Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

Subscriptions: Brill.com

Tabak

(2,611 words)

Author(s): Menninger, Annerose
1. Produktion und Weltwirtschaft 1.1. Herstellung und Konsum in AltamerikaDie Erfindung und die Entwicklung von Rauch-, Schnupf- und Kau-T. gehen auf Altamerika zurück. Vor der Konquista hatte sich auf dem Doppelkontinent, der auch die Urheimat der Wildpflanze darstellt, eine jahrtausendealte T.-Kultur entfaltet, begünstigt durch die Klimatoleranz der einjährigen Erntepflanze und die einfache Herstellung von Roh-T., wofür die Blätter nur geerntet und getrocknet werden mussten. Verschiedene indigene Kulturen konsumierten T.: Azteken und Maya genauso wie Ethnien Süd-…
Date: 2019-11-19

Tabelle

(1,945 words)

Author(s): Gierl, Martin
1. Begriff und BedeutungAls T. wird ein zweidimensionales Raster bezeichnet, in dem Daten und Wissen in vorgegebenen Kategorien sortiert und etwa in Listen, so zu Steuern, Herden, Grundzahlen, Sternpositionen schon in der frühen Antike, eingetragen werden. Solche Aufstellungen sind aus dem Zweistromland seit etwa 2500 v. Chr. bekannt; sie weisen bereits die wesentlichen Leistungen der T. auf [12]: Sie verzeichnen, ordnen, kategorisieren, vergleichen sowie quantifizieren Dinge und ordnen ihnen Orts- und Zeitbestimmungen sowie relevante Eigenschaften z…
Date: 2019-11-19

Tacitismus

(1,398 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und BeginnDer 1921 geprägte Begriff T. beschreibt einen spezifischen Stil polit.-weltanschaulicher Skepsis, der sich von etwa 1570 bis etwa 1650 an den Werken des röm. Historikers Publius Cornelius Tacitus (= Tc.; um 100 n. Chr.) entzündete. Sein Prinzip und Leitmotiv war die similitudo temporum (»Ähnlichkeit der Zeiten«): In den Intrigen und Machtkämpfen am röm. Kaiserhof, die Tc. als Zeichen fortschreitender polit.-moralischer Dekadenz schilderte, sahen die Zeitgenossen der Religionskriege ihre eigene Gegenwart präfiguriert. …
Date: 2019-11-19

Tafelkultur

(2,508 words)

Author(s): Walther, Gerrit
01. ÜberblickGemeinsames Speisen besaß und besitzt in allen Kulturen zentrale Bedeutung. Es konstituiert Gemeinschaft und ist unerlässlicher Bestandteil von Festen, Diplomatie und Friedensfeiern, ein Ritual der Zusammengehörigkeit, Verbrüderung und Freundschaft, eine Gelegenheit zu Repräsentation und ostentativem Statuskonsum. Seit dem 15. Jh. jedoch, im Zeichen der Renaissance, änderten sich bei den europ. Eliten Stil und Wahrnehmung solcher Mahlzeiten. Zusehends suchte man sie jetzt gemäß den neuen Regeln des Geschmacks und der guten Manieren als …
Date: 2019-11-19

Tafelmusik

(749 words)

Author(s): Kremer, Joachim
1. Begriff und Bedeutung T. bezeichnet einen Bereich der kontextgebundenen funktionalen Musik, der als eine zunächst usuelle Praxis bis etwa ins späte 16. Jh. nicht mit dem Anspruch absichtsvoll geschaffener und verschriftlichter Komposition verbunden war ( Gelegenheitskomposition). T. wurde als improvisierte Musik begleitend zu Gastmählern oder Fest-Veranstaltungen aufgeführt, sei es als Instrumentalmusik oder in vokal-instrumentaler Form.Zahlreiche ikonographische und lit. Quellen dokumentieren die Aufführung von T. seit dem hohen MA [4. 143]; [2]. Der Begriff T…
Date: 2019-11-19

Tagebuch

(1,459 words)

Author(s): Schönborn, Sibylle
1. Begriff und GattungDie Begriffsgeschichte kennzeichnet das T. als eine europ. Literaturgattung, die von den griech. ephēmerídes über das lat. diarium bis zu den sich nationalsprachlich ausdifferenzierenden Begriffen (ital. diario und giornale, span. diario und jornal sowie engl. diary und engl./franz. journal) im 15. Jh. reicht. Bei Johannes Kepler taucht 1613 zum ersten Mal die dt. Übersetzung »T.« auf [2]; [7], die seit dem 18. Jh. parallel zu dem aus dem Englischen und Französischen entlehnten Begriff »Journal« gebräuchlich ist.Das T. ist eine der heterogensten un…
Date: 2019-11-19

