früchte, Samen, Blüten, Knospen, Blätter, Wurzeln, Rinden) sowie tierischer Produkte (z. B. Schnecken, Muscheln, Vogeleier). Wildprodukte wurden in der Nz. in kaum zu überschauender Fülle als Speise-, Gewürz- oder Heilpflanzen für Mensch und Tier genutzt und in vielfältigen Verarbeitungsstufen verzehrt, u. a. als Gemüse, Mus, Salat, Soße, Marmelade, Trocken-Obst, Saft, Beeren- und Branntwein, Öl, Essig sowie in Form von Arzneien. Zum einen ist der …

Sammlung

(17 words)

s. Antikerezeption | Kunstsammlung | Kuriositätenkabinett | Sammlung, gelehrte

Sammlung, gelehrte

(2,677 words)

Author(s): te Heesen, Anke
1. Begriff Im Dt. Wörterbuch der Brüder Grimm findet sich folgende Definition einer S.: »gewöhnlich bezeichnet S. eine nach bestimmten gesichtspunkten wissenschaftlicher, künstlerischer zwecke oder der liebhaberei zusammengebrachte und geordnete menge von gegenständen: S. von gemälden, kupferstichen, antiquitäten, münzen, marken, schmetterlingen, handschriften u. s. w., entsprechend in zahlreichen zusammensetzungen« [1. 1753]. Damit ist umrissen, was eine S. ausmacht: Es sind ihre Objekte, die Art und Weise, wie diese zusammengetragen werden,…

Samurai

(977 words)

Author(s): Mathias, Regine
1. Begriff S. (älter saburai; abgeleitet von samurau bzw. saburau, »dienen«, »aufwarten«) bezeichnet heute allgemein die Angehörigen des Kriegerstandes im Japan der Frühen Nz. Bis in die Heian-Zeit (794–1192) waren S. Bedienstete beim Adel am Kaiserhof. Erst im Lauf der folgenden Jahrhunderte erhielt das Wort eine zunehmend militärische Konnotation. In der nzl. japan. Literatur wurden bushi als Bezeichnung für Angehörige des Kriegerstandes (in der westl. Welt durch bushidō, »Weg des Kriegers« bekannt) und buke für den Kriegerstand bevorzugt. Auch in den nzl. europ. Reise-…

Sänger/in

(1,156 words)

Author(s): Grotjahn, Rebecca
1. Geschichte Die Geschichte der S. setzt im 16. Jh. ein. Davor waren professionell Musizierende nicht auf Gesang oder bestimmte Instrumente spezialisiert; zum Normalfall wurde dies erst im 19. Jh. als Folge der institutionalisierten Ausbildung in Konservatorien bzw. Musikhochschulen. Wenn ma. und frühnzl. Traktate von lat. musicus und cantor sprechen, zielen sie nicht auf die Unterscheidung von Instrumentalisten und S., sondern auf die zwischen Musiktheoretiker bzw. Komponisten und praktischen Musikern [8. 27–43]. Als cantores wurden auch weltliche S. ( troubadours, trou…

Sansculotten

(1,330 words)

Author(s): Reichardt, Rolf
1. Begriff » Sans-culottes«, erklärten die Annales patriotiques et littéraires vom 25. 8. 1793, »das sind nicht die ›Hosenlosen‹, wie man gemeinhin vorgibt. Es war der anmaßende Dünkel der Aristokratie, der diese Bezeichnung erfunden hat …: Gerade weil sie von den Aristokraten so genannt wurden, haben die Freunde der Freiheit sich den Spottnamen zur Ehre angerechnet. Sie nennen sich ›S.‹, um kund zu tun …, dass sie nichts mit den Aristokraten zu schaffen haben und sich auf die Seite der breiten Bevölkerung stellen«. Wie diese Zeitungsnotiz andeutet, stand die Wortbildung S. …

Satire

(3,378 words)

