Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Scham

(3,168 words)

Author(s): Saurer, Edith
1. Begriff und Forschungsdiskussion Sch. ist ein Gefühl des Unbehagens und der Angst, soziale Normen übertreten und Anerkennung verloren zu haben. Wenn sie auch stark mit sexueller und körperlicher Sch. in Zusammenhang gebracht wird, so ist sie dennoch Teil des gesamten Spektrums sozialer Beziehungen. Die Forschungsdiskussionen um die Sch. werden interdisziplinär geführt. Einflussreich waren die in den 1930er und 1940er Jahren erschienenen Schriften der zwei US-amerikan. Anthropologinnen Margaret Mead und Ruth Benedict, welche von der Existenz von Sch.- und Schu…

Schamanismus

(1,694 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Begriff Sch. leitet sich von dem Wort šaman ab, das im 17. Jh. von russ. Reisenden bei den Tungusen in Sibirien aufgenommen wurde. Unbekannten Ursprungs, bezeichnete es dort eine Person, die Geistwesen beherrscht, und spielte somit auf die Hilfsgeister an, mit denen Schamanen während der rituellen Ekstase in Kontakt traten [10. 431]. Nachdem die Missionare und Reisenden der Frühen Nz. den Begriff häufig mit Teufelsanbetung, Zauberei oder auch Scharlatanerie gleichgesetzt hatten (Missionsbericht 3.), schliff sich die Bedeutung im Verlauf des 2…

Scharfrichter

(1,134 words)

Author(s): Wilbertz, Gisela
1. Mittelalterliche Anfänge Das Berufsbild des Sch. zu Beginn der Nz. war das Ergebnis eines ma. Wandlungsprozesses. Seit Ausgang des 12. Jh.s erscheint in städt. Quellen (z. B. Stadtrechten, Gerichtsordnungen) ein Bediensteter, zu dessen Aufgaben u. a. der Strafvollzug gehörte ( officiatus ad cippum, Trier um 1190; bodel, fron, Lübeck um 1230; nachrichter, Nürnberg 1265; henker, Augsburg 1276; scarperichter, Braunschweig 1312; engl. hangman, executioner; franz. bourreau, exécuteur des hautes œuvres; niederl. beul, scherprechter). Im Lauf des SpätMA verselbständi…

Scharia

(2,323 words)

Author(s): Reichmuth, Stefan
1. Scharia und Fiqh Der Begriff Sch. (arab. šarī‘a, osman.-türk. şerī‘at) bezeichnet im verbreiteten muslim. Verständnis die Gesamtheit der von Gott durch den Koran und durch den Propheten Muḥammad übermittelten Normen für Glauben, Ethik und Recht des Islam. Der Begriff umfasst das Korpus der normativen islam. Texte (d. h. den Koran und die Propheten-Tradition), deren gelehrte Interpretation, Systematisierung und Aktualisierung sowie deren Anwendung in den Institutionen der Rechtsprechung durch Richter oder Herrscher. Er ist eng mit dem fiqh, der islam. Rechtswissenschaf…

Scharif

(1,700 words)

Author(s): Reichmuth, Stefan
1. Prophetennachfahren als religiöse Gruppe In vielen muslimischen Gesellschaften und Staaten der Nz. spielte die Nachkommenschaft des Propheten (= P. ) Muḥammad eine bedeutende Rolle im sozialen und kulturellen Leben ( Tradition). Ihre vielfältigen genealogischen Abstammungslinien wurden dabei über die P.-Enkel Ḥasan und Ḥusain auf Fāṭima (gest. 632), Muḥammads Tochter, zurückgeführt, die mit seinem Cousin, dem späteren vierten Kalifen ‘Alī b. Abī Ṭālib verheiratet war. Die Bezeichnungen »Sch.« (von arab. šarīf, Plural ašrāf; »edel«) und »Sayyid« (arab. sayyid, Plural sād…

Schatten

(11 words)

s. Licht und Schatten

Schatzgräberei

(1,067 words)

Author(s): Dillinger, Johannes
1. Begriff und Rechtslage Sch. ist die aktive Suche nach verborgenen oder verlorenen Wertgegenständen. Grundsätzlich von der Sch. zu unterscheiden sind zufällige Hortfunde. Bedeutsam für das Interesse an Schätzen dürften weniger einzelne spektakuläre Funde (z. B. Goldhelm von Lincolnshire, 1530) als die Vielzahl kleiner Münzhortfunde (z. B. Fundserien in Bayern Anfang des 16. Jh.s, in Northumberland 1730–1760) gewesen sein. Für diese bestand im 16. Jh. bereits ein großer Sammlermarkt. Ausgehend von widersprüchlichen Regelungen sowohl im röm. Recht als auch in…

Schauerromantik

(919 words)

Author(s): Sing, Thomas
1. Begriff und Entstehung Bei der Sch. (auch: Schwarze Romantik) handelt es sich weniger um eine Epoche – auch wenn ihre Blütezeit innerhalb der europ. Romantik lag und sie stark von dieser beeinflusst wurde – als um ein sehr heterogenes europ. und nordamerikan. lit. Genre, das in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s mit einem neuen Interesse am späten MA (Mittelalterrezeption) und als Weiterentwicklung der europ. Empfindsamkeit, mithin als Strömung gegen den vorherrschenden Rationalismus, seinen Ausgang nahm. Ihre Kernzeit reichte etwa bis zur Mitte des 19. Jh.…

Schauspieler/in

(1,717 words)