Tagelöhner/in

(2,203 words)

Author(s): Ehmer, Josef
1. DefinitionDer Begriff T. (auch Tagwerker; lat. mercenarius oder operarius, engl. ( day) labourer, franz. journalier, homme/gens de journée oder manouvrier) bezeichnet keine homogene soziale Gruppe, sondern ein Spektrum von Positionen in der nzl. Arbeits-Welt. T. weisen idealtypisch eine Reihe gemeinsamer Merkmale auf: Lohnarbeit ohne vertragliche Regelung, unregelmäßige Beschäftigung mit häufigem Wechsel der Arbeitgeber, kurzfristige Arbeitsverhältnisse mit vielfältigen konkret ausgeübten Tätigkeiten und das Fehlen von formellen Quali…
Date: 2019-11-19

Tageslauf

(2,174 words)

Author(s): Krug-Richter, Barbara
1. BegriffT. bezeichnet zunächst den zeitlichen Verlauf eines Tages; entsprechend kurz ist die Definition im Grimm' schen Wörterbuch: »T., m., der lauf eines tages und des täglichen lebens« [2]; daneben werden heute nicht mehr geläufige Differenzierungen genannt: »Tageslauft, m., plural, tagesläufte, tagesereignisse« [3]. Zusammengefasst ermöglichen die hier getrennten Bedeutungen eine Annäherung an das Themenspektrum des nzl. T.: Nicht nur der ›Lauf des täglichen Lebens‹ ( Alltag), sondern auch konkrete Ereignisse (u. a. Feste, Feiertage, Jubiläen, Feiern i…
Date: 2019-11-19

Tageszeit

(2 words)

s. Tageslauf
Date: 2019-11-19

Taglohn

(6 words)

s. Lohnarbeit | Tagelöhner/in | Zeitlohn
Date: 2019-11-19

Tagwählerei

(944 words)

Author(s): Dillinger, Johannes
1. Vorhersagen Die T. gehörte zum magischen Zeit-Konzept der Frühen Nz. Ihr lag die Vorstellung zugrunde, dass Zeiträume – von bestimmten Jahren bis zu Stunden – eine magische Wertigkeit besitzen (Magie), was die genaue Beobachtung bestimmter Zeiträume verlangte. Diese magische Wertigkeit hatte zweierlei Form: Erstens, so nahm man an, waren bestimmte Zeitabschnitte auf kommende Zeiträume hin durchsichtig; demnach ermöglichten Ereignisse, die sich zu einer bestimmten Zeit beobachten ließen, Vorhersagen über die Zukunft ( Prognostik). Eine enge Korrespondenz zwischen d…
Date: 2019-11-19

Taiping-Rebellion

(2,184 words)

Author(s): Kuhfus, Peter
1. Allgemein Aus der T.-R. ging das Taiping Tianguo, das »Himmlische Reich des Großen Friedens«, hervor, ein Revolutionsregime bzw. eine Militärtheokratie, die in Zentral- und Südchina von 1851 bis 1864 bestand. Zentrale war Nanking, umbenannt zu Tianjing (»Himmlische Hauptstadt«). Die Lichtgestalt der T.-R. war Hong Xiuquan, Sohn armer Bauern aus einem Dorf unweit Kanton. Taiping (»Großer Friede«) war ein Topos der chines. Tradition, stand aber auch für den »Tausendjährigen Frieden« bzw. das biblische Millennium (vgl. Millenarismus). Die in der Forschung nach wie vor …
Date: 2019-11-19

Takt

(725 words)

Author(s): Knoth, Ina
1. Begriff Der Begriff T. (von lat. tangere, »berühren«, »stoßen«, »schlagen«, mit Perfektpartizip tactum) meint in der Musiktheorie die Gruppierung einer definierten, grundsätzlich entweder geraden oder ungeraden Anzahl von Schlägen in einer zeitlichen Einheit, die ab dem 17. Jh. visuell durch einen sog. T.-Strich abgegrenzt wurde. Er steht in engster Verbindung zum Rhythmus, für dessen individuelle Ausformung er das stabile Grundgerüst liefert, und umfasst mindestens eine Hebung und eine Senkung ( Metrik). Der T. bildet damit ein zentrales Gliederungs- und Struk…
Date: 2019-11-19