Author(s): Deupmann, Christoph
1. Begriff Die S. (oder »das Satirische«) bezeichnet weniger eine feste Darstellungsform als ein kritisch- aggressives Darstellungsprinzip, das sich in der Literatur wie auch in anderen Künsten (etwa in der bildlichen bzw. graphischen Karikatur), aber auch in Verhaltensformen der Alltagskommunikation ausprägen kann. Auch als lit. Begriff ist unter S. keine spezifische Gattungstradition zu verstehen, sondern eine Schreibweise, die sich in allen einschlägigen Genres (als Prosa-S. in erzählenden Texten, als satirische (= sat.) Komödie im Drama oder als sat. Gedicht in der …

Sattelzeit

(1,228 words)

Author(s): Jordan, Stefan
1. Begriff und Definition S. nennt man den Zeitraum von der Mitte des 18. Jh.s bis zur Mitte des 19. Jh.s. Der Begriff wurde von Reinhart Koselleck als Bezeichnung einer histor. Transformationsphase geprägt, in der die ma. und frühnzl. Sprache sowie die mit ihr bezeichneten polit. und sozialen Sachverhalte von der bis heute existierenden modernen (Begriffs-)Welt abgelöst wurden. Hinsichtlich seines metaphorischen Charakters ist das Bild der S. anderen Vorstellungen von Übergangszeitaltern oder mittleren Epochen – wie »MA«, »Zwischenkriegszeit«, »Achsenzeit« (K. J…

Satyrspiel

(687 words)

Author(s): Bremer, Kai
In der griech. Antike meinte S. zunächst einen szenischen Tanz von als Satyrn (ungezügelten, lüsternen Mischwesen) verkleideten Darstellern. Solche S. betrachtet Aristoteles in der Poetik (Buch 4) als einen der drei Ursprünge der Tragödie (neben den homerischen Epen und dem Dithyrambos, einer Form der dionysischen Chordichtung). Bis zum 5. Jh. v. Chr. hatte sich das S. (griech. satýrikon dráma) neben der Tragödie als eigenständige dramatische Form entwickelt; darin spielten die Satyrn eine tragende Rolle, wobei sie z. B. bekannte Mythen ins Derb-Komi…

Satz, musikalischer

(1,416 words)

Author(s): Moßburger, Hubert
1. Definition Der musikal. S.-Begriff wird heute zumindest in vierfacher Bedeutung verwendet: (1) als die Art und Weise des Verhältnisses und Zusammenwirkens aller am Musikstück beteiligten Stimmen (technisch-struktureller Aspekt); (2) im Sinne eines abgeschlossenen, selbständigen Stücks innerhalb eines übergeordneten oder zyklischen Ganzen (z. B. der erste Satz einer Sinfonie); (3) als eine dem Sprachsatz analoge Bildung einer geschlossenen musikal.-syntaktischen Sinneinheit, z. B. ein Viertakter…

Säuglingssterblichkeit

(877 words)

Author(s): Vögele, Jörg
Der Begriff S. bezieht sich konventionell auf die Zahl der in einem bestimmten Kalenderjahr verstorbenen Säuglinge im Alter unter einem Jahr, berechnet auf 1000 Lebendgeborene im selben Jahr. Andere differenziertere Verfahren zur Erhebung der S., die einen Anteil der Geburten aus dem Vorjahr einschließen (da die im ersten Lebensjahr verstorbenen Säuglinge nicht allein aus dem Geburtsjahrgang des laufenden Jahres stammen), ergeben zwar ein genaueres Bild der S., haben sich aber nicht durchgesetzt. Hauptquellen für die nzl. S. sind Kirchenbücher sowie ab dem 19. Jh. die Z…

Säulenordnung

(1,437 words)

Author(s): Erben, Dietrich
1. Definition S., ein Begriff der Architekturfachsprache, bezeichnet das aus dem vertikalen Element der Säule und dem darüber horizontal verlaufenden Gebälk zu einer Kolonnade zusammengesetzte Stützensystem. Sie findet sich im baulichen Zusammenhang von Fassaden und Innenraumeinteilung. In der nzl. Architekturtheorie ist die Begrifflichkeit der Quellen vielfältiger, und auch das damit Bezeichnete ist nicht immer ganz eindeutig. Dem seit dem 16. Jh. geläufigen dt. Begriff der »Ordnung« (vgl. lat. ordo, ital. ordine, franz. ordre, engl. order) trat als Synonym »Manier«…