Author(s): Marx, Peter W.
1. Bezeichnung Der Ausdruck Sch./Sch.in bezeichnete im Deutschen ab dem 18. Jh. professionelle Theater-Darsteller. Seitdem wurden ältere Bezeichnungen wie Acteur oder Comödiant (Komödiant) systematisch verdrängt. Der zeitgenössische Lexikograph Johann Christoph Adelung etwa verwarf beides als unnötige Lehnwörter bzw. als pejorativ. 2. Die erste Phase: 1450–1700 Während in den ma. Spielen zumeist Laien oder Lateinschüler auftraten, lassen sich die Anfänge des Berufs-Sch.tums in Europa ab ca. 1500 in Italien ausmachen. Hierbei gibt es naturgemäß keinen klar zu…

Schauspielmusik

(730 words)

Author(s): Schmidt, Beate Agnes
1. Gegenstand Sch. ist ein erst im 19. Jh. verwendeter Gattungsbegriff, der Rahmen- und Bühnenmusiken im sog. Sprech- Theater als übergeordneter Terminus beschreibt. Seit der Antike ist die Sch. – wie Bühnenbilder, Kostüme und Requisiten – integraler Bestandteil der theatralen Aufführungspraxis. Sie wurde in der Regel vom Dramenautor in Regieanmerkungen eigens gefordert und schließlich von einem Komponisten als häufig mehrere Nummern umfassendes Werk vertont oder vom Kapellmeister bzw. Musikdirektor für eine konkrete Aufführung arrangiert. Im Gegensatz zur weitgehend…

Scheck

(638 words)

Author(s): North, Michael | Denzel, Markus A.
Ein Sch. (engl. cheque, franz. chèque) ist eine schriftliche Bankdepotanweisung, durch die der Anweisende seine Bank oder eine öffentliche Institution beauftragt, aus seinem Guthaben den auf dem Sch. vermerkten Geldbetrag an eine andere Person auszuzahlen. Die Entwicklung und Verbreitung des Sch. war Teil der Entfaltung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs in SpätMA und Nz. Das Wort Sch. leitet sich etymologisch von ital. scacco (»Schatz«) ab, ebenso wie das engl. exchequer (»Fiskus«, »Schatz«), das wiederum auf arab. sakk, eine Art Zahlungsanweisung, zurückgeht [1. 555]. Depot…

Scheidemünze

(708 words)

Author(s): Schneider, Konrad
Eine Sch. ist eine Münze von geringem Wert und eingeschränkter Gültigkeit als Zahlungsmittel, deren Metallwert unter dem Nennwert liegt (vgl. Geldwert). Der Begriff steht dem der Währungsmünze gegenüber, also der Münze, die durch Gesetz uneingeschränkte Zahlkraft hat, die aus dem die Währung des jeweiligen Landes bestimmenden Metall besteht, und deren Nenn- und Metallwert möglichst nahe beieinander liegen sollen. Vom Begriff her sollen Sch. Käufer und Verkäufer ohne Bruch und ohne noch zu zahlende Reste scheiden. Auch …

Scheidung

(10 words)

s. Eheauflösung

Scheinarchitektur

(1,399 words)

Author(s): Dobler, Silvia Carola
1. Begriff Unter Sch. versteht man scheinarchitektonische oder architekturillusionistische Dekorationsmalerei. Der Terminus bezeichnet gemalte Architekturen, die partiell oder raumfüllend mithilfe der Perspektive und des Illusionismus eine optische Ergänzung oder Erweiterung des Betrachterraumes fingieren (bei Fassaden, Innenräumen/Interieur, Bühnen; vgl. Deckenmalerei; Wandmalerei). Die Sch. kann als umfassend raumstrukturierendes Dekorationssystem in repräsentativen profanen oder sakralen Räumen konzipiert sein. Si…

Scheiterhaufen

(10 words)

s. Todesstrafe

Schelmenroman

(1,750 words)

Author(s): Malinowski, Bernadette
1. Begriff Der Sch., auch pikarischer oder pikaresker Roman, ist ein in der Mitte des 16. Jh.s in Spanien aufkommender Romantypus mit didaktisch-unterhaltsamer und satirisch-kritischer Tendenz (Satire), der sich über Bearbeitungen und Übersetzungen rasch zu einer gesamteurop. Gattung entwickelte. Im Zentrum steht die meist durch ein schockartiges Ereignis initiierte abenteuerliche Lebensgeschichte einer sozialen, eher exemplarisch denn individuell gestalteten Außenseiterfigur (span. pícaro/ pícara, »Schelm«/»Schelmin« [5]) von niederer und dubioser Herkunf…

Schenkung

(821 words)

Author(s): Löhnig, Martin
1. Begriff Die Sch. ist ein Rechtsgeschäft, bei dem eine Partei (Schenker) der anderen (dem Beschenkten) einen Vermögensgegenstand überträgt, ohne eine Gegenleistung dafür zu erhalten. Die Sch. ist als Hand-Sch. [5. 74–103] möglich, bei der der geschenkte Gegenstand sofort an den Beschenkten übergeben wird, und als Versprechen einer späteren Sch. Sch. sind generell nur unter Lebenden möglich, jedoch auch als Sch. von Todes wegen, die unter Lebenden vereinbart, aber erst mit dem Tode des Schenkers wirksam wird. Die fehlende Gegenleistung unterscheidet die Sch. von Gabe und Kauf. 2.…

Schermaschine

(10 words)

s. Tuchscherer

Schia, Schiiten

(3,832 words)

Author(s): Brunner, Rainer
1. Transformation und Klerikalisierung 1.1. Grundlagen Die konfessionelle Spaltung der muslim. Gemeinde in Sunniten (Sunna) und Schiiten (= Sch.), die sich an der Frage entzündete, wem nach dem Tode des Propheten …

Schichtarbeit

(12 words)

s. Arbeitszeit | Bergmann
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