Taktik

(2,260 words)

Author(s): Rink, Martin
1. Allgemeines 1.1. BegriffT. (franz. tactique, von griech. taktikḗ [ téchnē], »Kunst der Anordnung und Aufstellung«) ist der Gebrauch von Truppen im Gefecht sowie die Lehre davon. Sie ermöglicht durch den Ansatz militärischer Kräfte in Zeit und Raum zum Gefecht und deren Führung im Gefecht Überlegenheit jenseits der physischen Kampfkraft. Entsprechend wurde in den nzl. Werken zur T. die Überraschung als ihr wesentliches Kennzeichen hervorgehoben. Als Begriff trat T. erst im Verlauf des 18. Jh.s in den Quellen hervor und errei…
Date: 2019-11-19

Taler

(789 words)

Author(s): Schneider, Konrad
Heute dient das Wort T. oder T.- Münze als Oberbegriff für eine Reihe von Groß- Silbermünzen, die ab dem ausgehenden 15. Jh. entstanden. Sie hatten ihren Ursprung in der gesteigerten mitteleurop. Silber-Produktion, namentlich in Tirol, im böhm.-sächs. Erzgebirge sowie im und am Harz. Den Anfang machte Erzherzog Sigismund als Graf von Tirol 1484/86, als er zunächst halbe, dann ganze silberne Äquivalente des Gold- Guldens in Silber schlagen ließ, die man deswegen auch Guldiner oder Guldengroschen nannte. Von den nachfolgenden Großsilberprägungen erwiesen sich im Alten Reich die…
Date: 2019-11-19

Talion

(2 words)

s. Strafzweck
Date: 2019-11-19

Talmud

(5 words)

s. Judentum | Jüdisches Recht
Date: 2019-11-19

Tanz

(3,405 words)

Author(s): Busch-Salmen, Gabriele | Walther, Gerrit | Rode-Breymann, Susanne
1. AllgemeinDer T. – ein von Einzelpersonen, Paaren oder Gruppen vollführter Ablauf stilisierter rhythmischer Schritte und Bewegungen – gehörte in der Nz. zu den häufigsten und populärsten Formen nonverbaler Kommunikation und öffentlicher Repräsentation. Als unverzichtbares Element von Freizeit und Festen aller Art gehörte er zum Alltag nahezu aller Stände und Gruppen, der Eliten- wie der Volkskultur (vgl. z. B. Kirmes, Abb. 1; Musik, Abb. 3). Viele von ihnen besaßen eigene T.-Traditionen, die zu pflegen zur Ehre des Kollektiv…
Date: 2019-11-19

Tanzimat-Reformen

(3 words)

s. Osmanisches Reich
Date: 2019-11-19

Taoismus

(2,008 words)

Author(s): Jülch, Thomas | Mittag, Achim
1. BegriffDer aus dem 19. Jh. stammende Begriff T. (bzw. nach der heutigen Pinyin-Umschrift Daoismus) wird in zwei Bedeutungen verwendet: Zum einen bezeichnet er die mit dem Weltweisen Laotse (Laozi, 6./5. Jh. v. Chr.) verknüpfte philosophische Lehre, die sich nach dem tao bzw. dao (chines.; »Weg«, vielfach auch als »Logos«, »Methode«, »Natur« oder »Sinn« übersetzt) benennt, zu der aber als spezifische Differenz zu anderen konkurrierenden philosophischen Schulrichtungen des antiken China (5.–3. Jh. v. Chr.) die zwei Konzepte der komplementären Urkräfte von Yin und Yang …
Date: 2019-11-19

Tapete

(796 words)

Author(s): Gropp, Stephanie
Das Wort T. leitet sich von den in der Antike verwendeten Begriffen für Wandbehänge, Tischdecken und Teppiche (griech. tapes, lat. tapetum, pers. tapeh) ab. Erst ab dem 15. Jh. unterschied man zwischen Tapisserie, Teppich und T. Als T. wurden fest angebrachte Wandverkleidungen aus verschiedenen Materialien bezeichnet. Seit dem 19. Jh. steht der Begriff vorwiegend für papierne Dekorationen (engl. wallpaper, franz. papier peint) [7. 9].Technische Neuerungen einerseits sowie wechselnde Moden und Stile andererseits beeinflussten die nzl. Entwicklung der T. So…
Date: 2019-11-19