Säuren

(969 words)

Author(s): Priesner, Claus
1. Begriff und Geschichte Im allgemeinen Verständnis ist eine S. ein meist flüssiger Stoff, der einen sauren Geschmack besitzt und ätzend wirkt. Die Grundlage der modernen chemischen S.-Definition stammt von dem Schweden Svante Arrhenius, der 1887 S. als Stoffe erklärte, die Protonen (H+) abgeben, und Basen ( Alkalien) als solche, die Hydroxyl-Ionen (OH--) freisetzen. Der Ausdruck Alkalien leitet sich von alkali ab, der arab. Bezeichnung für Soda (Na2CO3), das bei den antiken Autoren griech. nitron bzw. lat. nitrum hieß. Dieser Name wurde später auf den Salpeter bzw. die…

Scala naturae

(865 words)

Author(s): Müller-Wille, Staffan
1. Metaphysische Wurzeln Die Vorstellung von einer S.N., d. h. einer »Stufenleiter der Natur«, wonach alle Wesen eine Stufenfolge nach ihrer Vollkommenheit bilden, dominierte nach einer bekannten These Arthur O. Lovejoys die Naturphilosophie und Naturgeschichte bis weit in das 18. Jh. Nach Lovejoy entsprang diese Vorstellung drei metaphysischen Prinzipien: dem der Fülle, wonach alles, was denkmöglich ist, auch existiert; dem der Kontinuität, oft in dem Satz »Die Natur macht keine Sprünge« (lat. natura non facit saltus) zum Ausdruck gebracht; und dem der linearen Abst…

Schabkunst

(10 words)

s. Druckgraphik

Schadensersatz

(774 words)

Author(s): Schiemann, Gottfried
Sch. zum Ausgleich von Verlusten oder zur Wiedergutmachung von Beeinträchtigungen unterlag in der Frühen Nz. folgenden Entwicklungen: der klaren Trennung zwischen Sch. und staatlicher Strafe, verbunden mit einem Perspektivenwechsel von der »Rache« gegenüber dem »Täter« zum Ersatzbedürfnis des Opfers; der Entdeckung und Entwicklung einer Entschädigung für persönliche Beeinträchtigungen jenseits von Vermögensverlusten; auch sonst einer stärkeren Hinwendung zum Personenschaden (Tod, Körper- und Gesundheitsverletzung); schließlich der Zusam…

Schafe

(1,494 words)

Author(s): Schöller, Rainer G.
1. Haltung Die Sch., schon seit dem Neolithikum domestiziert, lassen sich durch Schäfer (Hirte) und Hirtenhunde leicht zusammenhalten und hüten ( Weidewirtschaft). Sie sind bewegliche, an Klima, Gelände und extensive Hutungen auf mageren Böden (u. a. Heiden) äußerst anpassungsfähige, genügsame Nutztiere mit hoher Reproduktionsleistung. Zunächst nur in Europa, Asien und Afrika beheimatet, gelangte das Haus-Sch. im Zuge der nzl. Kolonisation auch nach Amerika, Australien und Neuseeland. Wo klimatisch möglich, erfolgte die Sch.-Haltung ganzjährig im Freien (u. a…

Schäferdichtung

(3,018 words)

Author(s): Tschopp, Silvia Serena
1. Definition Unter Sch. ist eine sich in unterschiedlichen lit. Gattungen ausprägende Form der Dichtung zu verstehen, als deren Protagonisten Hirtinnen und Hirten in Erscheinung treten und die durch ein sich bereits in der Antike herausbildendes und bis ins 18. Jh. hinein bemerkenswert konstantes Repertoire an pastoralen Motiven gekennzeichnet ist. Der ungeheure Erfolg der Sch., die im Kontext der ital. Renaissance ihre nzl. Konturen gewann, während des 16. und 17. Jh.s in so gut wie allen europ. Literaturen intensiv gepflegt wurde und erst seit dem…
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