Tapferkeit

(2 words)

s. Standesbildung
Date: 2019-11-19

Tapisserie

(2 words)

s. Teppich
Date: 2019-11-19

Tarantella

(829 words)

Author(s): Froeßl, Felicitas
1. Begriff und HerkunftT. bezeichnet einen aus Süditalien ( Tarent; ital. Taranto) stammenden Volkstanz sowie das den Tanz begleitende Musikstück. Die T. wurde in der Nz. und wird bis heute meist als Paar- oder Werbetanz ausgeführt, wobei sich die Tänzer im Drei-Achtel-Takt bewegen und das Tempo immer weiter bis zu »leidenschaftlicher Raserei« gesteigert wird [9. 112]. Zum Tanz spielen meist Geige, Gitarre, Tamburin, Akkordeon und Mandoline. Die Tänzerinnen begleiten die Musik mit Kastagnetten.Bereits im MA wurde die T. gespielt, ursprünglich als Heiltanz, um die vom sog. Tarenti…
Date: 2019-11-19

Taschenbuch

(2 words)

s. Almanach
Date: 2019-11-19

Taschenuhr

(4 words)

s. Uhr | Uhrmacher
Date: 2019-11-19

Tasten

(2 words)

s. Tastsinn
Date: 2019-11-19

Tastsinn [Hinzugefügt 2019]

(2,190 words)

Author(s): Krampl, Ulrike | Herausgeber: Daniela Hacke
1. DefinitionenDer T. kann als ein »grundlegendes Medium des Ausdrucks, der Erfahrung und der Infragestellung sozialer Werte und Hierarchien« [9. 1] bezeichnet werden und geht, wie seine Entsprechungen im Englischen ( touch) und in den roman. Sprachen ( le toucher, el tacto, o tacto, il tatto usw.), auf tactus (lat.; » Berührung«, »T.« vom Verb tangere) zurück. Dessen breites semantisches Spektrum (z.B. »berühren«, »spüren«, »betrügen«, »bewegen«, »angrenzen« bis hin zu »treffen« und »töten«) findet sich in der Ambivalenz der sozialen Praxis wieder,…
Date: 2019-11-19

Tataren

(2 words)

s. Kosaken
Date: 2019-11-19

Tauchen

(877 words)

Author(s): Mallinckrodt, Rebekka von
Beim T. ist die Bewegung unter Wasser mit Hilfsmitteln und ohne solche zu unterscheiden, bei Letzterem wiederum zwischen Tauchgeräten mit und ohne Antrieb.1. Apnoe- oder FreitauchenBeim sog. Apnoe-T. (von griech. ápnoia, »Nichtatmung«, »Atemstillstand«) halten die Schwimmer den Atem an und nutzen den Luftvorrat unter Wasser. Diese Technik war im Mittelmeerraum unter Schwamm-, Korallen- und Perlentauchern, aber auch zur Bergung gesunkenen Schiffsgutes und im Kriegsfall seit der Antike geläufig [5. 524–526]. Im Zuge der europ. Expansion seit dem 15. Jh. wurden die …
Date: 2019-11-19

Taufe

(2 words)

s. Sakrament
Date: 2019-11-19

Täufer

(2,358 words)

Author(s): Rothkegel, Martin
1. BegriffSeitdem im Rahmen der reformatorischen Bewegung Gruppen auftraten, die die Taufe von Kindern als nichtig ansahen und daher die Mündigentaufe praktizierten (erstmals in Zürich 1525; vgl. Sakramente 3.1.), wurden diese von gegnerischer Seite als T. bzw. pejorativ als Wieder-T. bezeichnet (lat. anabaptistae, catabaptistae; Anabaptisten). Dabei wurde auf den in der altkirchl. Häreseologie geprägten lat. Begriff rebaptizare (»wieder taufen«; z. B. Augustinus, De haeresibus 69) u.Ä. zurückgegriffen, der die von schismatischen Gruppen praktizierte Übert…
Date: 2019-11-19

Taverne

(2 words)

s. Gasthaus
Date: 2019-11-19

Taxonomie

(2 words)

s. Naturgeschichte
Date: 2019-11-19

Technik

(9 words)

s. Innovation | Popularisierung | Technologie | Wandel, technischer
Date: 2019-11-19

Technische Ausbildung

(6 words)

s. École Polytechnique | Ingenieur
Date: 2019-11-19

Technische Fachsprache

(1,058 words)

Author(s): Popplow, Marcus | Reith, Reinhold
1. Allgemeine Tendenzen T. F. im Sinne mündlich tradierter Bezeichnungen für technische (= techn.) Artefakte und deren Bestandteile sowie für techn. Herstellungsverfahren gab und gibt es in allen Kulturen. In Europa erlaubt schon die techn. Literatur der Antike und des MA entsprechende Einblicke, wenn auch meist aus Sicht des gelehrten Diskurses und nicht der Alltagssprache der Praktiker. Neue Impulse für die Ausdifferenzierung der T. F. im Verlauf der Nz. ergaben sich in dreierlei Hinsicht: (1) Im Zuge des techn. Wandels waren neue Artefakte oder Verfahrensweisen begri…
Date: 2019-11-19

Technische Literatur

(1,874 words)

Author(s): Popplow, Marcus
1. AllgemeinAls T. L. gelten Werke zu technischen (= techn.) Themen mit einer formalen Struktur, die – im Gegensatz zu privaten Aufzeichnungen – auf einen anonymen Leserkreis abzielt. Dazu gehören spätma. und frühnzl. Handschriften ebenso wie die nach 1500 rasch anwachsenden Bestände gedruckter techn. Schriften. Nicht zur T. L. zählen lit. Werke, die techn. Motive nur im Detail aufnehmen, etwa die im 18. Jh. beliebten Reflexionen zu menschenähnlichen Automaten oder die ab der zweiten Hälfte des 19. Jh.s publizierten heroisierenden Ingenieurromane.In Europa ist eine inha…
Date: 2019-11-19

Technischer Wandel

(4 words)

s. Wandel, technischer
Date: 2019-11-19

Technisches Modell

(1,500 words)

Author(s): Popplow, Marcus
1. DefinitionT. M. sind verkleinerte, dreidimensionale Konstruktionen von Maschinen oder Bauwerken der Ingenieursarchitektur. Sie kamen in der Nz. vornehmlich bei der Vorbereitung innovativer Projekte zum Einsatz, spielten aber gleichzeitig eine wichtige Rolle für die Wissensproduktion von Ingenieuren. Bei M. von Ingenieurbauten wie Brücken oder Festungsbauten waren die Übergänge zum Architekturmodell fließend.Marcus Popplow2. Technische InnovationsprozesseT. M. sind bereits für die Antike belegt und wurden vereinzelt wohl auch im MA genutzt, um …
Date: 2019-11-19

Technisches Zeichnen

(1,996 words)

Author(s): Popplow, Marcus
1. Entwicklung und KontextualisierungDas T. Z. der Nz. nutzte vielfältige Formen der Visualisierung technischer (= techn.) Objekte zum Zweck der Reflexion, Kommunikation und Archivierung. Seine Geschichte und formalen wie funktionalen Charakteristika sind eng mit der Architekturzeichnung verbunden, insofern sich die Berufsfelder von Architekten und Ingenieuren im Verlauf der Nz. erst langsam voneinander lösten.Auf den ersten Blick scheint die nzl. Entwicklung des T. Z. stringent auf zwei Ziele zuzulaufen. Das erste lag darin, möglichst anspreche…
Date: 2019-11-19

Technologie

(3,030 words)

Author(s): Meyer, Torsten
1. BegriffDer dt. Ausdruck T. bezeichnet das Wissen über den Gegenstandsbereich der Technik, v. a. das wiss. Wissen über Funktionsprinzipien technischer (= techn.) Artefakte und Systeme. Er unterscheidet sich damit vom engl. technology, das nicht nur die wiss. Reflexion über, sondern auch den materiellen Gegenstandsbereich der Technik selbst meinen kann. Ein solches umfassenderes Verständnis liegt auch dem Begriff des Technologietransfers zugrunde, der auf die Diffusion von techn. Artefakten und techn. Können zielt. Die in der T. sich spiegelnde Verwissenschaftlich…
Date: 2019-11-19

Technologietransfer

(5,771 words)

Author(s): Hausberger, Bernd | Popplow, Marcus | Reith, Reinhold
1. Begriff Die Vermittlung von technischem (= techn.) Wissen und Können erfolgte in der Nz. in verschiedenen Kontexten: zunächst in Haushalt, Betrieb oder Institutionen durch Ausbildung bzw. Zusammenarbeit; dies wird als vertikaler Transfer bezeichnet. Andererseits verbreiteten sich techn. Wissen und Können horizontal von Region zu Region, zwischen polit. definierten Territorien oder auch in globaler Perspektive zwischen Kontinenten. Solcher T. konnte aktiv gefördert werden, z. B. von Territorialherren;…
Date: 2019-11-19

Tee

(1,627 words)

Author(s): Menninger, Annerose
1. Weltwirtschaft 1.1. Herstellung und Konsum in ChinaDie Erfindung des Heißgetränks T. geschah in China. Zusammen mit Nordindien und Myanmar (Birma) stellte das südwestl. China das natürliche Verbreitungsgebiet der T.-Pflanze dar. Die Entwicklung verlief in mehreren Schritten über Jahrhunderte: Einem nur zu Arzneizwecken kreierten, extrem bitteren Extrakt aus gekochten T.-Blättern folgten gepresster T.-Kuchen, pulverisierter T., getrockneter loser Blatt-T. und schließlich unter den Dynastien Yuan (1271–1368) und Ming (1368–1644) der grüne und schwarze T. Diese Innov…
Date: 2019-11-19

Teichwirtschaft

(1,060 words)

Author(s): Ebert, Jochen
1. Allgemein Die T. zur Produktion von Süßwasserfisch für den Eigenbedarf und Verkauf war in zahlreichen Regionen Mitteleuropas bis ins 18. Jh. wesentlich weiter verbreitet als heute. Unter einem Teich verstand man sowohl ein natürlich stehendes als auch ein künstlich aufgestautes Gewässer, das für die Fischzucht genutzt wurde. Wichtigste Nutzfische waren Karpfen, Hechte und Forellen. Die für die Anlage künstlicher Teiche notwendigen Erdarbeiten veränderten nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch den Wasser-Haushalt der Landschaft [3. 37 f.].Jochen Ebert2. Verbrei…
Date: 2019-11-19

Teilungen Polens

(1,128 words)

Author(s): Gabriel, Martin
1. Vorgeschichte Die drei T. P. – oder korrekt: die T. des Doppelstaates Polen-Litauen – in den Jahren 1772, 1793 und 1795, die auch für die spätere Geschichte der poln. Nation tiefgreifende Zäsuren darstellen, sind nur vor dem Hintergrund sich verändernder Mächtekonstellationen in einer Zeit zu verstehen, in der das zaristische Russland sich seinen Platz unter den Großmächten zu sichern trachtete und das revolutionäre Frankreich die traditionellen Monarchien Europas verunsicherte (vgl. Europa 5.3.).Die expansionistischen Pläne des von Katharina II. regierten Russländisch…
Date: 2019-11-19

Telegraphie

(8 words)

s. Balkentelegraph | Elektrische Telegraphie | Optische Telegraphie
Date: 2019-11-19

Telekommunikation

(2,008 words)

Author(s): Beyrer, Klaus
1. BegriffDer Begriff T. dient seit dem frühen 20. Jh. als Sammelbezeichnung für verschiedene Formen der Nachrichten-Übertragung. Eine Schrift des Franzosen Édouard Estaunié von 1904 ( Traité pratique de télécommunication électrique) bündelt in dieser Wortprägung Entwicklungen der Telegraphie und der Telephonie [8. 965]. Unter dem Einfluss nachrichtentechnischer Innovationen erfuhr das Substantiv Kommunikation (lat. communicatio, engl./franz. communication) im 20. Jh. einen Bedeutungswandel zu »Verständigung, Informationsaustausch«. Das Wortbildung…
Date: 2019-11-19

Teleologie

(4 words)

s. Gottesbeweis | Ursache
Date: 2019-11-19

Teleskop

(976 words)

Author(s): Gaulke, Karsten
1. AllgemeinDas T. (von griech. tḗle, »weit«, und skopeín, »beobachten«) gehört mit dem Mikroskop und der Vakuum-Pumpe zu den technischen Erfindungen, welche die Naturforschung im 17. und 18. Jh. am stärksten beeinflussten (vgl. Wissenschaftliche Instrumente). Es erschloss einen Makrokosmos jenseits des mit dem menschlichen Auge Sichtbaren und veränderte die Vorstellungen vom Kosmos und die Selbstverortung des Menschen darin grundlegend.Karsten Gaulke2. Frühe FormenIn der ersten Dekade des 17. Jh.s wurde vermutlich von holländ. Brillen-Machern das Linsen-T. erfunden…
Date: 2019-11-19
▲   Back to top   ▲